Nachhaltige Entwicklung in Stadt und Land

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten, Tendenz steigend. Auch in Deutschland wachsen viele Städte. Klimaschutz, menschenwürdiges Leben und Wohnen, die Integration des Umweltschutzes - das entscheidet sich hier, aber auch im ländlichen Raum. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie fordert eine Stadtentwicklung, die „sektorübergreifendes Denken“ fördert. Dazu trägt der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) u.a. mit dem Oberbürgermeister Dialog „Nachhaltige Stadt“ und dem Ziel-30-ha zum Landverbrauch bei.

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Wie Nachhaltigkeit in Städten und Regionen konkret wird

Globale Probleme und Lösungen vor Ort

Mit lokalen Maßnahmen allein werden die globalen Herausforderungen nicht gelöst. Stattdessen müssen alle politischen Ebenen und gesellschaftlichen Akteure zusammenwirken.

Wie komplex die Herausforderungen sind, zeigt der Gebäudesektor: Unsere Gebäude verbrauchen zwar immer weniger Energie – gleichzeitig werden die Wohnungen größer und damit auch die Heizflächen. Die Bevölkerung wächst kaum, trotzdem werden jährlich hunderttausende Wohnungen neu gebaut, überwiegend mit erheblichen Mengen mineralischer Rohstoffe. Während in wachsenden Städten bezahlbarer Wohnraum knapp ist, können schrumpfende Gemeinden ihre Infrastruktur nur mit Mühe aufrechterhalten.

Neue Straßen und Siedlungen entstehen zu oft auf unbebauten, natürlichen Flächen, selbst in schrumpfenden Städten und Gemeinden. Ökologisch wertvolle und landwirtschaftlich produktive Flächen gehen dadurch verloren, die Infrastruktur wird teurer und die Wege weiter. Ob Arbeit, Einkauf oder Urlaub – Autos spielen damit trotz vieler Alternativen weiter die zentrale Rolle für die Mobilität der Gesellschaft. Insellösungen reichen jedoch für Fortschritte nicht aus. Ganz im Sinne der Agenda 2030 werden bereits heute vor Ort Lösungen in neuen Partnerschaften und über Ressortgrenzen hinweg entwickelt.

Städte und Gemeinden gehen voran

Ob Klimaschutz, Partizipation, emissionsfreie Mobilität, Chancengerechtigkeit oder eine ökologische Energieversorgung – zahlreiche Kommunen haben sich mit eigenen Zielen und Projekten auf den Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung gemacht. Dafür haben Städte, wie Ludwigsburg oder Freiburg, eigene Referate und ein eigenes Nachhaltigkeitsmanagement aufgebaut.

Von der UNESCO vierfach ausgezeichnet, setzt die „lernende Stadt“ Gelsenkirchen auf Bildung für nachhaltige Entwicklung als Schlüssel für Chancengerechtigkeit und Armutsbekämpfung. Bottrop hat das „Labor Bottrop“ ins Leben gerufen, in dem Bürgerschaft, Kommune, Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam an Projekten arbeiten, mit denen sich die Stadt für den Klima- und Strukturwandel wappnet. Die sächsische Stadt Delitzsch setzt auf Erneuerbare und ist rechnerisch bereits heute energieautark.

Ihre globale Verantwortung nehmen Kommunen auch durch Entwicklungspartnerschaften mit anderen Städten wahr oder durch eine nachhaltige öffentliche Beschaffung, wie es etwa Dortmund macht. Auch kleine Gemeinden setzen mit Strategien und Projekten zu Klimaneutralität und nachhaltigem Flächenmanagement wichtige Impulse, wie die Nordseeinsel Juist oder die Samtgemeinde Barnstorf.

Das macht der Rat: Impulse für eine nachhaltige Stadtentwicklung

Mit Projekten und Stellungnahmen stärkt der Rat für Nachhaltige Entwicklung die Rolle der Städte und ländlichen Regionen für die Umsetzung der deutschen und globalen Nachhaltigkeitsziele.

Am Dialog „Nachhaltige Stadt“ beteiligen sich Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister von 30 deutschen Städten. Auf Einladung des RNE tauschen sich die Verwaltungschefs aus und geben kommunaler Nachhaltigkeitspolitik mehr Profil und Gewicht. Mit gemeinsamen Veröffentlichungen und Positionspapieren unterstreichen die Oberbürgermeister ihre Verantwortung und die Rolle der Kommunen bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele.

Seit 2001 verfolgt der RNE proaktiv das Ziel, den übermäßigen Flächenfraß zu stoppen.

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