Partnerschaften, Politik und Internationales

2015 haben die Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet: Bis 2030 soll es eine Welt ohne Hunger und Armut geben, dafür mehr Gleichberechtigung, eine intakte Umwelt, sauberes Trinkwasser oder gute Arbeit für alle. 2019 bilanzierte VN-Generalsekretär António Guterres zwar nüchtern: „Wir sind nicht auf dem Weg dahin". Doch die Grundlagen sind da. Die Staatengemeinschaft verspricht ein Jahrzehnt der Taten.

Meldungen zum Thema

Wie die internationale Gemeinschaft Nachhaltigkeit nun gemeinsam umsetzen muss

Die Staats- und Regierungschefs der Welt zogen im September 2019 eine ambivalente Zwischenbilanz der Agenda 2030 und ihrer 17 globalen Nachhaltigkeitsziele: Hunger und Ungleichheit haben in der Welt zugenommen. Klimawandel, Verlust von Biodiversität und Vermüllung der Ozeane könnten verheerende Folgen für die Menschheit haben.

Dennoch wirkten die auch ‚Sustainable Development Goals‘ (SDGs) genannten Ziele, so die Bilanz. Weil sie für alle Staaten der Welt gelten, sind sie vielerorts in nationale Politik übernommen worden. Globale Konzerne planen nachhaltiger, Investitionen zur Umsetzung der SDGs steigen, die Zivilgesellschaft, Städte und Gemeinden und die Jugend vernetzten sich global.

Doch mit den gegenwärtigen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodellen sind die SDGs nicht zu erreichen. Im Global Sustainable Development Report 2019 zeigt deshalb ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sechs Einstiegspunkte für eine Transformation: Wenn Gesellschaften etwa das Wohlergehen von Menschen in den Mittelpunkt stellen, CO2-freie Energie für alle oder ein nachhaltiges Ernährungssystem schaffen, dann kann eine Dynamik des Wandels entstehen.

Empfehlungen & Stellungnahmen

Globale Nachhaltigkeit vor der Sackgasse bewahren

RNE-Empfehlung an die Bundesregierung zum Ausbau des multilateralen Schwungrads der Agenda 2030 - Stellungnahme zur Reform des HLPF; Berlin, 24.08.2018

Wie die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie steuert

Für die Bundesregierung ist die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) der Leitfaden, um die Agenda 2030 umzusetzen. Derzeit wird sie überarbeitet, was dringend nötig ist: Der RNE fordert einschneidende Konsequenzen. Nur geringfügige Modifikationen oder gar ein „Weiter so“ seien nicht vertretbar.

Der RNE fordert etwa einen neuen Zukunfts- oder Gesellschaftsvertrag, mehr Bildung für nachhaltige Entwicklung, ein klares Label für nachhaltige Produkte, mehr Klimaschutz. Die Bundesregierung müsse sich außerdem dafür einsetzen, dass alle EU-Staaten die Agenda 2030 umsetzen. Ihre Fortschritte müssten sich die Staaten in Peer Reviews gegenseitig verifiziert und ihre Politiken verknüpfen. In Deutschland organisierte der RNE 2009, 2013 und 2018 Peer Reviews. Dabei prüft ein Team unabhängiger, internationaler Expertinnen und Experten die Nachhaltigkeitspolitik.

Eigentlich sollte die überarbeitete DNS bis Ende des Jahres stehen, aufgrund der Corona-Krise ist der Zeitplan allerdings unklar.

Empfehlungen & Stellungnahmen

Jahrzehnt der Nachhaltigkeit ambitioniert eröffnen!

Erste Empfehlungen des Nachhaltigkeitsrats zur Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2020/2021; Berlin, 13.05.2020

Empfehlungen & Stellungnahmen

Für eine ambitionierte europäische und globale Nachhaltigkeitspolitik – Deutschlands besondere Verantwortung

Beitrag des RNE zur Sitzung des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung am 27. Mai 2019 zum Thema „Europäische und globale Nachhaltigkeitspoli...

Wie der RNE die Umsetzung der Agenda 2030 fördert

Die multilaterale Zusammenarbeit zu stärken ist ein Gebot der Stunde. Der RNE hat bereits im November 2016 den Open SDGclub.Berlin initiiert, 2019 gab es das zweite Treffen. Die Teilnehmenden kamen aus aller Welt, von Nachhaltigkeitsräten, aus zivilgesellschaftlichen Netzwerken, aus der Wirtschaft oder Kommunen. Sie tauschten sich über die Umsetzung der Agenda 2030 aus und knüpften neue Partnerschaften.

2019 hat der RNE die Idee weiterentwickelt und war federführend daran beteiligt, das Globale Forum nationaler SDG-Beratungsorganisationen ins Leben zu rufen. Es besteht aus staatlich eingesetzten, aber auch aus rein zivilgesellschaftlichen Räten, deren Ansatz es ist, ein möglichst breites Akteursspektrum an einen Tisch zu bringen und der Regierung beratend zur Seite zu stehen, sowie mit Impulsen für die Umsetzung der SDGs in die Gesellschaften hineinzuwirken.

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