Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK)

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) ist ein international anwendungsfähiger Berichtsstandard für Nachhaltigkeitsaspekte. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat den DNK 2011 nach einem vorgelagerten, umfassenden Stakeholderprozess beschlossen.

Unternehmerische Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung

Der RNE verfolgt das Ziel, den Nachhaltigkeitsgedanken in der Wirtschaft voranzubringen. Unternehmen tragen hierbei aufgrund der Wirkungen je nach Tiefe ihrer Liefer- und Produktionsketten eine große Verantwortung. Besondere Herausforderungen ergeben sich beispielsweise aus der Globalisierung, in deren Folge sich die Lieferbeziehungen zwischen Unternehmen weltweit vernetzt haben. Daher beschäftigte sich der Nachhaltigkeitsrat seit 2006 mit dem Konzept „Corporate Social Responsability (CSR)“ und definierte ihn im Kontext der mittelstandsgeprägten Wirtschaft in Deutschland als „unternehmerische Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung“, die ungeachtet verschiedener Hierarchieebenen und Rechtsformen gilt.

Mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex über Nachhaltigkeitsleistungen berichten

Wer im Lichte der Nachhaltigkeit produziert, handelt und Geschäfte macht, ist auf das Vertrauen seiner Geschäftspartner und Kunden angewiesen. Als glaubwürdig erachtet der RNE vor allem die Offenlegung von Zielkonflikten und Hindernissen – und weniger aus der allzu glatten Perfektion. Der Nachhaltigkeitsrat setzt sich daher für nachvollziehbare und vergleichbare Berichterstattung von Organisationen ein. Aus den Folgen der Finanzkrise hat der RNE 2011 nach intensivem Dialog mit Investoren und weiteren Stakeholdern den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) entwickelt. Er dient als Berichtsstandard für Nachhaltigkeitsaspekte und ermöglicht einen niedrigschwelligen Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie den direkten Vergleich der unternehmerischen Verantwortung.

Ziel ist dabei nicht die Berichterstattung um ihrer selbst willen, sondern einen Wettbewerb um nachhaltiges Wirtschaften anzustacheln, entsprechendes Management und Transparenz zu unterstützen. Die Honorierung in erster Linie über den Markt zu organisieren ist das Ziel. Deshalb hat der DNK besondere Bedeutung für Finanzanalysten und Investoren: sie können mit Hilfe des DNK leichter Informationen zu ökologischen, sozialen und Governance-Aspekten (ESG) in Unternehmensanalysen einbeziehen. Er eignet sich als Bewertungsgrundlage im Portfoliomanagement, bei Unternehmensanleihen, in der Kreditvergabe und bei Anlegerinformationen.

Der Nutzen des DNK liegt in seiner komprimierten und anwenderfreundlichen Form. Sie stellt Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Rechtsform einen Rahmen zur Berichterstattung über Nachhaltigkeitsaspekte und deren Management zur Verfügung. Diese können so nicht nur über ihren Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen, sondern auch über ihr Lieferkettenmanagement berichten, wie beispielsweise im Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte des Auswärtigen Amts gefordert. Nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) berichtspflichtige Unternehmen können ihn nutzen, um eine nichtfinanzielle Erklärung im Sinne der CSR-Berichtspflicht zu erstellen.

Der DNK zahlt auch auf die nationale und internationale Nachhaltigkeitspolitik ein. Als „The Sustainability Code“ ist er auch über die Grenzen Deutschlands hinaus anwendungsfähig.