Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft

Der absolute Rohstoffverbrauch in Industrieländern ist angesichts der ökologischen Belastungsgrenzen zu hoch. Für nachhaltige Produktions- und Konsummuster zu sorgen und den Ressourcenbedarf stark zu verringern, ist daher eines der globalen Nachhaltigkeitsziele. Die Kreislaufwirtschaft ist eine Möglichkeit, um das Wachstum vom Verbrauch nicht erneuerbarer Rohstoffe zu entkoppeln.

Ressourcenverbrauch und Wachstum durch nachhaltige Produktion entkoppeln

Globales Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch sind eng gekoppelt. Auch wenn die Materialentnahme langsamer steigt als das Wirtschaftswachstum, findet bislang lediglich eine relative Entkopplung des Wachstums bei weiter ansteigendem Ressourcenverbrauch statt. Um zukünftigen Wohlstand zu sichern, müssen heutige Produktions- und Konsummuster daher nachhaltiger gestaltet und Ressourcen effizienter genutzt und eingesetzt werden. Dies wird beispielsweise in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zum Ausdruck gebracht. Die EU gibt außerdem vor, wie mit Abfällen umgegangen werden muss: die Vermeidung von Abfällen hat Vorrang vor der Wiederverwendung, dem Recycling, der Verwertung und der Beseitigung. Mit der Ökodesign-Richtlinie und der Richtlinie für Elektro- und Elektronikaltgeräte bestehen auch produktspezifische Gesetze. Insbesondere Hersteller tragen Verantwortung, Ressourcen sparsamer einzusetzen und Produkte langlebiger zu gestalten.

Die Zukunft liegt in der Kreislaufwirtschaft

Die Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiger Teil der Lösung des Ressourcenproblems, da sie ökonomische und ökologische Chancen verknüpft. In einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft sollen Materialien und Stoffe so eingesetzt werden, dass sie über einen möglichst langen Zeitraum in Produkten Nutzen stiften, für zukünftige Produktionsprozesse zurückgewonnen werden und somit nicht als Abfälle unwiederbringlich verloren gehen können. Im Kreislauf geführte Ressourcen tragen damit länger und häufiger zur Wertschöpfung innerhalb des Wirtschaftssystems bei – ohne dass es dabei zur Belastung der Umwelt durch die Extraktion neuer Rohstoffe kommt.

Die Herausforderung liegt dabei in der ganzheitlichen Betrachtung des Lebenszyklus eines Produktes, angefangen beim Produktdesign über die Produktion und Nutzung bis hin zur Erfassung der Produkte am Lebensende und die Rückführung einzelner Materialien in den Kreislauf. Dafür ist die Zusammenarbeit von Akteuren und eine digital gestützte Kommunikation entlang der gesamten Wertschöpfungskette hinweg notwendig. Schon beim Design kann bspw. Einfluss genommen werden auf die Haltbarkeit eines Produktes, die Reparierbarkeit, seine Weiter- und Wiederverwendbarkeit sowie seine Recyclingfähigkeit.

Der Beitrag des Nachhaltigkeitsrates

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung spricht sich für eine drastische Steigerung der Ressourcenproduktivität und für die Entwicklung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft mit hohen Recycling-Quoten (jenseits von Glas, Papier und Kupfer) aus. Um den absoluten Rohstoffverbrauch zu minimieren, muss sich Deutschland zu einem „Rohstoffland“ wandeln, das alle Abfälle zur Quelle neuer Ressourcen macht, die Ressourcenproduktivität drastisch steigert und auch international zur Lösung des Abfallproblems beiträgt.

In seiner Arbeit gibt der RNE Impulse zur Ressourcenpolitik und zur Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft. Mit seiner Empfehlung zum „Rohstoffland Deutschland“ zeichnet der Rat die Vision, Rohstoffe zu 100% im Kreislauf zu führen. In einem Challenger-Report ließ der RNE Ziele und Quoten des Recyclings sowie abfallwirtschaftliche Rahmenbedingungen begutachten. Zuletzt veröffentlichte der Rat eine Studie zu Chancen der Kreislaufwirtschaft und zeigt damit, welche Möglichkeiten zu neuen Geschäftsmodellen und Kooperationen für deutsche Schlüsselbranchen bestehen, um Schritte in Richtung „Circular Economy“ zu unternehmen.

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