Nachhaltiger Konsum

Nachhaltig zu konsumieren bedeutet, bewusster und gelegentlich auch weniger zu kaufen, auf jeden Fall mit Blick auf die soziale und ökologische Seite der Produkte und Dienstleistungen. Das Thema gewinnt auch politisch weiter an Bedeutung: Seit 2016 enthält die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie erstmals ein Indikatoren gestütztes Ziel für nachhaltigen Konsum. Nachhaltiger Konsum betrifft nicht nur die privaten Haushalte. Auch die öffentliche Beschaffungspraxis kann ein wichtiger Verstärker sein und den Markt verändern.

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Mit Konsum zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen

Bürgerinnen und Bürger könnten mit ihren Konsum- und Lebensgewohnheiten ganze Branchen verändern. Rund 60 Prozent der Deutschen achten nach eigenem Bekunden beim Einkauf gelegentlich auch darauf, ob Produkte nachhaltig sind. Tatsächlich gekauft wird allerdings viel weniger. Nachhaltiger Konsum liegt zwar im Trend, dominiert aber noch lange nicht den Markt. Oftmals werden Einsparungen an anderer Stelle durch Mehr-Konsum aufgefressen (sog. Rebound-Effekte). Eine wichtige Rolle kommt daher nachhaltigen Lebensstilen insgesamt zu.

Nicht alles kann der Verbraucher selbst bestimmen, oft stehen die Rahmenbedingungen einem nachhaltigeren Konsum entgegen. Eine fundierte Entscheidung für ein nachhaltiges Produkt ist oftmals nicht möglich. Abgesehen von wenigen vertrauenswürdigen Siegeln, bietet die Flut an Laben oftmals kaum eine hilfreiche Orientierung. Aber auch mit dieser Einschränkung lässt sich der sogenannte „ökologische Fußabdruck“ im eigenen Einflussbereich erheblich senken. Dieser hat vielfach weniger mit dem Kauf von Produkten, als mit veränderten Verhaltensroutinen beim Einkauf, Kochen oder beim Reisen zu tun. Ein ökologischer Fußabdruck von zwei Tonnen pro Kopf wäre klimaverträglich, derzeit beträgt dieser in Deutschland jährlich 11,8 Tonnen. Ein wichtiger Aspekt ist die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Die Bundesregierung strebt an, diese bis 2030 zu halbieren, um Ressourcen zu schützen und einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten.

Nachhaltige Beschaffung

Eine wichtige mögliche Hebelwirkung für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen hat auch die öffentliche Hand. Mit einem geschätzten Volumen von 150 bis 500 Milliarden Euro repräsentiert die öffentliche Beschaffung 5,5 bis 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP). Trotz der rechtlichen Möglichkeiten wird bislang nur ein geringer Anteil nachhaltig beschafft. Verlässliche Zahlen zum Gesamtvolumen der Beschaffung gibt es bis dato nicht. Sicher aber weiß man: Nachhaltigkeit muss auch hier eine größere Rolle spielen. Hierzu wurde das „Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit“ entwickelt, um Nachhaltigkeit konkret im Verwaltungshandeln umzusetzen. Das Kompetenzzentrum nachhaltige Beschaffung der Bunderegierung steht Interessierten aus Bund, Ländern und Kommunen mit Beratung und Schulung zur Verfügung.

Der Nachhaltigkeitsrat setzt bei seiner größten Veranstaltung – der Jahreskonferenz mit rund 1.000 Teilnehmenden – Maßstäbe für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement.

Der Nachhaltige Warenkorb: Ratgeber für nachhaltigen Konsum

Damit Bürgerinnen und Bürger nachhaltig konsumieren können, brauchen sie entsprechende Informationen und Orientierungshilfen. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hilft mit dem Ratgeber „Der Nachhaltige Warenkorb“ beim Kauf von Bio-Lebensmitteln bis hin zur nachhaltigen Geldanlage. Der Ratgeber stellt die wichtigsten glaubwürdigen Siegel vor und gibt mit Faustregeln Orientierungen für den Alltag. Der Nachhaltige Warenkorb wird regelmäßig aktualisiert, um dem neuesten Stand der Diskussion gerecht zu werden. Der Nachhaltigkeitsrat verfolgt mit dem Projekt sein Anliegen, Nachhaltigkeit alltagstauglich zu übersetzen.

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