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"Neue Technologien sind wichtig für eine nachhaltige Entwicklung. Andere Lebensstile auch."

Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Mitglied des Rates

18.12.2008

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Nachhaltiger Kaffee: Gekommen, um zu bleiben

Nachhaltigere Produkte bahnen sich nach und nach ihren Weg in den Alltag. Der Umsatz von fair gehandelten Waren etwa wuchs im ersten Halbjahr 2008 in Deutschland erneut um 25 Prozent gegenüber dem Vorhalbjahr. Ein Motor des Wachstums war fair gehandelter Kaffee. Der konnte ein Plus von 14 Prozent verzeichnen und schaffte den Sprung ins Sortiment großer Anbieter.

Faire Bohnen bieten inzwischen nicht nur Discounter wie Lidl an, selbst die Fastfood-Kette MacDonalds serviert nachhaltig angebauten Kaffee. Der Markt wächst – und die Anbieter der belebenden Bohne kommen dem mit einer Ausweitung des Sortiments nach. Der Kafferöster Tchibo etwa bietet seit Oktober erstmalig einen Fairtrade-zertifizierten Kaffee in allen Filialen an. Die neue Espresso-Komposition wird unter dem Namen „Tchibo Espresso Haus Röstung“ vertrieben und ist nach Angaben des Unternehmens der erste Kaffee für den Endverbraucher, den Tchibo mit dem Fairtrade-Siegel auf den deutschen Markt bringt.

Auch das Hamburger Familienunternehmen J.J. Darboven schlug in diesem Jahr im Segment des Fairtrade-Kaffees ein neues Kapitel auf. Seit Anfang des Jahres vertreibt der Kaffeeröster die Kreation Café Intención, die ebenso wie das Tchibo-Angebot das Siegel des gemeinnützigen Vereins TransFair ziert. Neu ist das Engagement nicht, den ersten fair gehandelten Kaffee bot das Traditionshaus bereits 1993 an. Neu ist aber die Positionierung der fair gehandelten Bohne. Man wolle  „das Image des fair gehandelten Kaffees generell weiter verändern“, so Arthur E. Darboven. „Weg von einer
Randmarke – hin zu einer aktiven, bedeutenden Erlebnis- und Genusswelt.“

Nicht nur fair gehandelte Bohnen konnten sich 2008 im Lichte neuer Aufmerksamkeit sonnen. Auch umweltverträglich angebaute Bohnen wurden nachgefragt. Unter dem Namen „BioGenuss“ verkauft beispielsweise Tchibo seit September eine Bohne mit staatlichem Bio-Siegel. Kraft Foods wiederum, einer der führenden Lebensmittelhersteller weltweit, bietet mit den Marken „Jacobs Milea“ für den Einzelhandel und „Jacobs Nachhaltige Entwicklung“ für die Gastronomie zwei Kaffees an, die das Siegel der Rainforest Alliance tragen. Das Zertifikat gewährleistet die Einhaltung ökologischer, ökonomischer sowie sozialer Standards. 

Claudia Brück von TransFair e.V. glaubt nicht, dass mit diesen Initiativen nur Strohfeuer entfacht wurden. „Viele Anbieter haben verstanden, dass sie langfristig nur dann am Markt bestehen können, wenn sie einen fairen Ausgleich mit den Kaffebauern suchen“, sagt die Expertin. Der Branche sei das mit der Kaffekrise, die vom Ende der 1980-er Jahre bis zum Anfang des neuen Jahrtausends dauerte, bewusst geworden. Damals fielen die Weltmarktpreise für die Kaffeebohne ins Bodenlose. Dadurch lohnte sich der Anbau für die Kaffeebauern nicht mehr, die Lager der Händler leerten sich infolgedessen dramatisch.

„Viele große Unternehmen wissen heute, dass ihr Wohlergehen vom Wohlergehen der Produzenten abhängt“, erklärt Brück. Außerdem steige das öffentliche Bewusstsein für Fairness und Nachhaltigkeit. „Die neuen Öko-Konsumenten, die Diskussion um die soziale und ökologische Verantwortung von Unternehmen und der Trend zu Bio-Lebensmitteln verstärken den Trend zu nachhaltigeren Produkten noch.“ Unternehmen, die am Markt bestehen wollen, müssten sich darauf einrichten, so Brück.

Weitere Informationen

Fairtrade wächst weiter. Pressemitteilung TransFair e.V., 26.09.2008.

Erstmals Fairtrade zertifizierter Kaffee in allen Tchibo-Filialen: die Tchibo Espresso Haus Röstung. Pressemitteilung Tchibo, 09.09.2008.

Der neue Name für FairTrade-Kaffee: Die gute Absicht: Café Intención von J.J. Darboven. Pressemitteilung J.J. Darboven, 25.02.2008. [PDF, 207 KB]

Jacobs Milea als einziger Kaffee mit Food Award 2008 ausgezeichnet. Pressemitteilung Kraft Foods Deutschland, Oktober 2008.