„Nachhaltiges Catering auf Großveranstaltungen ist möglich“

Berlin, 04.06.2018 – Unter dem Titel Thesen und Taten. Transformation! veranstaltet der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) heute im Berliner Tempodrom seine 18. Jahreskonferenz.

Das nachhaltige Essen für die rund 1.400 Gäste hat Sarah Wiener Catering zubereitet. Auf der Bühne sprach RNE-Generalssekretär Günther Bachmann mit der Fernsehköchin und Stiftungsgründerin Sarah Wiener darüber, ob ein Catering für tausend und mehr Menschen auf einer Großveranstaltung nachhaltig sein kann.

„Nachhaltiges Catering auf Großveranstaltungen ist ganz klar möglich“, sagt Sarah Wiener. „Wir bekommen regelmäßig Anfragen von umweltbewussten Kunden, die auch den Einfallsreichtum und die neuen Ideen schätzen, die ein Fokus auf ökologische und regionale Produkte bringt.“

Allerdings setze es beim Kunden im Moment noch die Bereitschaft voraus, einen etwas höheren Preis zu zahlen – der sich erklären lasse: „Auch wenn es hart klingt: Die Preisdifferenz zwischen normalem und nachhaltigem Catering liegt vor allem daran, dass die wahren Kosten für das konventionelle Essen verdeckt sind. Denn den Preis für zu beseitigende Müllberge und eine weder an der menschlichen Gesundheit noch am Tierwohl orientierten Fleischproduktion begleicht am Ende nicht der Auftraggeber – die Rechnung wird auf unsere gesamte Gesellschaft umgelegt“, so Sarah Wiener.

Die Bundesregierung möchte bei der Organisation eigener Veranstaltungen Vorbild sein; bereits 2015 hatte sie das in ihrem Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit beschlossen. Die Umsetzung ist allerdings noch lückenhaft, wie die Bundesregierung in ihrem eigenen Monitoring feststellen musste.

Kann man Nachhaltigkeit zur Vorgabe machen? Sarah Wiener: „Ich finde es gut, dass die Bundesregierung hier mit gutem Beispiel vorangeht. Wir brauchen positive Beispiele und vor allem Hilfe bei der Umsetzung. Hier können Caterer eine wichtige Rolle spielen, indem sie zeigen, wie nachhaltiges Essen für viele funktionieren kann, ohne dass die Preise in schwindelerregende Höhen steigen.“ Ihr Lieblingsgetränk für ein nachhaltiges Catering sei Leitungswasser: „Es erfrischt, muss nicht angeliefert werden und ist unschlagbar günstig.“

Faustregeln für ein nachhaltiges Catering:

  • Beauftragung regionaler, nachhaltiger Caterer
  • Auswahlkriterien für die Speisen: regional, saisonal, vegetarisch, und zertifiziert, (Bio, MSC, Fair-Trade, Naturland, Demeter, etc.)
  • Leitungswasser in Karaffen statt Mineralwasser in Flaschen, das erst an den Veranstaltungsort transportiert werden muss
  • Einsatz wassersparender Küchengeräte und abbaubarer Reinigungsmittel
  • Vermeiden von Lebensmittelabfällen (bei der Planung, der Zubereitung, der Portionierung und der Entsorgung)
  • Verzicht auf überflüssige Verpackungen und Einwegportionsabpackungen sowie auf kleine Flascheneinheiten
  • Mehrweggeschirr statt Einweggeschirr
  • Mitnahme von Essenresten anbieten

Verfolgen Sie den Auftritt der Bundeskanzlerin und die Haupt-Programmteile der Jahreskonferenz in der großen Arena des Tempodrom per Livestream:

https://www.nachhaltigkeitsrat.de/jahreskonferenz-2018/livestream/

https://www.nachhaltigkeitsrat.de/jahreskonferenz-2018/presse/

Getwittert wird unter #RNE18.

Auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Berlin kommen jedes Jahr rund 1.000 hochrangige und engagierte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft zusammen, um sich über die Zukunft der Nachhaltigkeitspolitik auszutauschen und diese mit konkreten Ideen und Maßnahmen voranzutreiben.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde erstmals im April 2001 von der Bundesregierung berufen. Dem Rat gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Die Aufgaben des Rates sind die Entwicklung von Beiträgen für die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen.

In der Wahl seiner Themen und Aktionsformen ist der Rat unabhängig. Ergebnisse aus der laufenden Arbeit sind zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, Stellungnahmen zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen, zur Klimapolitik, zur Rohstoffpolitik und zur fiskalischen Nachhaltigkeit, zum Ökolandbau, die Gründung des Hub for Sustainable Finance, die zivilgesellschaftlichen Initiativen von Projekt Nachhaltigkeit, der Strategiedialog zur nachhaltigen Stadtentwicklung mit Oberbürgermeistern, die Impulse Jugendlicher und junger Erwachsener zur kommunalen Nachhaltigkeit und zur deutschen Nachhaltigkeitspolitik sowie Beiträge zum nachhaltigen Wirtschaften.

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Rat für Nachhaltige Entwicklung
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