Verlässlich, kosteneffizient und sozial verträglich: RNE legt Empfehlungen zu erfolgreicher Wärmewende vor

Neue Stellungnahme zeigt, wie eine klimafreundliche Wärmeversorgung sozial gerecht, planbar und effizient gelingen kann.

Man erkennt in schwarz weiß ein elektronisches Thermostat einer Heizung. Ein Finger drückt auf einen Knopf und das Thermostat zeigt eine Schneeflocke an.

Foto: Tom/pixabay

Berlin, 14.01.2026 – Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) empfiehlt der Bundesregierung eine konsequente und sozial ausgewogene Umsetzung der Wärmewende. Er zeigt in seiner neuen Stellungnahme, wie die klimafreundliche Modernisierung der Wärmeversorgung gelingen kann und hebt dabei die Bedeutung einer langfristigen Planungssicherheit für Bürger*innen, Kommunen und Unternehmen hervor. Die Empfehlungen sind in Zusammenarbeit mit den Ober|Bürgermeister*innen im Dialog Nachhaltige Stadt entstanden.

Der Wärmesektor verursacht fast die Hälfte der energiebedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland. Gleichzeitig schreitet die Transformation bisher nur schleppend voran. „Die Wärmewende ist zentral für das Erreichen der Klimaziele, für soziale Gerechtigkeit und für die wirtschaftliche Resilienz unseres Landes“, sagt Gunda Röstel, Vize-Vorsitzende des Rates. Verzögerungen gefährdeten nicht nur die Klimaziele, sondern auch bereits getätigte Investitionen und das Vertrauen in politische Verlässlichkeit.

In einem breiten Dialog mit Kommunen, Verbänden, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik hat der RNE zentrale Handlungsfelder identifiziert und neun Kernempfehlungen formuliert. Dazu zählen unter anderem:

  • Verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit: Festhalten an nationalen und europäischen Klimazielen, verlässliche Förderkulissen und Rechtssicherheit für Kommunen, Versorger und Investoren.
  • Kosteneffizienz durch kommunale Wärmeplanung: Technologieneutralität wahren und lokal passende, wirtschaftliche Lösungen fördern – statt pauschaler Vorgaben.
  • Finanzierung sichern: Öffentliche Mittel gezielt einsetzen, privates Kapital mobilisieren und Kommunen finanziell stärken, etwa durch langfristige Förderprogramme und einen Energiewendefonds.
  • Sanierungsquote steigern: Energetische Gebäudesanierung beschleunigen, vor allem bei besonders ineffizienten Gebäuden, und serielle Sanierungslösungen ausbauen.
  • Soziale Ausgewogenheit gewährleisten: Belastungen für Mieter*innen und Eigentümer*innen sozial staffeln, Warmmietenneutralität von Sanierungskosten ermöglichen und einkommensschwache Haushalte gezielt entlasten.
  • Umsetzung beschleunigen: Genehmigungs- und Planungsverfahren vereinfachen, digitalisieren und personelle Kapazitäten in den Verwaltungen stärken.
  • Wettbewerbsfähigkeit und Fachkräfte sichern: Die industrielle Wärmewende fördern und mit einer Fachkräfteoffensive in Handwerk, Planung und Verwaltung flankieren.
  • Kommunikation stärken: Transparente, konsistente und verständliche Kommunikation über alle Ebenen und Ressorts hinweg, um Akzeptanz für die Wärmewende zu schaffen.

Der RNE macht deutlich: Die technologischen Lösungen sind vorhanden – entscheidend sind auch mit Blick auf den ETS2 jetzt Finanzierung, soziale Flankierung und eine verlässliche politische Rahmensetzung. „Die Wärmewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Sie gelingt nur, wenn Bund, Länder und Kommunen gemeinsam handeln und die Menschen vor Ort einbinden“, betont Gunda Röstel.

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