RNE und SKEW fördern gemeinsam wirkungsorientiertes Nachhaltigkeitsmanagement
Foto: Thomas Ecke
Wie können Kommunen ihre zukunftsfähige Entwicklung datenbasiert steuern? Welche Innovationen braucht es dafür in und durch die Verwaltung? Wie fügt sich die Berichterstattung wirkungsvoll in das kommunale Nachhaltigkeitsmanagement ein? Welche Chancen bieten hierfür digitale Systeme?
Das waren zentrale Fragen bei der gemeinsamen Netzwerk- und Fachveranstaltung „Zukunft transparent und messbar machen“ von RNE und SKEW (Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global). Rund 80 Teilnehmende aus Kommunen, Bundesministerien, Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft waren der Einladung am 7. Mai nach Berlin gefolgt.
Arne Treves, Mit-Initiator von Re:Form – der Allianz für den Staat von Morgen brachte in seiner Keynote einen zentralen Aspekt auf den Punkt: „Die Verwaltung von morgen sollte als vernetzter, verwobener, offener Organismus gesehen werden, der agil auf Veränderungen reagiert und mehr gestaltet als verwaltet.“
Fachaustausch zu BNK und Voluntary Local Review
Für diesen Organismus stellt der RNE mit dem Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune (BNK) einen Transformationsbegleiter und ein Werkzeug bereit, um nachhaltige Entwicklung vor Ort mess- und somit steuerbar zu machen.
Der Fachaustausch fand bewusst sowohl zum BNK, als auch zum Voluntary Local Review (VLR) – einem an die UN gerichteten lokalen Bericht zur Umsetzung der SDGs – statt. So wurde deutlich, dass eine einheitliche, gut strukturierte Datenerhebung für vielfältige Zwecke nutzbar ist: für das Nachhaltigkeitsmanagement, die strategische Steuerung, für Transparenz nach innen und außen, und auch für die Kommunikation auf internationaler Ebene.
Die kommunalen Spitzenverbände nutzten die Veranstaltung außerdem dafür, eine gemeinsame kommunale Positionierung aus Deutschland beim High Level Political Forum (HLPF) abzustimmen, das im Juli 2026 in New York City stattfinden wird.
KI-gestützte Plattform für kommunales Nachhaltigkeitsmanagement
Ein weiteres Highlight war der Launch des Portals für nachhaltige Kommunen, eine von der Bertelsmann Stiftung betriebene und vom Deutschen Institut für Urbanistik umgesetzte digitale Plattform. Das KI-gestützte Portal zur ganzheitlichen und wirkungsorientierten Unterstützung des Nachhaltigkeitsmanagements in deutschen Städten, Landkreisen und Gemeinden stellt künftig auch die zentrale digitale Infrastruktur zum BNK. User*innen können ihren Nachhaltigkeitsbericht nach BNK über eine Eingabemaske erstellen. Erleichtert wird der Prozess durch eine automatisierte Datenintegration sowie ein Tool zur operativen Verzahnung von Bericht und Strategie. Zudem ist die Struktur für ein Dashboard angelegt. Eine digital gestützte Berichterstattung kann so die Verstetigung des Berichtswesens deutlich erleichtern und zur Steuerung von Nachhaltigkeit in der Kommune beitragen.
RNE-Generalsekretär Dr. Jürgen Janssen betont daher schon in der Eröffnung: “Wichtig ist uns: Berichterstattung soll auch mit knappen Ressourcen wirksam sein. Wir freuen uns daher, dass Ihnen mit dem Portal für Nachhaltige Kommunen der Bertelsmann Stiftung und des Difu zukünftig eine ganz wichtige Unterstützungsinfrastruktur zur Verfügung steht. Dies wird die Arbeit des Nachhaltigkeitsmanagements einfacher und wirkungsvoller machen.”
BNK-Arbeitshilfe als Ergänzung zur BNK-Handreichung
Mit diesem Ziel stellte der RNE zudem die Preview der neuen BNK-Arbeitshilfe vor, die in Kürze veröffentlicht wird. Sie ist ein ergänzendes Dokument zur BNK-Handreichung, die die Berichterstattung durch praktische Umsetzungshinweise der formalen und inhaltlichen Anforderungen vereinfachen soll. Die Arbeitshilfe ist modular aufgebaut, bietet konkrete Erfahrungswerte aus Anwenderkommunen und verweist systematisch auf die Umsetzung im Portal für nachhaltige Kommunen. Weitere Informationen dazu folgen auf unserer Webseite und auf dem LinkedIn-Kanal des RNE.
Für das Jahr 2026 bietet die SKEW mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wieder eine Prozessbegleitung für zehn Projektkommunen an, die den BNK anwenden und/oder einen Voluntary Local Review verfassen.