11.11.2009
Vorreiter-Unternehmen mit Deutschem Nachhaltigkeitspreis 2009 gewürdigt
Der in Erkheim im Allgäu ansässige Öko-Fertighausbauer Baufritz ist am 6. November in Düsseldorf als „Deutschland nachhaltigstes Unternehmen“ mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2009 ausgezeichnet worden. Die Wettbewerbsjury würdigte daneben den Bonner Logistikdienstleister Deutsche Post DHL für die „nachhaltigste Zukunftsstrategie“ sowie „Frosch“ als „nachhaltigste Marke“. Das Mainzer Familienunternehmen Werner & Mertz vertreibt unter dem Markennamen „Frosch“ seit mehr als 20 Jahren umweltverträgliche Reinigungsmittel. Den ausgezeichneten Unternehmen bescheinigte die Jury eine dauerhafte Orientierung an Nachhaltigkeitszielen – und einen damit einhergehenden wirtschaftlichen Erfolg.
Werner & Mertz, so das Urteil der Preisrichter, habe seine Produktpalette stets aufs Neue den sich wandelnden Bedürfnissen der Kunden angepasst und durch die „konsequent verfolgte ökologische Nischenstrategie“ hohe Glaubwürdigkeit erreicht. Das Unternehmen erzielte 2008 mit der Marke Frosch den höchsten Umsatz seit deren Einführung im Jahr 1986. Die Entscheidung für Deutsche Post DHL begründete die Jury mit der strategischen Ausrichtung des Konzerns auf Nachhaltigkeit. Das Unternehmen trage in besonderer Weise dem Klimaschutz Rechnung. Der Mittelständler Baufritz, der als Pionier für ökologisches Bauen auf natürliche und nachwachsende Rohstoffe setzt, überzeugte mit seinem laut Jury „wegweisenden Geschäftsmodell“.
Mit rund 400 Anmeldungen lag die Zahl der am Deutschen Nachhaltigkeitspreis teilnehmenden Unternehmen rund 20 Prozent höher als im Vorjahr, als der Preis zum ersten Mal vergeben wurde. DAX-Konzerne traten 2009 ebenso an wie kleinere Firmen. Neben den Erstplatzierten wurden weitere Unternehmen in den jeweiligen Kategorien des Preises gewürdigt. „Alle, die sich beteiligt haben, sind im Grunde Gewinner“, sagte Günther Bachmann, der die Jury-Sitzung geleitet hat, in seinem Vortrag vor den Gewinnern und Teilnehmern in Düsseldorf. „Sie haben sich dem Wettbewerb und der Beurteilung durch die Jury gestellt.“ Die Auswahl der Preisrichter zeige, dass „jeder mithalten kann“, unabhängig von der Unternehmensgröße. Nicht die Länge des Schrittes hin zur Nachhaltigkeit sei entscheidend, so Bachmann, sondern die Klarheit und Richtung, in der er gegangen werde. „Wer meint, nur weil er das ‚richtige‘ Produkt herstellt, sei er ohnehin schon auf der Spur zur Nachhaltigkeit, der irrt.“
Mit Sonder- und Ehrenpreisen wurden in Düsseldorf auch Persönlichkeiten und Institutionen gewürdigt, die sich national oder international um mehr Nachhaltigkeit verdient gemacht haben. Der Deutsche Fußball Bund, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und der Sänger Yusuf Islam wurden insbesondere für ihr Engagement zu Integration und sozialem Engagement geehrt. Bundesaußenminister a.D. Josef Fischer erhielt einen Sonderpreis für sein langjähriges Engagement, Ökologie, Soziales und Ökonomie zusammenzubringen.
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung vergab im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises den Preis Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit. Er ging an den Gründer des badischen Agrar-Netzwerks Regionalwert AG, Christian Hiß. Die Regionalwert AG gibt Menschen die Möglichkeit, sich an der Finanzierung einer nachhaltigen, regionalen Landwirtschaft zu beteiligen. Tanja Gönner, Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg, würdigte das in ihrer Laudatio als „Geschäftsmodell mit Zukunft“. Dass Sozialunternehmer sich auf neue Art und Weise den sozialen Herausforderungen annähmen und den Märkten dazu verhälfen, sozial zu wirtschaften, stelle die Regionalwert AG unter Beweis.
Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ist der Wissenschaftsjournalist Stefan Schulze-Hausmann. Träger des Preises ist die in Gründung befindliche Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V., die von einem Kuratorium mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft begleitet wird. Ihm gehören Dr. Volker Hauff (Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung), Sylvia Schenk (Vorstandsvorsitzende Transparency International Deutschland), Hanns Michael Hölz (Global Head Sustainable Development der Deutschen Bank und Vorstandsvorsitzender econsense), Michael Söffge (Geschäftsführer Steinbeis Papier Glückstadt), Bärbel Dieckmann (bis November 2009 Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn) und Dr. Günther Horzetzky (Staatssekretär beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales) an. Schirmherrin des Deutschen Nachhaltigkeitstages 2009 war Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Weiterführende Informationen
Deutscher Nachhaltigkeitspreis für die Deutsche Post, Bau-Fritz und „Frosch“. Pressemitteilung des Büros des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, 06.1.2009. [PDF, 56 KB]
Website des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.
Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2009: Momentaufnahmen. Rede von Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, auf dem Symposium des Deutschen Nachhaltigkeitstages, 06.11.2009. [PDF, 48 KB]
Meldungen zum Thema
Christian Hiß wird erster „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit“, 29.10.2009.
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