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"Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist die einzige Option für verantwortliches globales Handeln, die unsere Ökosysteme schützt und damit das Überleben künftiger Generationen sichert."

Olaf Tschimpke, stellvertretender Vorsitzender des Rates

06.08.2009

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Handelsriese Wal-Mart plant Nachhaltigkeitsinfos auf Produkten

Der amerikanische Einzelhandelsgigant Wal-Mart will seine komplette Produktpalette mit Nachhaltigkeitsinformationen versehen. Der weltweit größte Einzelhändler begründet diesen Schritt mit geänderten Ansprüchen seiner Kunden: Verbraucherinnen und Verbraucher „verlangen zunehmend Informationen über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes, damit sie es reinen Gewissens kaufen können“, sagt Wal-Mart-Chef Mike Duke.

Das sei kein Trend, der wieder verschwinde, versicherte Duke Mitte Juli während eines Treffens mit rund 1.000 Zulieferern und mit Nachhaltigkeitsexperten. „Höhere Kundenerwartungen sind ein fester Bestandteil der Zukunft.“ Wolle man diese Erwartungen erfüllen, müsse man der Kundschaft Instrumente an die Hand geben, die einen nachhaltigeren Konsum möglich machten, etwa ein Nachhaltigkeitskennzeichen auf einzelnen Produkten, so Duke.

Die Vorarbeiten dazu sind im Gange: US-Zulieferer des Konzerns müssen bis zum ersten Oktober  ihren Wasser- und Energieverbrauch sowie Daten zu 13 weiteren Punkten wie etwa CO2-Emissionen erfassen und Wal-Mart übermitteln. Zulieferer aus anderen Ländern bekommen etwas mehr Zeit. Die so gewonnenen Informationen sollen dann in eine Datenbank gespeist, ausgewertet und über ein neues Nachhaltigkeits-Label an die Kundschaft kommuniziert werden. Die Aufsicht über die Entwicklung und Pflege der Datenbank will das Unternehmen einem  Konsortium aus Nichtregierungsorganisationen, Zulieferern, Handelsunternehmen und Regierungsvertretern übertragen. Wal-Mart selbst hat die Anschubfinanzierung für dieses sogenannte Sustainability Index Consortium zugesichert. 

Duke sagte, sein Unternehmen wolle keinen firmenspezifischen Nachhaltigkeitsindex entwickeln, sondern einen für andere Händler offenen Standard. Geteiltes Wissen biete die Chance, die „Nachhaltigkeit von Produkten und Prozessen zu erhöhen“, so der studierte Ingenieur. Beobachter halten den Schwenk zu einer „grüneren“ Lieferkette und nachhaltigeren Produkten trotz der gigantischen Größe des Unternehmens für machbar. Der Konzern führt nach eigenen Angaben in seinen Supermärkten über 140.000 unterschiedliche Produkte.

Die Wirtschaftsprofessorin Rosabeth Moss Kanter von der amerikanischen Harvard Business School lobt das Unternehmen für sein Vorhaben: In ihrem Blog bezeichnet sie die Initiative als „kleinen Schritt für Wal-Mart und einen großen Schritt für den Planeten Erde.“ Ihre „Schönheit“ gewinne die Initiative aus dem Umstand, dass sie nicht von jedermann Verhaltensänderungen verlange, sondern lediglich den Informationsfluss ändere. Umweltverschmutzer könnten also theoretisch weiter die Umwelt verschmutzen, solange sie das öffentlich machten. In der Praxis, so Kanter, würden die Zulieferer aber ihre Prozesse ändern, um nicht in Kritik zu geraten. Wal-Mart erhöhe damit den Druck auf Mitbewerber, die bald nachziehen müssten. Dass es dazu kommt, steht für Kanter fest: „Darauf kann man wetten“, sagt die Wirtschaftsprofessorin. 

Weiterführende Informationen

Walmart Announces Sustainable Product Index. Pressemitteilung Wal-Mart, 16.07.2009.

Sustainability Product Index: 15 Questions for Suppliers. Fragenkatalog für Zulieferer. [PDF, 96 KB]

Sustainable Product Index: Fact Sheet. Informationen zum geplanten Nachhaltigkeitsindex. [PDF, 107 KB] 

Remarks as Prepared for Delivery Mike Duke, President and CEO of Walmart,
Sustainability Milestone Meeting.
Rede von Wal-Mart-Präsident Mike Duke, 16.07.2009. [PDF, 33 KB]

Wal-Mart's Environmental Game-Changer. Blog-Beitrag der amerikanischen Wirtschaftsprofessorin Rosabeth Moss Kanter, 16.07.2009.

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