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"Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist die einzige Option für verantwortliches globales Handeln, die unsere Ökosysteme schützt und damit das Überleben künftiger Generationen sichert."

Olaf Tschimpke, stellvertretender Vorsitzender des Rates

09.07.2009

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Kohlendioxid soll als Rohstoff genutzt werden

Kohlendioxid (CO2) ist einer der Hauptverursacher der globalen Erwärmung. Bisher gilt das Treibhausgas als Abfallprodukt, doch jetzt wird international daran geforscht, CO2 auch als Rohstoff zu nutzen. Vor allem bei der Herstellung von Kunststoff, aber auch in der Landwirtschaft sehen Experten Möglichkeiten der Verwendung. 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat zur Erforschung von Kohlendioxid-Recycling das Förderprogramm „Technologien für Nachhaltigkeit und Klimaschutz – Chemische Prozesse und stoffliche Nutzung von CO2" ins Leben gerufen. Die Förderrichtlinie ist Bestandteil der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Fördermittel sind vor allem für Effizienzsteigerungen in ressourcenintensiven Wirtschaftsbereichen wie der Chemie geplant, da hier ein besonders großes Potenzial vermutet wird.

Bereits seit den 1950er Jahren suchen Wissenschaftler nach Wegen, frei werdendes Kohlendioxid wiederzuverwerten. Eine Idee ist zum Beispiel, den Kohlenstoff zur Plastikherstellung zu verwenden. Nach Ansicht von Professor Eric J. Beckman von der Universität Pittsburgh kommt hierbei sogenannten „zinkhaltigen Katalysator-Systemen“ eine Schlüsselrolle zu. So lassen sich Polymere, also Kunststoffe, produzieren. Gegenüber der Online-Zeitung „Readers Edition“ sagte Beckmann, dass dieser Forschungsansatz einen kostengünstigen Einsatz in naher Zukunft wahrscheinlich erscheinen lasse.

Wie der stellvertretende Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Klaus Töpfer, kürzlich aus seinen Gesprächen mit dem chinesischen Forschungsministerium berichtete, hat auch China großes Interesse an Forschungen zu einer CO2-Kreislaufwirtschaft. Eine Veränderung der Sicht auf CO2 – hin zu einer Wahrnehmung des Klimagases als Rohstoff – werde in China als Teil der Lösung des Klimaproblems gesehen, so Töpfer.

Wie solche Lösungen in der Praxis aussehen können, zeigt ein Beispiel aus den Niederlanden: In der dortigen Landwirtschaft befeuern viele Gewächshausbetreiber sogar im Sommer ihre Erdgasöfen, um mit dem so produzierten CO2 das Wachstum ihrer Pflanzen zu beschleunigen. Um dieser Ressourcenverschwendung ein Ende zu setzen, haben zwei niederländische Ingenieure mit Unterstützung des lokalen Erdgasanbieters Hoek Loos, einem Unternehmen der Linde Group, ein Projekt gestartet, bei dem die Gewächshäuser mit Treibhausgasen beliefert werden, die in einer nahegelegenen Raffinerie anfallen. So können Kosten gespart und der Ausstoß von Kohlendioxid verringert werden.

Mittlerweile haben sich rund 500 Gewächshausbetreiber aus der Provinz Zuid-Holland dem Projekt angeschlossen. Das entspricht in etwa 60 Prozent aller infrage kommenden Betriebe. Die Einsparungen an CO2 beliefen sich nach Angaben der Linde Group zwischen den Jahren 2005 und 2008 auf rund 170.000 Tonnen. Das entspricht einer Menge von 95 Millionen Kubikmetern Erdgas, die ansonsten in den Gewächshausöfen verfeuert worden wären. 

Weiterführende Informationen

Richtlinien zur Fördermaßnahme „Technologien für Nachhaltigkeit und Klimaschutz – Chemische Prozesse und stoffliche Nutzung von CO2".
Bekanntmachung des BMBF, 18.6.2009.  

Hauff fordert Forschungsinitiative zu Kohlendioxid-Recycling. Meldung des Rates für Nachhaltige Entwicklung, 25.06.2009. 

Vom Treibhausgas zum Gewächshausgas: CO2-Recycling bei Linde. Meldung des Online-Portals UmweltDialog, 04.07.2008.

Kohlendioxid – ein neuer Rohstoff für Plastik? Beitrag im Online-Projekt Readers Edition, 25.07.2007.

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