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"Neue Technologien sind wichtig für eine nachhaltige Entwicklung. Andere Lebensstile auch."

Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Mitglied des Rates

07.04.2010

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Bachmann schlägt Leitbild „verbürgte Nachhaltigkeit“ vor

Wo „nachhaltig“ draufsteht, muss auch ein wirklich zukunftsfester Inhalt geboten werden. Noch herrscht allenthalben zu viel Beliebigkeit. Diese Kritik vertrat der Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Günther Bachmann, am 23. März in einem Strategiegespräch mit dem Deutschen Naturschutzring (DNR) und schlug dem DNR das Konzept einer verbürgten Nachhaltigkeit vor. In der öffentlichen Debatte um nachhaltige Entwicklung, so Bachmann, sei im vergangenen Jahrzehnt zwar viel Einigkeit über bestimmte ethische Grundsätze erzielt worden, sichtbar etwa an „grünen“ Produktsiegeln oder Nachhaltigkeitszertifikaten. Der Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft erfordere aber mehr.

Für dringend geboten hält Bachmann eine freiwillige, inhaltlich stimmige und nachvollziehbare „Bürgschaft gegenüber der Gesellschaft“. Daran ließe sich wirksames Handeln konkret messen. Bisher seien die inhaltlichen Maßstäbe, die Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an das Leitbild der Nachhaltigkeit anlegten, „unterschiedlich, teils auch widersprüchlich“. Viele Menschen reagierten auf diesen Zustand mit zunehmendem Unverständnis und Ratlosigkeit, denn er laufe dem wachsenden Bedürfnis der Bevölkerung nach klarer Orientierung in Nachhaltigkeitsfragen zuwider. „Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema mehr“, so der Generalsekretär des Rates, und das sei ein Erfolg. „Allerdings reicht dieser Erfolg nicht aus, um die großen Veränderungen, die unsere Gesellschaft vor sich hat, wirklich ins Werk zu setzen.“

Zu mehr Wirksamkeit und Verlässlichkeit beizutragen, könnte laut Bachmann deshalb eine wichtige Konsequenz aus der aktuellen Leitbilddebatte des Deutschen Naturschutzringes mit den Schwerpunkten Naturverständnis, Nachhaltigkeit und Wachstum sein. Konkrete Ansatzpunkte für den DNR sieht er im Verhältnis von Biosphärenreservaten zu regionalwirtschaftlichen Konzepten zur Nachhaltigkeit von Produkten und Dienstleistungen. Politik und zivilgesellschaftliche Organisationen stünden in der Pflicht, ihr eigenes Handeln bis ins Detail zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern: „Man kann nicht über Lebensstile und Nachhaltigkeit sprechen, ohne zu wissen, woher der Strom für das eigene Haus kommt“, sagte Bachmann.

Der Gedanke einer „verbürgten Nachhaltigkeit“, räumte Bachmann ein, sei neu und noch nicht erprobt. Ein solcher Gedanke erfordere neue Diskussions- und Definitionsarbeit. Bachmann wird das Konzept der „verbürgten Nachhaltigkeit“ während des DNR-Symposiums  „Vom Naturschutz zur Nachhaltigkeit“ im Rahmen der Festveranstaltung 60 Jahre Deutscher Naturschutzring (DNR) am 7. Mai 2010 in Ludwigsthal im Nationalpark Bayerischer Wald zur Diskussion stellen. Der DNR bittet Interessierte, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, Günther Bachmanns Beitrag im Vorfeld der Veranstaltung zu kommentieren. Kommentare bitte per E-Mail an helmut.roescheisen@dnr.de.

Weiterführende Informationen

Verbürgte statt beliebiger Nachhaltigkeit. Entwurf zu einem Impulsreferat von Dr. Günther Bachmann am 7. Mai 2010 beim Deutschen Naturschutzring.

60 Jahre Deutscher Naturschutzring (DNR) – Symposium und Festveranstaltung vom 07. bis 09. Mai, Ludwigsthal. Informationen des DNR.

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