archive

object(WP_Query)#10034 (52) { ["query"]=> array(1) { ["tag"]=> string(4) "sdgs" } ["query_vars"]=> array(63) { ["tag"]=> string(4) "sdgs" ["error"]=> string(0) "" ["m"]=> string(0) "" ["p"]=> int(0) ["post_parent"]=> string(0) "" ["subpost"]=> string(0) "" ["subpost_id"]=> string(0) "" ["attachment"]=> string(0) "" ["attachment_id"]=> int(0) ["name"]=> string(0) "" ["pagename"]=> string(0) "" ["page_id"]=> int(0) ["second"]=> string(0) "" ["minute"]=> string(0) "" ["hour"]=> string(0) "" ["day"]=> int(0) ["monthnum"]=> int(0) ["year"]=> int(0) ["w"]=> int(0) ["category_name"]=> string(0) "" ["cat"]=> string(0) "" ["tag_id"]=> int(300) ["author"]=> string(0) "" ["author_name"]=> string(0) "" ["feed"]=> string(0) "" ["tb"]=> string(0) "" ["paged"]=> int(0) ["meta_key"]=> string(0) "" ["meta_value"]=> string(0) "" ["preview"]=> string(0) "" ["s"]=> string(0) "" ["sentence"]=> string(0) "" ["title"]=> string(0) "" ["fields"]=> string(0) "" ["menu_order"]=> string(0) "" ["embed"]=> string(0) "" ["category__in"]=> array(0) { } ["category__not_in"]=> array(0) { } ["category__and"]=> array(0) { } ["post__in"]=> array(0) { } ["post__not_in"]=> array(0) { } ["post_name__in"]=> array(0) { } ["tag__in"]=> array(0) { } ["tag__not_in"]=> array(0) { } ["tag__and"]=> array(0) { } ["tag_slug__in"]=> array(1) { [0]=> string(4) "sdgs" } ["tag_slug__and"]=> array(0) { } ["post_parent__in"]=> array(0) { } ["post_parent__not_in"]=> array(0) { } ["author__in"]=> array(0) { } ["author__not_in"]=> array(0) { } ["ignore_sticky_posts"]=> bool(false) ["suppress_filters"]=> bool(false) ["cache_results"]=> bool(false) ["update_post_term_cache"]=> bool(true) ["lazy_load_term_meta"]=> bool(true) ["update_post_meta_cache"]=> bool(true) ["post_type"]=> string(0) "" ["posts_per_page"]=> int(12) ["nopaging"]=> bool(false) ["comments_per_page"]=> string(2) "50" ["no_found_rows"]=> bool(false) ["order"]=> string(4) "DESC" } ["tax_query"]=> object(WP_Tax_Query)#16504 (6) { ["queries"]=> array(1) { [0]=> array(5) { ["taxonomy"]=> string(8) "post_tag" ["terms"]=> array(1) { [0]=> string(4) "sdgs" } ["field"]=> string(4) "slug" ["operator"]=> string(2) "IN" ["include_children"]=> bool(true) } } ["relation"]=> string(3) "AND" ["table_aliases":protected]=> array(1) { [0]=> string(21) "wp_term_relationships" } ["queried_terms"]=> array(1) { ["post_tag"]=> array(2) { ["terms"]=> array(1) { [0]=> string(4) "sdgs" } ["field"]=> string(4) "slug" } } ["primary_table"]=> string(8) "wp_posts" ["primary_id_column"]=> string(2) "ID" } ["meta_query"]=> object(WP_Meta_Query)#16675 (9) { ["queries"]=> array(0) { } ["relation"]=> NULL ["meta_table"]=> NULL ["meta_id_column"]=> NULL ["primary_table"]=> NULL ["primary_id_column"]=> NULL ["table_aliases":protected]=> array(0) { } ["clauses":protected]=> array(0) { } ["has_or_relation":protected]=> bool(false) } ["date_query"]=> bool(false) ["queried_object"]=> object(WP_Term)#16874 (12) { ["term_id"]=> int(300) ["name"]=> string(4) "SDGs" ["slug"]=> string(4) "sdgs" ["term_group"]=> int(0) ["term_taxonomy_id"]=> int(300) ["taxonomy"]=> string(8) "post_tag" ["description"]=> string(0) "" ["parent"]=> int(0) ["count"]=> int(13) ["filter"]=> string(3) "raw" ["term_order"]=> string(1) "0" ["custom_order"]=> string(4) "9999" } ["queried_object_id"]=> int(300) ["request"]=> string(1450) "SELECT SQL_CALC_FOUND_ROWS wp_posts.ID FROM wp_posts LEFT JOIN wp_term_relationships ON (wp_posts.ID = wp_term_relationships.object_id) JOIN wp_icl_translations wpml_translations ON wp_posts.ID = wpml_translations.element_id AND wpml_translations.element_type = CONCAT('post_', wp_posts.post_type) WHERE 1=1 AND ( wp_term_relationships.term_taxonomy_id IN (300) ) AND wp_posts.post_type = 'post' AND (wp_posts.post_status = 'publish' OR wp_posts.post_status = 'acf-disabled') AND ( ( ( wpml_translations.language_code = 'de' OR ( wpml_translations.language_code = 'de' AND wp_posts.post_type IN ( 'event','team' ) AND ( ( ( SELECT COUNT(element_id) FROM wp_icl_translations WHERE trid = wpml_translations.trid AND language_code = 'de' ) = 0 ) OR ( ( SELECT COUNT(element_id) FROM wp_icl_translations t2 JOIN wp_posts p ON p.id = t2.element_id WHERE t2.trid = wpml_translations.trid AND t2.language_code = 'de' AND ( p.post_status = 'publish' OR p.post_type='attachment' AND p.post_status = 'inherit' ) ) = 0 ) ) ) ) AND wp_posts.post_type IN ('post','page','attachment','wp_block','document','event','member','projects','team' ) ) OR wp_posts.post_type NOT IN ('post','page','attachment','wp_block','document','event','member','projects','team' ) ) GROUP BY wp_posts.ID ORDER BY wp_posts.menu_order, wp_posts.post_date DESC LIMIT 0, 12" ["posts"]=> &array(6) { [0]=> object(WP_Post)#16673 (24) { ["ID"]=> int(24888) ["post_author"]=> string(1) "8" ["post_date"]=> string(19) "2019-11-25 09:59:25" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-11-25 08:59:25" ["post_content"]=> string(3450) "

Berlin, 25. November 2019 - Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis (DNP) hat die Kolumbianerin Paula Caballero für ihre Bemühungen um die VN-Nachhaltigkeitsziele, kurz: SDGs (Sustainable Development Goals) mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Die Laudatio hielt die Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie.

Frau Caballero habe sich um nicht weniger als eine Zeitenwende für Nachhaltigkeit im Multilateralismus verdient gemacht, indem sie gegen allen Widerstand, gegen belächelnde, mitleidige wie patronalisierende Kommentare ihre Idee zu Zielen für eine Nachhaltige Entwicklung (SDG) vertrat. „Ihr Vorschlag hat alles verändert. Er kam von einer ungewohnten Seite: Es ist eine Frau, die ihn in die von Männern beherrschte Diplomatenwelt einbringt. Es ist ein kleines Land aus dem globalen Süden, Kolumbien, das den Vorschlag an die Großen heranträgt. Damit hat sie, aus der Nachhaltigkeitsperspektive, nach 15 verlorenen Jahren der Millenniums-Entwicklungsziele das Blatt für Rio+20 gewendet“, begründet RNE-Generalsekretär und DNP-Juryvorsitzender Prof. Dr. Günther Bachmann die Auszeichnung mit dem Ehrenpreis. Die Nachhaltigkeitsziele als globale Agenda seien ein Paradigmenwechsel gewesen, den anfangs niemand unterstützen wollte. Nun sei es an jedem und jeder Einzelnen ihre Umsetzung zu unterstützen und dies nicht bloß den Regierungen zu überlassen, erklärt die Preisträgerin am Rande der Preisverleihung.

Der DNP wurde am vergangenen Freitag in Düsseldorf bereits zum 12. Mal verliehen. Dieses Jahr wurde er an Preisträgerinnen und Preisträger in den Kategorien Unternehmen, Kommunen, Architektur und Forschung sowie mit Sonderpreisen zu Digitalisierung, Verpackung, Start-Ups (Next Economy Award für „grüne Gründer“) und Globale Partnerschaften verliehen. Vielseitige Akteure und Projekte, die den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft unterstützen, wurden für ihre Vorreiterrollen in Sachen Nachhaltigkeit prämiert.

Bei einem Treffen im Bundeskanzleramt hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel am 6. November ein starkes Zeichen der Anerkennung für das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger gegeben. Sie empfing ausgewählte Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises und die Initiatoren zu einem intensiven Gespräch über die Chancen nachhaltig wirtschaftender Unternehmen. Die Bundesregierung unterstützt den DNP seit vielen Jahren, der inzwischen Europas größte Auszeichnung für ökologisches und soziales Engagement ist.

" ["post_title"]=> string(97) "12. Deutscher Nachhaltigkeitspreis verliehen - Ehrenpreis geht an SDG-Initiatorin Paula Caballero" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(94) "12-deutscher-nachhaltigkeitspreis-verliehen-ehrenpreis-geht-an-sdg-initiatorin-paula-caballero" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-11-25 15:18:53" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-11-25 14:18:53" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=24888" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [1]=> object(WP_Post)#16508 (24) { ["ID"]=> int(24868) ["post_author"]=> string(1) "8" ["post_date"]=> string(19) "2019-11-22 15:45:00" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-11-22 14:45:00" ["post_content"]=> string(21068) "

Frau Caballero, heute sind die Nachhaltigkeitsziele eine weltweite Richtlinie für die Entwicklung in allen Ländern. Viele wissen aber gar nicht, dass die Idee ursprünglich aus Kolumbien kam. Oder dass alles im Januar 2011 in einem Hotel in Bogotá begann, als Sie als Direktorin für wirtschaftliche, soziale und Umweltangelegenheiten im kolumbianischen Außenministerium tätig waren.

Paula Caballero: Damals hatten wir gerade einige Personen zu einem Brainstorming für den im nächsten Jahr anstehenden Gipfel Rio+20 zusammengerufen ...

... nach 1992 und 2002 die dritte internationale Konferenz für nachhaltige Entwicklung.

Paula Caballero: Genau. Patti Londoño war gerade zur Vize-Außenministerin ernannt worden. Die VN [Vereinten Nationen] hatte ein Programm dafür, was 20 Jahre nach dem ersten so genannten Umweltgipfel geschehen sollte. Aber das war nicht gerade inspirierend. Sie konzentrierte sich auf die so genannte grüne Wirtschaft, also auf ein Konzept, um das es viele Kontroversen gab. So kam es zu vielen sinnlosen Diskussionen und Streitigkeiten darüber, was eigentlich damit gemeint war.

Aber Sie wollten etwas Anderes?

Paula Caballero: Wir fanden es schrecklich, weil es die gesamte Rio-Agenda zunichtemachen würde. Es musste etwas Großes geschehen, da wir uns in einer weltweiten Krise befanden. Rio+20 sollte die Menschen wachrütteln und inspirieren. Deshalb mussten wir ein großartiges Programm entwerfen. Mit Pattis Erlaubnis rief ich Kollegen aus der gesamten Regierung zu einem Brainstorming im Ministerium zusammen. Meiner Meinung nach waren die Millenniumsentwicklungsziele – die MDGs, die noch bis 2015 liefen – das Einzige, was bisher eine wachrüttelnde Wirkung gehabt hatte. Diese waren ein Messwert, der von den Menschen verstanden und angenommen wurde. Aber sie waren auch eine minimalistische Agenda zum Wohle der Armen. Sie besagten, dass Entwicklung nur für Entwicklungsländer gelte. Angesichts des Ausmaßes der globalen Krise brauchten wir aber eine Agenda für alle.

Und bei Ihnen kam plötzlich der Moment, in dem Sie dachten: Entwicklung sollte für die ganze Welt gelten?

Paula Caballero: Meiner Meinung nach hatten die MDGs funktioniert – sie waren konkret und spürbar, aber sie hatten beispielsweise nichts mit der Wirtschaft oder der Umwelt zu tun. Deshalb dachte ich, warum stellen wir nicht ein reales, großes Programm auf mit all dem, was für alle getan werden muss? In diesem ersten Meeting bezeichneten wir sie vorsichtig als globale Umweltziele. Aber nachdem ich Patti diese Idee vorgestellt hatte, fanden wir, sie sollten besser SDGs heißen.

Also Sustainable Development Goals (Ziele für nachhaltige Entwicklung)?

Paula Caballero: Ja.

Patti Londoño: Ich sagte zu Paula, sie solle die Idee aufschreiben.

Paula Caballero: Ich entgegnete, das sei nur eine Idee, vielleicht sogar eine verrückte Idee. Aber Patti sagte, nein, schreib sie auf. Das war an einem Freitag, also schrieb ich am Wochenende. Von da an nutzte ich jede Gelegenheit, um für meine Idee zu werben, wenn ich für andere Verhandlungen nach New York musste. Im VN-Gebäude gab es zu der Zeit ein kleines Wiener Café, das ich als mein Büro bezeichnete. Immer, wenn ich in New York war, saß ich dort und sprach mit allen, die über die SDGs reden wollten. Die meisten reagierten zunächst so: Was für eine verrückte Idee! Wir haben doch schon die MDGs. Die Agenda für den nächsten Gipfel in Rio wurde in einer VN-Resolution festgelegt. Die kannst du doch nicht einfach ändern. Und was meinst du überhaupt damit, dass sie für alle sein sollen? Für alle Länder? Die Industrieländer haben diese Probleme doch gar nicht. Noch wichtiger war aber die Frage: warum Kolumbien? Warum schlägt Kolumbien eine globale Agenda vor?

Wie wichtig war es, dass die SDGs aus einem Entwicklungsland kamen?

Paula Caballero: Sehr wichtig. Die alten MDGs waren ein Top-down-Ansatz gewesen: Die Industrieländer gaben das Geld und die Entwicklungsländer mussten handeln. Aber in einer globalisierten Welt haben wir riesige Probleme, die von allen verursacht werden, wie z. B. der übermäßige Konsum. Dennoch waren viele der Meinung, dass Entwicklung in einem Industrieland gar nicht stattfindet. Das war eine sehr patriarchalische Einstellung. Eine globale Agenda für die Entwicklung vorzuschlagen, war völlig neu. Es war ein Paradigmenwechsel, den anfangs niemand unterstützen wollte.

Sie waren offenbar sehr wütend über dieses globale Patriarchat.

Paula Caballero: Nein, wütend war ich nicht. Aber voller Leidenschaft.

Sie sprechen auch jetzt sehr leidenschaftlich darüber. Gab es andere Entwicklungsländer, die Ihre Meinung teilten?

Paula Caballero: Oh nein, die meisten Entwicklungsländer waren zu Beginn völlig gegen meine Idee. Sie hatten große Angst, weil die offizielle Entwicklungshilfe um die MDGs herum strukturiert war. Damit wurden Regierungsprogramme für Gesundheit oder Bildung finanziert. Selbst die großen Stiftungen, die die MDGs unterstützten, waren vehement dagegen. Auch für Kolumbien waren die MDGs sehr wichtig. Unser Vorschlag richtete sich aber gar nicht gegen die MDGs. Stattdessen besagte er, dass wir auf den Erfahrungen mit den MDGs aufbauen sollten, um eine völlig neue Struktur zu schaffen. Aber alle hatten sich an die MDGs gewöhnt. Denn für das bilaterale System waren sie sehr angenehm, für die reichen Länder waren sie ein einfach zu finanzierendes Programm, geradlinig, mit klaren Zielen, eine beschlossene Sache. Aber nun kam Kolumbien und sagte, wir sollten sie durch ein unglaubliches Programm ersetzen, in dem die Komplexität der Entwicklung wirklich abgebildet wird. Sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern glaubten viele, dass die gesamte Agenda für die Entwicklung dadurch aus den Angeln gehoben würde.

Was war Ihr Hauptargument, um das Ganze in Gang zu setzen, und wer hat Sie unterstützt?

Paula Caballero: Meine Vizeministerin und mein Minister. Sonst wäre es niemals so weit gekommen.

Patti Londoño: Wir haben die Initiative politisch so unterstützt, wie es nötig war. Danach gab es ein Netzwerk von unterschiedlichen Akteuren. Wir wandten uns an die Zivilgesellschaft und bestimmte Regierungen. Einige westliche Delegierte interessierten sich für die Idee und unterstützten sie. Wir nannten sie „die geheimen Freunde der SDGs“. Diese informelle Gruppe traf sich erstmals im November 2011.

Welches europäische Land hat Sie als Erstes unterstützt?

Paula Caballero: In New York stellten wir den Vorschlag in den Räumen der VN und in den Cafeterias rundherum vor. Am 27. März 2011 hielten wir unser erstes SDG-Meeting mit 20 Delegierten in der Vertretung Kolumbiens ab. Die Anwesenden waren sehr respektvoll, aber hauptsächlich zeigten sie die Gründe auf, warum es niemals funktionieren würde. Die allgemeine Reaktion war, dass wir keine Chance hatten. Es ist eine lange Geschichte, aber kurz gesagt gab es im Juli ein Meeting im indonesischen Solo. Dort stellte ich die SDGs zum ersten Mal in einem offiziellen VN-Umfeld vor. Es gab keine Diskussion. Ich durfte sie lediglich vorstellen. Aber rund um dieses Meeting traf ich mich mit Delegierten, die von der Idee sehr angetan waren, weil sie so konkret und überzeugend war. Am wichtigsten war dabei die Delegation der Europäischen Union. Denen gefiel die Idee sehr gut. Auch Guatemala bestätigte, dass es den Vorschlag unterstützen würde.

Wie haben die Europäer Sie unterstützt?

Paula Caballero: Wir mussten heimlich befreundet sein. Denn wir konnten ja nicht sagen: Kolumbien und die EU machen diesen Vorschlag. Das wäre unser sofortiges Aus gewesen, denn zunächst mussten wir ihn noch vielen weiteren Ländern schmackhaft machen. Ende August 2011 gab es ein informelles Treffen in Brasilien, um den Gipfel Rio+20 vorzubereiten. Dort sagten die Brasilianer, dass jeder präsentieren könne, was er wolle – also stellte ich die SDGs vor. Sie wurden zum Hauptthema des Meetings. Niemand sprach mehr über etwas Anderes. Aber der Vorschlag war verwirrend, weil er sich zu sehr auf die Agenda 21 konzentrierte. Also schrieb ich ihn noch am selben Abend um und Guatemala bestätigte seine Unterstützung. Am nächsten Tag druckten wir das aus, was als „Kolumbien-Guatemala-Vorschlag“ bekannt wurde – und für viele als der Ursprung der SDGs gilt. Wie gesagt, es ist eine lange Geschichte, aber der nächste wichtige Meilenstein war der 1. November 2011. An diesem Tag hatten wir so viel Unterstützung, dass genügend Länder das Sekretariat des Rio+20-Gipfels darum baten, die SDGs in den offiziellen Verhandlungstext aufzunehmen. Wir hatten es geschafft! Mit diesem Augenblick wurden die SDGs formell und unwiderruflich zu einem Teil von Rio+20.

Was bedeutet das heute für Kolumbien? Ist das Land stolz auf seine Erfindung?

Paula Caballero: Oh ja, sehr stolz. Erst kürzlich traf ich den Präsidenten in einem Meeting und er sagte: „Ich bin so stolz auf die SDGs und habe meine gesamte Regierung daran ausgerichtet. Genau wie mein Vorgänger. Für Kolumbien führt das zu großer Zufriedenheit.“

Springen wir jetzt mal ins Jahr 2019. Dieses Jahr fand das erste Treffen der Staatschefs zur Diskussion über die SDGs statt, seit sie 2015 angenommen wurden. Im Global Sustainable Development Report der VN steht, dass eine nachhaltige Zukunft immer noch möglich ist. Dort wird aber auch beobachtet, dass „der Fortschritt der vergangenen zwei Jahrzehnte Gefahr läuft, wieder zurückgedreht zu werden, weil es eine immer größer werdende soziale Ungleichheit und möglicherweise irreversible Schäden an unserer Umwelt gibt, die unsere Lebensgrundlage bildet“. Wo stehen wir also?

Patti Londoño: Die SDGs sind eine ganz neue Struktur für Regierungen, ein Rahmen, mit dem sie ihre gesamte nationale Planung umstellen müssen. Damit haben die Regierungen das perfekte Werkzeug bekommen, um sich auf das Vorantreiben einer integrierten Entwicklungsagenda zu konzentrieren. Und sie können die Wirkung messen. Das wird natürlich eine Weile dauern, weil sich die Regierungen daran anpassen müssen. Aber das Gute daran ist, dass die SDGs den Kern vieler Entwicklungsprogramme bilden. Auf der ganzen Welt. Sind die SDGs gescheitert, weil es mehr Ungleichheit auf der Welt gibt? Sind sie gescheitert, weil nicht alle Kinder auf der Welt eine Ausbildung erhalten? Darum geht es nicht, denn ein echter Wandel braucht Zeit. Die SDGs sorgen für strukturierte Regierungspläne, sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene, und das ist viel wichtiger. Wenn Sie sich die nationalen Berichte ansehen, die von den Ländern freiwillig eingereicht werden, sehen Sie die Bemühungen dieser Länder.

Aber die VN hat doch ganz klar gesagt: Wir wollen Armut und Hunger bis 2030 ausmerzen. Wenn wir uns nun die aktuelle Weltsituation ansehen, wo der Multilateralismus in der Krise steckt und sich die Einkommenskluft zunehmend vergrößert, scheint dieses Ziel unerreichbar zu sein.

Paula Caballero: Während wir die SDGs verhandelt haben, gab es immer wieder düstere Augenblicke. Wir haben bis zuletzt befürchtet, die Ziele noch zu verlieren. Ich erinnere mich, dass ich völlig verzweifelt war. Sie dürfen nicht glauben, dass die SDGs unvermeidlich waren. Es gab viele Momente, in denen wir sie fast verloren hätten. Heute sähe unsere Welt ohne die SDGs viel düsterer aus. Ja, es wird sehr schwierig werden, sie umzusetzen. Man sieht überall, was man für eine tiefgreifende, dauerhafte und nachhaltige Entwicklung braucht. Aber ob Sie nun Chef einer Transportfirma sind, Bürgermeister in einer Kleinstadt oder Leiter eines großen Industrieunternehmens: Sie müssen die Agenda schon bewusst ignorieren, weil sie genau vor Ihnen liegt und jeden ständig daran erinnert, was wir angehen müssen. Ihre Umsetzung wird mindestens genauso schwierig werden wie ihre Anerkennung. Wir dürfen die SDGs nicht als selbstverständlich betrachten.

Wie ist das mit dem zunehmenden Populismus?

Paula Caballero: Eben weil so viele Indikatoren in die falsche Richtung weisen, weil wir die Grenzen unseres Planeten sprengen, weil Ungleichheit und Populismus zunehmen, sind die SDGs wichtiger denn je. Sie sind eine Referenz für uns, an der wir nicht nur direkte, sondern auch indirekte Wirkungen messen können. Die SDGs sind ein Planungswerkzeug und eine Einstellung. Dieser Paradigmenwechsel hat erst vor vier Jahren begonnen. Er passiert nicht über Nacht. Die Agenda ist eigentlich für 2050, weil die Entscheidungen, die wir heute in Bezug auf Infrastruktur, Investitionen, Fahrzeugflotten und Transport, Energie- und Nahrungsmittelsysteme treffen, für die nächsten 30 Jahre gelten. Wir legen heute fest, wie die Entwicklung in den nächsten 30 Jahren aussehen wird. In diesem Moment. Wie ich immer sage: „2050 ist bereits jetzt.“

Patti Londoño: Wichtig ist auch, dass sich die Zivilgesellschaft, die Wirtschaft, die Privatwirtschaft und internationale Organisationen bei der Umsetzung der SDGs annähern. Beispielsweise implementieren Großunternehmen die SDGs. Hat es das schon mal gegeben? Wir haben das Narrativ dessen verändert, wie wir unsere Gesellschaft organisieren sollten.

Indien möchte im Kampf gegen die Armut viele Kohlekraftwerke bauen. Wenn wir nun sagen, baut stattdessen mit Ausrichtung auf Solarenergie, um das Klima zu schützen, dauert es möglicherweise länger. Wie gehen Sie mit solchen Abstrichen um?

Paula Caballero: Das wirklich Schlimme ist, dass Indien sehr verwundbar ist. Schauen Sie sich nur die Aussichten für die indische Landwirtschaft an, die von schmelzenden Gletschern, unberechenbarem Monsun und Landverödung bedroht ist. Bereits jetzt ist Indien ein Land mit einer der weltweit höchsten Selbstmordraten bei Bauern. Der Klimawandel wirkt sich also bereits auf Indien aus.
Es gibt viele Abstriche. Aber mit dem Klimawandel werden diese Abstriche unumkehrbar. Das müssen wir begreifen. Der Klimawandel wird es nicht nur erschweren, zukünftige Entwicklungsziele zu erreichen, sondern auch viele der erreichten Entwicklungen zerstören. Das ist letztendlich der wirkliche Abstrich. Außerdem: Die Anzahl der Kohlekraftwerke, die Indien bauen wollte, ist in der Tat gesunken. Zudem hat Indien nachhaltigere Möglichkeiten, um den Zugang zu Energie zu sichern, die vor allem in abgelegenen Regionen fernab des Stromnetzes deutlich kostengünstiger sind. Das weiß Indien auch. Das Land hat sich als führend bei der Solarenergie positioniert und sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Deshalb kann Indien hoffentlich ein Beispiel dafür werden, wie man sich an eine neue Realität anpasst.

Die USA wollen wohl nicht mehr mitspielen. Wer soll denn nun die Umsetzung der SDGs anführen?

Patti Londoño: Wir alle. Bürgerinnen und Bürger, junge Leute und natürlich die politische Führung. Die SDGs kommen nicht nur von oben. Sie wurden in großem Einvernehmen festgelegt. Wir müssen akzeptieren, dass wir alle die SDGs umsetzen müssen, sonst wird gar nichts geschehen. Ich weiß auch, dass das schwierig ist. Es ist eine verantwortungsvolle Herangehensweise. Wir alle müssen alle Verantwortung übernehmen: für uns selbst, unsere Gemeinschaft und unseren Planeten. Die Muster beim Konsum und bei der Produktion zu verändern, bedeutet einen großen Wandel in unseren Verhaltensweisen. Aber das Gute daran ist, dass die SDGs ein Werkzeug sind, an dem sich die Menschen orientieren können.

Der nächste Rio-Gipfel findet in Brasilien statt, dessen Präsident Jair Bolsonaro den Klimawandel leugnet ...

Paula Caballero: ... vielleicht überlegt man sich ja noch, den nächsten Rio-Gipfel an einem anderen Ort zu veranstalten. Aber die internationale Führung hängt nicht von den USA ab: Diese haben beispielsweise das Kyoto-Protokoll oder das Übereinkommen über die biologische Vielfalt nie ratifiziert. Und nach der Wahl von Donald Trump haben sich die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft, die Städte und die regionalen Regierungen erhoben und sich dem Kampf gegen den Klimawandel verschrieben. Das ist dieses Bottom-up-Konzept, von dem Patti spricht.

Sehen Sie eine ähnliche Entwicklung in Brasilien?

Paula Caballero: Es gibt in Brasilien viele und einflussreiche Aktivisten. Aber im Augenblick ist ihre Situation schwierig. Außerdem gibt es viele Regierungen auf der Welt, die die Nachhaltigkeitsagenda nicht annehmen und die Krise unseres Planeten nicht bekämpfen. Deshalb müssen sich alle anderen einsetzen. Wir müssen dabei helfen, die Einstellungen zu verändern, und regionale Regierungen bei der Umsetzung der SDGs unterstützen. In vielen Bereichen liegt die Privatwirtschaft tatsächlich vorn und zieht die Regierungen mit. Wir sind in einer schönen neuen Welt der diffusen Führung. Wir müssen uns von der Idee einer Führung von oben freimachen. Dieser Paradigmenwechsel verlangt, dass sich alle einbringen.

Die SDGs könnten also eine Geisteshaltung sein, aus der eine globale Gesellschaft entsteht?

Paula Caballero: Ja, aber wir müssen verstehen, dass wir die SDGs nicht mit einem Ansatz des „business as usual“ umsetzen können.

Patti Londoño: Wir dürfen es nicht den Regierungen überlassen, sondern wir müssen alle daran arbeiten.

Paula Caballero ist heute als Managing Director des Programms Lands for Life bei der NGO Rare tätig.
Patti Londoño arbeitet heute als unabhängige Beraterin für VN-Angelegenheiten.

" ["post_title"]=> string(107) "„Ohne die SDGs sähe unsere Welt viel düsterer aus“ - Interview mit Paula Caballero und Patti Londoño" ["post_excerpt"]=> string(423) "Paula Caballero hatte 2011 eine bahnbrechende Idee: Bei Entwicklung geht es nicht nur um Entwicklungsländer, sondern die ganze Welt muss sich verändern. Diesen Ansatz schrieb sie auf. Dabei wurde sie von der kolumbianischen Vize-Außenministerin Patti Londoño unterstützt und 2015 übernahmen alle VN-Mitgliedsstaaten ihren Ansatz. Diese Nachhaltigkeitsziele beeinflussen heute die ganze Welt. Hier ist ihre Geschichte." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(55) "the-world-without-the-sdgs-would-be-a-much-darker-place" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-12-02 12:34:57" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-12-02 11:34:57" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=24868" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [2]=> object(WP_Post)#16503 (24) { ["ID"]=> int(19665) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2019-09-24 09:35:48" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-09-24 07:35:48" ["post_content"]=> string(9234) "

Ihre Ansage könnte deutlicher nicht sein. Die Politik muss sich bewegen, denn es geht um nichts Geringeres als die Rettung des Planeten. Rund 300 Menschen folgten am vergangenen Dienstag in Berlin dem Aufruf des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) klare Forderungen an die Vertreterinnen und Vertreter der Staatengemeinschaft zu stellen.

Dies geschah wenige Tage vor der VN-Generalversammlung sowie dem Klimagipfel in New York. Im Rahmen der Konferenz treffen sich am 24. und 25. September die Staats- und Regierungschefs erstmalig auch zu einem Gipfel zu den VN-Nachhaltigkeitszielen.

Ziel ist es, die Umsetzung der Agenda 2030 und der darin enthaltenen Ziele für nachhaltige Entwicklung zu überprüfen. Es ist das erste große Treffen auf höchster politischer Ebene seit Verabschiedung der Ziele im September 2015.

16 Pitcher*innen gaben in vier Bootcamps Input und diskutierten mit den Teilnehmenden der Veranstaltung „DIE ANSAGE“ des RNE in Kooperation mit der RENN-Leitstelle ihre wichtigsten Anliegen. Dazu dienten die Schlagworte Lebensmodell Zukunft, Agenda 2030, Internationale Leitkultur Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsbewegung als Überschrift für die Diskussion von Ideen und Anregungen. Es ging unter anderem dann im Detail um gute Ernährung, um ein würdevolleres Zusammenleben, um Achtsamkeit und eine liberale Zukunft, um Müllvermeidung, nachhaltigen Konsum, alternative Mobilitätskonzepte, um Jugendbeteiligung – und immer wieder um Klima und Klimagerechtigkeit.

In den Bootcamps tauschten sich die Teilnehmenden über ihre Vorstellungen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit aus. Zum Beispiel, ob Verbote für klimaschädliche Autos sinnvoll sein könnten. Oder ob Suchmaschinen-Algorithmen grundsätzlich auf Nachhaltigkeit trainiert sein sollten.

Tom Patzelt von „Fridays for Future“ hob die Dringlichkeit des Handelns eindrücklich hervor. „Wir können viel über Konsum reden, am Ende ist das Verhalten, was wir brauchen, Aktivismus.“ Er forderte: „Wir müssen Banden bilden und den politischen Akteuren auf die Finger hauen – wenn nötig.“ Seit Monaten mache die Bewegung konkrete Ansagen, aber bisher würde noch wenig passieren.

Ähnlich äußerte sich Wolfgang Oels, Chief Operation Officer bei Ecosia „Es gibt keinen zeitlichen Puffer, die Projekte umzusetzen“, betonte Oels. Sein Unternehmen funktioniert nach gemeinwohlorientierten Regeln. Konkret steht Ecosia für eine Nachhaltigkeitssuchmaschine. Mit den Einnahmen aus den Suchanfragen pflanzt die Firma Bäume, dort „wo sie dringend benötigt werden“. Es sind bereits mehr als 60 Millionen.

Mehr Anstrengung zur Umsetzung der VN-Nachhaltigkeitsziele

Wie groß die Notwendigkeit für eine neue Nachhaltigkeitspolitik, einen sozioökonomischen Wandel sei, machte auch die ehemalige Bundesentwicklungsministerin und heutiges RNE-Mitglied, Heidemarie Wieczorek-Zeul, klar. Die wirtschaftsstarken Länder bürdeten den wirtschaftsschwachen Ländern im Globalen Süden viel auf, sagte Wieczorek-Zeul zum Auftakt der RNE/RENN-Veranstaltung „DIE ANSAGE – Impulse zur Nachhaltigkeit“.

Sie appellierte an Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die VN-Nachhaltigkeitsziele bekannt zu machen und zu verbreiten – und sich für deren Umsetzung mehr anzustrengen. Wieczorek-Zeul plädierte für einen VN-Nachhaltigkeitsrat, der dafür sorge, dass die Ziele erreicht würden. Auch Josef Ahlke, Konsortialführer von RENN.mitte, forderte einen konkreten und schnellen Einsatz. Er setzt auf die Initiativen vor Ort in den einzelnen Bundesländern. „Wir haben es drauf. Wir machen das heute“, sagte Ahlke.

Am Ende der Diskussionen in den Bootscamps wurde abgestimmt – aus 12 Ansagen wurden vier, das Ergebnis war knapp. Die meisten Klicks bekamen diese vier Ansagen, die die Bundesregierung beim VN-Nachhaltigkeitsgipfel in New York vortragen soll und die Dr. Ingolf Dietrich vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Gepäck haben wird:

  1. Ökologische und soziale Kosten in Produkte einspeisen
  2. Politische Ansagen den wissenschaftlichen Erkenntnissen anpassen
  3. Sagt die Wahrheit und mutet den Menschen etwas zu
  4. Wir brauchen einen globalen progressiven CO2-Preis

Wissenschaft und Zivilgesellschaft ernst nehmen

Die Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE), Marlehn Thieme, zeigte sich beeindruckt von der Dichte der Diskussionen in den Bootcamps. Insbesondere der Appell an die Politik, wissenschaftliche Erkenntnisse ernst zu nehmen und umzusetzen, sei wichtig. Dies gelte auch in Diskussionen mit anderen Staaten, sagte Thieme.

„Das ist keine Regierungsveranstaltung in New York“, betonte Dietrich. Die Umsetzung der VN-Nachhaltigkeitsziele sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Verschiedenste Berichte hätten bereits im Vorfeld der Konferenz gezeigt: beim Artenschutz, beim Schutz des Klimas, der Geschlechtergerechtigkeit oder beim Kampf gegen die Verschmutzung der Meere liegt die Staatengemeinschaft deutlich zurück.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel werde am Dienstag beim Gipfel sprechen und sich für die Umsetzung der VN-Ziele stark machen. „Das Thema ist sehr hoch auf der politischen Agenda angesiedelt“, sagte Dietrich. Geplant seien für das kommende Jahr verschiedene Aktionsprogramme. Zudem soll eine Dekade für nachhaltige Entwicklung ausgerufen werden.

Die RNE-Vorsitzende Thieme kündigte weitere Neuerungen für den VN-Gipfel an. Ein vom RNE ins Leben gerufenes Globales Forum von Nachhaltigkeitsräten und ähnlichen Gremien werde bald seine Arbeit aufnehmen. Unterstützt werde die Initiative bereits von Costa Rica, Holland, Kolumbien, von Finnland, Spanien oder Namibia – und der deutschen Bundesregierung. „Das ist ein Meilenstein“, sagte Thieme. Aber nicht nur New York markiere einen wichtigen Termin auf der politischen Agenda zu mehr Nachhaltigkeit. Auch die Bundesregierung müsse im Klimakabinett die Weichen für mehr Klimaschutz stellen.

Thieme forderte die politischen Vertreterinnen und Vertreter auf, die Empfehlung für einen CO2-Preis dort aufzunehmen und sich für eine CO2-Senkung einzusetzen. Zudem betonte sie erneut die Bedeutung einer verbesserten deutschen Nachhaltigkeitspolitik. Ende Oktober ist der Auftakt zu einer bundesweiten Reihe von Veranstaltungen zur Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie geplant.

[document id="19943"]

Weitere Videomitschnitte und Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

" ["post_title"]=> string(104) "Zeit zu handeln – Gäste von RENN und RNE formulieren #DIEANSAGE mit vier Forderungen an den VN-Gipfel" ["post_excerpt"]=> string(203) "Vor dem VN-Gipfel zu den 17 Nachhaltigkeitszielen formulieren Vertreterinnen und Vertreter aus der Zivilgesellschaft klare Forderungen an die Politik. Ihre Botschaft: Reden allein reicht nicht mehr aus. " ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(99) "zeit-zu-handeln-gaeste-von-renn-und-rne-formulieren-dieansage-mit-vier-forderungen-an-den-vn-gipfel" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-09-26 14:52:06" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-09-26 12:52:06" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=19665" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [3]=> object(WP_Post)#16860 (24) { ["ID"]=> int(17524) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2019-07-30 11:41:24" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-07-30 09:41:24" ["post_content"]=> string(6753) "

Am Ende werden sie alle Beteiligten zur großen Ausstellung einladen – als Zeichen der Anerkennung. Sira Möller ist derzeit im Nachhaltigkeitsbüro, dem Green Office, der Universität Hildesheim zuständig für das Projekt „Your Goal – your Action“, es startet im Herbst 2019. Das Ziel sei, so Möller, Studierende, die Ideen haben um den sozial-ökologischen Wandel an der Hochschule oder in ihrer Stadt voranzubringen, zu unterstützen. Mit Informationen. Mit persönlicher Beratung. Und mit Wertschätzung.

Die Tafel Schokolade, die Flasche Cola, der Müsliriegel aus dem Automaten in den Unigebäuden sollen durch Bio- und Fairtrade-Produkte ersetzt werden? Die Busanbindung zum Campus außerhalb der Stadt soll verbessert werden? „Das sind gute, aber viel zu große Aufgaben, die sich Studierende oft stellen“, sagt Möller. Die Verträge mit den Snackanbietern liefen über viele Jahre, für Busunternehmen lohne sich die Fahrt spät abends nicht mehr. Das mache es schwer – und den Frust später groß bei jenen, die etwas auf die Beine stellen wollten.

Oft fehlt Zeit und Geld

Das Problem für Studierende ist nicht anders als für viele andere Engagierte. Möller erklärt, der Aufwand für ein Projekt sei oft größer als gedacht. Geld oder Zeit fehlten. Selbst einen Raum für ein Treffen aller Beteiligten zu finden, könne schon anstrengend sein. An Wertschätzung mangele es zumeist auch.

Das soll sich nun mit „Your Goal – your Action“ ändern. Der Name bezieht sich auf die 17 Sustainable Development Goals (SDGs), die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Das Projekt steht beispielhaft dafür, wie sich Bildung für nachhaltige Entwicklung vor Ort verankern lässt. Interessant ist der Weg dahin.

Alles beginnt im Jahr 2015. Die UNESCO startet das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung. Im selben Jahr richtet die Bundesregierung eine Nationale Plattform ein, um die Umsetzung in Deutschland voranzubringen. Die verabschiedet zwei Jahre später einen Nationalen Aktionsplan. Als Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und Mitglied der Plattform sagt Marlehn Thieme unter anderem zu, einen Jugendwettbewerb zur Bekanntmachung der SDGs auf den Weg zu bringen. Kurz darauf startet der RNE den Bildungswettbewerb „Zukunft, fertig, los!“. Er wird zur Chance für Möller und ihre Mitstreitenden von der Uni Hildesheim.

„Wir wollen gemeinsam mit unseren Studierenden die 17 SDGs zum Leben erwecken und sie aus ihrem theoretischen Darstellungskosmos befreien“, schreiben sie in ihre Bewerbung. Die kommt bei der Expertenjury gut an, die aus knapp 100 Ideen die besten heraussuchen muss. Also laden sie Möller genau wie 21 andere Bewerber zum „SDG-Speed-Dating“ nach Berlin ein. 15-mal, 5 Minuten – so stellt die Hildesheimerin dort die Idee von „Your Goal – your Action“ 15 potenziellen Förderinnen und Förderern aus Stiftungen, Unternehmen und Politik vor. Es „war heftig, aber lehrreich“, meint Möller. Und sie überzeugt.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt lädt sie wenig später nach Osnabrück, sie gehen das Projekt nochmal im Einzelnen durch, fügen zum Beispiel noch die Begleitforschung ein. Danach bekommt Möller die Zusage für die Förderung.

UNESCO verlängert Aktionsprogramm

Für die Studierenden an der Universität Hildesheim heißt das: Ab Oktober werden sie eine extra Ansprechperson im Green Office für ihre Projektideen finden. Welchen Rat sie geben könnte, wenn es etwa um die Busanbindung geht? „Dass es einfacher sein könnte, den Weg erst einmal für Radfahrende attraktiver zu machen – mit Fahrradstationen und Servicepoints mit Luftpumpe und Werkzeug für kleine Reparaturen“, sagt Möller. Die Mitarbeitenden des Büros werden obendrein ein digitales Lernprogramm zum Projektmanagement aufbauen. Darin wird zum Beispiel stehen, dass es wichtig ist, ein klares Ziel zu formulieren.

Möller rechnet damit, „dass jährlich bis zu 30 Projekte entwickelt und damit insgesamt 2400 Leute erreicht werden.“ Alle Initiativen, die in den drei Jahren entstanden sind, werden präsentiert und die besten ausgezeichnet. Außerdem soll ein Leitfaden erarbeitet werden für alle Hochschulen, die „Your Goal - your Action“ nachahmenswert finden.

Das Projekt darf Schule machen. Die UNESCO hat ihr Weltaktionsprogramm zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung gerade erst bis zum Jahr 2030 verlängert. Die Nachhaltigkeitsziele und die Frage, wie die Bereitschaft der Gesellschaft für den notwendigen Wandel gestärkt werden kann, sollen dabei stärker in den Mittelpunkt rücken. Offiziell gestartet wird die Verlängerung mit einer Auftakt-Konferenz im kommenden Jahr in Berlin.

" ["post_title"]=> string(134) "Unterstützung für Unterstützer*Innen – von der Uni Hildesheim zum UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für Nachhaltige Entwicklung" ["post_excerpt"]=> string(280) "Wer im Alltag Nachhaltigkeit umsetzen will, stellt sich oft zu große Aufgaben – und scheitert. Das Projekt „Your Goal – your Action“ an der Universität Hildesheim will dem entgegenwirken. Es ist ein gutes Beispiel, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung gelingen kann." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(129) "unterstuetzung-fuer-unterstuetzerinnen-von-der-uni-hildesheim-zum-unesco-weltaktionsprogramm-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-08-12 13:29:29" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-08-12 11:29:29" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=17524" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [4]=> object(WP_Post)#16861 (24) { ["ID"]=> int(16657) ["post_author"]=> string(2) "15" ["post_date"]=> string(19) "2019-06-19 13:32:48" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-06-19 11:32:48" ["post_content"]=> string(4229) "Berlin, 19.06.2019 – Heute lädt die Bundesregierung erstmals zu einer Nationalen Vorbereitungskonferenz für das bei den Vereinten Nationen stattfindende High-Level Political Forum on Sustainable Development (HLPF) ein. Sie folgt dabei einer Empfehlung des Rates für Nachhaltige Entwicklung. „Die Agenda 2030 erfährt derzeit nicht die notwendige politische Aufmerksamkeit. Weltweit und auch in Deutschland ist die Zwischenbilanz zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele mehr als ernüchternd “, so Heidemarie Wieczorek-Zeul, Ratsmitglied und ehemalige Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Das HLPF hat bei den Vereinten Nationen die Aufgabe, die Verwirklichung der Agenda 2030 zu überprüfen. Es tagt dieses Jahr vom 9. bis 18. Juli in New York, darunter drei Tage auf Ministerebene, sowie vom 24. bis 25. September auf Ebene der Staats- und Regierungschefs zur Eröffnung der VN-Generalversammlung. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf der RNE-Jahreskonferenz ihre Teilnahme angekündigt. Der Nachhaltigkeitsrat empfiehlt dringend, dass die Bundeskanzlerin dort neue Initiativen einbringt. Nötig ist eine Schnelläufer-Koalition mit anderen Ländern, die zeigt, dass Ziele noch vor 2030 erfolgreich erreicht werden können. Ferner sollte Deutschland die direkte Unterstützung für Partnerländer ausbauen und dort auch die Multi-Stakeholder-Beteiligung voranbringen. Der Nachhaltigkeitsrat hat detaillierte Reformvorschläge für das High Level Political Forum gemacht, nun nimmt die breite Diskussion um eine HLPF-Reform allmählich an Fahrt auf. Der RNE hat im kürzlich stattgefundenen OpenSDGclub.Berlin mit internationalen Nachhaltigkeitsakteuren aus über 30 Ländern weltweit einen eindringlichen Aufruf (Call for Action) verfasst. Gemeinsam wurden Defizite bei der Umsetzung der Agenda 2030 erörtert, eine Reform zur Stärkung des HLPF war dabei zentraler Teil der Forderungen.   Dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Er wird jeweils für eine dreijährige Amtsperiode von Bundeskanzlerin Angela Merkel berufen. Den Vorsitz führt Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe, Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates sowie Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, stellvertreten von Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbund Deutschland. Der Rat berät die Bundesregierung zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, benennt dringende Handlungsfelder und trägt vielfältig dazu bei, Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. Inhaltlich und in seinen Aktionsformen ist der Rat unabhängig. Ergebnisse seiner Arbeit sind zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, diverse politische Stellungnahmen zur nationalen und internationalen Nachhaltigkeitspolitik sowie zu Themen wie Digitalisierung, Klima, Rohstoffe, Plastik, Landwirtschaft. Der Rat bringt Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister zum Dialog „Nachhaltige Stadt“ zusammen, hat den Peer Review 2018 zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie organisiert und moderiert, er vernetzt Akteure durch die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) und fördert Projekte zur Alltagskultur mit diversen Ideenwettbewerben sowie den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit. Die Mitglieder des Rates werden durch eine Geschäftsstelle unter Leitung des Generalsekretärs Prof. Dr. Günther Bachmann sowie Yvonne Zwick und Bodo Richter als stellvertretende Generalsekretäre unterstützt. Mehr Informationen unter: www.nachhaltigkeitsrat.de

Medienkontakt:

Marijke Eschenbach Medienreferentin Rat für Nachhaltige Entwicklung Geschäftsstelle c/o GIZ GmbH Potsdamer Platz 10 D-10785 Berlin Telefon: +49 (0)30 / 338424-233 E-Mail: marijke.eschenbach@nachhaltigkeitsrat.de" ["post_title"]=> string(103) "Jeder Plan ist nur so gut wie seine Umsetzung: Das HLPF stärken um die Agenda 2030 wirklich umzusetzen" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(45) "jeder-plan-ist-nur-so-gut-wie-seine-umsetzung" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-06-19 14:13:13" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-06-19 12:13:13" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=16657" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [5]=> object(WP_Post)#16862 (24) { ["ID"]=> int(16646) ["post_author"]=> string(2) "15" ["post_date"]=> string(19) "2019-06-19 10:04:06" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-06-19 08:04:06" ["post_content"]=> string(4430) "Ihre Botschaft war mehr als klar: „Wir müssen wegkommen, davon, dass wir nur reden, sondern es muss etwas passieren.“ Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nahm bei der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) in Berlin kein Blatt vor den Mund. Die Bundesregierung hätte den klaren Auftrag Deutschland bis 2050 klimaneutral zu machen. Der Pfad dafür müsse jetzt angelegt werden, anders sei das Ziel nicht zu erreichen, sagte die SPD-Politikerin bei der Konferenz mit dem Titel „Zukunft zur Heimat machen“. Große Hoffnung setzt Schulze dabei auf das Klimakabinett, das den Schutz des Klimas ressortübergreifend als Priorität auf der politischen Agenda halten soll. „Deutschland soll beim Klimaschutz auch international wieder vorne mitspielen.“ Dazu gehöre auch das Thema Müllvermeidung und die Reduktion von Plastik. Nur eine Maßnahme reiche aber nicht aus, um das Plastik aus der Umwelt zu bekommen, sagte Schulze. Landwirtschaft, Umwelt und Wirtschaft müssten zusammen gedacht werden.

VN-Nachhaltigkeitsziele als Standard setzen

Eine wichtige Bewährungsprobe ist der VN-Nachhaltigkeitsgipfel am 24. und 25. September in New York. Die Weltgemeinschaft soll dann zeigen, wie sie die VN-Nachhaltigkeitsziele bisher umgesetzt und welche Pläne sie für die Zukunft hat. Als Industrieland hätte Deutschland die Pflicht, einen relevanten Beitrag zu leisten. Das sieht Imme Scholz, kommissarische Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung, ähnlich. Mit Blick auf den bisher versäumten Klimaschutz und die verfehlten Ziele rief sie dazu auf, „die Klimalücke jetzt zu schließen“,. Die Orientierung an den VN-Nachhaltigkeitszielen sei dabei essentiell. Sowohl auf EU-Ebene, als auch in internationalen Gremien wie der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds (IWF) oder der Welthandelsorganisation (WTO). Ihr geht es um eine multilaterale Stärkung etwa des Pariser Klimaabkommens oder der Agenda 2030. So steht es auch in den zur Jahreskonferenz veröffentlichten Empfehlungen des Rates, die dieser der Bundesregierung pünktlich zur Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vorgelegt hat.

Konkrete Maßnahmen gegen Missstände ergreifen

Auch Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) rief alle Akteurinnen und Akteure dazu auf, Nachhaltigkeit in den Fokus ihres Handelns zu stellen. Im kommenden Jahr will er dazu ein Jahr der Nachhaltigkeit ausrufen. „Wir leben unseren Wohlstand zu Lasten anderer“, sagte Müller. Konkrete Maßnahmen, damit Missstände in der Welt aufhörten, würden von Jugendbewegungen wie „Fridays for Future“, von der Wirtschaft, von der Zivilgesellschaft sowie in der Politik gefordert. Als Beispiel nannte der Entwicklungsminister Produktionsstätten von Waren, die vor allem in armen Staaten anzusiedeln seien anstatt die Wertschöpfung den Industrieländern zu überlassen. Auch müssten in vielen Ländern Kinder auf Plantagen arbeiten, weil die Preise für Kaffee, Bananen & Co bei uns niedrig bleiben sollen. „Das könnten wir ändern durch unsere Einkaufsentscheidung“, sagte Müller und verwies auf seine Initiative „Der grüne Knopf“ für nachhaltig erzeugte Textilien. Zudem sprach er sich für scharfe gesetzliche Regelungen aus, wenn sich Firmen nicht an soziale und ökologische Kriterien hielten." ["post_title"]=> string(25) "Nachhaltigkeit im Aufwind" ["post_excerpt"]=> string(204) "Handeln statt nur Reden: Auf der RNE-Jahreskonferenz fordert Umweltministerin Svenja Schulze mehr Einsatz für den Klimaschutz und soziales Wirtschaften. Deutschland soll internationaler Vorreiter werden." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(25) "nachhaltigkeit-im-aufwind" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-06-19 10:05:27" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-06-19 08:05:27" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=16646" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } } ["post_count"]=> int(6) ["current_post"]=> int(-1) ["in_the_loop"]=> bool(false) ["post"]=> object(WP_Post)#16673 (24) { ["ID"]=> int(24888) ["post_author"]=> string(1) "8" ["post_date"]=> string(19) "2019-11-25 09:59:25" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-11-25 08:59:25" ["post_content"]=> string(3450) "

Berlin, 25. November 2019 - Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis (DNP) hat die Kolumbianerin Paula Caballero für ihre Bemühungen um die VN-Nachhaltigkeitsziele, kurz: SDGs (Sustainable Development Goals) mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Die Laudatio hielt die Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie.

Frau Caballero habe sich um nicht weniger als eine Zeitenwende für Nachhaltigkeit im Multilateralismus verdient gemacht, indem sie gegen allen Widerstand, gegen belächelnde, mitleidige wie patronalisierende Kommentare ihre Idee zu Zielen für eine Nachhaltige Entwicklung (SDG) vertrat. „Ihr Vorschlag hat alles verändert. Er kam von einer ungewohnten Seite: Es ist eine Frau, die ihn in die von Männern beherrschte Diplomatenwelt einbringt. Es ist ein kleines Land aus dem globalen Süden, Kolumbien, das den Vorschlag an die Großen heranträgt. Damit hat sie, aus der Nachhaltigkeitsperspektive, nach 15 verlorenen Jahren der Millenniums-Entwicklungsziele das Blatt für Rio+20 gewendet“, begründet RNE-Generalsekretär und DNP-Juryvorsitzender Prof. Dr. Günther Bachmann die Auszeichnung mit dem Ehrenpreis. Die Nachhaltigkeitsziele als globale Agenda seien ein Paradigmenwechsel gewesen, den anfangs niemand unterstützen wollte. Nun sei es an jedem und jeder Einzelnen ihre Umsetzung zu unterstützen und dies nicht bloß den Regierungen zu überlassen, erklärt die Preisträgerin am Rande der Preisverleihung.

Der DNP wurde am vergangenen Freitag in Düsseldorf bereits zum 12. Mal verliehen. Dieses Jahr wurde er an Preisträgerinnen und Preisträger in den Kategorien Unternehmen, Kommunen, Architektur und Forschung sowie mit Sonderpreisen zu Digitalisierung, Verpackung, Start-Ups (Next Economy Award für „grüne Gründer“) und Globale Partnerschaften verliehen. Vielseitige Akteure und Projekte, die den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft unterstützen, wurden für ihre Vorreiterrollen in Sachen Nachhaltigkeit prämiert.

Bei einem Treffen im Bundeskanzleramt hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel am 6. November ein starkes Zeichen der Anerkennung für das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger gegeben. Sie empfing ausgewählte Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises und die Initiatoren zu einem intensiven Gespräch über die Chancen nachhaltig wirtschaftender Unternehmen. Die Bundesregierung unterstützt den DNP seit vielen Jahren, der inzwischen Europas größte Auszeichnung für ökologisches und soziales Engagement ist.

" ["post_title"]=> string(97) "12. Deutscher Nachhaltigkeitspreis verliehen - Ehrenpreis geht an SDG-Initiatorin Paula Caballero" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(94) "12-deutscher-nachhaltigkeitspreis-verliehen-ehrenpreis-geht-an-sdg-initiatorin-paula-caballero" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-11-25 15:18:53" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-11-25 14:18:53" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=24888" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } ["comment_count"]=> int(0) ["current_comment"]=> int(-1) ["found_posts"]=> string(1) "6" ["max_num_pages"]=> float(1) ["max_num_comment_pages"]=> int(0) ["is_single"]=> bool(false) ["is_preview"]=> bool(false) ["is_page"]=> bool(false) ["is_archive"]=> bool(true) ["is_date"]=> bool(false) ["is_year"]=> bool(false) ["is_month"]=> bool(false) ["is_day"]=> bool(false) ["is_time"]=> bool(false) ["is_author"]=> bool(false) ["is_category"]=> bool(false) ["is_tag"]=> bool(true) ["is_tax"]=> bool(false) ["is_search"]=> bool(false) ["is_feed"]=> bool(false) ["is_comment_feed"]=> bool(false) ["is_trackback"]=> bool(false) ["is_home"]=> bool(false) ["is_privacy_policy"]=> bool(false) ["is_404"]=> bool(false) ["is_embed"]=> bool(false) ["is_paged"]=> bool(false) ["is_admin"]=> bool(false) ["is_attachment"]=> bool(false) ["is_singular"]=> bool(false) ["is_robots"]=> bool(false) ["is_posts_page"]=> bool(false) ["is_post_type_archive"]=> bool(false) ["query_vars_hash":"WP_Query":private]=> string(32) "b31e71b893e40d7654ed7029233be543" ["query_vars_changed":"WP_Query":private]=> bool(false) ["thumbnails_cached"]=> bool(false) ["stopwords":"WP_Query":private]=> NULL ["compat_fields":"WP_Query":private]=> array(2) { [0]=> string(15) "query_vars_hash" [1]=> string(18) "query_vars_changed" } ["compat_methods":"WP_Query":private]=> array(2) { [0]=> string(16) "init_query_flags" [1]=> string(15) "parse_tax_query" } }