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Außerdem ist sie Vorstand des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG). In beiden Bereichen, Finanzmärkte und Unternehmen, gibt es positive Entwicklungen in Sachen Nachhaltigkeit. Im jüngsten Marktbericht 2018 des FNG etwa stellten die Analysten fest, dass sich das Volumen verantwortlich investierten Geldes in Deutschland, Österreich und der Schweiz von 2014 bis 2017 verdreifacht hat, auf nunmehr 2,7 Billionen Euro. Explizit nicht enthalten sind dabei Anlagen, die schlicht kontroverse Geschäftsfelder wie etwa Rüstung, Kinderarbeit, Pornografie oder Atomkraft ausschließen und dann behaupten, sie seien nachhaltig. Damit wäre dann etwa ein Portfolio aus Automobilkonzernen, Herstellern genmanipulierten Saatgutes, Ölfirmen und Chemiekonzernen nachhaltig – vielen Anlegerinnen und Anlegern ist das viel zu lax. „Wir sehen eine qualitative Verbesserung beim Verhalten der verantwortlich Investierenden. Da wird mittlerweile ein Mix aus verschiedenen Anlagestrategien angelegt“, sagt Pex. Dennoch, ergänzt sie, gehe der Wandel zu langsam. „Mir fehlt im Moment der politische Wille. Wir haben von Frankreich, was das Thema Sustainable Finance angeht, eine ausgestreckte Hand. Die sollten wir ergreifen“, sagt sie.

ISS-oekom gibt Unternehmen bessere Noten

ISS-oekom wiederum stellt fest, dass Unternehmen in Industrieländern im fünften Jahr in Folge nachhaltiger wirtschaften. Sie schneiden immer besser ab, betrachtet man ihre Leistungen im Umweltbereich, bei Sozialstandards und in der verantwortungsvollen Unternehmensführung, kurz CSR vom englischen Corporate Social Responsibility. Von 3.800 von ISS-oekom untersuchten Unternehmen erzielen 43,6 Prozent moderate CSR-Ratings, das sind erstmals mehr als die Unternehmen, die schlecht abschneiden. Alles erfreulich, aber auch hier sei der Wandel zu langsam: „Wenn es in dem Tempo weitergeht, dann sind wir in 100 Jahren durch“, sagt Pex. Hinzu kommt eine dritte positive Entwicklung: Mittlerweile veröffentlichen deutschlandweit 360 Unternehmen Berichte nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex, rund ein Drittel kam erst seit Anfang des Jahres hinzu. Das Wachstum hängt mit politischer Regulierung zusammen: Seit dem Geschäftsjahr 2017 gibt es eine EU-weite CSR-Berichtspflicht für Unternehmen ab einer bestimmten Größe. Trotz allem scheint eine Grundsatzfrage noch lange nicht beantwortet, die Alexander Bassen stellte, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung: „Wie gestalte ich einen Kapitalmarkt, der nachhaltig ist? Geht das überhaupt?“, fragt er. Das Thema Sustainable Finance habe sich vor allem auf europäischer Ebene dynamisch entwickelt. Erst im März hat die EU-Kommission ihren Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen vorgelegt und am 24. Mai erste Schritte zur Umsetzung präsentiert – etwa einen Vorschlag, wie künftig der CO2-Fußabdruck von Unternehmen einheitlich gemessen werden kann. In Deutschland versucht der im vergangenen Jahr von der Deutschen Börse und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung gegründete Hub for Sustainable Finance (H4SF), die verschiedenen Initiativen und Akteure zu vernetzen.

Grünes im Immobiliensektor

Wie wichtig solche politischen Vorgaben wie die der EU sind, zeigt Thies Grothe, der als Abteilungsleiter Grundsatzfragen der Immobilienpolitik beim ZIA, dem Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, auch für Nachhaltigkeit zuständig ist. Beim ZIA schaue man genau auf die Reformen aus Brüssel. Die hätten massiven Einfluss auf die Bewertung und Finanzkraft von Immobilien. Noch allerdings gebe es beim Verband keine Zahlen, wie die Mitglieder mit Nachhaltigkeit umgehen. „Aber wir hören immer häufiger, dass Investoren nach grünen Bausteinen im Rahmen eines Investments nachfragen – und etwa wissen wollen, welche Rohstoffe in einer Immobilie verbaut werden.“ Woran es insgesamt fehlt, um die Wirtschaft und Finanzmärkte schnell genug auf einen nachhaltigen Pfad zu bringen, dazu gab es verschiedene Ansichten. Neben der immer wieder geäußerten Kritik, in Deutschland nehme die Politik das Thema Sustainable Finance nicht wichtig genug, gab es aus dem Publikum auch neue Ideen. So regte eine Zuschauerin an, die Akteure im H4SF sollten sich mit Graswurzelbewegungen wie Fossil Free und anderen Kampagnen vernetzen, die Druck machen, dass öffentliche Gelder nicht mehr in fossile Energien investiert werden. Ein anderer zeigte sich überrascht, dass der Fokus der Arbeit immer noch auf der traditionellen Finanzwirtschaft liege. „Wer weiß, ob die Deutsche Bank in fünf Jahren noch existiert“, so das Statement. Er verwies auf Alternativen wie Crowdfunding, das Revival der Genossenschaften und Startups im Finanzsektor, die mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz die Branche umkrempeln könnten. Eine andere Zuhörerin verwies auf die über 1.000 Bürgerenergiegenossenschaften in Deutschland und die globale Gemeinwohlökonomie als potentielle Verbündete. Ein anderer Zuhörer monierte, das Thema Sustainable Finance würde in der Zivilgesellschaft auf fast kein Interesse stoßen – was auch fehlenden politischen Reformwillen in Deutschland mit erkläre. Pex hatte dazu auch Zahlen: 91 Prozent des Volumens nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland sind öffentliche Gelder, nur neun Prozent privat. „Nachhaltiges Investieren ist weiterhin kaum im Privatgeschäft angekommen – leider“, sagte Pex. Das Thema Sustinable Finance geht also alle an, nicht nur Wirtschaft und Politik." ["post_title"]=> string(58) "Was der nachhaltigen Finanzwirtschaft in Deutschland fehlt" ["post_excerpt"]=> string(330) "Die Nachhaltige Finanzwirtschaft in Deutschland wächst immer schneller und dennoch zu langsam, berichteten Expertinnen und Experten auf der Jahreskonferenz des RNE. Schneller könnte es gehen, wenn nicht nur Politik und Wirtschaft aktiver werden – sondern die vielen Akteure aus der Zivilgesellschaft besser eingebunden werden." 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Mai 2018 – Die Deutsche Börse AG und der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) lancieren mit www.h4sf.de gemeinsam eine neue Plattform für den Hub for Sustainable Finance in Deutschland (H4SF). Die neue Webseite sammelt Beiträge und Standpunkte von Marktakteuren, Experten und Kritikern zu einer nachhaltigen Entwicklung des Finanzsystems. Sie bietet eine Plattform für konstruktive Beiträge und Veranstaltungen rund um Sustainable Finance. Zur Mitwirkung eingeladen sind Die Form, in der an Beiträgen gearbeitet wird, ist frei wählbar, sollten jedoch bisherige Aktivitäten erweitern. Denkbar sind Initiativen, die Wissen im eigenen Haus, im Verband, in der Branche, in der Region vertiefen oder verbreitern, neues Bewusstsein schaffen oder neues Wissen generieren, das die Argumentationsgrundlage für Nachhaltigkeit im Kapitalmarkt verbessert. „Wir laden Mitstreiter aus allen Bereichen dazu ein, Fakten für Sustainable Finance zu schaffen. 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Im Hub for Sustainable Finance könnten die Akteure an der Schnittstelle zur Politik zeigen, dass sie es mit ihrem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit ernst meinen. „Zu diesem Dialog lade ich zivilgesellschaftliche Akteure ganz besonders ein, denn sie haben eine wichtige Rolle als Innovatoren und Wachhunde des Marktes.“ Marlehn Thieme stellt in Aussicht: „Als Nachhaltigkeitsrat werden wir aus diesem Dialog heraus auf die politische Umsetzung der effektivsten und effizientesten Maßnahmen drängen.“ Aspekte der Regulierung, marktgerechte Instrumente und Beiträge der Netzwerkakteure werden im Herbst im Rahmen des Zweiten Sustainable Finance Gipfels vorgestellt und diskutiert. Der Gipfel thematisiert auch den Anfang April in Brüssel vorgesellten EU-Aktionsplan Sustainable Finance und wie er in Deutschland aufgenommen wird. Die Veranstaltung findet statt am 25.09.2018 von 9 bis 18 Uhr im Gesellschaftshaus Palmengarten, Palmengartenstrasse 11, 60325 Frankfurt am Main. Interessierte können sich ab sofort an yvonne.zwick@nachhaltigkeitsrat.de wenden, um eine Einladung zu erhalten. Zielgruppen sind insbesondere Vertreterinnen und Vertreter der Finanzwirtschaft, Industrie, Wissenschaft und zivilgesellschaftliche Organisationen. Eine Presseeinladung ergeht gesondert im unmittelbaren Vorfeld der Veranstaltung.   Die Deutsche Börse als einer der weltweit führenden Anbieter für Kapitalmarktinfrastruktur hat 2017 mit Accelerating Sustainable Finance eine Nachhaltigkeitsinitiative gestartet, die im April 2018 mit dem Green Finance Cluster Frankfurt des Hessischen Wirtschaftsministeriums zum Sustainable Finance Cluster zusammengeschlossen wurde. Ziel ist es, auf Basis eines breiten Dialogs die Finanzmarktexpertise rund um Sustainable Finance effizienter zu nutzen und konkrete Handlungsansätze für die Zukunftsfähigkeit nationaler und internationaler Finanzmarktstrukturen zu formulieren und umzusetzen. Weitere Informationen zum Nachhaltigkeitsengagement der Gruppe Deutsche Börse finden Sie unter: http://deutsche-boerse.com/dbg-de/nachhaltigkeit. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung ist ein Beratungsgremium der Bundesregierung und macht u.a. Vorschläge für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Seine Aufgabe ist es, konkrete Handlungsfelder zu benennen und die öffentliche Diskussion über Nachhaltigkeit zu fördern. Nachhaltige Finanzwirtschaft stellt im aktuellen Arbeitsprogramm des RNE einen Schwerpunkt dar. Weitere Informationen zum Rat für Nachhaltige Entwicklung unter www.nachhaltigkeitsrat.de.

Ansprechpartner für die Medien:

Deutsche Börse AG Leticia Adam leticia.adam@deutsche-boerse.com Telefon: +49 69 2 11 1 2766 Rat für Nachhaltige Entwicklung Katja Tamchina katja.tamchina@nachhaltigkeitsrat.de Telefon: 030/338424-233" ["post_title"]=> string(128) "Transformation der Finanzwirtschaft: Deutsche Börse AG und Rat für Nachhaltige Entwicklung gründen zentrale Internetplattform" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(127) "transformation-der-finanzwirtschaft-deutsche-boerse-ag-und-rat-fuer-nachhaltige-entwicklung-gruenden-zentrale-internetplattform" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2018-05-28 15:12:32" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2018-05-28 13:12:32" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(41) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=9228" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [2]=> object(WP_Post)#4532 (24) { ["ID"]=> int(6006) ["post_author"]=> string(1) "9" ["post_date"]=> string(19) "2018-02-16 16:28:49" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2018-02-16 15:28:49" ["post_content"]=> string(8394) "Die EU wird die Klimaziele von Paris nicht erreichen, geht es so weiter wie bisher. 180 Milliarden Euro müssen pro Jahr zusätzlich in Gebäude, Verkehr, erneuerbare Energien, Energieeffizienz und vieles mehr fließen, schätzt die EU-Kommission. Um das Loch zu stopfen, braucht es dringend mehr privates Kapital, schreibt jetzt eine 20-köpfige Expertengruppe – und gibt auf 100 Seiten Empfehlungen, welche Regeln dazu geändert werden müssen. Nicht nur für die Paris-Ziele, sondern auch zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. „Der Bericht ist das umfassendste Werk, das je zum Thema nachhaltige Finanzwirtschaft verfasst wurde“, sagt Michael Schmidt, Mitglied der Geschäftsführung Deka Investment und einer der Experten der sogenannten hochrangigen Expertengruppe für nachhaltige Finanzwirtschaft („High Level Expert Group on Sustainable Finance“, kurz HLEG). Die setzt sich aus Vertreterinnen Vertretern von Banken, Universitäten, Versicherern, Fonds und Börsen, sowie von NGOs wie dem WWF, Thinktanks wie die 2° Investing Initiative, der Climate Bonds Initiative (CBI) oder Third Generation Environmentalism (E3G) zusammen. „Europa hat jetzt die einmalige Gelegenheit, das weltweit nachhaltigste Finanzsystem aufzubauen“, heißt es in dem Bericht, der gleich zu Beginn klar macht: Es gibt nicht einen einzelnen Hebel, mit dem man das Finanzsystem umschalten kann. „Wir haben ein Gesamtkonzept erarbeitet. Die einzelnen Empfehlungen sind vielfach untereinander verbunden. Das sollte man bei der Umsetzung unbedingt berücksichtigen“, sagt Schmidt. Zudem brauche es eine Synchronisation mit der Realwirtschaft und vor allem mit der Politik. „Wir brauchen auch endlich einen sinnvollen CO2-Preis“, sagt Schmidt. Klassifikation, was nachhaltige Geldanlagen überhaupt sind Konkret schlägt der Bericht 24 Maßnahmen vor: Acht Kernempfehlungen, acht sektorübergreifende und acht konkrete Maßnahmen etwa für Pensionsfonds oder Banken. Zu den Kernempfehlungen gehört unter anderem, endlich eine klare, europaweite Definition zu finden, welche Geldanlagen sich überhaupt „nachhaltig“ nennen dürfen. Eine solche Klassifikation muss für alle Arten von Kapitalanlagen gelten – von der Projektfinanzierung über Bonds bis hin zu Eigenkapital. Sie muss dynamisch sein, sich fortlaufend wissenschaftlichen Erkenntnissen anpassen und könnte auf bereits bestehenden Standards aufbauen. Eine Matrix haben die Experten bereits erarbeitet: Sie kombiniert verschiedene Sektoren wie Energie, Verkehr, Waldwirtschaft oder Gesundheit mit den globalen Nachhaltigkeitszielen– etwa Zugang zu sauberem Wasser oder Reduzierung von Müll. Eine weitere Kernforderung betrifft die Verpflichtung der Investoren, offenzulegen, wie sie Nachhaltigkeit in ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen. Pensionsfonds müssen in der EU bereits darüber berichten, ob sie ökologische und soziale Aspekte in ihrem Risikomanagement beachten. Sie sind aber nicht verpflichtet, aufzuzeigen, wie sie diese ESG-Kriterien (ESG steht für environment, social und governance) konkret in ihren Investitionsentscheidungen anwenden. Darüber hinaus werden EU-Labels für Grüne Investmentfonds und Green Bonds gefordert. Mit letzteren könnten ökologisch orientierte Unternehmen leichter Geld bei Anlegern einsammeln. Die Experten sehen auch bei den Behörden, die in der EU mit der Aufsicht der Finanzmärkte betraut sind, eine deutlich aktivere Rolle. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde oder die Europäische Bankenaufsichtsbehörde etwa sollen die langfristigen Risiken stärker überwachen, die der Klimawandel für das Finanzsystem mit sich bringt. Die "Tragödie des falschen Zeithorizontes“ Ein zentraler Gedanke der sektorübergreifenden Maßnahmen ist die „Tragödie des falschen Zeithorizontes“ des Finanzsektors: Investitionen in Nachhaltigkeit – Bildung, Infrastruktur, Energie – zahlen sich erst nach Jahren oder Jahrzehnten aus und passen nicht zu vielen schnellen und spekulativen Akteuren der Finanzwirtschaft. „Short-termism“, so der englische Begriff, sei ein klares Hindernis für eine nachhaltigere Finanzwirtschaft. Eine schnelle Lösung sehen die Experten nicht. Sie schlagen vor, zunächst zu evaluieren, welche Regularien das Geschäft mit dem schnellen Profit begünstigen. An anderer Stelle werden die Experten dafür wesentlich konkreter – etwa bei den Maßnahmen für Ratingagenturen: Diese sollten schlicht ESG-Kriterien in ihre Ratings einbauen die Methoden dazu öffentlich zugänglich machen. Dazu gehöre auch, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sachen Nachhaltigkeit fortzubilden. Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, nennt den Bericht der HLEG ambitioniert. „Er ist sehr gut, weil er deutliche Orientierung für die Zukunft der Finanzmärkte aufzeigt. Und er zeigt praxisorientiert, dass nachhaltige Finanzmärkte möglich sind“, so Thieme. „Aber es fehlt eine Zusammenschau verschiedener Politikfelder. Wir brauchen im Hinblick auf die europäische Haushalts-, Steuer- und Wirtschaftspolitik einen stimmigen Ordnungsrahmen, der marktwirtschaftliche Instrumente ermöglicht.“ Die RNE-Vorsitzende weist außerdem auf die Bedeutung der Unternehmen hin. „Für eine nachhaltige Finanzwirtschaft braucht man beide, die Banken und Versicherungen und auch die Unternehmen.“ Insgesamt hat der Bericht nur empfehlenden Charakter. Am 20. Februar beschäftigen sich die EU-Finanzminister damit, im März wird die EU-Kommission ihren „Aktionsplan für eine nachhaltige Finanzwirtschaft“ vorlegen; darin sollen die Empfehlungen der Experten einfließen. Am 22. März ist in Brüssel dann eine große Expertenkonferenz zu dem Thema geplant. Die hochrangige Expertengruppe empfiehlt, noch in diesem Jahr auf EU-Ebene eine Arbeitsgruppe einzurichten, die dann bis 2020 ein Klassifikationssystem für nachhaltige Geldanlagen in der EU erarbeitet. „Unseren Bericht umzusetzen ist jetzt Aufgabe der EU und der Akteure auf den Finanzmärkten“, sagt Schmidt. Wie es jetzt weitergeht RNE-Vorsitzende Marlehn Thieme: „Im Koalitionsvertrag steht nichts von nachhaltiger Finanzwirtschaft. Doch der HLEG-Bericht braucht, da nur Empfehlung, politische Unterstützung. Die neue Bundesregierung muss sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass smarte C02-Regulierungsprozesse für eine nachhaltige Finanz- und Realwirtschaft stattfinden“. In Deutschland setzt der Hub for Sustainable Finance mit seinen zehn Thesen an einigen Empfehlungen des Abschlussberichts an. Dieses offene Netzwerk von Finanzmarktakteuren und weiteren Stakeholdern wurde im Sommer 2017 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung und der Deutschen Börse initiiert. Nach einem ersten Gipfel im Oktober 2017 in Frankfurt werden die Akteure nun aufgefordert, Beiträge zu leisten, die zu einem nachhaltigen Finanzsystem in Deutschland beitragen und das Thema im Mainstream des Kapitalmarkes etablieren. Eine eigenständige Projektwebsite ist momentan im Aufbau, bis dahin sind aktuelle Informationen auf www.h4sf.de zu lesen. Am 22. Februar findet in Berlin eine Tagung zur nachhaltigen Finanzwirtschaft statt, die der Hub mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung organisiert. Schwerpunktthema wird der Bericht der HLEG sein. Die Tagung ist allerdings schon ausgebucht." ["post_title"]=> string(60) "EU-Expertengruppe zeigt Wege zu einer neuen Finanzwirtschaft" ["post_excerpt"]=> string(290) "Über ein Jahr hat eine Expertengruppe im Auftrag der EU-Kommission an Empfehlungen gearbeitet, wie die Regeln für die Finanzmärkte geändert werden müssen – auf dass sie sicherer werden und nachhaltige Entwicklung nicht torpedieren, sondern ihr dienlich sind. 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Wie kommt das? Michael Schmidt: Dafür gibt es drei Erklärungen: Die erste ist die Wertpapierkultur, die bei den deutschen Anlegern generell noch nicht weit entwickelt ist. Sie wissen wenig über die Zusammenhänge von Finanzsystem und Gesamtwirtschaft und damit auch über Nachhaltigkeit in diesem Bereich. Man kauft hierzulande zwar Bio, ist von der Energiewende überzeugt, achtet auf die Herkunft von Produkten und setzt sich Solaranlagen aufs Dach. Aber das Interesse dafür, wie Finanzentscheidungen wirken, ist gering. Liegt es also an der Nachfrage der Kunden? Nein, nicht nur. Der zweite Punkt sind institutionelle Anleger, also etwa Stiftungen, Pensionskassen, Versicherungen und Anlagemanager. Zu viele sehen nach wie vor einen Konflikt zwischen dem magischen Dreieck von Rendite, Sicherheit und Liquidität – und dem Aspekt Nachhaltigkeit, der diese Ziele vermeintlich gefährdet. Da gibt es teilweise Berührungsängste, Wissenslücken und einen Mangel an Bewusstsein. 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Da sind etwa Norwegen oder Frankreich viel weiter. Viele der Debatten haben sich in der Vergangenheit wiederholt. Was wird nun anders beim ersten Sustainable Finance Gipfel am 23. Oktober? Das beantwortet sich schon am Titel: „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“. Erstmals reden wir über alle Themen der Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft. Nicht über einzelne Produkte, die neben der Finanzwirtschaft existieren, sondern um Grundsätzliches im System. Wir haben konkrete Empfehlungspapiere – den Zwischenbericht der High Level Expert Group on Sustainable Finance der EU-Kommission, die PRI Roadmap für Deutschland, das living document Sustainable Finance des Rates für Nachhaltige Entwicklung und die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures des Finanzstabilitätsrates der G20-Staaten. Aber es gibt doch Vorbehalte in der Branche? Es gibt Berührungsängste, vor allem zwischen der Zivilgesellschaft und der Finanzindustrie sowie der Politik und der Finanzindustrie. Diese wollen wir abbauen. Vorschläge des Rates für Nachhaltige Entwicklung sind in der Finanzindustrie bisher mit Vorsicht betrachtet worden. Entscheidend ist, dass wir ein gemeinsames Thema haben. Vieles, was es an Vorschlägen zur nachhaltigen Finanzwirtschaft gibt, kommt von internationalen Organisationen. Da konnte man in Deutschland bisher bequem sagen: Na, warten wir mal ab. Jetzt wollen wir zeigen, wie relevant das Thema für Deutschland ist. Was muss denn die nächste Bundesregierung leisten? Nicht von ungefähr haben wir den Gipfel jetzt angesetzt. Wir haben zehn Thesen, viele davon richten sich klar an die Bundesregierung. Eine etwa lautet, dass wir Anreize auf der realwirtschaftlichen Seite brauchen. Die Finanzindustrie kann allokieren und verstärken, aber letztlich werden die Ziele zum Klimawandel oder zur Agenda 2030 nur in Produktionsprozessen, Produktentwicklungen und Infrastrukturprojekten konkret. Dafür muss die Politik den Rahmen setzen. Stichwort Regierungsbildung: Wenn die Partei der Ökologie mit der Partei der Wirtschaft in einer Koalition sind – wäre das im Sinne der Nachhaltigkeit? Absolut. Eine Jamaika-Koalition könnte Wirtschaft und Ökologie versöhnen. Das ist eine Riesenchance für die nachhaltige Finanzwirtschaft. Der Steuerungskreis des Hub empfiehlt die Aufnahme der nachhaltigen Finanzwirtschaft in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie. Welche Wirkung versprechen Sie sich davon? Mehr Verbindlichkeit und konkrete Ansätze. Deutschland hat sich der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und den Klimazielen von Paris verpflichtet. Doch die Finanzierungslücke, um die Ziele zu erreichen, ist groß, wir brauchen deshalb alle Akteure – Politik, Realwirtschaft und Finanzwirtschaft –, um sie zu schließen. Deutschland erreicht nicht einmal die Klimaziele 2020, deshalb muss nachhaltige Finanzwirtschaft ein klarer Fokus werden. Kooperiert der Hub denn mit ähnlichen Initiativen? Erst kürzlich haben beispielsweise zehn internationale Finanzzentren ein Programm für eine nachhaltige Finanzwirtschaft gestartet. Wir sind aufgeschlossen, was das angeht und mit verschiedenen Initiativen im Gespräch. Von außen hat man oft den Eindruck, nachhaltige Finanzwirtschaft ist angedockt, aber nicht im Kern der Märkte angekommen. Wie sieht denn Ihre Erfahrung aus der Praxis aus? Ihre Beobachtung ist sicherlich richtig. Aber das gilt für Nachhaltigkeit und Wirtschaft generell. Noch haben wir eine getrennte Nachhaltigkeits- und Finanzberichterstattung. Zudem existieren in der Finanzwirtschaft nachhaltige und normale Produkte nebeneinander. Diese Stränge müssen verbunden werden. Nachhaltigkeit muss im Kern des Finanzsystems ankommen. Gibt es Widerstände in der Finanzbranche? Auf emotionaler oder gar persönlicher Ebene gibt es keinen Widerstand. Klar gibt es den einen oder anderen, der das Thema belächelt. Oft gibt es noch ein falsches Verständnis zur eigenen Rolle, Verpflichtungen und Zielen. Generell ist die Finanzwirtschaft auf genau messbare Größen angewiesen und da gibt es noch systemische Probleme. Außerdem sind durch die Finanzmarktregulierung der vergangenen Jahre Widersprüchlichkeiten zwischen Regulierung und Nachhaltigkeitszielen gefördert worden. Zum Beispiel? Nehmen wir Liquidität. Die Regulierung legt großen Wert auf kurzfristige Realisierung von Vermögensgegenständen. Das führt zu kurzfristigen Anlagen mit geringem Risiko. Nachhaltige Investments brauchen aber oft langfristige, illiquide Anlagen mit einer erhöhten Risikoübernahme, wenn es etwa um Innovationen geht. Oder nehmen Sie Aktien: Sie sind ein sehr teures Anlagegut für Versicherer, weil sie mit besonders viel Eigenkapital unterlegt werden müssen. Das ist Unsinn. Aktien sind für längerfristige Investitionen die beste Wahl. Das wird aber nicht verstanden. Aber eine Lockerung der Finanzmarktregulierung würde doch nicht sicherstellen, dass Investoren auch in nachhaltige Unternehmen investieren. Es geht um Folgendes: Aktionäre haben ein Eigentumsrecht und damit die Pflicht, sich auch bei Themen der Nachhaltigkeit in einem Unternehmen einzumischen. Institutionelle Anleger können ganz gezielt über die Vorstände und Aufsichtsräte auf einen Wandel in Unternehmen drängen, etwa um Klimaziele zu erreichen. Wir bei Deka Investment verfolgen diesen Ansatz und engagieren uns aktiv als Anwalt der Anleger. Aber um Einfluss nehmen zu können, muss ich als Aktionär das Unternehmen auch langfristig begleiten. Wie wichtig sind denn "stranded assets", um den Rest der Branche zu überzeugen? Also die Idee, dass Anlagen in CO2-intensive Firmen schnell an Wert verlieren werden? Es ist ein wichtiges Argument. In der Tat besteht die Gefahr, dass die Bewertung fossiler Rohstoffreserven und Produktionsmittel in den Bilanzen nicht mehr korrekt sind. Das sind greifbare Risiken, die jeder Investor und Kreditgeber notwendigerweise stärker in den Blick nehmen muss, sonst sind Wertberichtigungen notwendig. Die Frage ist, wie geht man mit den Risiken um? Wie machen Sie das bei der Deka? Wir haben einen konstruktiven Ansatz: Innovationen fördern, Wandel begleiten. Wir nutzen unsere Stimmrechte und machen in Investorendialogen klar, dass sich was ändern muss. Natürlich kann die Ultima Ratio sein, sich komplett aus Anlagen zu verabschieden. Wenn Sie in einem Aktienportfolio den CO2-Ausstoß minimieren wollen, dann geht das einfach: Alles, was mit Chemie, Öl und Gas zu tun hat, abstoßen, dafür Technologiewerte kaufen. Damit geben Sie dann aber auch den Dialog mit dem Unternehmen auf und verlieren somit die Chance auf eine Einflussnahme. Damit ist dann auch in der realen Welt kein einziges Gramm CO2 reduziert. Sie setzen auf eine Art Marsch durch die Institutionen in den Unternehmen? Das Begleiten ist wichtig. Es kann sonst der Effekt eintreten, dass sich alle von bestimmten Unternehmen komplett verabschieden und damit soziale Probleme entstehen, wenn Arbeitsplätze betroffen sind. Man kann nicht das eine Nachhaltigkeitsziel einem anderen gegenüber bevorzugen. Aber natürlich drängt die Zeit. Wir fordern von jedem Unternehmen eine klare Klimastrategie. Gibt es bereits einen Risikoaufschlag, also höhere Zinsen, wenn ein Unternehmen bei Nachhaltigkeitsthemen schwach ist? Sind die Modelle schon da? Da muss noch Arbeit geleistet werden. Studien legen nahe, dass Nachhaltigkeit in der Risikoprämie integriert sein muss. Aber wir können das noch nicht genau quantifizieren. Die Datenverfügbarkeit und die Wissenschaft entwickeln sich jedoch rasant weiter. Wo stehen wir in dem Prozess hin zu einer nachhaltigen Finanzwirtschaft? Es sieht aus, als ob wir noch ganz am Anfang sind. Das würde ich so nicht sehen. Aber ja, wir brauchen einen langen Atem, denn wir haben hier eine weitere Evolutionsstufe vor uns. Natürlich drängt die Zeit wegen der Brisanz des Klimawandels. Aber die zehn Thesen des Hub-Steuerungskreises sind nicht einfach nette Visionen. Sie sind konkret und können jederzeit umgesetzt werden. Finanzmärkte brauchen ewiges Wachstum, eine nachhaltige Wirtschaft weiß um die Grenzen des Wachstums. Ist dieser fundamentale Widerspruch überhaupt jemals aufzulösen? Ich glaube, der Mensch ist als neugieriges Wesen auf Wachstum ausgelegt. Deshalb widerspreche ich der These. Dass es Grenzen bei einigen Formen des Wachstums gibt, das würde ich unterschreiben. Wir werden beispielsweise nicht mehr über fossile, rohstoffbasierte Produktionsmethoden und Produkte wachsen, sondern durch intellektuelles Kapital und moderne Technologien." 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Für ihn haben vor allem die Akteure dieser Märkte einen wichtigen Hebel in der Hand. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Steuerungskreises des Hub for Sustainable Finance (H4SF) hat Bassen nun zehn Thesen für eine nachhaltige Finanzwirtschaft erarbeitet, die der Steuerungskreis am 27. September in Berlin vorstellte. Grundlage für das Papier sind der Interimsbericht der High Level Expert Group on Sustainable Finance der EU-Kommission, die PRI Roadmap für Deutschland, das living document Sustainable Finance des Rates für Nachhaltige Entwicklung, welches der Rat seit März fortschreibt, die Zielsetzung der Accelerating Sustainable Finance Initiative der Deutschen Börse und die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures des Finanzstabilitätsrates. Bundesregierung soll nachhaltige Investments fördern und fordern Vor allem die Politik sehen die Experten in der Pflicht. Ihr komme eine impulssetzende Rolle als Gestalterin zu, die sie bislang noch nicht ausreichend wahrnehme, heißt es gleich zu Beginn des Thesenpapiers. Der Finanzsektor und die ihm zukommende Verantwortung seien im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie unterrepräsentiert. Vice versa fehle auf Seiten der Finanzmarktakteure eine branchenspezifische Erörterung ihrer Beiträge, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Bassen fordert die künftige Bundesregierung auf, das Thema in der Nachhaltigkeitsstrategie zu verankern. Damit könne die Interaktion zwischen Kapitalmarkt und Politik gestärkt werden, so das RNE-Ratsmitglied. Der politische Rahmen für eine nachhaltigere Finanzwirtschaft spielt eine zentrale Rolle. Dies betont auch Kristina Jeromin, Head of Group Sustainability bei der Deutschen Börse. „Nachhaltiges Finanzieren rückt zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. 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Der Finanzexperte ist Geschäftsführer der Deka Investment und Mitglied der High-Level Expert Group on Sustainable Finance der EU-Kommission. Vor allem im EU-Vergleich hinke Deutschland beim Thema nachhaltige Finanzwirtschaft hinterher, sagt Schmidt. Während Staaten wie Großbritannien oder Frankreich sich mit zahlreichen Entsandten an der Expertengruppe der EU-Kommission beteiligten, ist Schmidt der einzige Vertreter aus Deutschland. „Zu viele Akteure in den Finanzmärkten sehen Nachhaltigkeitskriterien immer noch als Einschränkung ihrer Zielsetzungen – vollkommen zu Unrecht“, sagt Schmidt. Vielmehr sei es lohnend und gehöre zur treuhänderischen Verantwortung, Nachhaltigkeit im sogenannten magischen Dreieck von Rendite, Risiko und Liquidität explizit und systematisch zu berücksichtigen. Mit den Sustainable Development Goals (SDGs) hat sich die Weltgemeinschaft dazu verpflichtet, Armut zu bekämpfen, die Umwelt zu schützen und Nachhaltigkeitsaspekte in allen Lebensbereichen und Entscheidungen in den Fokus zu rücken. Für Dustin Neuneyer, Head of Continental Europe von PRI Principles for Responsible Investment, geht es vor allem um die Frage, wie der Finanzsektor die UN-Nachhaltigkeitsziele umsetzen kann – auch in Deutschland. In den vergangenen elf Jahren haben mehr als 1.800 Unterstützer die PRI-Initiative unterzeichnet, ein ursprünglich von den Vereinten Nationen initiiertes Projekt. Damit ist rund die Hälfte der weltweit verfügbaren Gelder abgedeckt. Dies bedeutet aber nicht zugleich, dass die Hälfte aller Investitionen nach Nachhaltigkeitskriterien erfolgt. Auch Neuneyer bestätigt, Deutschland sei bei der nachhaltigen Finanzwirtschaft noch „unterentwickelt“. 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Bei dem „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ in Frankfurt kommen Politikvertreter/-innen, Wirtschafts- und Finanzexpert/-innen, Investor/-innen und Wissenschaftler/-innen zusammen. Das Bundesfinanzministerium hat die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen. Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir kommt, um ein Grußwort zu halten. Ziel der Veranstaltung ist es, die wichtigsten Aspekte für eine Agenda nachhaltiger Finanzwirtschaft in Deutschland aufzustellen und die Politik darauf aufmerksam zu machen. Aufgrund des großen Interesses ist die Veranstaltung bereits ausgebucht. Für alle Interessierten steht am 23.10.17 für die gesamte Dauer der Veranstaltung von 9 bis 18 Uhr ein Livestream auf www.h4sf.de zur Verfügung." ["post_title"]=> string(74) "Wie man eine nachhaltige Finanzwirtschaft in Deutschland vorantreiben kann" ["post_excerpt"]=> string(316) "Nachhaltigkeitskriterien finden bei Investoren, Unternehmen oder Kapitalgebern noch zu wenig Beachtung. 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Ansprechpartner für die Medien

Deutsche Börse AG Leticia Adam Leticia.adam@deutsche-boerse.com +49 69 2 11 1 2766 Rat für Nachhaltige Entwicklung Katja Tamchina katja.tamchina@nachhaltigkeitsrat.de Telefon: 030/338424-233" ["post_title"]=> string(111) "Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für nachhaltige Finanzwirtschaft" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(4) "open" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(111) "deutsche-boerse-und-rat-fuer-nachhaltige-entwicklung-beschliessen-kooperation-fuer-nachhaltige-finanzwirtschaft" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2018-01-04 12:08:29" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2018-01-04 11:08:29" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(40) "http://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=3887" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [6]=> object(WP_Post)#4672 (24) { ["ID"]=> int(2356) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2017-06-23 08:08:58" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2017-06-23 06:08:58" ["post_content"]=> string(5423) "

Mit einem Fachgespräch hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) die Diskussion um die Entwicklung einer nachhaltigen Finanzwirtschaft in Deutschland weiter angeschoben. Am 12. Juni hatte der Rat Expertinnen und Experten eingeladen, um einen offenen Austausch über die Ideen und Thesen eines im März publizierten “living documents” zum Thema zu ermöglichen.

Die Perspektive der Auftaktveranstaltung war dem Thema entsprechend breit angelegt. Die Anwesenden kamen aus Politik, Finanzindustrie und Zivilgesellschaft: Vertreterinnen und Vertreter des Bundesumwelt- und des Bundesfinanzministeriums sowie des Landes Nordrhein-Westfalen, aus Banken und anderen Finanzinstitutionen, den Bereichen Verbraucherschutz, Impact Investing und verschiedener finanzmarktnaher Non-Profit-Organisationen trafen in Berlin zusammen. Unter anderem nahm mit Michael Schmidt, Geschäftsführer der Deka Investment GmbH, ein Mitglied der „High-Level Expert Group on Sustainable Finance“ der EU teil. Er berichtete vom Diskussionsstand auf europäischer Ebene. Eine seiner Erkenntnisse: Andere Länder seien deutlich aktiver, wenn es darum gehe, die EU-Regulierung einer nachhaltigen Finanzwirtschaft mitzugestalten.

Kristina Jeromin von der Deutschen Börse informierte über den Stand der “Accelerating Sustainable Finance Initiative”, die die Deutsche Börse Ende Mai gemeinsam mit wichtigen Akteuren des Finanzplatzes Frankfurt gestartet hat. Die Initiative hat zum Ziel, den Finanzmarkt nachhaltiger zu gestalten. Mit der „Frankfurter Erklärung“ bezeugen die Unterzeichner ihre Absicht, Rahmenbedingungen einer nachhaltigen Finanzwirtschaft zu definieren und verschiedene Initiativen am Finanzplatz Frankfurt anzustoßen. Der Nachhaltigkeitsrat gehört zu den Unterzeichnern.

Wer übernimmt die Initiative?

Erste Anstöße, neuen Schwung in die Debatte über Co-Regulierungsprozesse für nachhaltige Finanzwirtschaft in Deutschland zu bringen, hatte der RNE bereits vor einigen Monaten gegeben – zunächst noch unter dem Schlagwort “Green Finance”. Im aktuellen Arbeitsprogramm des Rates liegt auf dem Thema ein Schwerpunkt. Das ehemalige Ratsmitglied Achim Steiner, seit dem 19. Juni Leiter des UN-Entwicklungsprogrammes (UNDP), und Ratsmitglied Alexander Bassen, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg, hatten dazu gemeinsam mit RNE-Generalsekretär Bachmann ein als “living document” angelegtes Diskussionspapier erstellt, das auch die Grundlage für das aktuelle Fachgespräch bot.

Das Papier war seit März 2017 bereits unter anderem auf der PAGE-Konferenz, im Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung und auf der RNE-Jahreskonferenz präsentiert worden. Ein zentraler Gedanke darin: in Deutschland einen “Hub for Sustainable Finance” zu gründen, über den die vielen Akteure zusammenarbeiten können. “Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dahin war das Expertengespräch ”, sagte Alexander Bassen , als er die zentralen Ergebnisse der Veranstaltung zusammenfasste.

Im ersten Schritt ging es darum, eine gemeinsame Diskussionsgrundlage zu schaffen: Die Ergebnisse der Runde dienen dazu, das “living document" zu konkretisieren, zu verbessern und zu ergänzen, einige Probleme klarer zu definieren und mögliche Hebel zu prüfen, um das Thema weiter vorantreiben zu können. Die Frage, wer in den kommenden Monaten am besten die Initiative ergreifen sollte, wurde diskutiert und wird Gegenstand weiterer Gespräche mit verschiedenen Akteuren in den nächsten Wochen sein.

Wie Sie sich am öffentlichen Dialog beteiligen können

Im Nachgang an das Fachgespräch wurde das Diskussionspapiers weiterentwickelt. Die neue Fassung vom 22.06.2017 ist auf der Webseite des RNE veröffentlicht, Interessierte sind herzlich eingeladen, diese in einer Konsultationsphase bis zum 15. September zu kommentieren und aus ihrer jeweiligen Perspektive konstruktiv weiterzuentwickeln. Stellungnahmen können bis zum Ablauf der Frist mit dem Betreff „living document Sustainable Finance“ an Yvonne Zwick (yvonne.zwick@nachhaltigkeitsrat.de) gesandt werden.

Gleichzeitig wird der RNE das Gespräch mit Vertretern der Deutschen Börse suchen, um die parallel laufenden Initiativen der beiden Organisationen zusammenzubringen. Wie Alexander Bassen in seinem Fazit am Ende des Tages sagte: „Wir haben uns im 'living document' ehrgeizige Ziele gesetzt. Wenn es uns gelingt, einen Hub auf den Weg zu bringen, der die verschiedenen Kompetenzen und Interessen bündelt, wird er die Entwicklung zu mehr Nachhaltigkeit der Kapitalmärkte langfristig begleiten und vorantreiben."

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ISS-oekom gibt Unternehmen bessere Noten

ISS-oekom wiederum stellt fest, dass Unternehmen in Industrieländern im fünften Jahr in Folge nachhaltiger wirtschaften. Sie schneiden immer besser ab, betrachtet man ihre Leistungen im Umweltbereich, bei Sozialstandards und in der verantwortungsvollen Unternehmensführung, kurz CSR vom englischen Corporate Social Responsibility. Von 3.800 von ISS-oekom untersuchten Unternehmen erzielen 43,6 Prozent moderate CSR-Ratings, das sind erstmals mehr als die Unternehmen, die schlecht abschneiden. Alles erfreulich, aber auch hier sei der Wandel zu langsam: „Wenn es in dem Tempo weitergeht, dann sind wir in 100 Jahren durch“, sagt Pex. Hinzu kommt eine dritte positive Entwicklung: Mittlerweile veröffentlichen deutschlandweit 360 Unternehmen Berichte nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex, rund ein Drittel kam erst seit Anfang des Jahres hinzu. Das Wachstum hängt mit politischer Regulierung zusammen: Seit dem Geschäftsjahr 2017 gibt es eine EU-weite CSR-Berichtspflicht für Unternehmen ab einer bestimmten Größe. Trotz allem scheint eine Grundsatzfrage noch lange nicht beantwortet, die Alexander Bassen stellte, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung: „Wie gestalte ich einen Kapitalmarkt, der nachhaltig ist? Geht das überhaupt?“, fragt er. Das Thema Sustainable Finance habe sich vor allem auf europäischer Ebene dynamisch entwickelt. Erst im März hat die EU-Kommission ihren Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen vorgelegt und am 24. Mai erste Schritte zur Umsetzung präsentiert – etwa einen Vorschlag, wie künftig der CO2-Fußabdruck von Unternehmen einheitlich gemessen werden kann. In Deutschland versucht der im vergangenen Jahr von der Deutschen Börse und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung gegründete Hub for Sustainable Finance (H4SF), die verschiedenen Initiativen und Akteure zu vernetzen.

Grünes im Immobiliensektor

Wie wichtig solche politischen Vorgaben wie die der EU sind, zeigt Thies Grothe, der als Abteilungsleiter Grundsatzfragen der Immobilienpolitik beim ZIA, dem Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, auch für Nachhaltigkeit zuständig ist. Beim ZIA schaue man genau auf die Reformen aus Brüssel. Die hätten massiven Einfluss auf die Bewertung und Finanzkraft von Immobilien. Noch allerdings gebe es beim Verband keine Zahlen, wie die Mitglieder mit Nachhaltigkeit umgehen. „Aber wir hören immer häufiger, dass Investoren nach grünen Bausteinen im Rahmen eines Investments nachfragen – und etwa wissen wollen, welche Rohstoffe in einer Immobilie verbaut werden.“ Woran es insgesamt fehlt, um die Wirtschaft und Finanzmärkte schnell genug auf einen nachhaltigen Pfad zu bringen, dazu gab es verschiedene Ansichten. Neben der immer wieder geäußerten Kritik, in Deutschland nehme die Politik das Thema Sustainable Finance nicht wichtig genug, gab es aus dem Publikum auch neue Ideen. So regte eine Zuschauerin an, die Akteure im H4SF sollten sich mit Graswurzelbewegungen wie Fossil Free und anderen Kampagnen vernetzen, die Druck machen, dass öffentliche Gelder nicht mehr in fossile Energien investiert werden. Ein anderer zeigte sich überrascht, dass der Fokus der Arbeit immer noch auf der traditionellen Finanzwirtschaft liege. „Wer weiß, ob die Deutsche Bank in fünf Jahren noch existiert“, so das Statement. Er verwies auf Alternativen wie Crowdfunding, das Revival der Genossenschaften und Startups im Finanzsektor, die mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz die Branche umkrempeln könnten. Eine andere Zuhörerin verwies auf die über 1.000 Bürgerenergiegenossenschaften in Deutschland und die globale Gemeinwohlökonomie als potentielle Verbündete. Ein anderer Zuhörer monierte, das Thema Sustainable Finance würde in der Zivilgesellschaft auf fast kein Interesse stoßen – was auch fehlenden politischen Reformwillen in Deutschland mit erkläre. Pex hatte dazu auch Zahlen: 91 Prozent des Volumens nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland sind öffentliche Gelder, nur neun Prozent privat. „Nachhaltiges Investieren ist weiterhin kaum im Privatgeschäft angekommen – leider“, sagte Pex. Das Thema Sustinable Finance geht also alle an, nicht nur Wirtschaft und Politik." ["post_title"]=> string(58) "Was der nachhaltigen Finanzwirtschaft in Deutschland fehlt" ["post_excerpt"]=> string(330) "Die Nachhaltige Finanzwirtschaft in Deutschland wächst immer schneller und dennoch zu langsam, berichteten Expertinnen und Experten auf der Jahreskonferenz des RNE. Schneller könnte es gehen, wenn nicht nur Politik und Wirtschaft aktiver werden – sondern die vielen Akteure aus der Zivilgesellschaft besser eingebunden werden." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(58) "was-der-nachhaltigen-finanzwirtschaft-in-deutschland-fehlt" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2018-06-22 16:13:53" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2018-06-22 14:13:53" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(41) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=9825" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } ["comment_count"]=> int(0) ["current_comment"]=> int(-1) ["found_posts"]=> string(1) "7" ["max_num_pages"]=> float(1) ["max_num_comment_pages"]=> int(0) ["is_single"]=> bool(false) ["is_preview"]=> bool(false) ["is_page"]=> bool(false) ["is_archive"]=> bool(true) ["is_date"]=> bool(false) ["is_year"]=> bool(false) ["is_month"]=> bool(false) ["is_day"]=> bool(false) ["is_time"]=> bool(false) ["is_author"]=> bool(false) ["is_category"]=> bool(false) ["is_tag"]=> bool(true) ["is_tax"]=> bool(false) ["is_search"]=> bool(false) ["is_feed"]=> bool(false) ["is_comment_feed"]=> bool(false) ["is_trackback"]=> bool(false) ["is_home"]=> bool(false) ["is_404"]=> bool(false) ["is_embed"]=> bool(false) ["is_paged"]=> bool(false) ["is_admin"]=> bool(false) ["is_attachment"]=> bool(false) ["is_singular"]=> bool(false) ["is_robots"]=> bool(false) ["is_posts_page"]=> bool(false) ["is_post_type_archive"]=> bool(false) ["query_vars_hash":"WP_Query":private]=> string(32) "a743979f765f1b8aaf084cef3b5f26c0" ["query_vars_changed":"WP_Query":private]=> bool(false) ["thumbnails_cached"]=> bool(false) ["stopwords":"WP_Query":private]=> NULL ["compat_fields":"WP_Query":private]=> array(2) { [0]=> string(15) "query_vars_hash" [1]=> string(18) "query_vars_changed" } ["compat_methods":"WP_Query":private]=> array(2) { [0]=> string(16) "init_query_flags" [1]=> string(15) "parse_tax_query" } }