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ISS-oekom gibt Unternehmen bessere Noten

ISS-oekom wiederum stellt fest, dass Unternehmen in Industrieländern im fünften Jahr in Folge nachhaltiger wirtschaften. Sie schneiden immer besser ab, betrachtet man ihre Leistungen im Umweltbereich, bei Sozialstandards und in der verantwortungsvollen Unternehmensführung, kurz CSR vom englischen Corporate Social Responsibility. Von 3.800 von ISS-oekom untersuchten Unternehmen erzielen 43,6 Prozent moderate CSR-Ratings, das sind erstmals mehr als die Unternehmen, die schlecht abschneiden. Alles erfreulich, aber auch hier sei der Wandel zu langsam: „Wenn es in dem Tempo weitergeht, dann sind wir in 100 Jahren durch“, sagt Pex. Hinzu kommt eine dritte positive Entwicklung: Mittlerweile veröffentlichen deutschlandweit 360 Unternehmen Berichte nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex, rund ein Drittel kam erst seit Anfang des Jahres hinzu. Das Wachstum hängt mit politischer Regulierung zusammen: Seit dem Geschäftsjahr 2017 gibt es eine EU-weite CSR-Berichtspflicht für Unternehmen ab einer bestimmten Größe. Trotz allem scheint eine Grundsatzfrage noch lange nicht beantwortet, die Alexander Bassen stellte, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung: „Wie gestalte ich einen Kapitalmarkt, der nachhaltig ist? Geht das überhaupt?“, fragt er. Das Thema Sustainable Finance habe sich vor allem auf europäischer Ebene dynamisch entwickelt. Erst im März hat die EU-Kommission ihren Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen vorgelegt und am 24. Mai erste Schritte zur Umsetzung präsentiert – etwa einen Vorschlag, wie künftig der CO2-Fußabdruck von Unternehmen einheitlich gemessen werden kann. In Deutschland versucht der im vergangenen Jahr von der Deutschen Börse und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung gegründete Hub for Sustainable Finance (H4SF), die verschiedenen Initiativen und Akteure zu vernetzen.

Grünes im Immobiliensektor

Wie wichtig solche politischen Vorgaben wie die der EU sind, zeigt Thies Grothe, der als Abteilungsleiter Grundsatzfragen der Immobilienpolitik beim ZIA, dem Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, auch für Nachhaltigkeit zuständig ist. Beim ZIA schaue man genau auf die Reformen aus Brüssel. Die hätten massiven Einfluss auf die Bewertung und Finanzkraft von Immobilien. Noch allerdings gebe es beim Verband keine Zahlen, wie die Mitglieder mit Nachhaltigkeit umgehen. „Aber wir hören immer häufiger, dass Investoren nach grünen Bausteinen im Rahmen eines Investments nachfragen – und etwa wissen wollen, welche Rohstoffe in einer Immobilie verbaut werden.“ Woran es insgesamt fehlt, um die Wirtschaft und Finanzmärkte schnell genug auf einen nachhaltigen Pfad zu bringen, dazu gab es verschiedene Ansichten. Neben der immer wieder geäußerten Kritik, in Deutschland nehme die Politik das Thema Sustainable Finance nicht wichtig genug, gab es aus dem Publikum auch neue Ideen. 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