Gerald Haug ist Klimaforscher, Geologe und Paläo-Ozeanograph aus Karlsruhe. Er untersucht, wie sich das Klima über Jahrtausende und sogar Jahrmillionen entwickelt hat. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Ursachen von Klimaveränderungen und Schwellenwerten, bei deren Überschreiten sich das Klimasystem abrupt verändert. Besonders wichtig sind dabei Erkenntnisse aus der Paläoklimaforschung, die frühere Klimabedingungen rekonstruiert und so hilft, die Dynamik des heutigen Klimas besser zu verstehen.
Haug und sein Team konnten zeigen, dass während der Eiszeiten eine stabilere physikalische Schichtung der Wasseroberfläche im subarktischen Nordpazifik und im Südozean rund um die Arktis die biologische Aktivität verringerte. Solche Prozesse liefern wichtige Hinweise darauf, wie empfindlich das Klimasystem auf Veränderungen reagiert.
Von großer Bedeutung ist dabei die Frage, ob abrupte Klimaveränderungen umkehrbar sind. Angesichts schnell steigender Treibhausgaskonzentrationen und der menschengemachten globalen Erwärmung sind diese Erkenntnisse entscheidend, um zukünftige Klimaszenarien besser einschätzen zu können.
Darüber hinaus untersucht Haug die Wechselwirkungen zwischen Klima und menschlichen Kulturen. So konnte er anhand von Sedimentkernen vor der Küste Venezuelas historische Dürreperioden nachweisen, die zeitlich mit dem Niedergang der Maya-Kultur zusammenfielen. Auch für andere Regionen und Epochen fand er Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Klimaveränderungen und gesellschaftlicher Entwicklung – etwa zwischen der Intensität des Monsuns und der Geschichte chinesischer Dynastien.
Im Januar 2026 wurde er von Bundeskanzler Friedrich Merz in den Rat für Nachhaltige Entwicklung berufen. Dessen Mitglieder wählten ihn im Februar 2026 zum Vorsitzenden des Nachhaltigkeitsrates.
Lebenslauf
Detaillierter Lebenslauf von Prof. Dr. Gerald H. Haug zum Download (PDF, 110 KB)
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