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Chinesische und deutsche Nachhaltigkeitsakteure trafen sich diesen Sommer zum Austausch: Bei dem Ende Juni in Peking von TÜV Rheinland organisierten chinesisch-deutschen Nachhaltigkeitsgipfel „Sino-German Sustainability Summit“ sowie einem Business-Roundtable am Folgetag ging es um drängende Fragen der Nachhaltigkeit sowie mögliche gemeinsame Beiträge zur Agenda 2030. Das deutsche Unternehmensnetzwerk Econsense sowie der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) waren als Veranstaltungspartner vor Ort.

Schon seit Jahren veranstaltet der TÜV Rheinland in China regelmäßig Gipfel zu unterschiedlichen Themen, wie zum Beispiel Standardisierung oder Qualitätsmanagement. In diesem Jahr stand Nachhaltigkeit auf der Agenda. Aus diesem Grund holte der TÜV Rheinland neben dem RNE etwa auch das Unternehmensnetzwerk Econsense, das Sino-German Sustainability Center (organisiert beim GIZ-Büro in Peking) sowie die Agentur Schlange & Co als Unterstützungsorganisatoren mit an Bord.

Auch zwei Mitglieder der RNE-Geschäftsstelle nahmen an dem Treffen von insgesamt etwa 260 chinesischen und deutschen Nachhaltigkeitsakteurinnen und -akteuren teil: Yvonne Zwick, stellvertretende RNE-Generalsekretärin und Leiterin des Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK), sowie Florian Harrlandt, wissenschaftlicher Referent.

Ergiebiger Austausch

Am ersten Tag moderierte Yvonne Zwick ein Panel zum Thema Sustainable Finance, am Nachmittag einen Workshop zu Transparenz und nachhaltiger Entwicklung. Florian Harrlandt hielt einen Inputvortrag zum DNK. „Interessant waren auch die persönlichen Gespräche, die uns einen Einblick in die Herausforderungen vor Ort in China gegeben haben“, sagte Harrlandt. So würde beispielsweise die Verbindung individueller gesunder Lebensstile zu Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene kaum gesehen.

Am zweiten Tag fand sich ein kleinerer Kreis zu einem Roundtable-Gespräch zusammen. Dabei waren Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und der Zivilgesellschaft – darunter TÜV Rheinland, EY Germany, Global Compact Network China, Emerging Market Multinationals Network for Sustainability und econsense.

Anteil der KMU in beiden Länder hoch

Eine überraschende Erkenntnis aus den beiden Tagen: Deutschland und China stehen vor ganz ähnlichen Herausforderungen: „Es hat uns überrascht, wie viele Parallelen sich zwischen den deutschen und den chinesischen Wirtschaftsstrukturen ziehen lassen“, sagt Harrlandt. Yvonne Zwick ist daher überzeugt davon, dass die Gespräche der Auftakt für einen dauerhaften Austausch sind.

In beiden Staaten haben die großen Unternehmen zumeist bereits Ansätze erarbeitet, die zu einem nachhaltigen Wandel beitragen können. Aber ebenfalls in beiden Ländern ist der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an der Volkswirtschaft hoch, und für diese scheinen die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) oft noch ein abstraktes, politisches Konzept zu sein, zu dem sie wenig Anknüpfungspunkte finden. Sowohl Ya Yuan, als Consultant für den China Business Council for Sustainable Development (CBCSD) tätig, als auch David Wang, General Manager von RKS Ratings, legten im Rahmen des deutsch-chinesischen Austausches dar, dass eine fundierte Basis von Nachhaltigkeitsleistungen seitens Unternehmen in China bisher fehle.

Folgeveranstaltung in Deutschland möglich

„Eine ähnliche Problematik hat vor Jahren ja den RNE dazu motiviert, mit dem DNK ein strukturiertes Vorgehen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu ermöglichen“, sagt Florian Harrlandt – so sei es wenig erstaunlich, dass dieses Instrument ihre chinesischen Gesprächspartner interessiert habe.

Auch eine Reihe weiterer vom RNE bereits erprobter Angebote und Instrumente – wie der Nachhaltige Warenkorb, der Oberbürgermeisterdialog oder die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) – weckten Interesse bei den chinesischen Gesprächspartnerinnen und -partnern, die es für möglich halten, dass sie auch in China in angepasster Form Anwendung finden. Außerdem besteht auf beiden Seiten Interesse, den deutsch-chinesischen Austausch zu verstetigen und den nächsten „Sino-German Sustainability Summit“ in Deutschland zu veranstalten.

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Am Ende werden sie alle Beteiligten zur großen Ausstellung einladen – als Zeichen der Anerkennung. Sira Möller ist derzeit im Nachhaltigkeitsbüro, dem Green Office, der Universität Hildesheim zuständig für das Projekt „Your Goal – your Action“, es startet im Herbst 2019. Das Ziel sei, so Möller, Studierende, die Ideen haben um den sozial-ökologischen Wandel an der Hochschule oder in ihrer Stadt voranzubringen, zu unterstützen. Mit Informationen. Mit persönlicher Beratung. Und mit Wertschätzung.

Die Tafel Schokolade, die Flasche Cola, der Müsliriegel aus dem Automaten in den Unigebäuden sollen durch Bio- und Fairtrade-Produkte ersetzt werden? Die Busanbindung zum Campus außerhalb der Stadt soll verbessert werden? „Das sind gute, aber viel zu große Aufgaben, die sich Studierende oft stellen“, sagt Möller. Die Verträge mit den Snackanbietern liefen über viele Jahre, für Busunternehmen lohne sich die Fahrt spät abends nicht mehr. Das mache es schwer – und den Frust später groß bei jenen, die etwas auf die Beine stellen wollten.

Oft fehlt Zeit und Geld

Das Problem für Studierende ist nicht anders als für viele andere Engagierte. Möller erklärt, der Aufwand für ein Projekt sei oft größer als gedacht. Geld oder Zeit fehlten. Selbst einen Raum für ein Treffen aller Beteiligten zu finden, könne schon anstrengend sein. An Wertschätzung mangele es zumeist auch.

Das soll sich nun mit „Your Goal – your Action“ ändern. Der Name bezieht sich auf die 17 Sustainable Development Goals (SDGs), die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Das Projekt steht beispielhaft dafür, wie sich Bildung für nachhaltige Entwicklung vor Ort verankern lässt. Interessant ist der Weg dahin.

Alles beginnt im Jahr 2015. Die UNESCO startet das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung. Im selben Jahr richtet die Bundesregierung eine Nationale Plattform ein, um die Umsetzung in Deutschland voranzubringen. Die verabschiedet zwei Jahre später einen Nationalen Aktionsplan. Als Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und Mitglied der Plattform sagt Marlehn Thieme unter anderem zu, einen Jugendwettbewerb zur Bekanntmachung der SDGs auf den Weg zu bringen. Kurz darauf startet der RNE den Bildungswettbewerb „Zukunft, fertig, los!“. Er wird zur Chance für Möller und ihre Mitstreitenden von der Uni Hildesheim.

„Wir wollen gemeinsam mit unseren Studierenden die 17 SDGs zum Leben erwecken und sie aus ihrem theoretischen Darstellungskosmos befreien“, schreiben sie in ihre Bewerbung. Die kommt bei der Expertenjury gut an, die aus knapp 100 Ideen die besten heraussuchen muss. Also laden sie Möller genau wie 21 andere Bewerber zum „SDG-Speed-Dating“ nach Berlin ein. 15-mal, 5 Minuten – so stellt die Hildesheimerin dort die Idee von „Your Goal – your Action“ 15 potenziellen Förderinnen und Förderern aus Stiftungen, Unternehmen und Politik vor. Es „war heftig, aber lehrreich“, meint Möller. Und sie überzeugt.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt lädt sie wenig später nach Osnabrück, sie gehen das Projekt nochmal im Einzelnen durch, fügen zum Beispiel noch die Begleitforschung ein. Danach bekommt Möller die Zusage für die Förderung.

UNESCO verlängert Aktionsprogramm

Für die Studierenden an der Universität Hildesheim heißt das: Ab Oktober werden sie eine extra Ansprechperson im Green Office für ihre Projektideen finden. Welchen Rat sie geben könnte, wenn es etwa um die Busanbindung geht? „Dass es einfacher sein könnte, den Weg erst einmal für Radfahrende attraktiver zu machen – mit Fahrradstationen und Servicepoints mit Luftpumpe und Werkzeug für kleine Reparaturen“, sagt Möller. Die Mitarbeitenden des Büros werden obendrein ein digitales Lernprogramm zum Projektmanagement aufbauen. Darin wird zum Beispiel stehen, dass es wichtig ist, ein klares Ziel zu formulieren.

Möller rechnet damit, „dass jährlich bis zu 30 Projekte entwickelt und damit insgesamt 2400 Leute erreicht werden.“ Alle Initiativen, die in den drei Jahren entstanden sind, werden präsentiert und die besten ausgezeichnet. Außerdem soll ein Leitfaden erarbeitet werden für alle Hochschulen, die „Your Goal - your Action“ nachahmenswert finden.

Das Projekt darf Schule machen. Die UNESCO hat ihr Weltaktionsprogramm zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung gerade erst bis zum Jahr 2030 verlängert. Die Nachhaltigkeitsziele und die Frage, wie die Bereitschaft der Gesellschaft für den notwendigen Wandel gestärkt werden kann, sollen dabei stärker in den Mittelpunkt rücken. Offiziell gestartet wird die Verlängerung mit einer Auftakt-Konferenz im kommenden Jahr in Berlin.

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Was ist beschlossen worden?

Derzeit lediglich eine Empfehlung, die aber wegweisend sein dürfte. Es geht um die Frage, wie Investoren und Firmen erkennen können, was eine ökologisch nachhaltige Geldanlage ist. Dazu gibt es keine in der EU einheitliche Definition, was zur Gefahr von „Greenwashing“ führt. Das hat die Technical Expert Group on Sustainable Finance, kurz TEG, jetzt geändert. Die EU-Kommission hatte sie, bestehend aus 35 Expertinnen und Experten, im Juli 2018 eingesetzt. Sie hat nun für 67 ökonomische Aktivitäten definiert, wie sie nachhaltig umgesetzt werden können. Und zwar in den Sektoren Landwirtschaft, Forstmanagement, Produktion, Energie, Mobilität, Wasser und Abfälle, Gebäude sowie Informations- und Telekommunikationstechnologie. Blandine Machabert ist Analystin beim internationalen Investorennetzwerk PRI, das an der Definition mitgearbeitet hat. Sie sagt: „Es geht bei der Taxonomie um eine gemeinsame Sprache in der Finanzwelt.“ Also darum, dass künftig klar ist: wovon ist die Rede, wenn jemand behauptet, eine Geldanlage sei nachhaltig.

Was heißt das konkret an einem Beispiel?

Angenommen, ein Investor will möglichst klimaschonende Stahlproduktion finanzieren, nach welchen Kriterien richtet er sich da? Die Antwort findet sich auf Seite 49 des „Taxonomy Technical Report“ der TEG: Da steht, nachhaltige Herstellung von Stahl oder Eisen gehe derzeit auf zwei Arten: Entweder, man orientiert sich in Sachen Treibhausgasemissionen an den jeweils besten Produktionsstätten auf dem Markt. Oder man fokussiert sich auf die ebenfalls als nachhaltig geltende Aufarbeitung von Alteisen. Die Taxonomie gibt dabei konkret an, wie viel Klimagase (CO2 und andere) pro Tonne Stahl maximal emittiert werden dürfen. Die Werte sollen aber künftig überarbeitet werden, und zwar sobald Technologien kommerziell verfügbar sind, die einen echten Durchbruch bei der Emissionsminderung bedeuten. Beispielsweise die direkte Elektrolyse von Roheisen. Oder, indem CO2 bei der Stahlproduktion mittels „Carbon Capture and Storage“ abgeschieden und unterirdisch gespeichert wird. Das PRI nennt als weiteres Beispiel PKW: Autos, die weniger als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, tragen laut Taxonomie substantiell zum Kampf gegen den Klimawandel bei.

Was ist mit anderen Umweltkriterien außer CO2-Ausstoß und was ist mit Sozialstandards?

Zwei Grundprinzipien bilden das Fundament der Taxonomie. Erstens müssen Investitionen in einem von sechs Bereichen des Umweltschutzes einen Beitrag leisten: Bekämpfung oder Anpassung an den Klimawandel, Schutz von Wasser und Meeren, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft samt Recycling und Müllvermeidung, Vermeidung von Umweltverschmutzung oder der Schutz von Ökosystemen. Und zweitens dürfen die Investitionen keinem der sechs Umweltzielen zuwiderlaufen. So gab es lange eine Diskussion darüber, ob es nachhaltig sei, Kohlekraftwerke effizienter zu machen oder Atomkraftwerke zu bauen. Beides kann theoretisch den CO2-Ausstoß senken. Die Nutzung von Kohle verstößt aber gegen die Idee einer grundsätzlichen Transformation der Wirtschaft, die Nutzung der Atomkraft im Falle einer Havarie eigentlich allen Zielen. Deshalb gilt nun: Investitionen in Kohle und Atomkraft gelten in der EU als nicht nachhaltig. Bei sozialen Kriterien gibt es noch einen Dissens: Die TEG schlägt hier vor, dass alle Investitionen mindestens die sogenannten ILO-Kernarbeitsnormen einhalten müssen. Das EU-Parlament fordert hier als Mindeststandard die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, die als strenger gelten.

Wie verpflichtend ist die Taxonomie?

Sie ist nicht für alle Marktteilnehmenden verpflichtend. Sie ist auch kein Siegel oder Label für nachhaltige Geldanlagen. Das soll es allerdings auch geben, auch hier hat die TEG einen Vorschlag vorgestellt, für den die Taxonomie die Grundlage bildet. Die Taxonomie ist auch noch nicht endgültig verabschiedet – bis September können Interessierte noch Feedback einreichen. Zudem ist das Mandat der Expertinnen und Experten bis Ende des Jahres verlängert worden. Sie sollen unter anderem Guidelines erarbeiten, wie Investoren die Taxonomie auch praktisch anwenden können. Außerdem muss man wissen, dass die TEG ihre Vorschläge im Auftrag der EU-Kommission erarbeitet hat. Die Taxonomie ist die erste von zehn Maßnahmen eines Plans der EU, mit dessen Hilfe die Finanzmärkte dazu gebracht werden sollen, in die Agenda 2030 und die Pariser Klimaschutzziele zu investieren. Verhandelt werden diese Maßnahmen zwischen Parlament, Rat und Kommission. In Sachen Taxonomie haben bisher Kommission und Parlament ihre Positionen festgelegt. Der Rat, also die EU-Mitgliedsstaaten, sind gerade noch dabei. Erst dann beginnen die eigentlichen Verhandlungen, der sogenannte Trilog. Die Arbeit der TEG-Expertinnen und Experten ist dabei die einzige, die über Grundsatzfragen hinaus auch Details zu nachhaltigen Geldanlagen definiert, wie in den Beispielen oben ausgeführt. Deshalb wird sie Grundlage der späteren Richtlinie sein. Unklar ist dennoch, wie verpflichtend die Taxonomie sein soll. Müssen also alle, die behaupten, eine „nachhaltige“ Geldanlage anzubieten, diese allgemeine EU-Definition zugrunde legen? Hier hat etwa der EU-Ministerrat noch keine Position. Einige Experten glauben, dass sich die Taxonomie als de-facto-Standard auch ohne verpflichtende Anwendung durchsetzen wird. Das heißt, wenn ein Fondsmanager künftig eine Anlage als nachhaltig zu verkaufen versucht, aber gleichzeitig einräumen muss, dass er sich nicht um die EU-Definition für nachhaltige Geldanlagen schert, dann wird er schlicht keine Käufer finden.

Gibt es auch Kritik an der Arbeit der TEG?

Ja, die gibt es. Sie stammt beispielsweise von dem Grünen EU-Abgeordneten und Finanzexperten Sven Giegold und bezieht sich auf den Green Bonds Standard, also dem geplanten Siegel für nachhaltige Geldanlagen. „Der Vorschlag für einen EU-Standard für grüne Anleihen bringt keinen Mehrwert. Die Empfehlungen der Experten sind enttäuschend“, schreibt Giegold. Seine Begründung: Ein Versicherungsmanager, ein Rentenfonds, eine Investmentfirma oder wer auch immer die Taxonomie anwendet, muss nicht offenlegen, in welche konkreten Projekte er Geld steckt. In den Vorschlägen der TEG ist auf Seite 62 ausgeführt, was praktisch passieren könnte, wenn die Taxonomie angewendet wird: Demnach müssten Finanzmarktakteure genau erläutern, wie sich Produkte, die als nachhaltig verkauft werden, zur Taxonomie verhalten. Sie müssten ihre Strategie erläutern, wie sie die ökologische Nachhaltigkeit ihrer Investitionen sicherstellen. Trotzdem wäre es ihnen erlaubt, auch in Firmen oder Projekte zu investieren, die laut der neuen EU-Definition nicht nachhaltig sind. Grüne Finanzprodukte müssten ein Minimum an Investitionen enthalten, die laut Taxonomie nachhaltig sind und aufzeigen, wie hoch deren Prozentsatz ist: Laut EU-Taxonomie 30 Prozent nachhaltig, zum Beispiel. Eine Pflicht, die konkreten Firmen und Projekte offenzulegen, gibt es aber nicht. Die bleiben das Geschäftsgeheimnis der Anbieter grüner Finanzprodukte. Für Giegold ist das ein großes Ärgernis. Er glaubt, nur mit Transparenz könne Europa das Vertrauen umweltbewusster Investoren gewinnen und einen weltweiten Standard setzen." ["post_title"]=> string(70) "Experten legen EU-weite Definition für nachhaltige Finanzprodukte vor" ["post_excerpt"]=> string(346) "Was ist eine nachhaltige Geldanlage? Die Antwort auf diese Frage ist wichtig, um Klimaschutz und Agenda 2030 voranzutreiben. Über ein Jahr arbeiteten Expertinnen und Experten der Technical Expert Group on Sustainable Finance aus Finanzwirtschaft, Wissenschaft und NGOs im Auftrag der EU-Kommission an den Kriterien. Jetzt liegt das Ergebnis vor." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(70) "experten-legen-eu-weite-definition-fuer-nachhaltige-finanzprodukte-vor" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-07-22 11:36:08" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-07-22 09:36:08" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=16993" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [3]=> object(WP_Post)#6739 (24) { ["ID"]=> int(16956) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2019-07-15 13:28:31" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-07-15 11:28:31" ["post_content"]=> string(6196) "Rund 198 Millionen Jeans sind im Jahr 2018 nach Deutschland importiert worden. Im Schnitt kauft jeder Deutsche etwa fünf Kleidungstücke im Monat, 60 im Jahr, trägt sie aber nur noch halb so lang wie vor 15 Jahren. Mode wird zur Wegwerfware. Dieses Geschäftsmodell – Fast Fashion - wollen viele nicht mehr mitmachen. Designer und andere Kreative denken Mode, Materialien, den Umgang mit Kleidung, neu. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung will sie fördern – mit dem Ideenwettbewerb „Modekultur, Textilien und Nachhaltigkeit“, um Gegenmodelle zum herkömmlichen Modezirkus zu entwickeln. Denn: Was heute Trend ist, wird morgen schon wieder aussortiert. Früher habe es drei bis vier Kollektionen im Jahr gegeben, zu jeder Jahreszeit etwa eine, heute werfe manche Modekette fast im Wochentakt eine neue Kollektion mit anderen Schnitten, Farben, Designs auf den Markt, erklärt Thomas Ahlmann vom Dachverband Fairwertung, einem Netzwerk gemeinnütziger Altkleidersammler. Den Kunden werde immer öfter ein neues Einkaufserlebnis versprochen.

Rekordverdächtig: Kleidung wegwerfen

Die Textilproduktion weltweit hat sich von 2000 bis 2014 verdoppelt. Pro Jahr werden mehr als hundert Milliarden Kleidungsstücke hergestellt, was einem Umsatz von etwa 1,6 Billionen Euro entspricht. Die Zahlen hat Greenpeace 2017 in einem Report zusammengestellt, einen besseren Überblick hat derzeit kaum jemand. Doch es wird nicht nur rekordverdächtig viel gekauft, sondern auch ähnlich viel weggeschmissen. Schon jetzt landeten pro Jahr etwa eine Million Tonnen Kleider in den Containern, sagt Ahlmann. Das entspräche bereits „den Ladungen einer LKW-Schlange von Kiel bis Innsbruck“. Doch die Mengen stiegen seit Jahren kontinuierlich. Mittlerweile komme bei seinem Netzwerk so viel an, teils auch von so schlechter Qualität, dass nicht alles wiederverwertet werden könne. Der schnelle Modezyklus hat seinen Preis: Die Löhne sind oft gering, meistens sind es Frauen, die in Asien zum Beispiel an einem 16 Stunden-Tag unter 2 Euro verdienen. Die Bekleidungsindustrie verursacht dabei mehr Treibhausgase als alle internationalen Flüge und Schiffe zusammen. Sie ist ein Ressourcenfresser.

8000 Liter Wasser pro Jeans

Beispiel Baumwolle: Für eine konventionelle Jeans, 800 Gramm schwer, werden rund – die genaue Zahl hängt von der Bewässerungsmethode ab - 8000 Liter Wasser benötigt. Der Baumwollanbau sei, so heißt es beim Umweltbundesamt, zum Beispiel verantwortlich für die Austrocknung des Aralsees. Gelegen an der Grenze zwischen Kasachstan und Usbekistan, war er früher der viertgrößte Binnensee der Erde. Zudem würden sehr viele Spritzmittel eingesetzt: „Circa 14 Prozent des weltweiten Insektizidmarktes und circa 5 Prozent des Pestizidmarktes“, gibt die Behörde an, seien dem Baumwollanbau zuzuschreiben. Obendrein werde für die Herstellung von einem Kilo Textil bis zu ein Kilo Chemikalien eingesetzt. Baumwolle ist der bedeutendste Textilrohstoff, doch nimmt der Anteil von Polyester zu. Die Kunstfaser wird aus Erdöl hergestellt, ist vergleichsweise billig, aber besonders klimaschädlich. Die CO2-Emissionen sind, so rechnet Greenpeace vor, „fast dreimal so hoch wie für Baumwolle. Im Jahr 2000 wurden weltweit noch 8,3 Millionen Tonnen Polyester aus Erdöl für Kleidung verwendet. Gut 15 Jahre später war die Menge um rund 157 Prozent angestiegen. Das bringt ein weiteres Problem mit sich. Bei jeder Wäsche brechen winzige Kunststoff-Fasern ab und werden als Mikroplastik-Partikel ins Wasser gespült. Viele legen sich ins Zeug, bringen Alternativen voran. Die einen eröffnen Geschäfte nur mit ökologischer und fairer Kleidung. Andere entwickeln ganz neue Fasern. Ein Team um die Professorin Andrea Kruse von der Universität Hohenheim produziert aus den unverzehrbaren Wurzelrüben von Chicorée Material für Strumpfhosen. So sollen Nylon und Perlon, aber auch andere Kunststoffe auf Erdölbasis ersetzt werden.

Schuhe aus Ananas

Schon heute gibt es Parka mit der Pflanzendaune Kapok, die den langen Fasern der Früchte des tropischen Kapokbaumes stammt, oder Schuhe aus Piñatex, Ananasleder gewonnen aus Blättern der exotischen Frucht, die üblicherweise weggeworfen werden. Nachhaltige Mode allerdings macht noch mehr aus, meint Greenpeace-Expertin und Autorin Kirsten Brodde: „Es geht darum, Kleidung wieder zu schätzen, mit ihr pfleglich umzugehen, sie zu reparieren, anders zu kombinieren und auch mal mit Freunden zu tauschen.“ Anders gesagt: Gesucht wird ein neuer Stil. Wer will, kann sich noch bis zum 18. August 2019 beim Ideenwettbewerb des Fonds Nachhaltigkeitskultur bewerben, um diesen neuen Stil mitzuprägen." ["post_title"]=> string(21) "Mode sucht neuen Stil" ["post_excerpt"]=> string(231) "Manche Textilkette bringt im Wochentakt eine neue Kollektion in die Regale. Doch Fast Fashion belastet die Umwelt. Die Arbeitsbedingungen sind oft schlecht. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung fördert Strategien zum Gegensteuern." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(21) "mode-sucht-neuen-stil" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-07-16 09:47:39" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-07-16 07:47:39" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=16956" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [4]=> object(WP_Post)#6738 (24) { ["ID"]=> int(16629) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2019-06-18 13:51:25" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-06-18 11:51:25" ["post_content"]=> string(8445) "Das Thema Plastik in der Umwelt wird mittlerweile sehr emotional diskutiert, was auch auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) zu spüren war: Da diskutierten Expertinnen und Experten Ideen, wie weniger Kunststoffe in die Natur gelangen. Teile des Publikums monierten am Ende, dass zu wenig davon gesprochen würde, generell weniger Verpackungen zu produzieren. Derzeit tut sich beim Thema Müllvermeidung einiges: Am 1. Januar 2019 ist in Deutschland ein neues Verpackungsgesetz in Kraft getreten. Es schreibt vor, dass ab 2019 58,5 Prozent, ab 2022 63 Prozent der Kunststoffverpackungsabfälle aus privaten Haushalten recycelt werden müssen. Derzeit liegt die Quote bei nur 36 Prozent. Die EU wiederum schreibt vor, dass ab 2025 zehn Millionen Tonnen Kunststoffrezyklate in neuen Produkten eingesetzt werden müssen, eine Verdreifachung des heutigen Wertes auf dann rund 20 Prozent. Das erfordert auch ein neues Design von Plastikverpackungen – die Recyclingfähigkeit muss dann gleich mitgedacht werden. Entsprechend diskutierte das Podium, was getan werden muss, um die neuen Regeln umzusetzen – und ob das überhaupt ausreicht für eine echte Plastikwende. Vertreten waren Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft: Katharina Istel, Plastikexpertin vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Helge Wendenburg, Vorsitzender im Normenausschuss Grundlagen des Umweltschutzes, Klaus Wittstock, BASF SE und Mitglied im Vorstand von PlasticsEurope Deutschland sowie Wolf Junker, Referatsleiter Ressourcen, Kreislaufwirtschaft, Geoforschung im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Normierung

Eines der großen Probleme des Recyclings ist, dass sich die vielen Arten von Kunststoffen in den Sortieranlagen der Recyclingunternehmen nicht sauber trennen lassen. Deshalb sind Rezyklate, also die gewaschenen und zu Granulaten aufgearbeiteten Verpackungen, nur bis zu einem bestimmten Grad sortenrein. Sie werden zu Möbeln oder Säcken für Gartenabfälle verarbeitet, kommen aber für viele Anwendungen, vor allem in Verbindung mit Lebensmitteln, nicht mehr in Frage. Ausnahmen bilden hier PET-Flaschen, die bereits vom Handel getrennt gesammelt werden – aus Ihnen können sogar wieder Flaschen im Lebensmittelbereich hergestellt werden. Seit Mai diesen Jahres führt etwa Lidl eine Wasserflasche aus komplett recycelten PET-Flaschen. Doch noch ist das eher die Ausnahme. „Ein großes Hindernis ist, dass es keine Normen für Rezyklate gibt. Momentan verhandelt jeder Aufbereiter einzeln mit der Industrie“, sagt Wendenburg. Derzeit arbeitet ein Normenausschuss an einer Standardisierung. „Für Anwender wäre es sinnvoll, eine DIN-Norm zu haben. Die könnte zu einem Markt führen, bei dem sich die Industrie sicher sein kann, Recycling-Stoffe einheitlicher Qualität zu bekommen“, sagt BASF-Mann Wittstock. Sein Verband PlasticsEurope arbeite an dieser Standardisierung mit.

Chemisches Recycling

Ein weiteres Problem des Recyclings ließe sich damit aber nicht lösen: „Wir müssen in den Bereich Lebensmittelkontaktzulassung. Außer für PET-Flaschen ist das kaum möglich, weil Verschmutzungen beim heute üblichen mechanischen Recycling durchgeschleppt werden“, sagt Wittstock. Er glaubt, hier könne nur chemisches Recycling helfen, bei dem verschiedenste Sorten Plastik durch starkes Erhitzen wieder in chemische Grundbestandteile zerlegt wird, aus dem sich wieder alle Kunststoffsorten herstellen lassen. Doch da gibt es auch Widerspruch: „Das Verfahren erfordert einen großen Energieaufwand und trägt ökologisch kaum“, sagt Istel vom Nabu. Wendenburg glaubt, in 10 bis 15 Jahren könnte das Verfahren funktionieren, sagt aber auch, der Energieaufwand sei „wahnsinnig hoch“. Deshalb müsse man bei jeder Anwendung von Plastik differenzieren. Sinnvoll könnte es für die hauchdünnen Folien von Fleischverpackungen sein, die nachweislich zu weniger Lebensmittelverschwendung führten, weil sie das Fleisch länger haltbar machten. Diese Kunststoffe lassen sich nur durch chemisches Recycling wiederverwerten.

Plastikverbote helfen nicht immer

„Plastik hat auch gute Eigenschaften. Es isoliert, auch Elektrizität, und lässt sich leicht formen und verarbeiten“, sagt Junker vom Bundesforschungsministerium. Schlimm sei allerdings Einwegplastik und die nicht materialgerechte Entsorgung. Bei dem Punkt waren sich alle Diskutierenden einig: Eine generelle Verteufelung von Plastik bringe nichts. Auch Istel vom Nabu sagte, Kunststoff sei nicht per se ein schlechter Rohstoff – und das Abfallentsorgungssystem in Deutschland funktioniere im Prinzip gut. Hierzulande kämen 1.500 Tonnen Plastik durch achtloses Wegwerfen in die Landschaft, aber eben 200.000 Tonnen ganz legal – als Zusatzstoff zu Düngemitteln, Abrieb aus Kleidung oder Reifen. Vor allem müsse man darauf achten, durch was Plastik ersetzt werde, sagte Istel: So sei es ein großer Erfolg, dass der Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland stark zurückgegangen sei. Aber bis heute gebe es keine Zahlen dazu, wie stark dadurch der Absatz von Papiertüten angestiegen sei – die seien nämlich nicht unbedingt umweltfreundlicher. Wendenburg betonte, Verpackungen aus Papier, Metall oder Glas hätten eine teilweise deutlich schlechtere Energiebilanz als solche aus Kunststoff. Wichtig sei deshalb, noch mehr Anwendungen zu verbieten, bei denen Verpackungen nur einmal genutzt werden. Die EU verbietet zwar demnächst Einweg-Plastikgeschirr, Einwegbecher allerdings nicht, da müsse man nachbessern.

Forschung: Das Projekt Marek

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat den Forschungsschwerpunkt „Plastik in der Umwelt – Quellen • Senken • Lösungsansätze“ aufgelegt und fördert im Zeitraum 2017 bis 2022 insgesamt 20 Verbundprojekte mit mehr als 100 beteiligten Institutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Behörden und Zivilgesellschaft. Anfang Juni veröffentlichte das Umweltbundesamt (UBA) einen Bericht, der eine ganze Reihe konkreter Gegenmaßnahmen enthält: So könne durch eine Revision der EU-Trinkwasserverordnung, die gerade ohnehin anstehe, das Problem von Kunststoffen in Kontakt mit Trinkwasser angegangen werden. Reifenabrieb, eine der größten Quellen von Plastik in der Umwelt, könne durch technische Neuerungen vermindert werden. Auch beim Recycling fehlt es noch an technologischen Lösungen. „Bisher ist Sortierung viel Handarbeit. Da muss teilweise manuell der Deckel vom Joghurtbecher abgenommen werden“, sagt Junker. Woran derzeit gearbeitet wird: Kunststoffe könnten mit fluoreszierenden Markern versehen werden, die etwa direkt in den Stoff gemischt werden oder mit aufgedruckt werde. Sortieranlagen könnten die Sorten dann automatisch erkennen und so wesentlich besser trennen. Drei Industrieunternehmen und zwei Forschungspartner arbeiten derzeit an dem „Marek“ genannten Projekt.

Preise und Mehrweg

Hilft es, Plastik zu verteuern, um die Endverbraucherinnen und -verbraucher zum Verzicht zu animieren? „Wenn Verbraucher davon überzeugt sind, dass etwas gut ist, dann kann man sie über monetäre Anreize erreichen“, sagt Junker. Das oft genannte Beispiel Plastiktüten in Supermärkten ließe sich durchaus auch auf andere Bereiche übertragen, glaubten die Diskutanten. Im Lebensmittelbereich müsse man darüber nachdenken, wie Plastikverpackungen mehrfach genutzt werden könnten, meint Wendenburg. Istel machte auf weitere, große Baustellen aufmerksam: Die Flut an nur einmal verwendeten Kartons, die der Internet-Versandhandel brachte, müsse dringend durch Pfandsysteme mit Mehrfachnutzung eingedämmt werden. Denn am Ende, darüber waren sich alle einig, ist die schlechteste Verpackung diejenige, die nur einmal genutzt wird." ["post_title"]=> string(30) "Was tun gegen die Plastikflut?" ["post_excerpt"]=> string(268) "Es gibt Wege, um die Umwelt von Kunststoffen zu entlasten. Sie reichen über Normierungen bis hin zu Verboten bestimmter Produkte. Darüber diskutierten vier Expertinnen und Experten auf der Jahreskonferenz des RNE. Teile des Publikums forderten radikaleres Umsteuern." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(29) "was-tun-gegen-die-plastikflut" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-07-23 10:07:10" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-07-23 08:07:10" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=16629" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [5]=> object(WP_Post)#6737 (24) { ["ID"]=> int(16617) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2019-06-18 12:11:54" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-06-18 10:11:54" ["post_content"]=> string(6608) "Reizwort oder Chancentreiber? An digitalen Technologien kommt heute keiner mehr vorbei. Aber so notwendig die Digitalisierung auch ist, sie wirft viele Fragen auf. Welche gesellschaftlichen Veränderungen ergeben sich aus ihr? Im Alltag, in Wirtschaft und Politik? Wie beeinflusst sie unser Leben in Deutschland, in Europa und international? Bei der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) führten Expertinnen und Experten kontroverse Debatten darüber, wie Digitalisierung neu gedacht werden und der Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte gelingen kann. Gesche Joost, Designforscherin und ehemalige Internetbotschafterin der Bundesregierung sowie kooptiertes RNE-Mitglied, warnte vor einer sich vertiefenden digitalen Spaltung. Nicht nur zwischen den Generationen, sondern auch zwischen den Geschlechtern, zwischen arm und reich, so Joost beim Themenforum Digitalisierung der Jahreskonferenz mit dem Titel „Zukunft zur Heimat machen“. Man müsse dringend in digitale Bildung investieren. Dies gelte nicht nur für junge Menschen, sondern bis ins hohe Alter. Inklusive und barrierefreie Digitalisierung müsse auf die politische Agenda. Auch dürfe Digitalisierung nicht nur unter ökonomischen Aspekten betrachtet werden. „Sie steht für eine Vision eines nachhaltigen Lebens“, sagte Joost. Bleibt das Problem der enorm großen Datenmengen. Ohne sie können digitale Geräte schlicht nicht arbeiten. Aber die Datenflüsse wecken Begehrlichkeiten. Welche Auswüchse die Auswertung von digitalen Informationen hat, zeigt das Beispiel China und das dort herrschende Sozialkreditsystem. Dieses digitale System überwacht und bewertet alle Bürgerinnen und Bürger.

Bereitschaft für das „große Ding“ zeigen

Was wollen wir für die Zukunft? Diese Frage ist für Maja Göpel, Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltfragen (WBGU), zentral, wenn es um die Digitalisierung geht. Der Beirat hat im April ein Papier veröffentlicht, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese Frage diskutierten. Göpel plädiert dafür, sehr viel „ideologiebefreiter“ über die Digitalisierung und gesellschaftliche Veränderungen zu sprechen. „Wir brauchen mehr Bereitschaft für das große Ding!“ Für sie spielen unterschiedlichste Aspekte in die Debatte hinein. „Es geht um Teilhabe, um Ressourcen, um solidarische Ökonomie, darum, Strukturen, die bisher griffen, zu überdenken“, sagt Göpel. Gleichzeitig dürften die vielen Ängste, die die Digitalisierung hervorriefe nicht außer Acht gelassen werden. Zum Beispiel, wenn es um die sozialverträgliche Gestaltung von Transformation gehe oder um den Verlust von Arbeitsplätzen. Eine kluge Digitalisierung sei alles das, was Nachhaltigkeit berücksichtige und ernst nehme, sagte Stephan Rammler, Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung GmbH. Dazu gehört für ihn, Technologierenditen nicht nur abzuschöpfen, sondern so wieder zu reinvestieren, dass soziale Innovationen oder Klimaschutz gefördert werden. Die Veränderungen seien immens, sagte Rammler. „Wir dürfen uns nicht scheuen vor einer ehrlichen Analyse. Ohne Veränderungen für jeden Einzelnen geht es nicht.“

Weniger Ausgaben durch nachhaltiges Wirtschaften

Diese Veränderungen verursachen Kosten. Dessen ist sich vor allem auch die Wirtschaft bewusst. Dirk Binding, Bereichsleiter beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), wies auf die großen Herausforderungen hin, die die Unternehmen momentan meistern müssten. Nachhaltiges Wirtschaften, Umweltschutz, aber auch digitale Bildung zählten zu den Schwerpunkten, in die derzeit investiert würde. Langsam mache sich auch die Überzeugung breit, dass Geld gespart werden könne, wenn man nachhaltig wirtschafte. Zum Beispiel im Lebensmitteleinzelhandel. In Bäckereien oder anderen Geschäften kann die digitale Technologie helfen, besser zu planen, damit Lebensmittel nicht im Müll landen. Zudem sprach Binding sich dafür aus, mehr Geld für den Erwerb von digitalen Kompetenzen auszugeben. In der Ausbildung seien die Betriebe bereits dabei. Allerdings müsste auch in den Schulen mehr passieren. „Da muss mehr Geschwindigkeit rein.“ Peter Parycek, Mitglied im Digitalrat der Bundesregierung ergänzt, dass Technologien effektiv genutzt werden müssen. Die hohen Datenmengen hätten das Potenzial, viel weniger Ressourcen nutzen zu müssen. Seine Aufgabe im Digitalrat der Bundesregierung sei es, solche Hebel zu finden, um die „Gesellschaft in eine hoffnungsvolle digitale Welt zu führen“, sagte Parycek. Allerdings dürfe der Datenschutz dem nicht zum Opfer fallen. So unterschiedlich auch die Beweggründe sind, digitale Technologien zu nutzen - in einem sind sich alle Expertinnen und Experten einig: Nachhaltigkeit ist ein Schlüsselaspekt auf dem Weg ins digitale Zeitalter. Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssen dabei Hand in Hand arbeiten. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat Ende 2018 Empfehlungen an die Bundesregierung unter dem Titel „nachhaltig UND digital“ veröffentlicht, in der er fordert, dass das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung den politischen Rahmen für den digitalen Wandel setzt." ["post_title"]=> string(54) "Mit nachhaltigen Konzepten gegen die digitale Spaltung" ["post_excerpt"]=> string(240) "Wie Datennutzung, soziale Innovationen und nachhaltiges Wirtschaften zusammen gedacht werden können, diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und dem Digitalrat der Bundesregierung bei der RNE-Jahreskonferenz." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(54) "mit-nachhaltigen-konzepten-gegen-die-digitale-spaltung" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-06-18 13:40:12" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-06-18 11:40:12" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=16617" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [6]=> object(WP_Post)#6733 (24) { ["ID"]=> int(15332) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2019-06-12 14:04:35" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-06-12 12:04:35" ["post_content"]=> string(6051) "Was würden Sie tun, wenn Sie Bundesverkehrsminister wären? Parken teurer machen - das ist das erste, was der Mobilitätsforscher Professor Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung antwortet. Das zweite: „Ich würde eine Kooperation mit dem DFB, dem Deutschen Fußballbund, eingehen, um zu fordern, dass Autos von Straßen verschwinden, damit die Straßenfußballer dort in Ruhe kicken können.“ Denn dann würden „Städte wieder lebenswerter und Deutschland Weltmeistertauglicher.“ Auf der 19. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) debattierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter dem Titel „Klimaneutrale Mobilität – was kommt, was stört, was geht?“ welche neue Richtung die Verkehrspolitik braucht. Deutschland soll im Verkehrsbereich bis 2030 den CO2-Ausstoß um 40 bis 42 Prozent gegenüber 1990 senken. Das sieht der Klimaschutzplan der Bundesregierung vor. Und anders als in anderen Sektoren sind die Emission im Verkehr seit 1990 nicht gesunken, sondern leicht gestiegen. Zwar sinken die CO2-Emissionen pro Fahrzeug laut Umweltbundesamt (UBA), doch diese technischen Fortschritte verpuffen, weil die Zahl der Pkw und LKW zunimmt.

Erstes Ziel: Wege vermeiden

Der Umstieg vom eigenen Auto muss einfacher werden, da sind sich alle einig. Carsharing, Busse, Bahn und Rad müssen attraktiver werden. Dazu gehören Sammeltaxen wie der Berliner Berlkönig, die sich per App rufen lassen. Oder E-Cargobikes, mit denen sich Waren statt mit dem Lkw in enge Straßen liefern lassen. Und auch Tickets, die sich für einen ganzen Weg kaufen lassen, egal womit man fährt und wie oft man umsteigt. Die Debatte beginnt bei der Frage: Wie sieht der Weg dahin aus? Zunächst gehe es darum, Wege zu vermeiden, sagte Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes. Dafür müssten im ländlichen Raum „Angebote zurückkommen“, etwa die Schule oder der Hausarzt. Und auf dem Lande funktioniere nicht alles, was in der Stadt angedacht sei. So gebe es zwar die „große Bereitschaft“ den Öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, aber „erst einmal müssen Sie an den Zug ran“ - also mit dem Auto bis zum Bahnhof. Und dann seien Regional- und Fernzüge häufig nicht aufeinander abgestimmt. „Ich gucke viel zu oft dem gerade abgefahrenen ICE hinterher“, ergänzt Scherb. Statt in eine weitere Spur für die Autobahn, müsse Deutschland in Gleise investieren und die Infrastruktur ausbauen, fordert Martin Schmitz, der Geschäftsführer Technik beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Die Zahl der Fahrgäste in Bussen und Bahnen stiege seit Jahren, „aber wir stoßen an Grenzen“, so Schmitz, zumal auch Personal fehle, der Job attraktiver werden müsse. Im Schnitt fährt jede Bürgerin und jeder Bürger 138-mal pro Jahr mit Bus oder Bahn. Interessant: 43 Prozent der ÖPNV-Kunden sind dabei in den 20 größten deutschen Städten unterwegs.

Erste Modellprojekte auf dem Land

Der Stadt-Land-Unterschied – er ist ein großes Thema. Auch der US-Dienstleister Uber, der seine Fahrangebote per Smartphone in Berlin, München, Frankfurt und anderen Städten anbietet und der größte Fahrdienst der Welt ist, kommt im ländlichen Raum an Grenzen. Grund sei das Personenbeförderungsgesetz, sagt Christoph Weigler, der als General Manager das Geschäft von Uber Deutschland leitet. Denn diese verbietet, dass Fahrer so genannter Mietwagen Aufträge direkt vom Fahrgast entgegennehmen. So dürfe ein Mietwagenchauffeur zum Beispiel Senioren zu einer Arztpraxis 40 Kilometer entfernt bringen. Aber er darf dort nicht einfach einen anderen Passagier wieder mitnehmen. Das dürfen nur Taxifahrer, deren Gewerbe speziellen Regeln unterliegt. Immerhin gibt es erste Modellprojekte. So wird im Wartburgkreis derzeit eine Mitfahrzentrale getestet. Das Land Thüringen hat das dort ansässige Busunternehmen Wartburgmobil finanziell unterstützt bei der Anschaffung von E-Autos. Diese können nun vermietet werden. Und wer sich auf einer digitalen Vermittlungs- und Bezahlplattform registriert, kann in einem bestimmten Gebiet und zu bestimmten Zeiten andere Personen gegen ein Entgelt mitnehmen. Zum Glück habe sich eine Genehmigungsbehörde gefunden, die das mitmacht, sagt Forscher Knie. Er begleitet das Ganze wissenschaftlich und meint: „Solche Projekte müssen erleichtert, Genehmigungsbehörden mutiger werden.“ Derzeit gebe es großes Interesse in acht Landkreisen, unter anderem am Ammersee, in der Lausitz und auf Rügen. Da bewegt sich was, doch nur mit einem besseren Angebot sei es nicht getan, heißt es in der Runde. Zum Beispiel seien – das zeigten Studien – kaum zehn Prozent der Autofahrer bereit umzusteigen, auch wenn es den ÖPNV zum Nulltarif gäbe. Zugleich müsse das Auto unattraktiver werden. Das bedeute nicht nur das Abstellen zu verteuern, sondern auch das Fahren. Derzeit zahlen Dieselfahrer pro Liter Kraftstoff zum Beispiel 18,4 Cent weniger als bei Benzin. Den Staat kostet diese Subventionierung laut Umweltbundesamt mittlerweile 7,8 Milliarden Euro pro Jahr, das Dienstwagenprivileg darüber hinaus rund drei Milliarden Euro pro Jahr. Der Weg zur klimaverträglichen Mobilität ist also noch weit." ["post_title"]=> string(42) "Der Weg zur klimaverträglichen Mobilität" ["post_excerpt"]=> string(195) "Auf der 19. RNE-Jahreskonferenz schlagen Experten vor, Parken teurer zu machen und mit neuen Mobilitätsdienstleistungen zu experimentieren. Entscheidend: Auf dem Land braucht es besondere Ideen." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(42) "der-weg-zur-klimavertraeglichen-mobilitaet" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-06-13 10:03:39" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-06-13 08:03:39" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=15332" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [7]=> object(WP_Post)#6732 (24) { ["ID"]=> int(15286) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2019-06-11 11:47:56" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-06-11 09:47:56" ["post_content"]=> string(11435) "

Berlin, 11.06.2019 - Die 40 Preisträgerinnen und Preisträger für das „Projekt Nachhaltigkeit 2019“ stehen fest. Aus mehr als 500 Projekten hat die Expertenjury vor wenigen Tagen ihre zehn Favoriten in jeder RENN-Region – Nord, Mitte, West und Süd – ausgewählt. Die Gewinner-Projekte erhalten eine Förderung und Zugang zum bundesweiten RENN-Netzwerk. Hinter der Auszeichnung stehen die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) in Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE).

Nachhaltige Entwicklung in Deutschland ist vielseitig, und so sind auch ihre Akteure. Das Spektrum der eingereichten Projekte reicht von lokalen Bürgerinitiativen über bundesweite Bildungsprojekte bis hin zu internationalen Entwicklungsprojekten. Abwechslungsreich sind auch die Themen: Ein Großteil bewarb sich mit einem Schwerpunktthema zur Umsetzung der globalen VN-Nachhaltigkeitsziele, davon knapp die Hälfte mit einem Fokus auf nachhaltigem Konsum. 84 Projekte wurden zum Thema Stadt-Land eingereicht, die neuen Themen Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaft waren mit 75 und 53 Bewerbern ebenfalls beliebt. Diese thematische Bandbreite spiegelt sich auch in der Entscheidung der Jury, bestehend aus den vier RENN-Konsortialführern, RENN-Leitstelle sowie externen Experten, wider.

Die überwiegende Anzahl der eingereichten Projekte stammt aus Deutschland, fünf Projekte kommen aus Österreich, Finnland und der Schweiz. Mit 68 eingereichten Projekten und Initiativen ist Nordrhein-Westfalen der Vorreiter unter den Bundesländern. Durch das stetig wachsende Netzwerk der RENN konnten noch mehr Menschen quer durch alle Bundesländer und Regionen erreicht werden als in den letzten Jahren. Die Preisträgerinnen und Preisträger profitieren von der Arbeit der RENN, indem sie neue Kontakte knüpfen, Impulse bekommen und ihre Ideen über die zahlreichen Partnerinitiativen verbreiten. Die 40 Gewinnerprojekte erhalten zudem jeweils 1.000 EUR Förderung, um ihre Arbeit weiter voranzutreiben.

Die Liste der Gewinner finden Sie untenstehend sowie detailliert auf der Projektseite.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2019

RENN.süd

RENN.west

RENN.mitte

RENN.nord

Projekt Nachhaltigkeit – ein Qualitätssiegel

Die Auszeichnung „Projekt Nachhaltigkeit“ ist ein etabliertes Qualitätssiegel mit bundesweiter Bekanntheit. Sie bietet den Preisträgern viele Vorteile: Zugang zu einem attraktiven, regionalen und bundesweiten Netzwerk, verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit sowie die Chance, den öffentlichen Diskurs zu prägen und weitere Unterstützung zu gewinnen. So erhalten die Gewinner beispielsweise eine exklusive Einladung zu den bundesweiten RENN.tagen. Darüber hinaus winkt ein Preisgeld von insgesamt 40.000 €.

Auszeichnung der Transformationsprojekte

Vier Projekte (ein Projekt pro RENN), die besonders viel bewegen und einen transformativen Charakter aufweisen, werden zudem als Transformationsprojekt auf Bundesebene ausgezeichnet. Die Auszeichnung erfolgt dieses Jahr erneut bei den RENN.tagen im Dezember.

RENN - stark in der Region

Vier Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) mit insgesamt 20 Partnerorganisationen vernetzen Akteure und Initiativen für eine nachhaltige Entwicklung, laden ein zum Erfahrungsaustausch und geben Impulse für einen gesellschaftlichen Wandel. So machen die RENN das komplexe Konzept der Nachhaltigkeit über Regionen und Ländergrenzen hinweg erlebbar. „Nachhaltiger Konsum“, „Soziale Gerechtigkeit“, „Stadt – Land/ländlicher Raum“ sowie „Nachhaltiges Wirtschaften“ sind die Schwerpunktthemen im Jahr 2019. Die RENN sind ein Projekt des Rates für Nachhaltige Entwicklung und werden vom Bund bis 2022 gefördert.

Weitere Informationen zu „Projekt Nachhaltigkeit“ finden Sie unter: www.projektnachhaltigkeit.renn-netzwerk.de.

Folgen Sie „Projekt Nachhaltigkeit“ auf Facebook und Instagram und unter #projektnachhaltigkeit.

Kontakt Projekt Nachhaltigkeit:

Barbara Makowka
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. (Gesamtkoordination)
RENN.nord
Telefon: 040 /302 156 603
E-Mail: makowka@wald.de

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Berlin, 04.06.2019 - Auf der 19. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung im bcc Berlin ist Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft ein wichtiges Thema. Im Mittelpunkt der Konferenz steht dabei die Forderung an die Bundesregierung, alles zur Erreichung ihrer selbst gesteckten Nachhaltigkeitsziele zu tun. Dies gelte selbstverständlich auch im Bereich Finanzwirtschaft, so Ratsvorsitzende Marlehn Thieme.

Mit Spannung wurde die Rede des Bundesfinanzministers Olaf Scholz zu Sustainable Finance erwartet. Aus seiner Sicht handele es sich um ein neues Politikfeld, dem strategische Bedeutung für den Industriestandort Deutschland zukommt. In seiner Rede ging der Bundesfinanzminister darauf ein, die Industrie könne den Strukturwandel schaffen, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen würden. „Jetzt schnell und konsequent handeln ist für den Industriestandort Deutschland von großer Bedeutung. Aber nur mit markwirtschaftlichen Instrumenten werden wir nicht davonkommen, so werden beispielsweise Klimafonds-Mittel kaum abgerufen.“ Die Bundesregierung müsse Standards festlegen und mit einem Zieldatum versehen, bis wann diese erreicht sein müssen.

„Wir sollten nicht nur hoffen, dass wir die Ziele bis 2030 erreichen, sondern Ziele so setzen und Instrumente so wählen, dass diese erreicht werden.“ Ähnlich wie die Bundeskanzlerin will der Bundesfinanzminister die EU-Ratspräsidentschaft 2020 dazu nutzen, mit seinen Amtskolleginnen und -kollegen Vorhaben zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele zu besprechen und gemeinsame Maßnahmen zu verabreden.

Der Bundesfinanzminister bekräftigte zum Abschluss: „Auf allen Feldern müssen wir dazu beitragen, eine These zu widerlegen: dass es unseren Wohlstand verschlechtert, wenn wir nachhaltig Wirtschaften. Das stimmt nicht. Wir werden ihn verbessern."

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung begrüßt, dass die Bundesregierung beschlossen hat, beim Thema Sustainable Finance eine Führungsrolle für Deutschland anzustreben. „Derzeit sind wir davon jedoch weit entfernt. Internationale Diskussion finden aktuell noch weitgehend ohne deutschen Diskussionsbeitrag statt“, so Ratsmitglied Alexander Bassen.

Der Rat beschäftigt sich Anfang Juli mit dem Thema Kompetenzentwicklung für Nachhaltigkeit im Bereich Banking, Analyse sowie der Bewertung von Kreditrisiken bei Banken & Finanzinstituten. Bereits übermorgen, am 06. Juni, ist zudem die konstituierende Sitzung des neu gegründeten Sustainable Finance Beirats geplant. Ratsmitglied Alexander Bassen ist Mitglied.

Verfolgen Sie den Plenarteil im Livestream und die Konferenz auf Twitter unter #RNE19.

Hintergrundinformationen:

Anfragen zu Ablauf und Organisation der 19. Jahreskonferenz:

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Berlin, 04.06.2019 - Der Rat für Nachhaltige Entwicklung will zukunftsfähigere Politik. Beim Klimaschutz und der Biodiversität, aber auch in der Finanzwirtschaft, im sozialen Bereich und der Digitalisierung ruft der Nachhaltigkeitsrat mit seiner heutigen Jahreskonferenz im bcc Berlin dazu auf, sich gegen die Allmacht des Status quo zu stellen. Im Mittelpunkt steht dabei die Forderung an die Bundesregierung, alles zu tun, um die von ihr selbst gesteckten Nachhaltigkeitsziele auch tatsächlich zu erreichen.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung legt dazu heute Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vor. Mit insgesamt sechs konkreten und zugleich weitreichenden Empfehlungen soll die Nachhaltigkeitsstrategie verbessert werden. „Wir plädieren für eine harte Nachhaltigkeitsstrategie: Sie muss aufräumen mit den Defiziten. Sie muss Lösungen schaffen. Sie muss das Erreichen von Zielen liefern, statt die Ziele zu vertagen“, betont Ratsvorsitzende Marlehn Thieme.

Dabei wird deutlich: Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema mehr. Das bisher Erreichte ist gut, aber viel zu wenig - gebraucht wird eine wirksamere Nachhaltigkeitspolitik als bisher. „Um die Zukunft zur Heimat zu machen, brauchen wir jetzt die Vorsorge für künftige Generationen. Dafür steht das Nachhaltigkeitsprinzip und dafür gehört es ins Grundgesetz“, fügt Marlehn Thieme mit Blick auf aktuelle Diskussionen und das kürzlich gefeierte Jubiläum des Grundgesetzes hinzu.

Die Bundesregierung hat angekündigt, die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln. Der Arbeitsprozess soll im Herbst 2019 starten. Hierfür hat der Rat wesentliche Eckpunkte empfohlen, denn eine Weiterentwicklung ist nötig.

Die Empfehlungen des Rates im Detail finden Sie hier, nachfolgend die sechs wesentlichen Empfehlungen:

  1. Die Gesellschaft als Akteur - Commitments aus der gesamten Gesellschaft
  2. Den europäischen und globalen Kontext hervorheben
  3. Aktionshebel Haushalte und öffentliche Investitionen nutzen
  4. Lücken in Signalbereichen schließen
  5. Interne Arbeitsprozesse zur Nachhaltigkeitsstrategie verbessern
  6. Durch die Auswahl von Indikatoren Diskurskompetenz erhöhen

In Ihrer Ansprache erklärt Ratsvorsitzende Marlehn Thieme, die Nachhaltigkeitsstrategie sei „ein ordentliches administratives Instrument, aber eben noch keine Kraft, die gesellschaftlich wahrgenommen wird.“ Der Nachhaltigkeitsrat zeige Wege auf, wie Kanzlerin Merkel die Nachhaltigkeitsstrategie zur zentralen Zukunfts-Plattform der ganzen Gesellschaft machen könne, was wiederum politischen Mut erfordere, so die Ratsvorsitzende in ihren Begrüßungsworten an die Bundeskanzlerin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigt sodann die Fortentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie von Herbst 2019 bis Ende 2020 an. Dabei geht sie auf das Einhalten der selbst gesteckten Ziele ein und kündigt eine Debatte im Klimakabinett mit der Frage einer CO2-Bepreisung im Juli sowie eine Entscheidung im September an. Umwelt- und Klimaschutz seien Themen mit hohem Stellenwert in der Bundesregierung. Bundeskanzlerin Merkel führte aus: „Der UN-Generalsekretär hat das Ziel Klimaneutralität bis 2050 ausgegeben. Wir müssen alles daran setzen, den Langfristpfad und zugleich das 2030-Ziel zu erreichen. Wir dürfen dabei das Handeln heute nicht vergessen." Frau Merkel weiter: „Wir werden Zukunft zur Heimat machen. Dafür bin ich bereit energisch zu handeln."

Frau Thieme freut sich besonders darüber, dass die Bundeskanzlerin der Idee näher tritt, Nachhaltigkeit Verfassungsrang zu geben.

Mit Spannung werden auch die Rede des Bundesfinanzministers Olaf Scholz zu Sustainable Finance ab 13:00 Uhr sowie die Diskussion um den kommenden Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze sowie Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller ab 17:30 Uhr erwartet. Verfolgen Sie den Plenarteil im Livestream und die Konferenz auf Twitter unter #RNE19.

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Der Brexit reißt ein Loch in die Kassen der Europäischen Union und so kam es, dass die EU-Kommission im Mai 2018 vorschlug, eine EU-weite Steuer auf Plastik zu erheben. Sie tauchte in der EU-Finanzplanung für den Zeitraum 2021 bis Ende 2027 auf und war eine der Maßnahmen, um die Einnahmeausfälle durch den Austritt Großbritanniens aus der EU zu kompensieren. 80 Cent pro Kilo nicht-recycelten Plastikmüll sollten Mitgliedsstaaten künftig nach Brüssel überweisen – und können das Geld dann bei Konsumenten oder Produzenten von Plastik wieder einsammeln. Unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnte den Plan ab. Bis heute ist eine solche Steuer nicht Teil der europäischen Kunststoffstrategie.

Trotzdem geht es voran: Ende Mai hat der Ministerrat die EU-Richtlinie gegen die Verschmutzung durch Einwegplastik angenommen, die nun binnen zwei Jahren von den Mitgliedsstaaten umgesetzt werden muss. Einweggeschirr und -besteck, Trinkhalme und Wattestäbchen aus Plastik werden bis Mitte 2021 vom Markt verschwinden, PET-Flaschen müssen bis 2025 zu einem Viertel aus recyceltem Material bestehen. Könnte eine Plastiksteuer eine sinnvolle zusätzliche Maßnahme sein, um Plastik weiter einzudämmen?

Die Industrie lehnt die Idee ab. „Wir halten eine Plastiksteuer, egal in welcher Form, für kontraktproduktiv“, sagt Klaus Wittstock. Er ist bei BASF für Umweltpolitik zuständig, Mitglied im Vorstand von PlasticsEurope Deutschland und wird auf der Jahreskonferenz des RNE am 4. Juni in Berlin über das Thema diskutieren. „Die EU sucht Geldquellen, und nutzt die Mainstream-Diskussion um Kunststoffe, um mit einer möglichen Plastiksteuer Finanzlücken zu stopfen anstatt das Recycling zu fördern. Damit diskreditiert sie Kunststoffe pauschal gegenüber anderen Materialien“, ergänzt er.

BASF: Klimaschutz braucht auch Kunststoffe

Wittstock macht auf mehrere Zielkonflikte aufmerksam: Zur Reduktion von CO2 brauche es Kunststoffe – etwa, um Häuser zu dämmen, als Leichtbaumaterial für sparsame Autos oder um Lebensmittel so zu verpacken, dass sie länger halten. Eine Steuer könnte außerdem falsche Anreize setzen: Nicht recycelt werden können derzeit vor allem Verpackungen, die aus Schichten verschiedener Kunststoffe aufgebaut sind. Ihr Vorteil sei aber, dass sie besonders dünn seien, sagt Wittstock. Würde dieses Multilayer-Plastik besteuert, könnte es durch dickere Verpackungen aus nur einer Kunststoffschicht ersetzt werden. Die dann zwar recycelbar wären, aber eben auch mehr Materialeinsatz bedeuten würden.

Statt einer Steuer schlägt Wittstock eine Finanzierung über das Duale System vor: die Einnahmen könnten verwendet werden, um neue Recyclingverfahren zu finanzieren. BASF selbst arbeitet an einem chemischen Verfahren Namens ChemCycling. Es könnte, so Wittstock, das heute übliche mechanische Recycling ergänzen, bei dem Abfälle getrennt, geschreddert, gereinigt und wieder zu Rezyklaten umgeschmolzen werden. Für viele Multilayer-Kunststoffe ist das mechanische Recycling aber ungeeignet. Bei ChemCycling wird das Plastik unter Wärmezufuhr wieder in seine petrochemischen Grundstoffe zerlegt. Das österreichische Öl- und Gasunternehmen OMV macht mit einem ähnlichen Verfahren aus Kunststoffen wieder Rohöl.

Zwar halbieren sich bei den chemischen Verfahren die Vorteile für das Klima wegen des Energieeinsatzes, schreibt die Universität Delft in einer Studie. Dafür kann aus den Grundstoffen auch wieder hochwertiger Kunststoff etwa für den Lebensmittelbereich hergestellt werden. Wittstock fordert, das chemische Verfahren als Recycling anzuerkennen und mit Gebühren aus dem Grünen Punkt zu finanzieren – wie eben auch mechanisches Recycling. Noch brauche es Forschung, aber bis 2030 könnten laut einer Schätzung der Unternehmensberatung McKinsey bis zu 74 Millionen Tonnen Kunststoffe weltweit auf diesem Wege recycelt werden.

NABU: Kompliziertes Plastik führt zu kompliziertem Recycling

Sascha Roth, Referent für Umweltpolitik beim Naturschutzbund Deutschland (NABU), hält eine Plastiksteuer grundsätzlich für sinnvoll. Seine Kollegin Katharina Istel wird mit BASF-Mann Wittstock auf der RNE-Jahreskonferenz diskutieren. „Es geht darum, dass wir unseren Verbrauch von Kunststoffen stärker reduzieren als bisher und da kann eine Steuer durchaus sinnvoll sein“, sagt Roth. Allerdings steckt der Teufel im Detail. Möglich wäre etwa eine Steuer auf das für die Produktion von Plastik verwendete Rohöl.

Das wäre einfach umzusetzen, würde aber alle Verpackungen treffen, auch die recycelbaren. Denkbar wäre auch eine Steuer auf jedes Kilo Plastik in der Produktion oder eine auf die Endverpackungen. Letzteres wäre sehr kompliziert umzusetzen. Das größte Problem sei, so Roth, dass bei einer Plastiksteuer Produzenten eventuell auf andere Materialien umschwenken, die sogar eine schlechtere Umweltbilanz haben könnten. „Einfach eine Steuer auf Plastik ohne weitere Maßnahmen wird deshalb nichts bringen“, sagt Roth.

Vor allem müsse Plastik in seinem kompletten Lebenszyklus betrachtet werden. Deshalb ist Roth auch skeptisch gegenüber des von BASF forcierten chemischen Recyclings. Dafür brauche es einen hohen Energieaufwand. „Man stellt sehr komplexe Plastikprodukte her, um sie dann sehr komplex und energieintensiv zu recyceln. Sinnvoller wäre es, gleich Produkte herzustellen, die auch einfach zu recyceln sind“, sagt er. Um das Plastikproblem in der Umwelt zu lösen, brauche es auf jeden Fall ein Bündel an Maßnahmen, sagt Roth.

Projekt Plastikbudget und Faktor 27

Das zeigt auch eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht): In Deutschland werden demnach jedes Jahr 14,5 Millionen Tonnen Kunststoffe verwendet, 176 Kilo pro Kopf. Rund 3,1 Prozent davon gelangen in die Umwelt – davon wiederum sind drei Viertel Mikroplastik, die Hauptquelle dessen ist der Abrieb von Reifen. Eine Erkenntnis der Untersuchung: Eine Steuer könnte den Kunststoffverbrauch reduzieren und den Recyclinganteil erhöhen, würde wohl aber die Emissionen in die Umwelt kaum verringern. Ein sehr unkonventioneller Vorschlag der Studie ist deshalb: Würden die Gewährleistungspflichten etwa bei Reifen verlängert werden, hätten die Hersteller einen Anreiz, langlebigere Reifen zu entwickeln – was zu weniger Abrieb und ebenfalls weniger Plastik in der Umwelt führen würde.

Studienautor Jürgen Bertling verfolgt mit dem Projekt Plastikbudget einen gänzlich anderen Ansatz: Sein Team hat ermittelt, wie viel Plastik die Natur überhaupt verträgt. Damit lassen sich dann notwendige Maßnahmen ableiten, um die Umwelt nicht zu überlasten. Bertlings Erkenntnis: Der Plastikeinsatz muss sich um den Faktor 27 verringern. Ein weiter Weg.

Das Themenforum „Die Plastikwende – nachhaltiger Umgang mit Kunststoffen?“ ist Teil der 19. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung und findet am 4. Juni 2019 in Berlin statt. Die Konferenz ist ausgebucht. Der Plenarteil wird im Livestream übertragen.

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Berlin, 29.05.2019 - Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit (DAN) 2019 werden morgen offiziell eröffnet. Zum achten Mal bietet der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) damit eine bundesweite Plattform für Engagierte und ihre Taten für Morgen. Über 2.850 Aktionen senden in diesem Jahr ein deutliches Signal für Nachhaltigkeit als Anliegen der gesamten Gesellschaft. Damit konnte die Zahl der Aktionen im Vergleich zum Vorjahr erneut gesteigert werden. Kurzentschlossene können sich noch immer anmelden.

Von Artenschutz bis Zero Waste – im Zeichen der Nachhaltigkeit startet die Aktionswoche heute bundesweit mit zahlreichen Aktionen verschiedenster Akteure. Viele sind zum ersten Mal dabei, andere sind den DAN schon seit Jahren treu. Die Universität Kiel nimmt mit einem Campus Clean Up, Kleidertauschpartys und dem Verzicht auf Einwegbecher teil. In Weilheim an der Teck kommen alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer nur noch mit dem Fahrrad zur Schule. Bundesweit führen die Alnatura-Läden die Aktion „Lebensmittel sind kostbar“ durch und stellen sich damit gegen Lebensmittelverschwendung und für einen bewussten Konsum. Auch Nachhaltigkeitsfestivals, wie das Arnsberger „Schlabberkappes“ setzen ein Zeichen. Das Auswärtige Amt und 23 in Berlin vertretene Botschaften beteiligen sich 2019 erneut an den DAN. Unter dem Titel „Diplomacy for Sustainability“ stellen sie ihre Arbeit zur Umsetzung der Agenda 2030 und der VN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Develoment Goals, SDGs) vor. „Gemeinsam mit den teilnehmenden Botschaften möchten wir die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit einem größeren Publikum näherbringen. Wir alle wollen so zu einem Bewusstseinswandel beitragen“, erklärt Tania von Uslar-Gleichen, Ressortkoordinatorin für nachhaltige Entwicklung im Auswärtigen Amt.

Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit finden im Rahmen der Europäischen Nachhaltigkeitswoche statt, einer von Deutschland, Frankreich und Österreich ins Leben gerufenen Initiative für Menschen in ganz Europa. Zum Jahrestag der Nachhaltigkeitsziele mobilisieren die Vereinten Nationen am 25. September weltweit Institutionen, Organisationen und Bürgerinnen und Bürger, konkrete Maßnahmen für die SDGs zu ergreifen. Alle DAN-Aktionen sind Teil des Global World Day to #Act4SDGs.

Bis einschließlich 10. Juni können auf der #TatenFuerMorgen-Website noch kostenlos Aktionen registriert werden. Dabei zählt nicht womit, sondern dass man mitmacht. „Jede und jeder Einzelne kann allerhand bewegen: Sich anders ernähren, weniger Lebensmittel wegwerfen, klimaneutral mobil sein, mit Abgeordneten oder Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sprechen, sich in Initiativen und Projekten engagieren“, so RNE-Generalsekretär Prof. Dr. Günther Bachmann.

Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit finden jährlich vom 30. Mai bis 5. Juni als #TatenFuerMorgen statt. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat 2012 die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit anlässlich der Weltkonferenz der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Rio+20) ins Leben gerufen. Ziel ist es, dem Thema Nachhaltigkeit mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen, das Engagement zahlreicher Personen und Institutionen sichtbar zu machen und noch mehr Menschen dazu zu bewegen, nachhaltig zu handeln. Dabei richten sich die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit an Privatpersonen, Vereine, Verbände, Initiativen, Stiftungen, Schulen, Kindergärten, Universitäten, Kirchen, Unternehmen, soziale Einrichtungen, Umwelt- und Entwicklungsverbände, Kommunen, Stadtwerke, Behörden, Ämter und Ministerien.

Folgen Sie dem RNE auf Twitter @RNE_DE oder Facebook @tatenfuermorgen.

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Hintergrundinformationen:

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Chinesische und deutsche Nachhaltigkeitsakteure trafen sich diesen Sommer zum Austausch: Bei dem Ende Juni in Peking von TÜV Rheinland organisierten chinesisch-deutschen Nachhaltigkeitsgipfel „Sino-German Sustainability Summit“ sowie einem Business-Roundtable am Folgetag ging es um drängende Fragen der Nachhaltigkeit sowie mögliche gemeinsame Beiträge zur Agenda 2030. Das deutsche Unternehmensnetzwerk Econsense sowie der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) waren als Veranstaltungspartner vor Ort.

Schon seit Jahren veranstaltet der TÜV Rheinland in China regelmäßig Gipfel zu unterschiedlichen Themen, wie zum Beispiel Standardisierung oder Qualitätsmanagement. In diesem Jahr stand Nachhaltigkeit auf der Agenda. Aus diesem Grund holte der TÜV Rheinland neben dem RNE etwa auch das Unternehmensnetzwerk Econsense, das Sino-German Sustainability Center (organisiert beim GIZ-Büro in Peking) sowie die Agentur Schlange & Co als Unterstützungsorganisatoren mit an Bord.

Auch zwei Mitglieder der RNE-Geschäftsstelle nahmen an dem Treffen von insgesamt etwa 260 chinesischen und deutschen Nachhaltigkeitsakteurinnen und -akteuren teil: Yvonne Zwick, stellvertretende RNE-Generalsekretärin und Leiterin des Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK), sowie Florian Harrlandt, wissenschaftlicher Referent.

Ergiebiger Austausch

Am ersten Tag moderierte Yvonne Zwick ein Panel zum Thema Sustainable Finance, am Nachmittag einen Workshop zu Transparenz und nachhaltiger Entwicklung. Florian Harrlandt hielt einen Inputvortrag zum DNK. „Interessant waren auch die persönlichen Gespräche, die uns einen Einblick in die Herausforderungen vor Ort in China gegeben haben“, sagte Harrlandt. So würde beispielsweise die Verbindung individueller gesunder Lebensstile zu Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene kaum gesehen.

Am zweiten Tag fand sich ein kleinerer Kreis zu einem Roundtable-Gespräch zusammen. Dabei waren Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und der Zivilgesellschaft – darunter TÜV Rheinland, EY Germany, Global Compact Network China, Emerging Market Multinationals Network for Sustainability und econsense.

Anteil der KMU in beiden Länder hoch

Eine überraschende Erkenntnis aus den beiden Tagen: Deutschland und China stehen vor ganz ähnlichen Herausforderungen: „Es hat uns überrascht, wie viele Parallelen sich zwischen den deutschen und den chinesischen Wirtschaftsstrukturen ziehen lassen“, sagt Harrlandt. Yvonne Zwick ist daher überzeugt davon, dass die Gespräche der Auftakt für einen dauerhaften Austausch sind.

In beiden Staaten haben die großen Unternehmen zumeist bereits Ansätze erarbeitet, die zu einem nachhaltigen Wandel beitragen können. Aber ebenfalls in beiden Ländern ist der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an der Volkswirtschaft hoch, und für diese scheinen die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) oft noch ein abstraktes, politisches Konzept zu sein, zu dem sie wenig Anknüpfungspunkte finden. Sowohl Ya Yuan, als Consultant für den China Business Council for Sustainable Development (CBCSD) tätig, als auch David Wang, General Manager von RKS Ratings, legten im Rahmen des deutsch-chinesischen Austausches dar, dass eine fundierte Basis von Nachhaltigkeitsleistungen seitens Unternehmen in China bisher fehle.

Folgeveranstaltung in Deutschland möglich

„Eine ähnliche Problematik hat vor Jahren ja den RNE dazu motiviert, mit dem DNK ein strukturiertes Vorgehen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu ermöglichen“, sagt Florian Harrlandt – so sei es wenig erstaunlich, dass dieses Instrument ihre chinesischen Gesprächspartner interessiert habe.

Auch eine Reihe weiterer vom RNE bereits erprobter Angebote und Instrumente – wie der Nachhaltige Warenkorb, der Oberbürgermeisterdialog oder die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) – weckten Interesse bei den chinesischen Gesprächspartnerinnen und -partnern, die es für möglich halten, dass sie auch in China in angepasster Form Anwendung finden. Außerdem besteht auf beiden Seiten Interesse, den deutsch-chinesischen Austausch zu verstetigen und den nächsten „Sino-German Sustainability Summit“ in Deutschland zu veranstalten.

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