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Doch der Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohle kommt. Im Jahr 2038 spätestens geht das letzte Kraftwerk vom Netz, dann ist Schluss. So hatte es im Januar die 28-köpfige Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung in ihrem Abschlussbericht empfohlen. Was heißt das für die betroffenen Regionen, für die Jobs, für die Zukunft? Wie steht es dabei um die soziale Gerechtigkeit? RENN.west, eine der vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien, hat Anfang Juli ins Rathaus von Eschweiler – der Deutschen Nachhaltigkeitsstadt 2019 mittlerer Größe - eingeladen, um sich diesen Fragen und deren Antworten zu nähern. Selten ist der notwendige Strukturwandel in so einem Kreis debattiert worden. Gekommen sind rund 100 Gäste, darunter Vertreterinnen und Vertreter von Parteien, der Verwaltung, der Branche der konventionellen wie auch der erneuerbaren Energie, und auch Anti-Kohle-Aktivistinnen und Aktivisten.

Strukturwandel als Chance

Der Strukturwandel – er sei auch eine „Chance“ für die Region, meint Rudi Bertram (SPD) Bürgermeister von Eschweiler. Die etwa 58.000-Einwohner-Stadt liegt mitten im vom Energieversorger RWE dominierten Rheinischen Revier im Städtedreieck zwischen Aachen, Düsseldorf und Köln. 30.000 Arbeitsplätze hängen in der Region von der Braunkohle ab. Den Mitarbeitenden von RWE, Deutschlands größtem Stromversorger, vorzuwerfen, sie seien schuld, dass Kinder und Enkelkinder keine Zukunft mehr haben, helfe nicht, so Bertram weiter: „Wir müssen im gesamten Rheinischen Revier dafür sorgen, dass es eine Aufbruchsstimmung gibt.“ Pirmin Spiegel leitet das katholische Hilfswerk Misereor. Für ihn braucht es – wie für viele andere in der Runde auch - Tempo. Der Kohleausstieg müsse beschleunigt werden, erklärt er, „sonst werden die Kosten für unseren Energiebedarf weiterhin auch auf andere Länder und Menschen verlagert.“ In vielen Regionen der Welt, etwa in Südafrika, werde Steinkohle abgebaut, um sie dann in deutschen Kraftwerken zu verbrennen. Längst seien aber – das zeigten Wissenschaftler unter anderem am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) - Belastungsgrenzen des Planeten erreicht. Der Bund hilft zunächst mit einem Sofortprogramm von 240 Millionen Euro, 37 Prozent davon sollen in das Rheinische Revier fließen. Bis zum Ausstiegsdatum sollen in die betroffenen Kohlegebiete im Osten und im Westen insgesamt rund 40 Milliarden Euro fließen - 14 Milliarden Euro direkt, 26 Milliarden in Form von Vorhaben des Bundes.

Solidarität verdient

Der Kohlestrom habe „wesentlich zum Wohlstand der Republik beigetragen“, sagt Thomas Verres, der im Bundesumweltministerium das Referat „Gesellschaftspolitische Grundsatzfragen, Strukturwandel, Berichte“ leitet. Die Reviere hätten die „Solidarität aller verdient“. Es gehe darum, „Arbeitsplätze sowie Lebensqualität zu erhalten und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu erreichen.“ Wie das Gros der 40 Milliarden Euro Hilfen verteilt wird, ist offen. Damit sollen „neue Arbeitsplätze geschaffen werden“, erklärte Verres, sollten Behörden, Forschungsinstitute, Industriebetriebe angesiedelt, Straßen und Schienenwege neu gebaut werden. In den kommenden Monaten wird der Bundestag voraussichtlich ein „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ verabschieden, das – so Verres - „einen Rahmen setzt“. Die Eckpunkte dazu hatte die Regierung noch im Mai, kurz vor der Europawahl, verabschiedet.

Der Umbau läuft

Das Rheinische Revier sucht schon längst nach Wegen in eine kohlefreie Zukunft. Eschweiler, denkt trotz seiner langen Tradition als Bergbaustadt längst um. Alle städtischen Gebäude sind energetisch saniert worden. Ihr Strombedarf wird zu 100 Prozent mit Erneuerbaren Energien aus Windkraft und Photovoltaik gedeckt. So beschreibt es die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt. Raphael Jonas, Geschäftsführer der Abteilung Innovation, Umwelt und Industrie der Industrie und Handelskammer (IHK) Aachen, weist darauf hin, dass es in der Region sehr viel energieintensive Unternehmen gebe, aber „die Unternehmen sind wach geworden und möchten selbst was tun.“ Eine eigens geschaffene Zukunftsagentur Rheinisches Revier koordiniert zahlreiche Projekte, die neue Perspektiven für die Wirtschaft eröffnen sollen. Das sind beispielsweise Innovationen in der Photovoltaik oder fortschrittliche Mobilitätskonzepte. Antje Grothus engagiert sich im Zivilgesellschaftlichen Koordinierungskreis Strukturwandel. Der Kreis hat sich 2018 gegründet, darin sitzen Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 20 Organisationen. Grothus fehlt die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Zukunftsagentur. Aber nicht nur dort, auch in den Regierungen. „Wir finden kein Gehör“, sagt sie. Welches Projekt nun zum Beispiel gefördert würde, um die Regionen voranzubringen, sei „nicht transparent“.

Bürgerbeteiligung hilft

Werden künftig zum Beispiel Arbeitsplätze im Pflegebereich besonders gefördert, wie es Dorothee Häußermann, die sich in der Klimagerechtigkeits- und Degrowth-Bewegung engagiert, vorschlägt? Thomas Hartmann, Gewerkschaftssekretär der Region NRW Süd-West des Deutschen Gewerkschaftsbundes, warnt hingegen davor, sich nur einzelne Berufsfelder vorzunehmen. Er meint, es müsse um ganz „neue Industriezweige gehen, die mehr sind als nur Forschungsinstitute“. Grothus ist sich sicher, dass der Umbau der Regionen nur gelingen kann, wenn die Leute vor Ort stark eingebunden werden. Sie mahnt: „Nicht nur Kärtchen von Bürgern einsammeln – und dann tauchen die darauf geschriebenen Ideen nachher nie wieder auf“. Die Bevölkerung müsse „mitgenommen“ werden. Ihr Mitstreiter im Koordinierungskreis, Andreas Büttgen, sagt es so: „Kompetenzen von vor Ort nutzen“. Der Koordinierungskreis hat bereits ein Konzept „Revierperspektiven Rheinland Gutes Leben – Gute Arbeit“ vorgelegt. Darin finden sich konkrete Ideen und Projekte, um eine zukunftsfähige Mobilität, mehr Bürgerbeteiligung oder eine „Diversifizierte Industrie- und Gewerbelandschaft mit breit gefächertem, qualifiziertem Arbeitsplatzangebot und arbeitsnahem Wohnraum“ entwickeln zu können. Grundsätzlich müsse Arbeit klima- und umweltfreundlich, tariflich abgesichert und zukunftsfähig sein, erklärt Grothus, damit die Menschen nicht wieder „eine Hängepartie“ erleben und um ihren Job bangen müssen. Am Ende müsse der AfD Wahlkampfmunition genommen werden, meint Bürgermeister Bertram. Die Partei warnt immer wieder vor einem Absturz der bald ehemaligen Kohlereviere. Den Betroffenen müsse man klarmachen, „wir haben Euch nicht vergessen!“, sagt der SPD-Mann. Miteinander reden, nicht nur in ausgewählten Kreisen, helfe. Die nächste Veranstaltung von RENN.west findet am 9. September 2019 in Ingelheim am Rhein bei Mainz statt. Das Thema: Soziale Gerechtigkeit im Rahmen der planetaren Grenzen." 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Er unterstützt den Aufbau eines strategischen Nachhaltigkeitsmanagements und bietet einen Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen. Außerdem gibt der DNK Orientierung, wie die CSR-Berichtspflicht sowie der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte praktisch umgesetzt werden können. Seitdem ist viel passiert: so wurde im Mai 2019 der Meilenstein des 500. DNK-Anwenders erreicht, über den wir berichteten. Inzwischen hat der DNK 518 Anwenderunternehmen, davon 191 aus der Banken- und Versicherungsbranche. Aus diesem Anlass ist das DNK-Team nach Hannover zum Sitz von Concordia Versicherungen als 500. Anwender gereist. Die Freude über dieses Jubiläum war beidseitig sehr groß. „Als Unternehmen und Arbeitgeber stellen wir über die geschäftlichen Aufgaben hinaus das Prinzip der Nachhaltigkeit nach besten Kräften in den Mittelpunkt unseres Handelns. Daher freuen wir uns besonders, dass wir das 500. 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Eine nachhaltige Lebensversicherung – Exot oder Erfolgsgeschichte?

„Das Geschäftsmodell von Versicherungen ist auf die Zukunft gerichtet. Nachhaltigkeit ist daher fest in den Wurzeln der Concordia verankert“, so Henning Mettler. Die Rahmenbedingungen haben sich jedoch stark verändert. „Globale Herausforderungen bedeuten, dass wir bestehende gesellschaftliche und unternehmerische Denkmuster hinterfragen und ein Umdenken fördern müssen“, so Mettler weiter. Seit 1998 gehört die oeco-capital Lebensversicherung zum Versicherungsangebot der Concordia Versicherungen. Damals noch ein absoluter Exot, mache sie heute einen kleinen, aber stabilen und gut etablierten Anteil der Concordia oeco Lebensversicherung aus, erklärt Vorstand Johannes Grale. In Zusammenarbeit mit einem externen, unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirat wurde ein Katalog von sehr strengen Nachhaltigkeitskriterien für die Kapitalanlagen bestimmter Produktlinien der Concordia oeco Lebensversicherung aufgestellt. Einzige Sorge: Eine EU-weite Regulierung zu Sustainable Finance sowie die Taxonomie könnte zu einer Kompromisslösung führen, die insbesondere den Governance-Aspekt bei existenten ambitionierteren ESG-Maßstäben verwässert. Bei einer strengeren Auslegung wird derzeit nicht in Titel aller EU-Mitgliedsstaaten investiert - lässt man diesen Aspekt außen vor, wäre das durchaus möglich und gelte dennoch als nachhaltig im Sinne der Taxonomie, so die Concordia-Gesprächspartner. Deutlich wird aber auch, dass das begrenzte Anlagenspektrum und der bislang relativ enge Kundenkreis auf absehbare Wachstumsgrenzen der „grünen“ Lebensversicherung hindeuten. Sofern es nicht zu einem Ausbau nachhaltiger Anlagemöglichkeiten kommt, könnte der Markt eine gesteigerte Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen unter Umständen gar nicht decken. Hinzu kommt, dass es kundenseitig bisher wenig Bewusstsein für nachhaltige Versicherungsoptionen gibt und diese bisher aufgrund des durchschnittlich höheren Beratungsaufwandes bei unabhängigen Maklern nicht hoch im Kurs stehen.

Der nächste Schritt: regelmäßige Berichte

Das Team des Deutschen Nachhaltigkeitskodex prüft alle abgegebenen DNK-Erklärungen auf formale Vollständigkeit im Sinne des comply or explain-Ansatzes, Anwender erhalten im Anschluss qualifiziertes Feedback. Im Austausch mit dem DNK-Team über die Erklärung von Concordia wurden Fehlstellen angesprochen und positive Aspekte aufgezeigt. Wenig Fokus liegt, ähnlich zu anderen Berichterstattern der Branche, in der DNK-Erklärung der Concordia Versicherung 2018 auf der Darstellung von Risiken in Bezug auf ökologische und soziale Aspekte der eigenen unternehmerischen Tätigkeit. Zudem hat die Berücksichtigung von Klimaszenarien in der Anlagepolitik zumindest noch keinen Eingang in die DNK-Erklärung der Versicherung gefunden. Eine deutliche Vorreiterstellung des Unternehmens ist jedoch mit Blick auf die Produktlinie „oeco Leben“ zu erkennen. Die den Investitionsentscheidungen zugrunde gelegten umfangreichen ESG-Anforderungen haben das DNK-Team beeindruckt. Dass bei Concordia Versicherungen Nachhaltigkeit im Unternehmensalltag gelebt wird, lässt sich auch aus der klar definierten Verantwortungsstruktur für zukünftige Herausforderungen erkennen. Liza Steudle, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Concordia Versicherungen, merkt im Gespräch an, dass der Prüfprozess durchaus intensiver, dafür aber auch hilfreicher als gedacht war. Sie widmet sich gemeinsam mit dem Vorstand nun der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit für den mittelständischen Versicherer sowie der regelmäßigen Berichterstattung gemäß DNK." ["post_title"]=> string(45) "Ein Meilenstein, der auch ein Startschuss ist" ["post_excerpt"]=> string(242) "Concordia Versicherungen ist der 500. DNK-Anwender, das DNK-Team hat das Unternehmen in Hannover besucht. Neben der Freude über diesen Meilenstein geht die Arbeit zur regelmäßigen Berichterstattung des Unternehmens damit erst richtig los. 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Damals verabschiedete die Staatengemeinschaft die Agenda 2030, die eine nachhaltige ökologische, soziale und ökonomische Entwicklung für alle Länder anstrebt. 17 globale Nachhaltigkeitsziele, kurz SDGs, enthält das Programm. Vier Jahre später zieht der jüngste World Economic Situation and Prospects Report der VN eine ernüchternde Zwischenbilanz. Obwohl die ökonomische Situation global stabil zu sein scheint, verhülle sie die Risiken und Ungleichgewichte in vielen Entwicklungsländern. Menschen mit niedrigen Einkommen hätten nichts von dem Wachstum gehabt und die Hälfte der Weltbevölkerung habe keinen Zugang zu sozialer Absicherung. „Diese Situation lässt die Ziele, Armut zu beseitigen und menschenwürdige Jobs für alle zu schaffen, in weite Ferne rücken und beeinflusst auch die Erreichbarkeit der anderen SDGs“, heißt es in dem Bericht. Der Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE), Prof. Dr. Günther Bachmann erklärt dazu: „Die einseitige Wachstumsfixierung führt zu dramatischen Verschiebungen im Nord-Süd-Schema, die beispielsweise Luanda (Angola) 2018 zur teuersten Stadt der Welt machen. Gegen diese neue Dynamik brauchen wir eine fundamentale Transformation an allen Fronten - politisch, wirtschaftlich und im Hinblick auf unser aller Verhalten“. Eine aufschlussreiche Bilanz mit den Stimmen vieler Stakeholder liefere der Bericht des Sustainable Development Transition Forum 2018. Das jährliche Treffen des High Level Political Forum on Sustainable Development (HLPF) findet vom 9. bis 18. Juli in New York statt. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung nennt das Forum die „institutionelle Heimat der SDGs“. Zu dem Treffen reisen Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten aus der ganzen Welt an, darunter Regierungsvertreterinnen und -vertreter, Ministerinnen und Minister sowie Vertreterinnen und Vertreter von NGOs. Sie ziehen Bilanz, tauschen sich über Erfolge und Misserfolge aus, dieses Mal zu den SDGs 4 (Hochwertige Bildung), 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), 10 (Weniger Ungleichheiten), 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz), 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) und 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele). Das Forum soll aufzeigen, was getan werden muss, damit die SDGs insgesamt erreichbar werden. Erstmals wird dort ein Bericht zur nachhaltigen Entwicklung weltweit vorgestellt, der Global Sustainable Development Report. „Als Gremium ist das HLPF ein Unikum: Es ist das mit Abstand wichtigste Zentrum des Multilateralismus und wird am wenigsten beachtet. In der zerrütteten Geopolitik ist das HLPF der fast einzige Anker zur gemeinsamen Verständigung, aber die Medien behandeln es als Nebensache. Dabei hinkt die Veränderung der Produktions- und Konsummuster den Umweltschäden und dem sozialen Gefälle hinterher, die Klima-Emissionen steigen. Nicht Wachstum vom Immergleichen, sondern ein mutiger Schritt gegen Korruption und Versklavung von Mensch und Umwelt ist nötig. Das geht nur mit den SDGs“, so Günther Bachmann. Das Treffen dient auch als Vorbereitung auf den September 2019: Da tagen die Staats- und Regierungschefs der Welt im Rahmen der VN-Generalversammlung zur Agenda 2030, was alle vier Jahre vorgesehen ist. Sie legen das Arbeitsprogramm für die Zeit bis 2023 fest. Sie befassen sich ebenfalls im September mit Klimaschutz und der Finanzierung von Entwicklung. Alle drei Themen sind eng miteinander verknüpft. Hier drei Punkte, um die es jetzt im Juli auf dem Vorbereitungstreffen in New York geht:

1. Freiwillige Länderberichte: Voluntary National Reviews

Die Staaten haben sich verpflichtet, regelmäßig zu berichten, wie sie die Agenda 2030 umsetzen. Diese Voluntary National Reviews sind allerdings freiwillig, rund 140 Staaten haben bisher welche abgegeben. Doch besonders aussagekräftig scheinen sie nicht zu sein. Es bestünden Zweifel daran, dass die Berichte die Umsetzung der Agenda 2030 voranbringen, schrieb der Nachhaltigkeitsrat in seiner Stellungnahme bereits im vergangenen Jahr. Es gibt zwar Richtlinien, Mindestanforderungen und Lerngruppen, wie die Berichte zu erstellen sind, außerdem präsentieren Länder ihre Berichte auf den jährlichen Treffen des HLPF vor und stellen sich auch kritischen Fragen etwa von NGOs. Trotzdem zieht der RNE eine kritische Bilanz: „Es mangelt am Gesamtüberblick über die Umsetzung der Agenda 2030.“ Vor allem gebe es keine Arbeitsprozesse, die der wechselseitigen Abhängigkeit der SDGs Rechnung tragen: So blieben auf dem HLPF 2018 etwa die Expertinnen und Experten für Ziel 6 (Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen) unter sich. Der RNE regt beispielsweise an, für die nationalen Berichte der einzelnen Länder Peer Reviews von unabhängigen Expertinnen und Experten aus dem Ausland in Auftrag zu geben.

2. Reform des HLPF

Der RNE hat Reformvorschläge für das HLPF entwickelt, die Bachmann 2018 auch international mit Erfolg in ein internationales Statement eingebracht hat, das dem HLPF offiziell vorliegt. Erst kürzlich hat ein VN-interner Workshop konstatiert, dass institutionalisierte Stakeholder-Beteiligung ein Schlüssel zur Umsetzung der SDGs ist. Die Zeiten seit 2015 haben sich allerdings massiv verändert: „Die Vernunft ist unter Beschuss. Zunehmend isolationistisch orientierte Regierungen initiieren und ermutigen eine stetige Erosion der internationalen Zusammenarbeit in der Welt“, schrieb der Rat für Nachhaltige Entwicklung im April in einer Stellungnahme. Er fordert von der Bundesregierung, aus der Not eine Tugend zu machen, den Konflikten nicht auszuweichen und vor allem zu verhindern, dass die Agenda 2030 rückabgewickelt wird. Das wollen auch EU und Bundesregierung nicht. Brüssel und Berlin fokussieren sich für den September-Gipfel deshalb darauf, dass überhaupt eine gemeinsame Erklärung aller Staaten zur nachhaltigen Entwicklung verabschiedet wird. So wollen sie ein Zeichen setzen, dass der Multilateralismus lebt und die Agenda 2030 ein von allen Staaten anerkanntes Rahmenwerk ist, auch von den USA. Washington hatte in der Vergangenheit immer wieder Vorbehalte gegen Formulierungen in Bezug auf den Klimawandel geltend gemacht. Die Trump-Administration zweifelt die Existenz des Klimawandels an und steht multilateralem Vorgehen zum Schutz der Erde skeptisch gegenüber.

3. Finanzierung von Entwicklung

Ohne eine Finanzierung kann die Agenda 2030 nicht umgesetzt werden. Das Problem stellt sich ähnlich wie beim Klimaschutzabkommen von Paris. Immer wieder steht die Frage im Raum, wie Finanzhilfen, Investments und Finanzmärkte umgebaut werden können, damit sie die Agenda 2030 umsetzen - ohne dass bislang Wesentliches geschehen ist. „Die freiwilligen Berichte (VNRs) müssen anders als bisher gelesen und genutzt werden, nämlich als eine Quelle für das Identifizieren von wesentlichen Kosten, Risiken und Chancen für Investitionen oder Finanzhilfen. Sie müssen einen Wert erhalten, ob die Staaten das wollen oder nicht“, fordert Bachmann. Nur so werde das Verhältnis von politischer Selbstdarstellung der Staaten einerseits und Finanzierung respektive Finanzmärkten andererseits neu zu denken sein, und zwar auf allen Seiten." ["post_title"]=> string(38) "Die Agenda 2030 als Auftrag zur Unruhe" ["post_excerpt"]=> string(264) "Die Agenda 2030 fordert bis 2030 eine Welt ohne Armut und Hunger zu schaffen und die Umwelt zu erhalten. Doch das Ziel ist weiter entfernt denn je. Ab dem 9. Juli trifft sich in New York das High Level Forum on Sustainable Development und versucht, gegenzusteuern." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(37) "die-agenda2030-als-auftrag-zur-unruhe" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-07-08 09:39:54" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-07-08 07:39:54" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=16810" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [3]=> object(WP_Post)#16693 (24) { ["ID"]=> int(16735) ["post_author"]=> string(2) "15" ["post_date"]=> string(19) "2019-06-25 17:44:14" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-06-25 15:44:14" ["post_content"]=> string(7283) "Noch immer werden PCs, Smartphones, Drucker oder andere IT-Geräte mehr als fragwürdig produziert. Entlang der gesamten Lieferkette gibt es ausbeuterische Arbeitsbedingungen wie Kinderarbeit und Zwangsarbeit, kaum Sicherheit und Gesundheitsschutz, Umweltzerstörung. „Manchmal stehe ich verständnislos davor und frage mich, warum die Weltgemeinschaft bei Unternehmensverantwortung keine gleichen Wettbewerbsbedingungen schafft und die Industriestaaten nicht vorangehen“, sagte Annelie Evermann, Referentin für Wirtschaft, Menschenrechte und faire Beschaffung bei der NGO Weed, auf der „Fachkonferenz für sozial verantwortliche Beschaffung von IT-Hardware“ in Leipzig. Organisiert wurde die Veranstaltung von Eine Welt Leipzig, dem Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen, dem Verein Zukunftsfähiges Thüringen, dem Eine Welt Netzwerk Sachsen-Anhalt in Kooperation mit RENN.mitte. Trotz der Kritik, die Evermann übte, gebe es auch eine Entwicklung zum Positiven, sagte sie. Auch wenn es ein 100 Prozent faires IT-Gerät nicht gebe, so könnten doch Ministerien, Behörden, Universitäten und andere öffentliche Einrichtungen bei der Beschaffung ihrer IT-Hardware einen Unterschied machen, so Evermann. Manche Hersteller könnten mittlerweile nachweisen, dass sie Sozialrechte nicht nur in der Endmontage sicherstellen – und das ließe sich im Leistungskatalog von Einkäufern fordern. In den letzten Jahren haben neue Gesetze und öffentlicher Druck offenbar etwas bewirkt. Weed hat in der im Dezember 2018 veröffentlichten Studie „Am anderen Ende der Lieferkette“ 19 IT-Hersteller untersucht. Generell hat sich etwas bei der Verwendung von sogenannten Konfliktmineralien verbessert. Das liegt vor allem am den USA, die im Jahr 2010 IT-Hersteller mit dem Dodd-Frank Act verpflichtet haben, öffentlich darüber zu berichten, wenn Zinnstein, Coltan, Wolframit oder Gold aus der Demokratischen Republik Kongo oder angrenzenden Staaten in ihren Produkten verbaut sind. Mit den Rohstoffen werden in der Region Bürgerkriege finanziert. Obwohl diese Berichte nur für US-Unternehmen verpflichtend sind, wurden sie zum Standard in der Branche und haben alle Hersteller bewogen, Strategien zu erarbeiten, um die Verwendung von Konfliktmineralien durch ihre Zulieferer einzudämmen. Doch nur wenige legen Rechenschaft über weitere, oft ebenso problematische Rohstoffe wie Kobalt oder Mica ab oder berichten auch über die Herkunft ihrer verwendeten Rohstoffe aus anderen Regionen. Die Hersteller Apple, Dell, Acer und Fairphone sind hier laut der Weed-Studie besonders engagiert.

Hilfe bei der Gesetzeslage

Für öffentliche Stellen ist es grundsätzlich möglich, „soziale und umweltbezogene Aspekte“ bei Ausschreibungen zu integrieren, so steht es im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung. Grundlage dafür wiederum bildet eine EU-Richtlinie von 2014 über die öffentliche Auftragsvergabe. Allerdings ist Vergaberecht unter einem bestimmten Schwellenwert Ländersache und nur zwölf Bundesländer haben in ihren Landesvergabegesetzen soziale und ökologische Kriterien überhaupt berücksichtigt. Ausnahmen bilden Sachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Eine sehr gute Übersicht über die verschiedenen Rechtslagen bietet hier der Kompass Nachhaltigkeit, bis hin zu Formulierungshilfen für die Ausschreibung verschiedener Produkte in verschiedenen Bundesländern. Extra für die Tagung in Leipzig hat der Rechtsanwalt André Siedenberg einen Leitfaden über die rechtlichen Rahmenbedingungen vom Europa- bis zum Landesrecht erstellt. Einen weiteren Leitfaden für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es ebenso zum Download . Das Bundesland Baden-Württemberg hat ebenso einen eigenen Leitfaden erstellt.

Eine Frage des Labels

Mittlerweile gibt es einige Labels, die nicht nur ökologische, sondern auch soziale Aspekte bei der Herstellung von IT-Hardware berücksichtigen. „Sozialverantwortliche IT-Beschaffung ist möglich“, sagt deshalb Annelie Evermann. Das gilt vor allem an den beiden Enden der Lieferkette: zu Beginn, bei den Rohstoffen, wie oben beschrieben. Außerdem bei der Endfertigung der Geräte und den direkten Zulieferern. Als Vorreiter bei der Bewertung sozialer Kriterien gilt dabei das Label „TCO Certified“. Ökologische Zertifizierungen bieten auch der Blaue Engel, Epeat, das EU-Ecolabel, das Nordic Ecolabel und TÜV Rheinland Green Product. Weed schreibt, dass auch das EU Ecolabel und der Blaue Engel schrittweise Sozialkriterien für einige IT-Umweltzeichen aufnehmen. Wenn öffentliche Einrichtungen IT-Geräte kaufen, dürfen sie bei der Ausschreibung allerdings von den Bietern nicht verlangen, nur Geräte zu liefern, die mit einem konkreten Label ausgezeichnet sind. Lediglich Eigenschaften von Geräten dürfen bei Ausschreibungen definiert werden, etwa ein bestimmter Energieverbrauch. Und diese Eigenschaften können dann über verschiedene Label nachgewiesen werden. Weed betont, dass es neben Labels aber auch alternative Methoden gibt, um ökologische oder soziale Standards bei IT-Produkten nachzuweisen. Dazu gehören Fragenkataloge oder Dialoge mit Bietern. Die NGO Electronics Watch bietet Hilfe bei entsprechenden Verfahren an. Der beste Weg für eine nachhaltigere IT ist jedoch, die Geräte schlicht möglichst lang zu verwenden, so ein Fazit der Tagung. Das sei allerdings, so berichteten es Teilnehmende der Tagung, in der Praxis oft schwer umzusetzen. So werden Wartungsverträge für IT-Hardware kaum länger als für fünf Jahre vereinbart. Denn für ältere IT gibt es oft keine Treiber oder Sicherheitsupdates mehr. Für eine nachhaltigere Verwendung von IT-Geräten muss sich deshalb die ganze Branche bewegen: Auch die Softwarehersteller sind gefragt, genauso jedoch die Behörden, Universitäten oder andere Einrichtungen, die oftmals aus Bequemlichkeit nach fünf Jahren die Hardware einfach komplett austauschen." ["post_title"]=> string(46) "Wie die Beschaffung fairer IT-Hardware gelingt" ["post_excerpt"]=> string(282) "Das Klischee, dass Computer, Server, Handys oder Laptops ohnehin unfair und unsozial hergestellt werden, ist längst überholt. Behörden oder Universitäten können bei der Beschaffung von IT-Hardware einen Unterschied zum Guten machen. Eine Tagung in Leipzig zeigte, wie das geht." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(42) "wie-beschaffung-fairer-it-hardware-gelingt" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-06-26 11:03:09" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-06-26 09:03:09" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=16735" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [4]=> object(WP_Post)#16692 (24) { ["ID"]=> int(16719) ["post_author"]=> string(2) "15" ["post_date"]=> string(19) "2019-06-24 08:57:03" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-06-24 06:57:03" ["post_content"]=> string(4560) "Sie sind eine Erfolgsgeschichte: Rund 3.250 Aktionen gab es in diesem Jahr bei den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit (DAN) vom 30. Mai bis 5. Juni. Das sind über 20% mehr Aktionen als 2018. Ganz vorne dabei waren Baden-Württemberg, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Berlin, Hessen und Sachsen-Anhalt. Dort rief das Netzwerk Zukunft Sachsen-Anhalt Vereine, Privatpersonen, Hochschulen, Schulen, Kommunen, Kirchen oder die Wirtschaft auf, sich an der Langen Woche der Nachhaltigkeit zu beteiligen. Das Ziel: Zeigen, was sich tut in Sachen nachhaltiges Leben in der Region. Alle Aktionen bezogen sich auf die 17 VN-Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030. Damit Armut, Umweltzerstörung oder Geschlechterungerechtigkeit weltweit ein Ende haben, waren und sind alle gefragt. Bei den Aktionstagen gab es Kleidertauschpartys, Selbermach-Workshops, Repair Cafés, Diskussionsrunden oder komplette Schulungsprogramme für Firmen. Alle Angebote hatten den Anspruch, den Gedanken an Nachhaltigkeit stärker im Alltag und im Beruf zu integrieren.

Mehr Klimaschutz und bewusster Konsum

Klimaschutz ist eines der wichtigsten Themen dieser Zeit – und somit auch bei den Aktionstagen für mehr Nachhaltigkeit. Etliche Kommunen und Städte boten Fahrradaktionen oder Workshops zum Thema Energiesparen an. In Bielefeld findet man entlang eines 25km langen Radwegs Informationen zu den VN-Nachhaltigkeitszielen und wie sie erreicht werden können. Ein Umwelttheaterstück in Kinderreimen brachte in Freiburg das Thema dem jungen Publikum näher. Wie verbrauche ich weniger Strom im Haushalt? Wie kann ich Wärme besser speichern? Verbraucherinnen und Verbraucher haben viele Fragen - vor allem, wenn es um die praktische Umsetzung geht. In Schleswig-Holstein wurde an 20 Standorten eine regionale Energieberatung der Verbraucherzentrale eingerichtet. In einer Sprechstunde sollten die Fragen der Verbraucherinnen und Verbraucher beantwortet werden. Die meisten Aktionen bundesweit wurden von Vereinen durchgeführt, insgesamt rund 480 Aktionen. Darauf folgten Unternehmen (244 Aktionen) und Bildungseinrichtungen (111 Aktionen). Es ging aber nicht nur um Klimaschutz, sondern auch ganz praxisnah und alltagstauglich um nachhaltigen Konsum und alternative Produktionswege.

Deutschland bei EU-Nachhaltigkeitstagen Spitzenreiter

Zum Beispiel beim Nachhaltigkeitsfestival „Schlabberkappes“ in Arnsberg. Der Name steht für ein traditionelles Gericht aus dem Ruhrgebiet – dem Schmalzkohl. Auf dem „Markt für morgen“, zeigten Unternehmen aus der Region, Vereine oder Schulen, welche Ideen sie haben für eine nachhaltige Lebensweise. Von den rund 40 Ausstellern wurden fair hergestellte Lebensmittel, Kleidung und Schmuck vorgestellt und verkauft. Ein wichtiges Thema für die Arnsberger: Wie schaffen wir es, weniger gutes Essen wegzuwerfen? Bei einer gemeinsamen Aktion mit den Bürgerinnen und Bürgern wurden Reste verwertet und daraus Gerichte für alle gekocht. Das Festival ist Teil der Arnsberger Nachhaltigkeitsstrategie. Sie wurde im vergangenen Jahr von der Stadt beschlossen. Damit setzt die Kommune den Rahmen für die Umsetzung der VN-Nachhaltigkeitsziele. Die hohe Nachfrage und die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den DAN zeigen: Nachhaltigkeit ist als wichtiges Thema in der Gesellschaft angekommen. 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Juni 2019 – Der Rat für Nachhaltige Entwicklung sucht ab sofort erneut innovative Projekte und Ideen zur Transformation unserer Alltagskultur. Im neuen Ideenwettbewerb des Fonds Nachhaltigkeitskultur geht es um „Modekultur, Textilien und Nachhaltigkeit“. Bewerbungen sind bis zum 18. August 2019 möglich. Weltweit hat sich der globale Textilkonsum seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Aktuelle Kollektionen werden immer kürzer getragen. Häufig landen sie eine Saison später in der Altkleidersammlung oder – im schlechtesten Fall – im Restmüll. Und das, obwohl durch Herstellung und Handel von schnelllebiger Kleidung hohe Umweltkosten entstehen: Die eingesetzten Chemikalien gefährden die Gesundheit von Arbeitskräften in der Textilindustrie, Mikroplastik aus Synthetikfasern verschmutzt die Weltmeere und prekäre Arbeitsverhältnisse sind in den textilproduzierenden Billiglohnländern die Regel. Wie können wir diese Kultur des Modekonsums verändern? 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Projektleiter Fonds Nachhaltigkeitskultur:

Bodo Richter Wissenschaftlicher Referent Rat für Nachhaltige Entwicklung Geschäftsstelle c/o GIZ GmbH Potsdamer Platz 10 D-10785Berlin Telefon: 030/338424-279 E-Mail: bodo.richter@nachhaltigkeitsrat.de

Medienkontakt:

Marijke Eschenbach Medienreferentin Rat für Nachhaltige Entwicklung Geschäftsstelle c/o GIZ GmbH Potsdamer Platz 10 D-10785 Berlin Telefon: +49 (0)30 / 338424-233 E-Mail: marijke.eschenbach@nachhaltigkeitsrat.de" ["post_title"]=> string(114) "Ideenwettbewerb „Modekultur, Textilien und Nachhaltigkeit" startet - ab sofort bis zum 18. August 2019 bewerben!" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(55) "ideenwettbewerb-modekultur-textilien-und-nachhaltigkeit" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-06-20 08:47:50" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-06-20 06:47:50" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=16661" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [6]=> object(WP_Post)#16689 (24) { ["ID"]=> int(16657) ["post_author"]=> string(2) "15" ["post_date"]=> string(19) "2019-06-19 13:32:48" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-06-19 11:32:48" ["post_content"]=> string(4229) "Berlin, 19.06.2019 – Heute lädt die Bundesregierung erstmals zu einer Nationalen Vorbereitungskonferenz für das bei den Vereinten Nationen stattfindende High-Level Political Forum on Sustainable Development (HLPF) ein. Sie folgt dabei einer Empfehlung des Rates für Nachhaltige Entwicklung. „Die Agenda 2030 erfährt derzeit nicht die notwendige politische Aufmerksamkeit. Weltweit und auch in Deutschland ist die Zwischenbilanz zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele mehr als ernüchternd “, so Heidemarie Wieczorek-Zeul, Ratsmitglied und ehemalige Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Das HLPF hat bei den Vereinten Nationen die Aufgabe, die Verwirklichung der Agenda 2030 zu überprüfen. Es tagt dieses Jahr vom 9. bis 18. Juli in New York, darunter drei Tage auf Ministerebene, sowie vom 24. bis 25. September auf Ebene der Staats- und Regierungschefs zur Eröffnung der VN-Generalversammlung. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf der RNE-Jahreskonferenz ihre Teilnahme angekündigt. Der Nachhaltigkeitsrat empfiehlt dringend, dass die Bundeskanzlerin dort neue Initiativen einbringt. Nötig ist eine Schnelläufer-Koalition mit anderen Ländern, die zeigt, dass Ziele noch vor 2030 erfolgreich erreicht werden können. Ferner sollte Deutschland die direkte Unterstützung für Partnerländer ausbauen und dort auch die Multi-Stakeholder-Beteiligung voranbringen. Der Nachhaltigkeitsrat hat detaillierte Reformvorschläge für das High Level Political Forum gemacht, nun nimmt die breite Diskussion um eine HLPF-Reform allmählich an Fahrt auf. Der RNE hat im kürzlich stattgefundenen OpenSDGclub.Berlin mit internationalen Nachhaltigkeitsakteuren aus über 30 Ländern weltweit einen eindringlichen Aufruf (Call for Action) verfasst. Gemeinsam wurden Defizite bei der Umsetzung der Agenda 2030 erörtert, eine Reform zur Stärkung des HLPF war dabei zentraler Teil der Forderungen.   Dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Er wird jeweils für eine dreijährige Amtsperiode von Bundeskanzlerin Angela Merkel berufen. Den Vorsitz führt Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe, Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates sowie Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, stellvertreten von Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbund Deutschland. Der Rat berät die Bundesregierung zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, benennt dringende Handlungsfelder und trägt vielfältig dazu bei, Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. Inhaltlich und in seinen Aktionsformen ist der Rat unabhängig. Ergebnisse seiner Arbeit sind zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, diverse politische Stellungnahmen zur nationalen und internationalen Nachhaltigkeitspolitik sowie zu Themen wie Digitalisierung, Klima, Rohstoffe, Plastik, Landwirtschaft. Der Rat bringt Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister zum Dialog „Nachhaltige Stadt“ zusammen, hat den Peer Review 2018 zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie organisiert und moderiert, er vernetzt Akteure durch die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) und fördert Projekte zur Alltagskultur mit diversen Ideenwettbewerben sowie den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit. Die Mitglieder des Rates werden durch eine Geschäftsstelle unter Leitung des Generalsekretärs Prof. Dr. Günther Bachmann sowie Yvonne Zwick und Bodo Richter als stellvertretende Generalsekretäre unterstützt. Mehr Informationen unter: www.nachhaltigkeitsrat.de

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VN-Nachhaltigkeitsziele als Standard setzen

Eine wichtige Bewährungsprobe ist der VN-Nachhaltigkeitsgipfel am 24. und 25. September in New York. Die Weltgemeinschaft soll dann zeigen, wie sie die VN-Nachhaltigkeitsziele bisher umgesetzt und welche Pläne sie für die Zukunft hat. Als Industrieland hätte Deutschland die Pflicht, einen relevanten Beitrag zu leisten. Das sieht Imme Scholz, kommissarische Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung, ähnlich. Mit Blick auf den bisher versäumten Klimaschutz und die verfehlten Ziele rief sie dazu auf, „die Klimalücke jetzt zu schließen“,. Die Orientierung an den VN-Nachhaltigkeitszielen sei dabei essentiell. Sowohl auf EU-Ebene, als auch in internationalen Gremien wie der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds (IWF) oder der Welthandelsorganisation (WTO). Ihr geht es um eine multilaterale Stärkung etwa des Pariser Klimaabkommens oder der Agenda 2030. So steht es auch in den zur Jahreskonferenz veröffentlichten Empfehlungen des Rates, die dieser der Bundesregierung pünktlich zur Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vorgelegt hat.

Konkrete Maßnahmen gegen Missstände ergreifen

Auch Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) rief alle Akteurinnen und Akteure dazu auf, Nachhaltigkeit in den Fokus ihres Handelns zu stellen. Im kommenden Jahr will er dazu ein Jahr der Nachhaltigkeit ausrufen. „Wir leben unseren Wohlstand zu Lasten anderer“, sagte Müller. Konkrete Maßnahmen, damit Missstände in der Welt aufhörten, würden von Jugendbewegungen wie „Fridays for Future“, von der Wirtschaft, von der Zivilgesellschaft sowie in der Politik gefordert. Als Beispiel nannte der Entwicklungsminister Produktionsstätten von Waren, die vor allem in armen Staaten anzusiedeln seien anstatt die Wertschöpfung den Industrieländern zu überlassen. Auch müssten in vielen Ländern Kinder auf Plantagen arbeiten, weil die Preise für Kaffee, Bananen & Co bei uns niedrig bleiben sollen. „Das könnten wir ändern durch unsere Einkaufsentscheidung“, sagte Müller und verwies auf seine Initiative „Der grüne Knopf“ für nachhaltig erzeugte Textilien. Zudem sprach er sich für scharfe gesetzliche Regelungen aus, wenn sich Firmen nicht an soziale und ökologische Kriterien hielten." ["post_title"]=> string(25) "Nachhaltigkeit im Aufwind" ["post_excerpt"]=> string(204) "Handeln statt nur Reden: Auf der RNE-Jahreskonferenz fordert Umweltministerin Svenja Schulze mehr Einsatz für den Klimaschutz und soziales Wirtschaften. Deutschland soll internationaler Vorreiter werden." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(25) "nachhaltigkeit-im-aufwind" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-06-19 10:05:27" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-06-19 08:05:27" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=16646" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [8]=> object(WP_Post)#17085 (24) { ["ID"]=> int(16544) ["post_author"]=> string(2) "15" ["post_date"]=> string(19) "2019-06-14 12:20:02" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-06-14 10:20:02" ["post_content"]=> string(5047) "„Heute sagt keiner mehr, wir können so weitermachen wie bisher“, fasste Alexander Müller, Geschäftsführer von TMG ThinkTank for Sustainability und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), die Debatte rund um die Zukunft der Landwirtschaft am Ende zusammen. Mittlerweile seien die Probleme jedem bekannt. Häufig gebe es bereits vielversprechende Handlungsansätze, aber die reichten noch nicht aus: „Nur in der Auseinandersetzung, in einem Streit um die besseren Lösungen werden wir weiter vorwärtskommen.“ Eine solche Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Sichtweisen hatte zuvor auf dem von ihm moderierten Podium auf der RNE-Jahreskonferenz stattgefunden. Über die Leitfrage „Wie geht eine lebendige natürliche Landwirtschaft?“ hatten Alexandra Brand, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Syngenta, der Politikberater Franz-Theo Gottwald von der Schweisfurt-Stiftung, Christian Hiß, Gründer der Regionalwert AG, und die Studentin und Jungbäuerin Lena Jacobi diskutiert.

Teil des Problems oder Teil der Lösung?

Es sage schon viel aus, dass es im Kabinett der Bundesregierung eine Ministerin gebe, die zuständig für das eine Thema, die Umwelt, sei, während eine andere sich um die Landwirtschaft kümmere, hatte Ulrich Schraml, Leiter der Abteilung Wald und Gesellschaft an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg  und RNE-Mitglied, in seinem Eingangsstatement gesagt. Alexander Müller ergänzte, es gebe zwei Sichtweisen: Aus der einen Ecke betrachtet sei die Landwirtschaft Teil des Problems, verantwortlich für schwindende Biodiversität und Hunger auf der einen Seite und für Verschwendung auf der anderen. Die Gegenposition sehe Landwirtschaft auch als Teil einer Lösung, die am Ende ein besseres Leben für alle ermöglichen könne. Weltweit würden 600 Milliarden US Dollar im Jahr für die Landwirtschaft ausgegeben – die Frage sei, ob diese Ausgaben gut für die Umwelt seien oder ihr schadeten. Lena Jacobi wies darauf hin, dass sich die niedrigen Erzeugerpreise und der gesellschaftliche Druck auch in einem rasanten Höfesterben niederschlage: „Da geht viel verloren, was Bäuerlichkeit ausmacht“, sagte die Jungbäuerin. „Wir dürfen nicht nur auf ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit setzen, sondern müssen auch auf die soziale Nachhaltigkeit achten.“ Für die Landwirte sei es eine große Herausforderung, neben ihrer eigentlichen Arbeit auch immer noch um die gesellschaftliche Akzeptanz kämpfen zu müssen.

Nachhaltigkeitsaspekte müssen einberechnet werden

Christian Hiß, Sohn eines der ersten Bio-Landwirte Deutschlands und Gründer der Regionalwert AG, die mithilfe von Bürgeraktien in regionale Betriebe entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette investiert, wies darauf hin, dass es immer auch um die Frage gehen müsse, was uns unsere Lebensmittel eigentlich wert seien: „Wir rechnen nicht richtig, wir bilanzieren falsch“, sagte er. „Wenn wir richtig rechnen würden, hätten wir eine andere Wirtschaft. Nachhaltigkeitsaspekte müssen in die Bilanzen der Betriebe mit rein.“ Erste Anzeichen eines Umdenkens zeigen sich aber auch schon auf Industrieseite. Syngenta-Vertreterin Brand hat erkannt: „Wenn wir als Unternehmen nicht darauf reagieren, was unsere Kunden und die Landwirte wollen, werden wir Marktanteile verlieren.“ Früher sei unter Nachhaltigkeit Flächenproduktivität verstanden worden, aber heute reiche Rentabilität als alleinige Zielgröße nicht mehr aus. Biodiversität sei zum Beispiel ein wichtiges Kriterium, das heute mitberücksichtigt werden müsse. Jahrzehntelang habe in der Forschung die Philosophie gegolten, Lösungen zu finden, die für alle anwendbar seien: „Von dieser One-Size-fits-all-Herangehensweise verabschieden wir uns, wir müssen diversifizieren“, sagte sie. „Diese Transformation durchlaufen wir gerade als Unternehmen.“ Politikberater Gottwald betonte erfreut, er habe bisher noch nie „aus einem Industriemund gehört, dass es eine Philosophie der Diversifizierung brauche“. Wie es genau weitergehen kann auf dem Weg in eine natürliche Landwirtschaft, was konkret getan werden muss, diese Lösung konnte auch die Runde der Diskutanten auf der RNE-Jahreskonferenz nicht liefern: „Wir sind uns schnell einig, dass alles besser werden muss“, sagte Gottwald. „Aber die Frage bleibt, welche Schritte die richtigen sind.“" ["post_title"]=> string(57) "Landwirtschaft der Zukunft - „Wir bilanzieren falsch“" ["post_excerpt"]=> string(232) "Es kann in der Landwirtschaft nicht so weitergehen wie bisher, aber was muss sich ändern? Auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung suchte eine Diskussionsrunde nach Lösungsansätzen für eine bessere Zukunft." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(49) "landwirtschaft-der-zukunft-wir-bilanzieren-falsch" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-06-14 14:45:50" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-06-14 12:45:50" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=16544" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } } ["post_count"]=> int(9) ["current_post"]=> int(-1) ["in_the_loop"]=> bool(false) ["post"]=> object(WP_Post)#16696 (24) { ["ID"]=> int(16904) ["post_author"]=> string(2) "15" ["post_date"]=> string(19) "2019-07-10 15:06:37" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-07-10 13:06:37" ["post_content"]=> string(8486) "Noch schaufeln gewaltige Bagger die Braunkohle aus den Tagebauen. Doch der Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohle kommt. Im Jahr 2038 spätestens geht das letzte Kraftwerk vom Netz, dann ist Schluss. So hatte es im Januar die 28-köpfige Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung in ihrem Abschlussbericht empfohlen. Was heißt das für die betroffenen Regionen, für die Jobs, für die Zukunft? Wie steht es dabei um die soziale Gerechtigkeit? RENN.west, eine der vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien, hat Anfang Juli ins Rathaus von Eschweiler – der Deutschen Nachhaltigkeitsstadt 2019 mittlerer Größe - eingeladen, um sich diesen Fragen und deren Antworten zu nähern. Selten ist der notwendige Strukturwandel in so einem Kreis debattiert worden. Gekommen sind rund 100 Gäste, darunter Vertreterinnen und Vertreter von Parteien, der Verwaltung, der Branche der konventionellen wie auch der erneuerbaren Energie, und auch Anti-Kohle-Aktivistinnen und Aktivisten.

Strukturwandel als Chance

Der Strukturwandel – er sei auch eine „Chance“ für die Region, meint Rudi Bertram (SPD) Bürgermeister von Eschweiler. Die etwa 58.000-Einwohner-Stadt liegt mitten im vom Energieversorger RWE dominierten Rheinischen Revier im Städtedreieck zwischen Aachen, Düsseldorf und Köln. 30.000 Arbeitsplätze hängen in der Region von der Braunkohle ab. Den Mitarbeitenden von RWE, Deutschlands größtem Stromversorger, vorzuwerfen, sie seien schuld, dass Kinder und Enkelkinder keine Zukunft mehr haben, helfe nicht, so Bertram weiter: „Wir müssen im gesamten Rheinischen Revier dafür sorgen, dass es eine Aufbruchsstimmung gibt.“ Pirmin Spiegel leitet das katholische Hilfswerk Misereor. Für ihn braucht es – wie für viele andere in der Runde auch - Tempo. Der Kohleausstieg müsse beschleunigt werden, erklärt er, „sonst werden die Kosten für unseren Energiebedarf weiterhin auch auf andere Länder und Menschen verlagert.“ In vielen Regionen der Welt, etwa in Südafrika, werde Steinkohle abgebaut, um sie dann in deutschen Kraftwerken zu verbrennen. Längst seien aber – das zeigten Wissenschaftler unter anderem am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) - Belastungsgrenzen des Planeten erreicht. Der Bund hilft zunächst mit einem Sofortprogramm von 240 Millionen Euro, 37 Prozent davon sollen in das Rheinische Revier fließen. Bis zum Ausstiegsdatum sollen in die betroffenen Kohlegebiete im Osten und im Westen insgesamt rund 40 Milliarden Euro fließen - 14 Milliarden Euro direkt, 26 Milliarden in Form von Vorhaben des Bundes.

Solidarität verdient

Der Kohlestrom habe „wesentlich zum Wohlstand der Republik beigetragen“, sagt Thomas Verres, der im Bundesumweltministerium das Referat „Gesellschaftspolitische Grundsatzfragen, Strukturwandel, Berichte“ leitet. Die Reviere hätten die „Solidarität aller verdient“. Es gehe darum, „Arbeitsplätze sowie Lebensqualität zu erhalten und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu erreichen.“ Wie das Gros der 40 Milliarden Euro Hilfen verteilt wird, ist offen. Damit sollen „neue Arbeitsplätze geschaffen werden“, erklärte Verres, sollten Behörden, Forschungsinstitute, Industriebetriebe angesiedelt, Straßen und Schienenwege neu gebaut werden. In den kommenden Monaten wird der Bundestag voraussichtlich ein „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ verabschieden, das – so Verres - „einen Rahmen setzt“. Die Eckpunkte dazu hatte die Regierung noch im Mai, kurz vor der Europawahl, verabschiedet.

Der Umbau läuft

Das Rheinische Revier sucht schon längst nach Wegen in eine kohlefreie Zukunft. Eschweiler, denkt trotz seiner langen Tradition als Bergbaustadt längst um. Alle städtischen Gebäude sind energetisch saniert worden. Ihr Strombedarf wird zu 100 Prozent mit Erneuerbaren Energien aus Windkraft und Photovoltaik gedeckt. So beschreibt es die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt. Raphael Jonas, Geschäftsführer der Abteilung Innovation, Umwelt und Industrie der Industrie und Handelskammer (IHK) Aachen, weist darauf hin, dass es in der Region sehr viel energieintensive Unternehmen gebe, aber „die Unternehmen sind wach geworden und möchten selbst was tun.“ Eine eigens geschaffene Zukunftsagentur Rheinisches Revier koordiniert zahlreiche Projekte, die neue Perspektiven für die Wirtschaft eröffnen sollen. Das sind beispielsweise Innovationen in der Photovoltaik oder fortschrittliche Mobilitätskonzepte. Antje Grothus engagiert sich im Zivilgesellschaftlichen Koordinierungskreis Strukturwandel. Der Kreis hat sich 2018 gegründet, darin sitzen Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 20 Organisationen. Grothus fehlt die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Zukunftsagentur. Aber nicht nur dort, auch in den Regierungen. „Wir finden kein Gehör“, sagt sie. Welches Projekt nun zum Beispiel gefördert würde, um die Regionen voranzubringen, sei „nicht transparent“.

Bürgerbeteiligung hilft

Werden künftig zum Beispiel Arbeitsplätze im Pflegebereich besonders gefördert, wie es Dorothee Häußermann, die sich in der Klimagerechtigkeits- und Degrowth-Bewegung engagiert, vorschlägt? Thomas Hartmann, Gewerkschaftssekretär der Region NRW Süd-West des Deutschen Gewerkschaftsbundes, warnt hingegen davor, sich nur einzelne Berufsfelder vorzunehmen. Er meint, es müsse um ganz „neue Industriezweige gehen, die mehr sind als nur Forschungsinstitute“. Grothus ist sich sicher, dass der Umbau der Regionen nur gelingen kann, wenn die Leute vor Ort stark eingebunden werden. Sie mahnt: „Nicht nur Kärtchen von Bürgern einsammeln – und dann tauchen die darauf geschriebenen Ideen nachher nie wieder auf“. Die Bevölkerung müsse „mitgenommen“ werden. Ihr Mitstreiter im Koordinierungskreis, Andreas Büttgen, sagt es so: „Kompetenzen von vor Ort nutzen“. Der Koordinierungskreis hat bereits ein Konzept „Revierperspektiven Rheinland Gutes Leben – Gute Arbeit“ vorgelegt. Darin finden sich konkrete Ideen und Projekte, um eine zukunftsfähige Mobilität, mehr Bürgerbeteiligung oder eine „Diversifizierte Industrie- und Gewerbelandschaft mit breit gefächertem, qualifiziertem Arbeitsplatzangebot und arbeitsnahem Wohnraum“ entwickeln zu können. Grundsätzlich müsse Arbeit klima- und umweltfreundlich, tariflich abgesichert und zukunftsfähig sein, erklärt Grothus, damit die Menschen nicht wieder „eine Hängepartie“ erleben und um ihren Job bangen müssen. Am Ende müsse der AfD Wahlkampfmunition genommen werden, meint Bürgermeister Bertram. Die Partei warnt immer wieder vor einem Absturz der bald ehemaligen Kohlereviere. Den Betroffenen müsse man klarmachen, „wir haben Euch nicht vergessen!“, sagt der SPD-Mann. Miteinander reden, nicht nur in ausgewählten Kreisen, helfe. Die nächste Veranstaltung von RENN.west findet am 9. September 2019 in Ingelheim am Rhein bei Mainz statt. Das Thema: Soziale Gerechtigkeit im Rahmen der planetaren Grenzen." ["post_title"]=> string(37) "Auf dem Weg in die kohlefreie Zukunft" ["post_excerpt"]=> string(311) "Wie wird der notwendige Umbau der Kohleregionen auch sozial gerecht? Bei der Diskussionsrunde, zu der die Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien West eingeladen hat, kamen so viele Vertreter verschiedener Perspektiven zusammen, wie sonst selten. Gemeinsames Fazit: Bürger müssen mehr beteiligt werden." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(37) "auf-dem-weg-in-die-kohlefreie-zukunft" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-07-11 15:02:12" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-07-11 13:02:12" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=16904" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } ["comment_count"]=> int(0) ["current_comment"]=> int(-1) ["found_posts"]=> string(1) "9" ["max_num_pages"]=> float(1) ["max_num_comment_pages"]=> int(0) ["is_single"]=> bool(false) ["is_preview"]=> bool(false) ["is_page"]=> bool(false) ["is_archive"]=> bool(true) ["is_date"]=> bool(false) ["is_year"]=> bool(false) ["is_month"]=> bool(false) ["is_day"]=> bool(false) ["is_time"]=> bool(false) ["is_author"]=> bool(true) ["is_category"]=> bool(false) ["is_tag"]=> bool(false) ["is_tax"]=> bool(false) ["is_search"]=> bool(false) ["is_feed"]=> bool(false) ["is_comment_feed"]=> bool(false) ["is_trackback"]=> bool(false) ["is_home"]=> bool(false) ["is_privacy_policy"]=> bool(false) ["is_404"]=> bool(false) ["is_embed"]=> bool(false) ["is_paged"]=> bool(false) ["is_admin"]=> bool(false) ["is_attachment"]=> bool(false) ["is_singular"]=> bool(false) ["is_robots"]=> bool(false) ["is_posts_page"]=> bool(false) ["is_post_type_archive"]=> bool(false) ["query_vars_hash":"WP_Query":private]=> string(32) "4e3125305e4dfefed11006fd27f66614" ["query_vars_changed":"WP_Query":private]=> bool(false) ["thumbnails_cached"]=> bool(false) ["stopwords":"WP_Query":private]=> NULL ["compat_fields":"WP_Query":private]=> array(2) { [0]=> string(15) "query_vars_hash" [1]=> string(18) "query_vars_changed" } ["compat_methods":"WP_Query":private]=> array(2) { [0]=> string(16) "init_query_flags" [1]=> string(15) "parse_tax_query" } }