Immer mehr Länder entwickeln nationale Nachhaltigkeitsstrategien, um das wirtschaftliche Wachstum auf eine für Gesellschaft und Umwelt langfristig tragfähige Basis zu stellen. Ein internationaler Austausch über die Erfahrungen mit Nachhaltigkeitsstrategien ist aber selten.
Ziel des Projekts ist ein Austausch zwischen Expertinnen und Experten aus Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft der BRICS-Ländern und Deutschlands. Im Zentrum stehen dabei Erfahrungen mit nationalen Nachhaltigkeitsstrategien und -prozessen, die anhand von Beispielen insbesondere aus der Energienutzung, dem Ressourcenmanagement und der sozialen Dimension diskutiert werden. Die Beteiligten werden den aktuellen Stand ihrer Nachhaltigkeitspolitik vergleichen, Erfahrungen und Bewertungen austauschen und Rückschlüsse für ihre nationalen Nachhaltigkeitsstrategien ziehen. Damit soll ein Anstoß zum weiteren Austausch über die Gestaltung von wirtschaftlichem Wachstum im Sinne des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung gegeben werden.
Zunächst werden in den sechs Ländern im zweiten Quartal dieses Jahres nationale Konferenzen / Workshops stattfinden. Deren Ergebnisse wurden Anfang September in einer internationalen Konferenz im GTZ-Haus Berlin zusammengeführt.
Studie (dt. und engl. Version):
BRICS+G
Auftaktveranstaltung "BRICS+G Sustainability and Growth in Brazil, Russia, India, China, South Africa and Germany" am 2. März im GTZ-Haus Berlin„Nachhaltigkeit ist eine Wachstumsformel“ so Volker Hauff, Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 2. März 2005 in Berlin. Nachhhaltigkeitsrat und GTZ stellten ihr Gemeinschaftsprojekt „BRICS+G – Sustainability and Growth in im GTZ-Haus Berlin vor.
„Die Verantwortung für kommende Generationen gebietet, die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung zum Leitfaden unserer Politiken zu machen“, erklärte Bernd Eisenblätter, GTZGeschäftsführer. „Gleichzeitig sind unsere Wirtschaftssysteme immer noch klar auf Wachstum ausgerichtet. Vor diesem Hintergrund will sich das Projekt im Dialog mit dem Spannungsfeld und den Synergien zwischen Wachstum und Nachhaltigkeit – Sustainability and Growth befassen.“
Auf dem Weltgipfel in Johannesburg haben die Regierungen sich verpflichtet, mit der Umsetzung nationaler Nachhaltigkeitsstrategien zu beginnen. Immer mehr Länder – insbesondere auch Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, die „BRICS“ - haben Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt oder sind dabei, das zu tun, um ihr wirtschaftliches Wachstum auf eine Basis zu stellen, die für Gesellschaft und Umwelt langfristig tragfähig ist. Damit existieren bereits nationale Prozesse, im Rahmen derer sich die Gesellschaften mit den Fragen von Wachstum und Nachhaltigkeit auseinander setzen und die zum Ziel haben, nationale Politiken von strategischer Relevanz auf das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung hin auszurichten.
Ein internationaler Austausch zu Nachhaltigkeitsstrategien ist aber selten. „Ich möchte gerne wissen, wie es um das Nachhaltigkeitsdenken in den BRICS-Ländern steht, die dynamische Wachstumszahlen haben und denen prognostiziert wird, dass sie den Weltmarkt bald dominieren werden, erläuterte Volker Hauff „Es ist interessant für mich zu hören, welche Gedanken man sich dort im Rahmen von Nachhaltigkeitsstrategien über den Umgang mit Naturressourcen, über die Sicherheit der Energieversorgung macht, über das Klima und die Klimaentwicklung, über die sozialen Dimensionen der gesellschaftlichen Entwicklung und die Wohlstandsschere.
Der Dialog mit den BRICS, die als internationale Wachstumszentren eine immer wichtiger werdende Schlüsselrolle für eine globale nachhaltige Entwicklung spielen, ist auch hierzulande von hohem Interesse. „Deutschland ist auf der Suche nach einem neuen Typ von Wachstum“, erklärte Volker Hauff, Vorsitzender des Nachhaltigkeitsrates. Von einer an Nachhaltigkeit orientierten Entwicklung sei das Land aber noch weit entfernt.
Im Zentrum des Dialogs, an dem Expertinnen und Experten aus Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika und Deutschland beteiligt sind, stehen Fragen der Energienutzung, des Ressourcenmanagements und soziale Fragen. Dabei finden in den kommenden Monaten dezentral in den sechs Ländern nationale Workshops statt. Die Ergebnisse dieser Workshops werden Anfang September in einer internationalen Konferenz im GTZ-Haus Berlin zusammengeführt. Der Nachhaltigkeitsrat wird mit seiner Jahreskonferenz am 6. September 2005 den Themenschwerpunkt Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit aufgreifen.