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"Unsere Gesellschaft muss viel stärker über die Wertorientierung unserer Lebensstile und über den Wert öffentlicher Dinge reden."

Dr. Hans Geisler, Mitglied des Rates

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Sina Trinkwalder wird „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2011“

Rat für Nachhaltige Entwicklung zeichnet Gründerin des Modeherstellers manomama GmbH, Augsburg, aus

Berlin, 27.10.2011 Der Sonderpreis „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit“, verliehen vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung, geht in diesem Jahr an die Augsburger Unternehmerin Sina Trinkwalder. Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin der manomama GmbH, eines Herstellers nachhaltiger Mode. Das Beratungsgremium würdigt mit dem zum dritten Mal verliehenen Preis eine vorbildliche und wegweisende unternehmerische Leistung für Nachhaltigkeit in Deutschland. Sina Trinkwalder wird den Preis im Rahmen der Gala des Deutschen Nachhaltigkeitspreises am 4. November in Düsseldorf in Empfang nehmen. Die Laudatio hält der Vorsitzende des Rates, Hans-Peter Repnik.

Trinkwalder gründete mit der manomama GmbH im April 2010 das erste Social Business der Textilbranche in Deutschland. Ihr Anspruch: ökologisch einwandfreie Textilien und Accessoires unter transparenten und fairen Bedingungen dort zu fertigen, wo sie getragen werden. manomama verarbeitet ausschließlich kontrolliert ökologische und kompostierbare Rohstoffe, vermeidet lange Transportwege, kurbelt regionale Wertschöpfung an und übernimmt in besonderem Maße soziale Verantwortung: Trinkwalder stellt benachteiligte Personen ein, zahlt über Tarif und versucht, Beruf und Familie für ihre Angestellten vereinbar zu machen.

Mit ihrem Geschäftsmodell beweist die 33-jährige frühere Werbeunternehmerin, dass ein umfassendes Verständnis von Nachhaltigkeit in individuellem unternehmerischem Handeln zu greifbarem wirtschaftlichem Erfolg führen kann. In Trinkwalders Geschäftsmodell stehen die Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und soziale Balance gleichberechtigt nebeneinander.

Ratsmitglied Lucia A. Reisch, Professorin für interkulturelles Konsumentenverhalten und Verbraucherpolitik an der Copenhagen Business School, sagt über Sina Trinkwalders unternehmerische Leistung: „Die Nachhaltigkeit braucht Menschen, die engagiert und unbeirrbar voranschreiten und Wettbewerber herausfordern. Menschen die unter Beweis stellen, dass Nachhaltigkeit sogar in einem so kurzlebigen und hart umkämpften Markt wie der Modebranche auch unter wirtschaftlichen Aspekten tragfähig ist.“

Mit dem Sonderpreis „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit“ unterstreicht der Nachhaltigkeitsrat, dass nachhaltiges Wirtschaften in erheblichem Maße von Ideen und vom Engagement aus der Mitte der Gesellschaft lebt. Social Entrepreneurs wie Sina Trinkwalder liefern Innovation und inspirieren. Sie zeigen, wie soziale und ökologische Nachhaltigkeit mit ökonomischem Erfolg einher gehen können.

Der Nachhaltigkeitsrat beurteilte die Kandidaten anhand folgender Kriterien:
1. Potenzial einer systemverändernden Wirkung in den Handlungsfeldern der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie
2. Befähigung einer Zielgruppe zu nachhaltigem Handeln
3. Wegweisender Charakter für nachhaltige Entwicklung in Deutschland.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wurde 2008 durch eine Initiative des Wissenschaftsjournalisten Stefan Schulze-Hausmann ins Leben gerufen. Der Preis prämiert Unternehmen, die vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden. Sonderpreise zeichnen Persönlichkeiten aus, die national oder international in herausragender Weise den Gedanken einer zukunftsfähigen Gesellschaft fördern. Träger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ist die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. Das Kuratorium besteht aus Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft (www.nachhaltigkeitstag.de/6-0-Stiftung.html).

Der Rat

Dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an, die von der Bundeskanzlerin für eine Mandatszeit von drei Jahren berufen werden. Zu den Aufgaben des Rates gehören die Entwicklung von Beiträgen zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Beiträge, um Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. In der Wahl seiner Themen und Aktionsformen ist der Rat unabhängig. Ergebnisse aus der laufenden Arbeit sind zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, der Zukunftsdialog_Vision2050, Stellungnahmen zur Rohstoffpolitik, zur fiskalischen Nachhaltigkeit, zum Ökolandbau, die Projekte der Werkstatt N, der Strategiedialog mit Oberbürgermeistern sowie Beiträge zur „Green Economy“.

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