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"Nachhaltigkeit verpflichtet zu Vernunft und Verantwortung unseres Handelns im sozialen, ökologischen und ökonomischen Bereich."

Michael Vassiliadis, Mitglied des Rates

07.11.2011

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AKTUALISIERTE MELDUNG:

AUS DEM RAT FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

RNE kürt Sina Trinkwalder zum „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2011“

Preisträgerin Sina Trinkwalder mit dem RNE-Vorsitzenden Hans-Peter Repnik (rechts) und dem Generalsekretär des Rates, Dr. Günther Bachmann - © Foto: Rat für Nachhaltige Entwicklung

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) der Bundesregierung hat im Rahmen der Gala des Deutschen Nachhaltigkeitspreises die Augsburger Unternehmerin Sina Trinkwalder als „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2011“ ausgezeichnet. Mit dem Sonderpreis honoriert das Beratungsgremium der Bundesregierung Trinkwalders unternehmerisches Engagement für Nachhaltigkeit. Die ehemalige Werbe-Expertin gründete im April 2010 das Modelabel manomama, das Textilien und Accessoires aus ökologisch unbedenklichen Rohstoffen herstellt und vertreibt. In ihrer Firma beschäftigt die Sozialunternehmerin gesellschaftlich benachteiligte Menschen, bezahlt diese übertariflich und fördert familienfreundliche Arbeitszeitmodelle. Trinkwalder, begründet der Nachhaltigkeitsrat seine Entscheidung, beweise, dass ein werte-basiertes und umfassendes Nachhaltigkeitsverständnis zu greifbarem wirtschaftlichem Erfolg führen kann.

manomama ist das erste „Social Business“ in der deutschen Textilbranche. Das Unternehmen verarbeitet nach eigenen Angaben ausschließlich kontrolliert ökologisch hergestellte und kompostierbare Rohstoffe, bezieht viele Rohstoffe aus dem Nahbereich, kurbelt so die regionale Wertschöpfung an und vermeidet lange, klimaschädliche Transportwege. Derzeit bereitet das Unternehmen den Umzug von einer 600 Quadratmeter großen Produktionshalle in eine fünf Mal größere Fertigungsstätte vor. Für kommendes Jahr rechnet manomama mit dem Überschreiten der Gewinnschwelle. Trinkwalder beschäftigt ein Dutzend festangestellte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Die Sozialunternehmerin sagt, über die Auszeichnung durch den Nachhaltigkeitsrat freuten sie und ihr Team sich sehr. „Die Entscheidung des Rats zollt unserem Ansatz, konsequent nachhaltig zu wirtschaften, Respekt.“ Ratsmitglied Lucia Reisch, Professorin für interkulturelles Konsumentenverhalten und Verbraucherpolitik an der Copenhagen Business School, sagt über Trinkwalder, sie beweise, dass Nachhaltigkeit sogar in einem so kurzlebigen und hart umkämpften Markt wie der Modebranche tragfähig sei – und das auch wirtschaftlich. „Nachhaltigkeit“, sagt Reisch, „braucht Menschen, die engagiert und unbeirrbar voranschreiten und Wettbewerber herausfordern“.

Der Sonderpreis „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit“ wird vom Rat für Nachhaltige Entwicklung zum dritten Mal verliehen. Der RNE unterstreicht mit dem Sonderpreis, dass Nachhaltigkeit von den Ideen und dem Engagement der Menschen lebt, für die das ökonomische Wirtschaften mit der Stärkung des sozialen Zusammenhalts und der Zukunftsverantwortung einher geht. Im vergangenen Jahr würdigte er den Bochumer Banker Falk Zientz mit dem Sonderpreis. Zientz ist Initiator des Mikrokreditfonds Deutschland und hat sich um die Förderung der Kleinkreditvergabe an Firmengründer und Kleinunternehmen ebenso verdient gemacht wie um den flächendeckenden Aufbau von Mikrofinanzinstituten in Deutschland. Als ersten Sozialunternehmer würdigte der RNE 2009 den Gründer des badischen Agrar-Netzwerks Regionalwert AG, Christian Hiß. Über das Netzwerk können sich Menschen an der Finanzierung regionaler, nachhaltig wirtschaftender Landwirtschaftsbetriebe beteiligen.