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"Um Lebensqualität zu schaffen und den damit verbundenen Ressourcen-
verbrauch zu verringern, müssen wir Nachhaltigkeit weiter in unserem täglichen Handeln verankern, als Mitarbeiter, Konsument und Bürger."

Kathrin Menges, Mitglied des Rates

20.05.2010

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Bachmann: Öffentliche Beschaffung muss nachhaltiger werden

Der Staat muss Nachhaltigkeitskriterien, die er von der Wirtschaft erwartet, auch selbst einhalten. Das fordert Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, in einer Stellungnahme zur Bedeutung der öffentlichen Beschaffung für die nachhaltige Entwicklung auf der Diskussions-Plattform www.diskutiere.de des Corporate-Social-Responsibilty-Netzwerks UPJ. Während Politiker zu Recht die Umwelt- und Klimafreundlichkeit, angemessene Bezahlung des Personals und Sozialleistungen als Teil unternehmerischer Verantwortung erwarten, spielen solche Maßgaben in der öffentlichen Beschaffung nach Bachmanns Einschätzung häufig nur eine untergeordnete Rolle.

Bachmann betont, dass seit 2008 zwar Bewegung in die Debatte um den Beitrag der Öffentlichen Hand gekommen sei, dass es an der Glaubwürdigkeit eigener Nachhaltigkeitsstrategien hingegen noch mangele. Zwar dürfe man den riesigen Bereich der öffentlichen Beschaffung hierbei nicht pauschal beurteilen, sagte der Generalsekretär des Nachhaltigkeits-Beratungsgremiums der Bundesregierung. Doch trotz guter Beispiele vielerorts geschehe im Ganzen „noch viel zu wenig“.

Insgesamt „droht die öffentliche Beschaffung den Anschluss an das Marktgeschehen zu verlieren“, stellt Bachmann fest. Laut Internationaler Handelskammer entwickle sich Nachhaltigkeit in der freien Wirtschaft weltweit seit einigen Jahren immer stärker zu einem entscheidenden Wettbewerbskriterium. Auch in Deutschland finden sich Vorreiter-Unternehmen, die zwar noch unvollständig, aber „mit hoher Dynamik“ Nachhaltigkeitskriterien entwickeln und verfolgen. Durch eine nachhaltige öffentliche Beschaffung könnte „der Ansporn für eine nachhaltige Wirtschaft viel größer sein“, findet Bachmann. Denn sicher sei, dass sich nachhaltige Investitionen „am Markt und in der Wertschätzung der Menschen“ lohnen.

Konkret stellt Bachmann die Frage, ob nicht auch der Staat am Emissionshandel teilnehmen sollte, um so „den nötigen Effizienzdruck zu spüren“, den eigenen CO2-Emissionsausstoß deutlich zu verringern. Die Reduktion könnte mit heutigen Techniken bei rund 25 Prozent liegen. Ebenso sollten die realen Lebenszykluskosten öffentlicher Beschaffungen bei Bauwerken und Produkten berechnet werden, um einen „wichtigen Beitrag zur Haushaltswahrheit“ leisten zu können.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat der Bundesregierung schon im Sommer 2008 in seiner Empfehlung Glaubwürdig – wirtschaftlich – zukunftsfähig: Eine moderne Beschaffungspolitik muss nachhaltig sein ein nachhaltigeres Vorgehen in der Beschaffungspolitik nahegelegt. Im März 2010 untermauerte der Rat seine Argumente in der Empfehlung Konsum und Nachhaltigkeit, die die Politik, Wirtschaft und Bevölkerung dazu auffordert, Kauf- und Beschaffungsentscheidungen entlang von Nachhaltigkeitskriterien zu treffen.

Weiterführende Informationen

Treiber, Treibsatz oder Treibsand? Diskussionsbeitrag des Generalsekretärs des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Günter Bachmann auf www.diskutiere.de.

Website des Corporate-Social-Responsibility-Netzwerks  UPJ.

Konsum und Nachhaltigkeit: Wie Nachhaltigkeit in der Konsumgesellschaft käuflich und (er)lebbar wird – Eine Aufgabe für Politik, Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürger. Empfehlung des Rates für Nachhaltige Entwicklung, 03.03.2010. 

Glaubwürdig – wirtschaftlich – zukunftsfähig: Eine moderne Beschaffungspolitik muss nachhaltig sein. Empfehlungen des Rates für Nachhaltige Entwicklung an die Bundesregierung, 11.08.2008.

Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung des Umweltbundesamtes.

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