Nachhaltiges Wirtschaften und Sustainable Finance

Nachhaltigkeit muss in der Wirtschaft zum globalen Standard werden, anders sind die Pariser Klimaziele und die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN nicht zu schaffen. Aber wie können globalisierte Unternehmen mit weltweiten Lieferketten soziale und ökologische Verantwortung übernehmen? Wie bringt eine nachhaltige Finanzwirtschaft die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft voran?

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Die Transformation von Wirtschaft und Finanzmärkten

Der globale Kontext

Nachhaltige Wirtschaft und nachhaltige Finanzmärkte gehen Hand in Hand. Beide sind längst Thema der globalen Politik, von der G20 über diverse UN-Gremien bis zur EU. Die Grundidee ist, dass Unternehmen Geschäftsmodelle entwickeln, die Energie und Ressourcen sparen, die Umwelt schützen, die Biodiversität erhalten, die Technologien zur Anpassung an den Klimawandel schaffen und die Menschenrechte achten.

Die dafür nötige Transformation ist eine universelle, wie es in den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, den SDGs, angelegt ist. Um sie zu erreichen, müssen auch Verbraucher und Verbraucherinnen bei nachhaltigen Unternehmen kaufen, muss die ganze Gesellschaft mitziehen und von der Politik fordern, die Standards und Regeln für nachhaltiges Wirtschaften durchzusetzen.

Gerade im Privatsektor steckt die Umsetzung der SDGs noch am Anfang. Ziel 17, „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“, ist deshalb besonders relevant. Der RNE bringt NGOs, Wissenschaft, Politik und Unternehmen miteinander ins Gespräch, auch in regionalen Clustern, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Eine Schlüsselrolle kommt den Finanzmärkten zu. So heißt es in Artikel 2 des Pariser Klimaabkommens: die Finanzmittelflüsse müssten „in Einklang gebracht werden mit einem Weg hin zu einer hinsichtlich der Treibhausgase emissionsarmen und gegenüber Klimaänderungen widerstandsfähigen Entwicklung“. Die Welthandelsorganisation UNCTAD schätzt, dass jährlich fünf bis sieben Billionen Dollar in die nachhaltige Entwicklung fließen müssen, um die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN umzusetzen. Das erfordert eine radikale Refokussierung von Investitionen und der Finanzkultur.

Rolle des Finanzsektors

Ein wichtiger Schritt hierzu ist Transparenz: Investoren müssen beispielsweise wissen, welche Unternehmen, Banken, Versicherer und Finanzdienstleister ihr Geld in erneuerbare Energien stecken und welche in fossile Energien. Die Informationen dazu müssen weltweit vergleichbar werden. Die EU-Kommission hat eine High-Level Expert Group on Sustainable Finance eingesetzt, die derzeit ausarbeitet, wie nachhaltige Investitionen in Europa gestärkt werden können. Der RNE hat das Thema „Nachhaltige Finanzwirtschaft“ im November 2016 in sein Arbeitsprogramm aufgenommen und steht in engem Dialog mit Finanzmarktakteuren aller Ebenen.

Im Sommer 2017 hat der Rat gemeinsam mit der Deutschen Börse den “Hub for Sustainable Finance Germany” (H4SF) eröffnet.

Wichtige Berichterstattung

Seit dem Geschäftsjahr 2017 müssen große Unternehmen in der EU verpflichtend berichten, wie sich ihre Tätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft auswirkt. Dafür können Unternehmen den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) nutzen. Der DNK eignet sich auch als Bewertungsgrundlage im Portfoliomanagement, bei Unternehmensanleihen, in der Kreditvergabe und bei Anlegerinformationen. Das stachelt einen Wettbewerb um nachhaltiges Wirtschaften an. Als „The Sustainability Code“ ist der DNK auch über die Grenzen Deutschlands hinaus anwendungsfähig und kompatibel mit den Anforderungen der EU.

Konsum und Anerkennung

In seinem Arbeitsschwerpunkt „Nachhaltiger Konsum“ unterstützt der RNE Verbraucherinnen und Verbraucher dabei, fair und ökologisch zu konsumieren. Mit dem Nachhaltigen Warenkorb gibt der RNE Tipps für alternativen Konsum oder Anlage- und Sparstrategien.

Darüber hinaus unterstützt der RNE die öffentliche Anerkennung von nachhaltigen Geschäftsmodellen und Praktiken, etwa durch den Deutschen Nachhaltigkeitspreis oder der Honorierung von Unternehmen, die bei der Wahl ihrer Zulieferer auf soziale und ökologische Aspekte achten.

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