Klimawandel und Energiewende

Das Klimaschutzabkommen von Paris nimmt sich vor, die globale Erderwärmung auf „deutlich unter zwei Grad“ zu begrenzen. Zudem sollen Anstrengungen unternommen werden, 1,5 Grad zu schaffen, um die negativen Folgen des Klimawandels einzuschränken. Das setzt eine Reduktion von Treibhausgasemissionen voraus, die alles Bisherige in den Schatten stellt. Die Energiewende in Deutschland steht für solch eine große industrielle und gesellschaftliche Transformation.

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Die globale Erwärmung durch die Transformation des Energiesystems begrenzen

Herausforderung Klimawandel

Die gefährlichen Auswirkungen des Klimawandels können die Weltgemeinschaft stärker prägen als alles andere. Das sogenannte 1,5- bzw. 2-Grad-Ziel ist ein wichtiger Konsens. Über dieser Schwelle gilt die Wahrscheinlichkeit als zu hoch, dass sich die Klimaerwärmung selbst und irreversibel verstärkt, weil unter anderem Permafrostböden auftauen oder der Salzgehalt der Ozeane sinkt. Millionen Menschen könnten durch einen ungebremsten Klimawandel ihre Lebensgrundlage verlieren. Vertreibung, kriegerische Konflikte und Flucht wären die Folgen. Tier- und Pflanzenarten droht – mehr noch als heute – das Aussterben.

Maßnahmen für den Klimaschutz

167 von 197 Vertragsparteien (196 Staaten und die EU) haben das Abkommen von Paris ratifiziert (Stand Oktober 2017).

Das Abkommen von Paris sieht vor, dass jeder Staat erklärt, was er für den Klimaschutz tun will. Diese sogenannten national festgelegten Beiträge (oft wird die englische Abkürzung INDC verwendet) beinhalten sehr spezifische und unterschiedliche Maßnahmen. Nepal etwa will gegen Entwaldung vorgehen. Chile verspricht, Solar- und Windenergie auszubauen. Ob der freiwillige Ansatz des Paris-Abkommens wirklich greift und wirksam ist, muss sich erst noch zeigen.

Die EU strebt gemeinschaftlich minus 40 Prozent Treibhausgase bis 2030 im Vergleich zu 1990 an, Deutschland will die 40% schon 2020 erreichen. Alle fünf Jahre müssen die Vertragsparteien des Paris-Abkommens neue, ambitioniertere Ziele an die Vereinten Nationen übermitteln. Das ist auch nötig, denn die so genannten INDCs verfehlen bisher die 2° Zielstellung selbst dann, wenn sie – was fraglich ist – eingehalten werden. Das Paris-Abkommen sieht außerdem vor, Entwicklungsländern bei der Anpassung an den Klimawandel zu helfen. Die Industriestaaten haben sich verpflichtet, dafür ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollen die Finanzmärkte so umgestaltet werden, dass sie der Einhaltung der Klimaziele dienen. Wie, daran arbeitet der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) etwa mit dem Hub for Sustainable Finance.

Klimaziele in Deutschland

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, müssen nicht nur die Energiewirtschaft, sondern auch die Landwirtschaft, die Industrie, der Verkehr und der Gebäudesektor ihre Emissionen deutlich senken. Deutschland will die Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 senken, bis 2030 um mindestens 55 Prozent, bis 2040 um mindestens 70 Prozent und bis zum Jahr 2050 um 80-95 Prozent.

Derweil gehen die tatsächlichen Emissionen allerdings in eine andere Richtung. 2016 stiegen sie wieder, die Minderung lag bei 27,6 Prozent.

Herausforderungen

Zu den großen Herausforderungen gehören eine suffiziente Nutzung von Strom, der Netzausbau, die Speicherung von Strom, der Kohleausstieg, die Mobilitäts- und Agrarwende. Für den Rat für Nachhaltige Entwicklung sind dabei auch die sozialen Aspekte der Energiewende und die Verteilungsgerechtigkeit wichtig. So befasste sich der RNE mit der Idee, die bisherigen Kosten des EEGs in einen Altschuldenfonds zu übertragen, um eine langfristig nachhaltige Finanzierung des Energiesystems zu ermöglichen. Kerngedanke der Ratsarbeit ist, Nachhaltigkeit in einem größeren Kontext zu sehen – die Energiewende ist ein Aspekt einer generellen Transformation.

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