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Der notwendige gesellschaftliche Wandel werde viel zu oft allein ökologisch begründet. Das stärke Rechtspopulisten und jene, die große Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur verhindern wollten. „Das fällt uns zunehmend auf die Füße“, sagt Alexander Carius von adelphi. Der Berliner Think Tank hat unlängst untersucht, wie die 21 stärksten rechten Parteien in Europa zu Klima- und Umweltschutz stehen. Wer vorankommen wolle, so Carius weiter, müsse Angebote machen, „Bilder erzeugen, wie eine lebenswerte Welt in der Zukunft aussehen kann“. Für ihn heißt das beispielsweise: „Nicht nur über den Bergarbeiter in der Lausitz reden, sondern auch darüber, wie das Leben der Tochter aussehen kann“ - mit Co-Workingspaces, Mehrgenerationenhäusern, E-Mobilität, neuen Kultur- und Freizeitangeboten und mit höherer Lebensqualität, durch saubere Luft, bessere Gesundheit für alle, unzerstörte Natur und Artenvielfalt.

Anfang September hat RENN.west, eine der vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien, in das Weiterbildungszentrum Ingelheim bei Mainz zur Jahrestagung geladen. 140 Gäste sind gekommen. Das Thema: „Soziale Gerechtigkeit innerhalb der planetaren Grenzen“. Dahinter steckt die entscheidende Frage: Warum gewinnen jene an Zulauf, die beispielsweise den Klimawandel leugnen, Maßnahmen gegen die Erderwärmung ablehnen – und was lässt sich ihnen entgegensetzen. Bislang ist selten so konstruktiv darüber debattiert worden.

Gute Argumentationen gefragt

Dabei sind die Bremser lautstark geworden. Bei den Landtagswahlen Anfang September in Brandenburg und Sachsen hat die AfD in den Lausitzer Wahlkreisen die meisten Zweitstimmen bekommen. In Frankreich sind die Gelbwestenproteste an der Frage höherer Spritpreise entbrannt. Und in Brasilien ist der rechtsextreme Jair Bolsonaro zum Präsidenten gewählt worden, der damit warb, das riesengroße Amazonasgebiet für die wirtschaftliche Ausbeutung freizugeben. Ihnen allen gelten die Maßnahmen gegen den Klimawandel als schädlich für die nationale Wirtschaft – und als sozial ungerecht.

Mehr denn je sind gute Argumentationen gefragt. Denn in den nächsten Wochen stehen „große politische Entscheidungen“ an, erklärt Michael Frein, der im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz für Nachhaltigkeit zuständig ist. Am 20. September entscheidet das Klimakabinett. Am 21. September beginnt der VN-Klimagipfel in New York. Auf den folgt am 24. September der SDG-Summit, der Nachhaltigkeitsgipfel, bei dem Staats- und Regierungschefs klären sollen, wie es um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung steht. Und im November beginnen, nach einem Auftakt in Berlin, die ersten Regionalkonferenzen zur Fortschreibung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2020. Wir müssen wieder in die planetaren Grenzen kommen“, mahnt Frein „wir sind schon raus“.

Erst Anfang August warnte zum Beispiel das World Resources Institute, WRI, vor einer Wasserkrise. Millionenstädte wie die peruanische Hauptstadt Lima stehen demnach unter extremen „Wasserstress“. In Bangladesch, einem der am dichtesten bevölkerten Staaten der Erde, ist immer wieder Land unter. Steigt der Meeresspiegel infolge des globalen Klimawandels an, würden Millionen Einwohner an der Küste ihr Zuhause verlieren. „Wir haben eine Mitverantwortung“, meint Barbara Mittler vom Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN) e.V., Partner im RENN.west-Netzwerk.

Umsetzung in sechs Punkten

Wie sich diese Verantwortung umsetzen lässt? Michael Hauer von der Energieagentur Rheinland-Pfalz plädiert dafür, sich auch in der Nachhaltigkeitsszene immer wieder einem „Controlling zu unterziehen“, sich zu fragen, was hat was gebracht, wer bringt welches Potenzial ein – und nicht „im eigenen Saft zu schmoren.“ Christiane Overkamp, Geschäftsführerin der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, macht sechs entscheidende Punkte aus.

Erstens: Die soziale Frage nicht länger in den Hintergrund stellen – und die von Kate Raworth entwickelte „Donutökonomie“ verinnerlichen, bei der der äußere Kreis des Donuts die ökologischen Grenzen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Bodenerosion markiert und nicht überschritten werden dürfen. Der innere Kreis steht für das soziale Fundament, den Zugang zu Nahrung und Wasser, politische Teilhabe, ein Dach über dem Kopf. Es gehe darum, so Overkamp, sich von den bisherigen, eher technokratischen Ansätzen zu verabschieden, die die soziale Realität in den Gesellschaften ignoriert hat.

Sich in Ehrlichkeit üben, sei das Zweite, erklärt Overkamp. Diejenigen, die am wenigsten zu den Umweltproblemen beitragen, weil sie etwa am wenigsten konsumieren, seien oft von den sozialen Konsequenzen der großen Transformation besonders betroffen. Nicht sie müssten ihre Gewohnheiten ändern, „sondern die anderen“. Drittens gelte es, Ängste ernst zu nehmen. Beim Kohleausstieg fürchteten die Betroffenen nicht nur Job und Geld zu verlieren, sondern auch Kollegen, sozialen Status und Identität.

Und – viertens – sollten jene, die die Entscheidungen treffen, keine Scheu haben, Menschen einzubeziehen. Würden die Menschen in verbindlichem professionellem Rahmen beteiligt, nähme es ihnen auch Ängste. Dialog dauere, sei aber essenziell. Menschen – fünftens – müssten und könnten Wandel lernen. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung gebe gute Leitlinien vor.

Zudem ruft Overkamp – sechstens - dazu auf „das eigene Milieu zu hinterfragen“ und bezieht sich auf die Darmstädter Soziologin Cornelia Koppetsch, die sich mit dem Aufstieg des Rechtspopulismus auseinandergesetzt hat. Für Koppetsch bildet das kreative, global agierende Bürgertum eine Elite, die bei aller politisch proklamierten Inklusion und Vielfalt ein Höchstmaß an Exklusivität befördert, während die entmachteten Eliten - altmodisch Gebildete, Familienväter oder Ostdeutsche mit zum zweiten Mal entwerteten Biografien - Deklassierung spüren.

Politisch-gesellschaftlicher Kraftakt nötig

Ohne einen politisch-gesellschaftlichen Kraftakt wird die große Transformation nicht gehen – das wurde auf der RENN.west Jahrestagung sehr deutlich. Je direkter, konkreter, verbindlicher der Wandel angepackt wird – umso besser. RENN.west startete denn auch eine Kampagne „Ziele brauchen Taten" und zeichnete zehn Preisträger*innen des „Projekt Nachhaltigkeit 2019“ aus der RENN.west-Region aus.

Die Teilnehmenden in Ingelheim schlugen zum Beispiel vor, Nachhaltigkeit in der Verfassung festzuschreiben und die Divestment-Bewegung, die Investitionen aus unethischen Industrien abziehen will, zu fördern. Auch weitere Klimaklagen wie sie der Hamburger Rechtsanwalt Séverin Pabsch voranbringt, könnten aus ihrer Sicht eine entscheidende Rolle spielen, an denen sich die Folgen der Erderwärmung gut erzählen lassen. Gefragt sind viele.

Ihnen würde oft zu viel Elan vorgeworfen, berichtet Susanne Speicher, Sprecherin Fridays for Future Saarland, man müsse einen Mittelweg finden, sagten Politiker dann. Das halte sie aber nicht ab. Sie schlägt vor, eine Debatte auch innerhalb von Familien zu führen. „Der Onkel sagt dann, er isst kein Fleisch mehr, weil die Nichte erzählt hat, was es für sie für die Zukunft bedeutet.“ Es sei wichtig, die emotionale Ebene zu erreichen.

Adelphi-Forscher Carius sagt es so: „Der sozial-ökologischen Transformation fehlt es an Ästhetik, Kultur, Kunst, Musik.“ Bislang. Die Frage, wie sich Nachhaltigkeit und Soziale Gerechtigkeit stärker zusammendenken lassen widmet der Umweltcampus Birkenfeld eine Vortragsreihe. Sie wird per Livestream abrufbar sein und die Basis für weitere Diskussionen legen.

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Ihre Ansage könnte deutlicher nicht sein. Die Politik muss sich bewegen, denn es geht um nichts Geringeres als die Rettung des Planeten. Rund 300 Menschen folgten am vergangenen Dienstag in Berlin dem Aufruf des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) klare Forderungen an die Vertreterinnen und Vertreter der Staatengemeinschaft zu stellen.

Dies geschah wenige Tage vor der VN-Generalversammlung sowie dem Klimagipfel in New York. Im Rahmen der Konferenz treffen sich am 24. und 25. September die Staats- und Regierungschefs erstmalig auch zu einem Gipfel zu den VN-Nachhaltigkeitszielen.

Ziel ist es, die Umsetzung der Agenda 2030 und der darin enthaltenen Ziele für nachhaltige Entwicklung zu überprüfen. Es ist das erste große Treffen auf höchster politischer Ebene seit Verabschiedung der Ziele im September 2015.

16 Pitcher*innen gaben in vier Bootcamps Input und diskutierten mit den Teilnehmenden der Veranstaltung „DIE ANSAGE“ des RNE in Kooperation mit der RENN-Leitstelle ihre wichtigsten Anliegen. Dazu dienten die Schlagworte Lebensmodell Zukunft, Agenda 2030, Internationale Leitkultur Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsbewegung als Überschrift für die Diskussion von Ideen und Anregungen. Es ging unter anderem dann im Detail um gute Ernährung, um ein würdevolleres Zusammenleben, um Achtsamkeit und eine liberale Zukunft, um Müllvermeidung, nachhaltigen Konsum, alternative Mobilitätskonzepte, um Jugendbeteiligung – und immer wieder um Klima und Klimagerechtigkeit.

In den Bootcamps tauschten sich die Teilnehmenden über ihre Vorstellungen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit aus. Zum Beispiel, ob Verbote für klimaschädliche Autos sinnvoll sein könnten. Oder ob Suchmaschinen-Algorithmen grundsätzlich auf Nachhaltigkeit trainiert sein sollten.

Tom Patzelt von „Fridays for Future“ hob die Dringlichkeit des Handelns eindrücklich hervor. „Wir können viel über Konsum reden, am Ende ist das Verhalten, was wir brauchen, Aktivismus.“ Er forderte: „Wir müssen Banden bilden und den politischen Akteuren auf die Finger hauen – wenn nötig.“ Seit Monaten mache die Bewegung konkrete Ansagen, aber bisher würde noch wenig passieren.

Ähnlich äußerte sich Wolfgang Oels, Chief Operation Officer bei Ecosia „Es gibt keinen zeitlichen Puffer, die Projekte umzusetzen“, betonte Oels. Sein Unternehmen funktioniert nach gemeinwohlorientierten Regeln. Konkret steht Ecosia für eine Nachhaltigkeitssuchmaschine. Mit den Einnahmen aus den Suchanfragen pflanzt die Firma Bäume, dort „wo sie dringend benötigt werden“. Es sind bereits mehr als 60 Millionen.

Mehr Anstrengung zur Umsetzung der VN-Nachhaltigkeitsziele

Wie groß die Notwendigkeit für eine neue Nachhaltigkeitspolitik, einen sozioökonomischen Wandel sei, machte auch die ehemalige Bundesentwicklungsministerin und heutiges RNE-Mitglied, Heidemarie Wieczorek-Zeul, klar. Die wirtschaftsstarken Länder bürdeten den wirtschaftsschwachen Ländern im Globalen Süden viel auf, sagte Wieczorek-Zeul zum Auftakt der RNE/RENN-Veranstaltung „DIE ANSAGE – Impulse zur Nachhaltigkeit“.

Sie appellierte an Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die VN-Nachhaltigkeitsziele bekannt zu machen und zu verbreiten – und sich für deren Umsetzung mehr anzustrengen. Wieczorek-Zeul plädierte für einen VN-Nachhaltigkeitsrat, der dafür sorge, dass die Ziele erreicht würden. Auch Josef Ahlke, Konsortialführer von RENN.mitte, forderte einen konkreten und schnellen Einsatz. Er setzt auf die Initiativen vor Ort in den einzelnen Bundesländern. „Wir haben es drauf. Wir machen das heute“, sagte Ahlke.

Am Ende der Diskussionen in den Bootscamps wurde abgestimmt – aus 12 Ansagen wurden vier, das Ergebnis war knapp. Die meisten Klicks bekamen diese vier Ansagen, die die Bundesregierung beim VN-Nachhaltigkeitsgipfel in New York vortragen soll und die Dr. Ingolf Dietrich vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Gepäck haben wird:

  1. Ökologische und soziale Kosten in Produkte einspeisen
  2. Politische Ansagen den wissenschaftlichen Erkenntnissen anpassen
  3. Sagt die Wahrheit und mutet den Menschen etwas zu
  4. Wir brauchen einen globalen progressiven CO2-Preis

Wissenschaft und Zivilgesellschaft ernst nehmen

Die Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE), Marlehn Thieme, zeigte sich beeindruckt von der Dichte der Diskussionen in den Bootcamps. Insbesondere der Appell an die Politik, wissenschaftliche Erkenntnisse ernst zu nehmen und umzusetzen, sei wichtig. Dies gelte auch in Diskussionen mit anderen Staaten, sagte Thieme.

„Das ist keine Regierungsveranstaltung in New York“, betonte Dietrich. Die Umsetzung der VN-Nachhaltigkeitsziele sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Verschiedenste Berichte hätten bereits im Vorfeld der Konferenz gezeigt: beim Artenschutz, beim Schutz des Klimas, der Geschlechtergerechtigkeit oder beim Kampf gegen die Verschmutzung der Meere liegt die Staatengemeinschaft deutlich zurück.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel werde am Dienstag beim Gipfel sprechen und sich für die Umsetzung der VN-Ziele stark machen. „Das Thema ist sehr hoch auf der politischen Agenda angesiedelt“, sagte Dietrich. Geplant seien für das kommende Jahr verschiedene Aktionsprogramme. Zudem soll eine Dekade für nachhaltige Entwicklung ausgerufen werden.

Die RNE-Vorsitzende Thieme kündigte weitere Neuerungen für den VN-Gipfel an. Ein vom RNE ins Leben gerufenes Globales Forum von Nachhaltigkeitsräten und ähnlichen Gremien werde bald seine Arbeit aufnehmen. Unterstützt werde die Initiative bereits von Costa Rica, Holland, Kolumbien, von Finnland, Spanien oder Namibia – und der deutschen Bundesregierung. „Das ist ein Meilenstein“, sagte Thieme. Aber nicht nur New York markiere einen wichtigen Termin auf der politischen Agenda zu mehr Nachhaltigkeit. Auch die Bundesregierung müsse im Klimakabinett die Weichen für mehr Klimaschutz stellen.

Thieme forderte die politischen Vertreterinnen und Vertreter auf, die Empfehlung für einen CO2-Preis dort aufzunehmen und sich für eine CO2-Senkung einzusetzen. Zudem betonte sie erneut die Bedeutung einer verbesserten deutschen Nachhaltigkeitspolitik. Ende Oktober ist der Auftakt zu einer bundesweiten Reihe von Veranstaltungen zur Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie geplant.

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Weitere Videomitschnitte und Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

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Hilfe bei der Gesetzeslage

Für öffentliche Stellen ist es grundsätzlich möglich, „soziale und umweltbezogene Aspekte“ bei Ausschreibungen zu integrieren, so steht es im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung. Grundlage dafür wiederum bildet eine EU-Richtlinie von 2014 über die öffentliche Auftragsvergabe. Allerdings ist Vergaberecht unter einem bestimmten Schwellenwert Ländersache und nur zwölf Bundesländer haben in ihren Landesvergabegesetzen soziale und ökologische Kriterien überhaupt berücksichtigt. Ausnahmen bilden Sachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Eine sehr gute Übersicht über die verschiedenen Rechtslagen bietet hier der Kompass Nachhaltigkeit, bis hin zu Formulierungshilfen für die Ausschreibung verschiedener Produkte in verschiedenen Bundesländern. Extra für die Tagung in Leipzig hat der Rechtsanwalt André Siedenberg einen Leitfaden über die rechtlichen Rahmenbedingungen vom Europa- bis zum Landesrecht erstellt. Einen weiteren Leitfaden für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es ebenso zum Download . Das Bundesland Baden-Württemberg hat ebenso einen eigenen Leitfaden erstellt.

Eine Frage des Labels

Mittlerweile gibt es einige Labels, die nicht nur ökologische, sondern auch soziale Aspekte bei der Herstellung von IT-Hardware berücksichtigen. „Sozialverantwortliche IT-Beschaffung ist möglich“, sagt deshalb Annelie Evermann. Das gilt vor allem an den beiden Enden der Lieferkette: zu Beginn, bei den Rohstoffen, wie oben beschrieben. Außerdem bei der Endfertigung der Geräte und den direkten Zulieferern. Als Vorreiter bei der Bewertung sozialer Kriterien gilt dabei das Label „TCO Certified“. Ökologische Zertifizierungen bieten auch der Blaue Engel, Epeat, das EU-Ecolabel, das Nordic Ecolabel und TÜV Rheinland Green Product. Weed schreibt, dass auch das EU Ecolabel und der Blaue Engel schrittweise Sozialkriterien für einige IT-Umweltzeichen aufnehmen. Wenn öffentliche Einrichtungen IT-Geräte kaufen, dürfen sie bei der Ausschreibung allerdings von den Bietern nicht verlangen, nur Geräte zu liefern, die mit einem konkreten Label ausgezeichnet sind. Lediglich Eigenschaften von Geräten dürfen bei Ausschreibungen definiert werden, etwa ein bestimmter Energieverbrauch. Und diese Eigenschaften können dann über verschiedene Label nachgewiesen werden. Weed betont, dass es neben Labels aber auch alternative Methoden gibt, um ökologische oder soziale Standards bei IT-Produkten nachzuweisen. Dazu gehören Fragenkataloge oder Dialoge mit Bietern. Die NGO Electronics Watch bietet Hilfe bei entsprechenden Verfahren an. Der beste Weg für eine nachhaltigere IT ist jedoch, die Geräte schlicht möglichst lang zu verwenden, so ein Fazit der Tagung. Das sei allerdings, so berichteten es Teilnehmende der Tagung, in der Praxis oft schwer umzusetzen. So werden Wartungsverträge für IT-Hardware kaum länger als für fünf Jahre vereinbart. Denn für ältere IT gibt es oft keine Treiber oder Sicherheitsupdates mehr. 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Doch der Krieg in Syrien durchkreuzte seine Pläne. Er floh aus seinem Land und schlug sich bis März 2015 nach Deutschland durch. Heute ist Al Latef ein Beispiel, wie die Integration von Flüchtlingen gelingen kann. Genau genommen ist er kein Flüchtling mehr: Er ist Steuerzahler und arbeitet bei der Firma FM Technik in Hamburg als Programmierer in der Gebäudeautomation – also in einem wichtigen Bereich der Energiewende. Al Latef hat viel gebüffelt für seinen Erfolg, besuchte mehrere Sprachkurse und stieß im richtigen Moment über das Projekt „Work And Integration For Refugees“ auf das Programm „Umwelthandwerker“. Projektleiter Haiko Hörnicke erzählt, wie das Zentrum für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik der Handwerkskammer Hamburg (ZEWU) und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Herbst 2015 zusammenkamen, als die meisten Geflüchteten in Deutschland eintrafen. Sie entschieden sich, gesellschaftspolitische Verantwortung zu übernehmen – und diesen Menschen bei der Integration zu helfen. Ihre logische Beobachtung: Auf der einen Seite gab es qualifizierte Flüchtlinge, auf der anderen Seite einen großen Fachkräftemangel im Handwerk, besonders in der Umwelttechnik. Hörnicke sagt, Flüchtlinge seien keine Bittsteller, sondern Menschen, die Potential mitbringen. „Viele derer, die hier angekommen sind, werden im normalen Regelsystem administriert und systematisch de-qualifiziert. Das wollten wir verhindern“, sagt Hörnicke. Er betont aber auch, dass das Projekt aufwändig sei und nur bei bereits gut qualifizierten Flüchtlingen greife. Diese bräuchten eine intensive und individuelle Begleitung, schon um zu vermeiden, dass es zu falschen Hoffnungen komme. „Für jemanden, der nur vier Jahre Schulbildung hat, ist unser Programm nichts“, sagt Hörnicke. Die Finanzierung hatte zunächst bis Ende 2018 die DBU übernommen. Inzwischen laufen die Umwelthandwerker bis 2022 im Rahmen des Projekts „Mission Zukunft“ weiter, das Zugewanderten mit akademischer Vorbildung Beratungen, Qualifizierungen und Schulungen im Bereich Umwelttechnik bietet. Gefördert wird das Projekt nun vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds. RENN.nord, eine von insgesamt vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien, und der Rat für Nachhaltige Entwicklung zeichneten die Umwelthandwerker kürzlich als eines von vier „Transformationsprojekten 2018“ aus.

Jobcentern fehlen die Mittel für zielgerichtete Unterstützung

Das Projekt kommt ins Spiel, wenn die Geflüchteten die ersten Hürden in Deutschland bereits genommen haben, also anerkannte Flüchtlinge sind und eine Aufenthaltserlaubnis haben. Ab diesem Zeitpunkt unterstützen sie Behörden bei der Integration. „Viele anfangs noch traumatisierten Flüchtlinge sind nach zwei, drei Jahren an dem Punkt, dass sie die Sprache gut können, eine Wohnung haben und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen“, sagt Hörnicke. Im öffentlichen System der Arbeitsvermittlung fehle es aber an Zeit, Mitteln und Verständnis, die Geflüchteten entsprechend ihrer Qualifikation weiterzubilden. Im ersten Teil des Projekts hat Hörnicke deshalb zunächst mit Jobcentern, Arbeitsagenturen, Migrationsberatungsstellen, Ehrenamtlichen und Betrieben ein Netzwerk aufgebaut, um überhaupt auf Geflüchtete mit technischer Vorbildung aufmerksam zu werden. „Ohne solche Partnerorganisationen geht es nicht“, sagt Hörnicke. Innerhalb einer vorgeschalteten Kompetenzfeststellung versuche man herauszufinden, was eine Geologin aus Kamerun oder ein Elektroingenieur aus Syrien an zusätzlichen Qualifikationen brauche, um hierzulande arbeiten zu können. „Manche geben zwar an, einen Ingenieurstitel zu besitzen, können aber eine Reihenschaltung nicht von einer Parallelschaltung auseinanderhalten. Andere dagegen könnten sofort an der Uni dozieren“, sagt Hörnicke. Hintergrund ist, dass mit dem Anerkennungsgesetz von 2012 zugewanderte Fachkräfte ihre Berufsabschlüsse hierzulande anerkennen lassen können. Fehlen Fachkenntnisse, wird der Abschluss zunächst teilweise anerkannt, der Rest kann später zusätzlich erlernt werden. Deshalb wurde bei den Umwelthandwerkern zunächst in einem mehrtägigen Kurs festgestellt, was an Vorwissen da ist. Schriftliche Aufgaben, die bei Bedarf auch ins Arabische übersetzt sind, mussten ebenso gelöst werden wie Praktisches: einen Ölbrenner auseinanderbauen, Teile und Funktion eines elektrisch angetriebenen Smarts erklären. Mittlerweile hat Hörnicke das Verfahren aber deutlich verkürzt und durch gezielte Gespräche ersetzt.

Zu wenig Qualifizierungsprogramme für Flüchtlinge

Wer ausreichend qualifiziert ist, erhält fünf Monate gezielter und individueller Fortbildung. Technisches Deutsch lernen dabei alle – in einem herkömmlichen Sprachkurs lerne niemand das Wort „Energieeinsparverordnung“. Die anderen Module werden mit Betrieben oder Bildungseinrichtungen abgesprochen. Anschließend finden manche direkt einen Job, andere fangen eine Ausbildung oder ein Studium an. Teil dieser Phase sind auch Exkursionen zu Windparks, Biogasanlagen, Müllverbrennungsanlagen oder in Umweltbetriebe. Bis 2018 führte das Team der Umwelthandwerker Beratungsgespräche mit rund 150 Geflüchteten, 44 nahmen anschließend an der mehrtägigen Kompetenzfeststellung teil, davon 37 an dem fünfmonatigen Programm. 30 davon fanden anschließend einen Jobs oder eine reguläre Fachqualifizierung. Eigentlich müsse es wesentlich mehr solcher Projekte geben, sagt Hörnicke. Er selbst hat für die Umwelthandwerker 1,75 Stellen finanziert bekommen, plus weitere Dozenten für die Kurse. „Über erfolgreiche Integration wird viel geschrieben. Aber wir sind nur ein Leuchtturm. Wir bekommen viel mehr Bewerber als wir aufnehmen können“. Er schlägt vor, dass ähnliche Programme künftig vom öffentlichen Regelsystem finanziert werden, damit auch andere Bildungseinrichtungen aufwändige Zusatzqualifikationen anbieten können. Bis 2022 haben die Umwelthandwerker in Hamburg jetzt eine Kapazität von zwei fünfmonatigen Qualifizierungskursen im Jahr mit jeweils 17 Teilnehmenden. Aber da draußen, sagt Hörnicke, gebe es tausende von Ingenieurinnen und Ingenieuren, die dringend gebraucht werden und im normalen öffentlichen Vermittlungssystem allmählich ihre Kompetenz verlieren. „Wenn diese Menschen sich hier etwas aufbauen können, dann können wir auch aufhören, sie 'Flüchtlinge' zu nennen. Weil sie dann wirklich hier angekommen sind“, sagt Hörnicke.   → Pressemitteilung vom 14.11.2018: Ausgezeichnet: Transformationsprojekte, die die Welt verändern" ["post_title"]=> string(58) "Wenn ein geflüchteter Ingenieur kein Flüchtling mehr ist" ["post_excerpt"]=> string(194) "Deutschland braucht dringend Fachkräfte – und versäumt es trotzdem oft, gut qualifizierte Flüchtlinge für die Jobs weiterzubilden. Das Projekt Umwelthandwerker in Hamburg will das ändern." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(58) "wenn-ein-gefluechteter-ingenieur-kein-fluechtling-mehr-ist" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-03-25 13:58:57" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-03-25 12:58:57" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=13251" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [4]=> object(WP_Post)#16529 (24) { ["ID"]=> int(13231) ["post_author"]=> string(1) "8" ["post_date"]=> string(19) "2019-03-22 12:20:35" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-03-22 11:20:35" ["post_content"]=> string(6892) "Wenn eine Idee Schub bekommen soll, so Heiko Rosenthal (Die Linke), Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Ordnung, Sport der Stadt Leipzig, gehe es zum Beispiel darum, eine gemeinsame Sprache zu finden, sich zu verständigen, was „Nachhaltigkeit“ überhaupt bedeutet. Wie bleibt eine Stadt oder eine Gemeinde also mit ihren Bürgerinnen und Bürgern im Dialog, um sich für die Zukunft zu wappnen? Wie arbeiten zivilgesellschaftliche Akteure und Gemeinden in Nachhaltigkeitsthemen künftig noch besser zusammen? Das haben die 160 Teilnehmenden der 3. Jahrestagung von RENN.mitte, eine der bundesweit vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien, am 8. März in Leipzig ausgelotet. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und Zivilgesellschaft, aber auch kommunale Unternehmen und zahlreiche Initiativen, die unter dem Titel „Kommunen und Zivilgesellschaft – Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten“ miteinander ins Gespräch kamen. Besonders begrüßenswert: Zugleich wurde dort der sächsische Bürgermeisterdialog initiiert. Rosenthal und seine Kolleginnen und Kollegen wollen sich ab sofort regelmäßig treffen, um Erfahrungen auszutauschen, wie sich Nachhaltigkeit am besten und systematisch in die kommunale Entwicklung integrieren lässt. Leipzig, die größte Stadt Sachsens, habe Zielbilder formuliert, Indikatoren festgelegt und ins Management integriert, erklärte Rosenthal. Der sächsische Umweltstaatssekretär Frank Pfeil betonte, dass es um eine „ressortübergreifende“ Sache gehe, der schwarz-rot regierte Freistaat zudem Dialogveranstaltungen, Onlinebefragungen und verschiedene Beteiligungsformate entwickelt habe. Längst werden in Städten und Gemeinden ganz konkrete Ideen entwickelt, wie sich gemeinsam weiterkommen lässt und das gesammelte Wissen lokal genutzt werden kann. Zwei Beispiele:

Erstens: Nachhaltige kommunale Partnerschaften bilden

Sich gemeinsam auf den Weg machen – so wie Leipzig und Travnik, eine Stadt mit rund 50.000 Einwohnern etwa 100 Kilometer nordwestlich von Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina. Ihre Städtepartnerschaft begann schon vor mehr als 20 Jahren, anfangs ging es um humanitäre Hilfe zur Beseitigung der Kriegsfolgen. Doch 2017 wurde daraus eine „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaft“, die 2018 mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde. Die beiden Städte entwickelten „Visionen für ein Nachhaltiges Leipzig - nachhaltiges Travnik - eine nachhaltige Städtepartnerschaft im Jahr 2030“. In Leipzig wurden zum Beispiel Unterrichtsmaterialien zur Nachhaltigkeit erarbeitet, in Travnik der Radverkehr ausgebaut. Der Leiter des dortigen Bürgermeisterbüros, Faris Hafizadic, war bei der Leipziger Tagung per Video zugeschaltet. Er ist überzeugt: „Egal, welches Ziel man ins Auge fasst, man kann es nie alleine erreichen. Städtepartnerschaften sollten Schule machen!“ Die Städtepartnerschaft wurde von Engagement Global begleitet. Eine Servicestelle dort unterstützt Kommunen, die die Nachhaltigkeit vor Ort und mit anderen zusammen voranbringen wollen. Auch Schülerpartnerschaften sind denkbar. Das sächsische Freiberg beispielsweise macht es in Nepal vor.

Zweitens: Aus Städten Reallabore machen

Neue Wege ausprobieren – etwa beim Klimaschutz. Andere Städte können von sogenannten Reallaboren wie in Berlin lernen. Die Hauptstadt will bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Ein Forscherteam um den Soziologen Dr. Fritz Reusswig vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat dazu mit 100 Haushalten ein Jahr lang getestet, wie das zu schaffen ist - und was das für den Alltag bedeutet. Der Name des Projekts: Klimaneutral leben in Berlin, KliB. Die teilnehmenden Haushalte dokumentierten wöchentlich in einer App, dem KliB-CO2-Tracker, ihren Verbrauch und wurden im Alltag von Berliner Unternehmen unterstützt, die klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen anbieten. Sie landeten bei 7,3 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei 11,6 Tonnen. In Reallaboren sei es möglich zu experimentieren, um Antworten zu finden auf Klimawandel oder Verkehrskollaps, so Reusswig. Er will das Experiment auch auf den ländlichen Raum ausweiten. Partnerschaften und Reallabore - das sind gute Ideen. Mindestens genauso wichtig ist aber: Miteinander reden, besser ins Gespräch kommen. Dabei können kommunale Bürgerumfragen helfen, wie sie zum Beispiel die Stadt Leipzig zum Thema Klimaschutz durchgeführt hat. Auf der Tagung gab es aber zahlreiche weitere Anregungen.

Viele Ideen für ein gutes Miteinander

Kommunen sollten „kommunizieren, was geht. Und nicht, was nicht geht“ so eine Forderung aus dem Publikum, wenn es gesetzliche Pflichten zu beachten gebe. Sie sollten Ansprechpartner genau benennen, damit nicht von Amt zu Amt rennen muss, wer in seinem Stadtviertel etwa eine autofreie Woche organisieren will. Andere wünschten sich, dass Städte und Gemeinden Räume für Gespräche zur Verfügung stellen. Entscheidend sei auch, dass Bürger Rückmeldungen bekommen, wenn sie an politischen Prozessen beteiligt werden: welche Ideen funktionieren, welche nicht - und warum nicht? Etwa weil sie zu teuer, zu aufwendig, oder zu kompliziert sind? Sonst entstehe ein „Ich-kann-nichts-bewirken-Frust“, der sogar kontraproduktiv sein könne. Ein letzter Vorschlag auf der Jahrestagung war schließlich noch, kommunale Unternehmen, deren Ausrichtung von Stadträten beeinflusst wird, mehr zu schätzen und zu fördern. Denn: neben der Gewinnerzielungsabsicht können diese mit Ihrem Handeln einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung einer Kommune oder Region leisten. Die 3. Jahrestagung von RENN.süd findet am 23. März in Ulm statt – Fokusthema wird dort „Initiativen rund um Nachhaltiges Leben“ sein. Wir dürfen gespannt sein auf viele interessante Diskussionen und gute Ideen auch von dort!" ["post_title"]=> string(108) "Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten: So kommen Bürgerinnen und Bürger nachhaltig mit Kommunen ins Gespräch" ["post_excerpt"]=> string(290) "In Leipzig diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen und der Zivilgesellschaft bei der Jahrestagung von RENN.mitte, wie man Städte und Gemeinden gemeinsam zukunftsfähig machen kann. Am Ende stehen zahlreiche Ideen und der Auftakt für einen sächsischen Bürgermeisterdialog." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(107) "nachhaltigkeit-gemeinsam-gestalten-so-kommen-buergerinnen-und-buerger-nachhaltig-mit-kommunen-ins-gespraech" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-03-22 12:20:35" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-03-22 11:20:35" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=13231" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [5]=> object(WP_Post)#16505 (24) { ["ID"]=> int(12359) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2019-01-07 12:00:58" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-01-07 11:00:58" ["post_content"]=> string(6286) "Berlin, 07.01.2019 – Die vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) in Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) zeichnen auch in diesem Jahr 40 Projekte mit dem Qualitätssiegel „Projekt Nachhaltigkeit“ aus. Gesucht werden Projekte, die sich auf unterschiedlichste Weise innovativ für eine nachhaltige Entwicklung engagieren und einen Beitrag zur Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) leisten. Interessierte können ihre Projekte im Zeitraum vom 7. Januar bis zum 28. Februar 2019 online einreichen: www.projektnachhaltigkeit.renn-netzwerk.de. Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, über „Projekt Nachhaltigkeit“: „Wir wollen unser Anliegen noch stärker in die Regionen bringen. Wege zur nachhaltigen Entwicklung müssen in der Lebenswirklichkeit der Menschen in der Stadt und auf dem Land ankommen. Im vergangenen Jahr hat das starke Netzwerk der vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien die Teilnehmerzahl auf 450 Einreichungen fast verdoppelt. Für 2019 erhoffe ich mir viele weitere Projekte mit transformativen Ideen zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele.“

Wer kann sich bewerben?

Der Preis richtet sich an zivilgesellschaftliche Organisationen, Initiativen der sozialen Innovation, Privatpersonen, Kommunen, öffentliche Einrichtungen (Schulen, Universitäten, Bibliotheken etc.), Unternehmen, Start-ups und Kooperationen derselben. Voraussetzung ist, dass sich das Projekt bereits in der Umsetzung befindet.

Was bringt die Auszeichnung?

Die Auszeichnung „Projekt Nachhaltigkeit“ ist ein etabliertes Qualitätssiegel, das durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) bundesweite Bekanntheit erlangt hat. Preisträger erhalten verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit für ihr Projekt, Zugang zu einem engagierten, regionalen und bundesweiten Netzwerk sowie eine exklusive Einladung zu den bundesweiten RENN.tagen, einer Konferenz mit herausragenden Nachhaltigkeitsinitiativen aus ganz Deutschland. Die 40 ausgezeichneten Projekte werden mit je 1.000 € bedacht. Vier Projekte (ein Projekt pro RENN), die besonders viel bewegen und einen transformativen Charakter aufweisen, werden außerdem als Transformationsprojekt auf Bundesebene ausgezeichnet.

RENN – stark in der Region

Vier Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) mit insgesamt 20 Partnerorganisationen vernetzen Akteure und Initiativen für eine nachhaltige Entwicklung, laden ein zum Erfahrungsaustausch und geben Impulse für einen gesellschaftlichen Wandel. So machen die RENN das komplexe Konzept der Nachhaltigkeit über Regionen und Ländergrenzen hinweg erlebbar. „Nachhaltiger Konsum“, „Soziale Gerechtigkeit“, „Stadt – Land/ländlicher Raum“ sowie „Nachhaltiges Wirtschaften“ sind die Schwerpunktthemen im Jahr 2019. Die RENN sind ein Projekt des Rates für Nachhaltige Entwicklung und werden vom Bund bis 2022 gefördert. Weitere Informationen zu „Projekt Nachhaltigkeit“ und zur Teilnahme: www.projektnachhaltigkeit.renn-netzwerk.de   Folgen Sie dem RNE und den RENN per Newsletter und auf Twitter: www.nachhaltigkeitsrat.de/newsletter @RNE_DE und #RENN_de Folgen Sie „Projekt Nachhaltigkeit“ auf Facebook, Instagram und Twitter: www.facebook.com/projektnachhaltigkeit www.instagram.com/projektnachhaltigkeit #projektnachhaltigkeit Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde erstmals im April 2001 von der Bundesregierung berufen. Dem Rat gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Die Aufgaben des Rates sind die Entwicklung von Beiträgen für die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. In der Wahl seiner Themen und Aktionsformen ist der Rat unabhängig. Ergebnisse aus der laufenden Arbeit sind zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, Stellungnahmen zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen, zur Klimapolitik, zur Rohstoffpolitik und zur fiskalischen Nachhaltigkeit, zum Ökolandbau, die Gründung des Hub for Sustainable Finance, die zivilgesellschaftlichen Initiativen von Projekt Nachhaltigkeit, der Strategiedialog zur nachhaltigen Stadtentwicklung mit Oberbürgermeistern, die Impulse Jugendlicher und junger Erwachsener zur kommunalen Nachhaltigkeit und zur deutschen Nachhaltigkeitspolitik sowie Beiträge zum nachhaltigen Wirtschaften. Mehr unter www.nachhaltigkeitsrat.de

Medienkontakt beim Rat für Nachhaltige Entwicklung

Sabine Gerhardt RENN-Leitstelle Rat für Nachhaltige Entwicklung Geschäftsstelle c/o GIZ GmbH Potsdamer Platz 10 D-10785 Berlin Telefon: 030/338424-861 E-Mail: sabine.gerhardt@nachhaltigkeitsrat.de

Medienkontakt Projekt Nachhaltigkeit

Barbara Makowka Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. (Gesamtkoordination) RENN.nord Telefon: 040 /302 156 603 E-Mail: makowka@wald.de" ["post_title"]=> string(66) "Bewerbungsphase für Projekt Nachhaltigkeit 2019 startet im Januar" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(66) "bewerbungsphase-fuer-projekt-nachhaltigkeit-2019-startet-im-januar" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-01-07 12:07:03" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-01-07 11:07:03" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=12359" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [6]=> object(WP_Post)#16516 (24) { ["ID"]=> int(12212) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2018-12-10 14:21:25" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2018-12-10 13:21:25" ["post_content"]=> string(9557) "Nachhaltige Projekte brauchen Unterstützung von Jung und Alt, damit sie den gesellschaftlichen Wandel vorantreiben. Bei der 2. Jahrestagung von RENN.west (Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien West) in Frankfurt diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, von Nichtregierungsorganisationen und aus der Wirtschaft über „Neue Rezepte für eine starke Nachhaltigkeitspolitik“. Damit Nachhaltigkeit zum Standard wird, brauchen die Projekte einerseits mehr Unterstützung. „Aber auch landesweit eine bessere Sichtbarkeit“, sagt Beatrix Tappesser, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Hessen hat als erstes Bundesland einen externen Peer Review herausgebracht. Dabei geht es darum herauszufinden, wer die Schlüsselakteure sein könnten und wie Nachhaltigkeitsstrategien weiter verbreitet werden können. Dass die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele ein weiter Weg ist, weiß auch Michael Schlecht, Vorstand Arbeitsgemeinschaft Natur und Umweltbildung Hessen und Partner von RENN.west. Er fordert mehr Einsatz von allen gesellschaftlichen Akteuren, damit nachhaltige Strategien auch in der Wirklichkeit ankommen.

Ein Nenner für ökologische, soziale und wirtschaftliche Fragen

Einer, der den Internationalen Peer Review, der 2018 veröffentlicht wurde,  sehr gut kennt, ist Karl Falkenberg. Er ist ehemaliger Sonderberater für Nachhaltige Entwicklung beim European Political Strategy Center der EU-Kommission und war Mitglied der Internationalen Expertengruppe des Berichts. Die UN-Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals (SDGs), würden einen gesellschaftlichen Wandel einläuten, der neue Chancen böte, sagte Falkenberg. Aus seiner Sicht besteht eine absolute Dringlichkeit, die Ziele schnell umzusetzen. Laut Falkenberg hakt es einerseits beim Verständnis über das Thema Nachhaltigkeit. „Viele Akteure sehen nicht die ganze Bandbreite eines nachhaltigen Lebensalltags.“ Die Kombination aus ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen, die auf einen Nenner gebracht werden müssen, wird oft nicht mitgedacht, sagte Falkenberg. Andererseits kritisierte der Nachhaltigkeitsexperte den mangelnden politischen Willen bei der Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele. „In Deutschland haben wir da noch erhebliche Probleme“, sagte Falkenberg. Um das zu ändern, schlägt er vor, den Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung im Bundestag  zu stärken und ihm etwa mehr Mitbestimmungsrechte zu geben. Zum anderen setzt er auf mehr Druck auf die Finanzwirtschaft. Auch auf EU-Ebene müsse in der Steuergesetzgebung oder bei Verordnungen für die Industrie nachhaltiges Wirtschaften eingefordert werden. Falkenberg sieht in den Europawahlen im kommenden Jahr eine riesige Chance für die EU, Nachhaltigkeitsaspekte zum Thema zu machen. „Auf EU-Ebene werden viele wichtige Entscheidungen getroffen“, sagte er. „Das hat Auswirkungen auf Europa, auf Deutschland, auf Hessen und auf Kommunen.“

RENN-Netzwerk ist Treiber für nachhaltige Ideen

Dass die Zeit abläuft, die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen noch länger hinauszuzögern sieht auch Günther Bachmann so, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE). Die vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) bezeichnete er als Inkubatoren neuer Ideen. Zudem sprach er sich für klare Regeln für mehr Nachhaltigkeit aus, zum Beispiel, wenn es um Nitrat im Wasser geht, die Verwendung von Glyphosat oder das Ausmaß von Lebensmittelverschwendung. Ideen dazu könnten vor allem auch die Hochschulen und die Wissenschaft liefern. Die Politik muss agieren, die Zivilgesellschaft, die Wissenschaft – aber vor allem auch die Wirtschaft muss sich bewegen. EU-Experte Karl Falkenberg sieht Deutschland als Vorbild zum Beispiel bei den Ansätzen für mehr Klimaschutz. Man müsse nun zeigen, wie man trotz Regulierung erfolgreich wirtschaften kann. „Wenn die Welt nicht mitzieht, haben wir keinen Erfolg.“ Marlene Haas, selbstständige Unternehmerin und Preisträgerin des Projekts Nachhaltigkeit 2018, fühlt sich als Firmenchefin und junge Gründerin vernachlässigt in der Debatte. Sie wünscht sich mehr Gründerzentren, die zum Beispiel an die Industrie- und Handelskammern angedockt sind und über die Nachhaltigkeitsthemen auf die Agenda gesetzt werden. Sie setzt auf Austausch auf Augenhöhe, auf die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, Initiativen und den Unternehmern und Unternehmerinnen. Klaus Reuter, Leiter von RENN.west und Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 Nordrhein-Westfalen sieht die Möglichkeiten für den Austausch mit Unternehmen vor allem in den Gemeinden und Kommunen. Man müsse den Dialog führen, brauche aber Unterstützung etwa von politscher Seite. Hessen hat Nachhaltigkeit nach einer Volksabstimmung im Oktober 2018 als Verfassungsziel aufgenommen. Renate Labonté vom hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hält diesen Ansatz für die Chance, die Industrie einzubeziehen. „Das schafft Bewusstsein“, sagte Labonté. Sie mahnt zugleich, dem Prozess mehr Zeit zu geben. Innerhalb der kommenden zehn Jahre könne man evaluieren, welche Maßnahmen greifen würden.

Jugendbeteiligung zentrales Thema

Eine wichtige Rolle spielte bei der Jahrestagung die Frage, wie Akteure direkt vor Ort in den Städten und Gemeinden eingebunden werden können, vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Jennifer Gatzke von ANU Hessen aus dem RENN.west-Netzwerk wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie diese Zielgruppe so gut wie gar nicht vorkommt. Dabei könnten gerade junge Leute diejenigen sein, die die Idee der Nachhaltigkeit langfristig etablieren. Schwierig sei vor allem diese Zielgruppe für das Thema zu begeistern und ihnen Räume für Ideen zu schaffen. In Hessen hat der Runde Tisch Bildung Nachhaltige Entwicklung (BNE) ein eigenes Forum für die Jugend. Oft gibt es in den Schulen Arbeitsgemeinschaften oder Gremien, auf Länderebene sind es etwa die Jugendbeiräte, die Nachhaltigkeit als Thema setzen können. Allerdings ist das Engagement der jungen Leute häufig nur eingeschränkt möglich. So finden Treffen und Veranstaltungen während der Schulzeit statt oder während der Ausbildungszeit. Hinzu kommt, dass Möglichkeiten, um sich politisch zu beteiligen oft nur in Berlin angeboten werden. Diese ganz praktischen Hürden sorgen in vielen Fällen dafür, dass Jugendliche oder junge Erwachsene aus ehrenamtlichen Tätigkeiten aussteigen – oder gar nicht erst einsteigen. Etliche Teilnehmende der Jahrestagung sprachen sich für neue Lernorte aus, die in den Schulalltag integriert werden. „Junge Leute wollen mitbestimmen und mitentscheiden“, sagt Christoph Röttgers vom Deutschen Bundesjugendring. Die Organisation vertritt rund sechs Millionen Menschen in Deutschland. Ihre Interessen müssen anerkannt, ernst genommen und gefördert werden. Sowohl strukturell als auch finanziell. Das sieht auch Jeanne Freitag von YouPaN so. „Die Erwartungen der Politik sind sehr hoch. 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In Deutschland fehlten die Strukturen, um einen Diskurs zwischen gegensätzlichen Positionen zu führen, dabei sei gegenseitiges Verständnis eine Bedingung für künftigen Erfolg: “Wir schaffen das nur gemeinsam.” Wie wichtig aber sind sich ändernde politische Rahmenbedingungen? Zum Beispiel: Was ändert der neue Richtwert zum Flächenverbrauch vor Ort in den Kommunen tatsächlich? Mit ihrer Maßgabe orientiert sich die bayerische Regierungskoalition an der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Darin hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, täglich nicht mehr als 30 Hektar Land für den Bau von Wohnungen und Gewerbeimmobilien zu opfern – deutschlandweit und bis zum Jahr 2030. Zur Einordnung: Heute sind es mehr als doppelt zu viel, rund 88 Fußballfelder werden jeden Tag bebaut und so “verbraucht”. Auch im bayerischen Koalitionsvertrag ist allerdings nicht davon die Rede, den Flächenverbrauch für neue Siedlungs- und Verkehrsflächen gesetzlich zu begrenzen, wie dies etwa die Grünen fordern.

Wohnraum und Arbeitsplätze als Gegner des Landschaftsschutzes

Schon am Vormittag forderte Manfred Miosga, Geografie-Professor an der Universität Bayreuth, in seinem “Blitzlicht” klare, transparente Vorgaben, wie viel Fläche künftig bebaut werden dürfe: “Aber keine von der EU vorgegebene Zahl, sondern in ihrer Funktion für die Region.” Das Format der “Blitzlichter” ließ das weite Themenspektrum der Tagung in ersten Einblicken aufscheinen. Dabei gaben eine Reihe von Expertinnen und Experten in kurzen Redebeiträgen dem Publikum Denkanstöße zu Fragestellungen rund um zivilgesellschaftliches Engagement, Digitalisierung, soziale Gerechtigkeit oder eben Flächenverbrauch. Die Foren am Nachmittag spiegelten diese Fragen erneut wider. Die Teilnehmenden fanden sich in kleineren Gruppen zusammen, für die sie sich schon im Vorfeld angemeldet hatten. “Wie schaffen wir Wohnraum und Arbeitsplätze, ohne immer weiter zu versiegeln?” diskutierte ein Workshop, der Impulse von Richard Mergner, dem BUND-Landesvorsitzenden, und von Wolfgang Rid, Professor am Institut für Stadt, Mobilität und Energie Stuttgart, erhielt. Ein Positionspapier des Bayerischen Gemeindetages diente ebenfalls als Grundlage für die Diskussion. Und die kreiste um die Frage: Wie kommen wir zu den fünf Hektar? “Wir stehen in Bayern noch ganz am Anfang”, konstatierte Mergner. Immer noch baue man eher in die Fläche als in die Höhe, der Flächenverbrauch nehme zu, nicht ab. Der bayerische Weg der Freiwilligkeit sei gescheitert, wegen des kommunalen Wettbewerbs seien staatliche Leitlinien und Vorgaben notwendig. Er plädierte dafür, Wissen aus Ländern zu importieren, die Deutschland bereits heute beim Flächensparen etwas vormachten – etwa aus den Niederlanden. Wolfgang Rid präsentierte im Workshop die Ergebnisse einer Studie zur “Ökologischen Siedlungsentwicklung im Raum Augsburg”. So sollten zum Beispiel Baulücken und Brachen “nachverdichtet” – also bebaut – werden. Kommunen könnten sie ausfindig machen, indem sie die Landschaft aus der Luft fotografieren und dann nach ihrer Qualität kartografieren. Aus der Praxis teilten zwei Bürgermeister aus der Region – Gerhard Siegler aus Weidenbach-Triesdorf und Roland Schmitt aus Rottendorf – ihre Erfahrungen, etwa wie wertvoll es sei, die kommunalen Mitarbeiter zu schulen, oder dass das persönliche Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern Bedingung sei, wenn diese sich bereit erklären sollten, Flächen für die Nachverdichtung freizugeben.

Austausch auf dem Zukunftsmarkt und im Wandelplenum

Auch in den anderen Themenforen diskutierten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen und Lösungsansätze, zum Beispiel bei der Frage, wie sich die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals – SDGs) besser auf kommunaler Ebene verwirklichen lassen, wie Hochschulen als Katalysatoren für eine nachhaltige Regionalentwicklung dienen können, oder auch, ganz praktisch, wie nachhaltige Beschaffung in Kommunen funktioniert – und warum das noch viel besser laufen müsste. Die Tagung, veranstaltet vom Zentrum für nachhaltige Kommunalentwicklung in Bayern, RENN.süd, den Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien für den süddeutschen Raum, und von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), versammelte unter dem Motto “Nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene in Bayern verstärken” unterschiedliche Themenfelder, Akteure und Projekte und damit unterschiedliche Blickwinkel auf den derzeitigen Entwicklungsfortschritt. Außerhalb der Tagungsräume, im Foyer des Augsburger Kongresszentrums, stellten sich auf dem so genannten “Zukunftsmarkt” eine Reihe von Initiativen vor, zum Beispiel der gemeinnützige Verein Cradle to Cradle, der sich auch in Regionalgruppen für eine Denkschule einsetzt, in der sich Menschen als Nützlinge auf der Erde sehen und verhalten. Oder die bayernweite Mitmachaktion “KunstWerkZukunft”, die sich mit Künstlern vernetzt hat, um gemeinsam Aufmerksamkeit für nachhaltige Lebensstile zu schaffen. Insbesondere im interaktiven Format “Wandelplenum” – in der Stunde vor der Mittagspause – zogen die Teilnehmenden von Stand zu Stand und setzen sich mit den präsentierten Ideen auseinander. An vielen Ständen sammelten sich dabei kleinere Gruppen und kamen miteinander ins Gespräch. Bereits am Vorabend der Veranstaltung hatte das Qualitätssiegel „Projekt Nachhaltigkeit“ im Augsburger Rathaus zehn Projekte und Initiativen aus Bayern und Baden-Württemberg ausgezeichnet, die sich “innovativ und vielfältig für eine nachhaltige Entwicklung engagieren”. Nach einem Grußwort von Wolfgang Schuster, ehemaliger Stuttgarter Oberbürgermeister und RNE-Mitglied, erhielten unter anderem das Ludwigsburger NaturVision Filmfestival, das bayerische Netzwerk „Umweltschule in Europa, Internationale Agenda 21 – Schule“, die “Lokale Agenda 21 – für ein zukunftsfähiges Augsburg” diesen Preis – also Initiativen, die bewusst darauf setzen, eine breitere Öffentlichkeit für Nachhaltigkeitsthemen zu finden." ["post_title"]=> string(59) "Kommunale Nachhaltigkeitsarbeit stärken – ganz praktisch" ["post_excerpt"]=> string(250) "Welche Rahmenbedingungen brauchen Kommunen, um die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umzusetzen? Auf einer bayernweiten Nachhaltigkeitstagung im November diskutierten die Teilnehmenden konkrete Schwierigkeiten und Lösungsansätze." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(55) "kommunale-nachhaltigkeitsarbeit-staerken-ganz-praktisch" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2018-12-02 23:19:32" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2018-12-02 22:19:32" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=12092" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [8]=> object(WP_Post)#16510 (24) { ["ID"]=> int(11852) ["post_author"]=> string(1) "8" ["post_date"]=> string(19) "2018-11-19 09:00:40" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2018-11-19 08:00:40" ["post_content"]=> string(9054) "Dann nehmen wir es selbst in die Hand. So sagten das Bürger in Deersheim, als der letzte Einkaufsmarkt in ihrem Ort mit 850 Einwohnern, nicht weit von Goslar gelegen, schloss. Das war vor rund sechs Jahren. Heute gibt es dort, wo früher ein Kuhstall war, einen Dorfladen. Im sachsen-anhaltinischen Stendal bauten Einwohner die leerstehende Kleine Markthalle um, bieten nun Kaffeetrinken, Handyschulungen für Senioren oder Filmabende an. Auch die Bürgerinnen und Bürger in Ballenstedt wehren sich dagegen, dass ihr Dorf im Harz verödet und bauen den verfallen Gutshof zu einer „Projekt-, Kreativ- und Ideenschmiede“ um. Allerorten in Deutschland machen Leute vor, wie nachhaltige Entwicklung in der Gesellschaft aussehen kann. Mitte November kamen knapp 200 von ihnen in Berlin bei der Jahrestagung der Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien, RENN, zusammen. Entscheidende Frage: Was ermutigt Bürgerinnen und Bürger, dran zu bleiben, sich zu engagieren – damit, so nannte es Sabine Gerhardt, die in der Geschäftsstelle des Rates für Nachhaltige Entwicklung das RENN-Projekt betreut, „eine richtige Bewegung“ entsteht.

Zeigen, wie Nachhaltigkeit geht

Bürgerinnen und Bürger vor Ort zeigten „sehr konkret“, wie der sozial-ökologische Wandel aussehen könne, betonte Alexander Müller. Er leitet die globale Studie des UN-Umweltprogramms über „The Economics of Ecosystems and Biodiversity for Agriculture and Food“ und ist Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung. Den Bürgern komme eine bedeutende Rolle zu, da Regierungen – auch die deutsche – ihre Zusage, die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele voranzubringen, noch nicht ernst genug nähmen. Die Bundesregierung zum Beispiel wolle die Flächen, die für Siedlungen und Verkehr neu ausgewiesen werden, seit langem auf 30 Hektar am Tag beschränken. Der tatsächliche Flächenverbrauch liege aber immer noch bei 62 Hektar pro Tag. „Das politische System ist zu langsam“, sagte Müller. Darüber hinaus „verändere sich die Welt derzeit – nicht zum Besseren.“ So widerspreche das Verhalten des neu gewählten rechtsextremistischen brasilianischen Präsident Jair Bolsonaro zum Beispiel den Nachhaltigkeitszielen. Er will den Amazonas-Regenwald für die wirtschaftliche Ausbeutung freigeben, hetzt gegen Minderheiten. „Es geht also auch darum“, meinte Müller, „international zu zeigen, dass zivilgesellschaftliches Engagement eine Gesellschaft voranbringt und dass Regierungen dies zulassen sollen.“

Gegenseitig Lernen

Die insgesamt vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien in Deutschland wollen dieses Engagement stärken, den Austausch fördern. Mittlerweile haben sie schon zwei Jahre Erfahrung. Entscheidend sei „das gegenseitige Lernen“, sagte Danielle Rodarius von RENN.süd, und „mit der Ressource Zeit der Engagierten gut umzugehen“, meinte Barbara Makowka von RENN.nord. Josef Ahlke von RENN.mitte riet, nicht nur die „üblichen Verdächtigen mit rein zu holen“. Und Klaus Reuter von RENN.west empfahl, verschiedende Formate zu entwickeln, um ins Gespräch zu kommen – „große Arenen, Lounges, Laboratorien“ – und auch mal in „geschlossen Räumen zu reden“. Sein Beispiel: RENN.west hat noch für dieses Jahr konventionell und ökologisch wirtschaftende Bauern, Landfrauen, Engagierte in Ernährungsräten, die die Lebensmittelproduktion lokal verankern wollen und andere eingeladen, um im kleinen Kreis zu beraten, wie die Agrarwende weitergehen kann. „An unserer Haltung arbeiten, auch mit Menschen sprechen, die heute noch anderer Meinung sind“ – so nannte es Andreas Huber, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft vom Club of Rome.

Genossenschaft gegründet

Aber wie stemmt man ein konkretes Projekt, wie kommt zum Beispiel der Dorfladen wirklich zurück? Elke Selke ist Koordinatorin des Entwicklungs- und Aktionsprogramms Agenda 21 im Landkreis Harz, sie hat den Laden in Deersheim mit aufgebaut. Die Energiekosten und eine fehlende Wärmedämmung machen ihnen zu schaffen, sagte sie. Auch hätten Dorfläden nicht die Einkaufsmacht wie große Handelsketten. Ihr größtes Problem heiße aber nicht Geld, sondern Zeit. Diejenigen, die sich engagieren, gönnten sich kaum Pausen, „sie sind immer aktiv“, sagte Selke. Das Geld haben Selke und ihre Mitstreiter aufgetrieben. Der Biogeflügelhof spendete, der Dorfkrug, Familien. Vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft kamen 150.000 Euro. Außerdem gründeten sie am Anfang gleich eine Genossenschaft, ein Anteil pro Person kostet 50 Euro. Der Bürgermeister zahlt heute für jeden Neugeborenen im Ort einen Anteil aus eigener Tasche. Mittlerweile gibt es 130 Mitglieder in der Genossenschaft. Im Schnitt kommen 90 Kunden pro Tag im Laden vorbei. 40 Ehrenamtliche helfen den vier Verkäuferinnen in Teilzeit, die Regale aufzufüllen und so fort. „Es gibt nicht zehn Sorten Zahnpasta, sondern das, was man braucht“, sagte Selke. Käse, Wurst und Kartoffeln kämen aus den Nachbarorten, Bioeier aus dem Dorf. Bevor sie und ihre Mitstreiter den Laden 2016 eröffneten, haben sie im Ort herumgefragt, was sich wer wünscht. Darum gibt es nun auch eine Poststelle, demnächst Eiskugeln, ein Café mit Imbiss, Schneiderkurse, Buchlesungen – anders gesagt: einen Mittelpunkt im Dorf.

Projektliste Nachhaltigkeit

Auf der Jahrestagung der Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien tauschten sich die Teilnehmenden über eine Reihe von Projekten aus, darunter diese: Gelegenheit zu erfahren, was aus diesem und weiteren bei den RENN.tagen 2018 vorgestellten Projekten geworden ist, gibt es auf der Jahrestagung der Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien Ende 2019." ["post_title"]=> string(31) "Wenn der Dorfladen zurückkommt" ["post_excerpt"]=> string(231) "An vielen Orten machen Bürger vor, wie eine nachhaltige Entwicklung aussehen kann. Auf der Jahreskonferenz der Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien tauschen sie sich aus – damit „eine richtige Bewegung“ entsteht." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(31) "wenn-der-dorfladen-zurueckkommt" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2018-11-27 15:11:52" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2018-11-27 14:11:52" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=11852" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [9]=> object(WP_Post)#16502 (24) { ["ID"]=> int(11792) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2018-11-14 10:05:06" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2018-11-14 09:05:06" ["post_content"]=> string(8390) "Berlin, 14.11.2018 – In Berlin sind gestern Abend bei den RENN.tagen 2018 die vier „Transformationsprojekte 2018“ ausgezeichnet worden – als Höhepunkt des diesjährigen Wettbewerbs „Projekt Nachhaltigkeit 2018“. Die vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) hatten bereits im Juli in Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) 42 Nachhaltigkeitsprojekte ausgewählt, die in den vergangenen Monaten regional ausgezeichnet wurden oder es bis Jahresende noch werden. Von diesen 42 hob die Jury mit der zusätzlichen Auszeichnung als Transformationsprojekt nun vier besonders hervor, eines aus jedem der vier RENN-Gebiete Nord, Süd, West und Mitte. RNE-Generalsekretär Günther Bachmann sagte bei der Preisverleihung: „Die Transformationsprojekte haben einen kraftvollen Hebel, um die Gesellschaft zu verändern. Sie verfolgen einen neuen Ansatz und fördern neues Denken“. Außerdem seien sie langfristig angelegt und auf andere Regionen übertragbar – ein wichtiger Aspekt, da die RENN Nachhaltigkeit in den Regionen und über Ländergrenzen hinweg bekannter und praktisch erlebbar machen wollen. Neben der Urkunde wird jede RENN für ihr jeweiliges Transformationsprojekt einen Bio-zertifizierten Obstbaum pflanzen.

Die Transformationsprojekte

Umwelthandwerker (für RENN.nord)

Bei den Umwelthandwerkern handelt es sich um ein Projekt der Handwerkskammer Hamburg. Ziel ist es, geflüchtete Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten (u.a. aus Syrien, Eritrea, Somalia und dem Irak) zu Umwelthandwerkern zu qualifizieren. In einem ersten Schritt werden die Kompetenzen der einzelnen Teilnehmenden festgestellt, anschließend folgt die Ausbildung in zwei aufeinander folgenden 5-monatigen Kursen zum Umwelthandwerker. Nach der Fachqualifizierung unterstützt das Projekt bei der Vermittlung an Arbeitgeber. Das Projekt besteht noch nicht lange, und trotzdem konnten bis heute bereits 30 Menschen in Berufe der Umwelt- und Energietechnik vermittelt werden. Die Initiative Umwelthandwerker leistet sowohl einen Beitrag zur Nachhaltigen Energieversorgung als auch zur Integration geflüchteter Menschen.

Klimapartnerschaft mit Costa Rica (für RENN.west)

Ausgezeichnet als Transformationsprojekt für RENN.west wird die Klimapartnerschaft des Rhein-Pfalz-Kreises mit La Fortuna, Costa Rica. Die kommunalen Klimapartnerschaften sind ein Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das Kommunen unterstützt, Partnerschaften mit Gemeinden des globalen Südens einzugehen und Projekte im Bereich des Klimaschutzes umzusetzen. Im konkreten Fall wird etwa der Bau eines Wertstoffhofes in La Fortuna vorangetrieben. Damit soll die einzige Deponie in der Gegend von Abfallmengen entlastet und die Erfassung von Wertstoffen verbessert werden. Ein weiteres Projekt ist ein Schüleraustausch, in dessen Rahmen Workshops zu den Themen Naturschutz und nachhaltiger Tourismus, Wertstofftrennung oder Grundwasserschutz angeboten werden. Ziel ist, die Umwelt- und Klimabildung in Schulen langfristig voranzutreiben.

perspektive n (für RENN.mitte)

Ausgezeichnet wird die Debattenreihe „perspektive n" des Vereins „netzwerk n". Sie existiert seit 2016 und rückt die Hochschule selbst ins Zentrum – sie ist das Objekt, das es zu transformieren gilt. Dabei konzentriert man sich auf fünf Handlungsfelder: Lehre, Forschung, Betrieb, Governance und Transfer. Mit vielen interaktiven und aktivierenden Methoden wird ein Raum geschaffen, um den aktuellen Stand an der jeweiligen Hochschule aufzugreifen, Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, Engagierte, Entscheiderinnen und Entscheider zu mobilisieren. Ziel ist es, „perspektive n" an möglichst vielen Hochschulen in Deutschland mit unterschiedlichen Kooperationspartnern auszurichten.

Lokale Agenda 21 – Für ein zukunftsfähiges Augsburg (für RENN.süd)

Seit 22 Jahren engagieren sich Augsburgerinnen und Augsburger gemeinsam im Lokalen Agenda 21-Prozess für eine nachhaltige Entwicklung. Mit dabei sind Umwelt- und Eine-Welt-Gruppen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, kirchliche Gruppen, Vertreter der Wirtschaft, der Stadtverwaltung und andere Organisationen. Alle gemeinsam treibt die Frage an, wie sich Augsburg entwickeln soll, damit es nachhaltig, d.h. zukunftsfähig wird. Von den vielen verschiedenen Arbeitsgruppen werden Veranstaltungen durchgeführt, Projekte umgesetzt, Materialien erarbeitet und über den Nachhaltigkeitsbeirat Empfehlungen an den Stadtrat, die Stadtverwaltung und die Stadtgesellschaft formuliert. Zu den Transformationsprojekten 2018 Zu allen Gewinnern von Projekt Nachhaltigkeit 2018: www.projektnachhaltigkeit.renn-netzwerk.de Die nächste Ausschreibung für „Projekt Nachhaltigkeit 2019“ erfolgt Anfang 2019. Der Preis richtet sich an Initiativen und Projekte, die zukunftsgerichtet für Nachhaltigkeit wirken und einen Beitrag zur Umsetzung der globalen UN-Entwicklungsziele in unserer Gesellschaft leisten.

RENN – Stark in der Region

Die vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) sind ein Projekt des Rates für Nachhaltige Entwicklung und werden vom Bund bis 2022 gefördert. Mit insgesamt 20 Partnerorganisationen vernetzen sie Akteure aus allen gesellschaftlichen Bereichen, damit die Agenda 2030 in unseren Regionen gelebte Praxis wird. Zu den diesjährigen Schwerpunktthemen Mobilität, Quartiersentwicklung, Konsum, Stadt- Land/Ländlicher Raum möchten die vier RENN nach der Auszeichnung von „Projekt Nachhaltigkeit“ in einen vertieften Austausch mit den Preisträgern und allen weiteren Bewerbern gehen. Mehr unter www.renn-netzwerk.de Verfolgen Sie die RENN.tage 2018 auch auf Twitter #renntage18

Folgen Sie dem RNE per Newsletter und auf Twitter:

Folgen Sie dem RNE auf Twitter: Twitter RNE Unser Newsletter informiert zu Themen und Projekten des RNE und zur Nachhaltigkeitspolitik.  Zur Anmeldung: Newsletter des RNE Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde erstmals im April 2001 von der Bundesregierung berufen. Dem Rat gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Die Aufgaben des Rates sind die Entwicklung von Beiträgen für die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. In der Wahl seiner Themen und Aktionsformen ist der Rat unabhängig. Ergebnisse aus der laufenden Arbeit sind zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, Stellungnahmen zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen, zur Klimapolitik, zur Rohstoffpolitik und zur fiskalischen Nachhaltigkeit, zum Ökolandbau, die Gründung des Hub for Sustainable Finance, die zivilgesellschaftlichen Initiativen von Projekt Nachhaltigkeit, der Strategiedialog zur nachhaltigen Stadtentwicklung mit Oberbürgermeistern, die Impulse Jugendlicher und junger Erwachsener zur kommunalen Nachhaltigkeit und zur deutschen Nachhaltigkeitspolitik sowie Beiträge zum nachhaltigen Wirtschaften. Mehr unter www.nachhaltigkeitsrat.de

Medienkontakt:

Katja Tamchina Medienreferentin Rat für Nachhaltige Entwicklung Geschäftsstelle c/o GIZ GmbH Potsdamer Platz 10 D-10785 Berlin Telefon: 030/338424-233 E-Mail: katja.tamchina@nachhaltigkeitsrat.de Medienkontakt Projekt Nachhaltigkeit: Barbara Makowka Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. (Gesamtkoordination) RENN.nord Telefon: 040/302 156 603 E-Mail: makowka@wald.de" ["post_title"]=> string(63) "Ausgezeichnet: Transformationsprojekte, die die Welt verändern" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(61) "ausgezeichnet-transformationsprojekte-die-die-welt-veraendern" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2018-11-21 08:58:43" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2018-11-21 07:58:43" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=11792" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [10]=> object(WP_Post)#16503 (24) { ["ID"]=> int(11081) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2018-10-08 10:19:38" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2018-10-08 08:19:38" ["post_content"]=> string(8061) "Schon bevor es richtig los geht am 12. September mit der Veranstaltung „Projekt Nachhaltigkeit 2018: Auszeichnen, Vernetzen, Weiterdenken“ in der Berliner Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ, pappen zahlreiche Zettel auf den beiden Pinnwänden für „Ihr Angebot“ und „Ihr Gesuch“. Jan von der Brelie von der Initiative Psychologie im Umweltschutz etwa bietet Beratung zur „Steigerung der Wirksamkeit von Nachhaltigkeits-Kampagnen“, Maria Wischeropp von der Bürgerstiftung Erfurt sucht „Best practice Beispiele“. Die Zettel sind eine Art Aushängeschild für die Fragen, die die 90 Teilnehmenden an diesem Tag klären wollen: Wie können diejenigen, die sich für Nachhaltigkeit engagieren, welche Themen am besten stemmen? Und: Welche neuen Bündnisse sind denkbar? Geladen hat RENN.mitte. Sie ist eine der insgesamt vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien, die vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) eingerichtet wurden. Am Ende stehen Geschichten über zahlreiche Projekte und viele Anregungen.

Digitalisierung geht alle an

Tilman Santarius ist Professor für sozial-ökologische Transformation und nachhaltige Digitalisierung am Einstein Centre Digital Futures und der Technischen Universität Berlin. Er zum Beispiel riet, den Dialog zu suchen mit Netzaktivisten wie dem Chaos Computer Club. Denn die Digitalisierung stelle das Leben wie kaum etwas anderes auf den Kopf. Ob sie die Welt von morgen ökologischer und sozialer mache, hänge davon ab, wie die Gesellschaft sie gestalte. So belaufe sich der Stromverbrauch aller Informations- und Kommunikationstechnologien bereits heute auf rund zehn Prozent der weltweiten Stromnachfrage und könne bis 2030 auf bis zu 50 Prozent ansteigen. Und wer einen 90-minütigen Hollywood-Streifen streame, spare im Vergleich zum Ausleihen einer DVD bis zu einem Drittel Treibhausgasemissionen ein. Doch werde der Vorteil aufgefressen, weil allerorten Filme gestreamt würden, an der Bushaltestelle, in der Bahn, und so der Konsum insgesamt steige. Santarius, Mitautor des Buches „Smarte grüne Welt – Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit“, plädiert für eine „transformative Digitalpolitik“. Für ihn gehört, erklärte er, dazu erstens die Regulierung wie etwa eine Öko-Designrichtlinie für Informations- und Kommunikationstechnik; zweitens: eine kritische digitale Bildung, um das Medienangebot besser zu verstehen. Und drittens die „breite Bewegung“, also Bürger, die sich einmischen und zeigen, wie sich Zukunft gestalten lässt.

Die vier Feinde der Nachhaltigkeit

Neue Themen zu entdecken, neue Bündnisse zu schmieden ist aber nur das eine, das andere: durchhalten. Wie schafft man das? Oft bleibe Anerkennung aus für das eigene Engagement, meinte Pia Paust-Lassen von Berlin 21 e.V.. Lob sei aber wichtig – und darum auch der Wettbewerb Projekt Nachhaltigkeit, den der RNE vor Jahren initiiert hat und der seit diesem Jahr von RENN.mitte und den anderen drei Regionalstellen in Nord, Süd und West durchgeführt wird. So würden Projekte auch „sichtbarer“ und mehr Aufmerksamkeit in Landes- und Bezirksregierungen geschaffen. Die Projekte machten vor, wie die Gesellschaft transformiert werden könne, erklärte Olaf Tschimpke, stellvertretender Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung, darum gebühre „ihnen Dank“. Zusammen mit dem grünen Berliner Justizsenator Dirk Behrendt, zuständig auch für das wichtige Thema Verbraucherschutz, zeichnete er in der GIZ-Repräsentanz die Preisträger aus der Region RENN.mitte aus, also Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Darunter etwa die Potsdamer Gemüseackerdemie, die Schulen und Kitas dabei unterstützt, Gemüseäcker anzulegen, so dass Kinder einen realen Bezug zu Lebensmitteln bekommen können. Oder der Bürgertreff in der „Kleinen Markthalle“ in Stendal, den die Freiwilligen-Agentur Altmark e.V. gegründet hat – als „Impulsstätte für Engagement“. Die Nachhaltigkeit habe „vier Feinde“, sagte Behrendt, „Bequemlichkeit, fehlender Mut, Profitdenken, Gewohnheit.“ Die ausgezeichneten Teams zeigten, es gebe „auch die Freunde“. Aber wie lassen sich die Feinde überwinden? Was also gibt den Ausschlag fürs Gelingen, wo liegen die Hürden? Einige der vielen Tipps der Teilnehmenden aus den drei Workshops nach der Preisverleihung: Etwa von Tilman Kunowski, er hat zusammen mit seiner Frau Brit Eismann im brandenburgischen Dorf Himmelpfort ein ehemaliges Mühlengelände in der Ortsmitte in eine Begegnungsstätte mit Herberge, Bibliothek, Seminarräumen, Kulturveranstaltungen umgewidmet und dafür den Verein „Craftwerk“ gegründet. Kunowski erklärte: „Persönlicher Einsatz ist am wichtigsten für den Erfolg.“ Ihn hat es Geduld und teure Gutachten gekostet, bis das Bauamt schließlich seinen Segen für den Beherbergungsbetrieb gab. Der Ärger mit bürokratischen Behörden – für Kunowksi ist es das „größte Hindernis“.

Raus aus der grünen Blase

Und Davide Brocchi meinte, Nachhaltigkeit brauche ungewöhnliche Allianzen, nicht nur die üblichen Verdächtigen, die Umweltakteure, sondern auch Leute aus Lokalökonomie, soziale Bewegung. Er hat den Tag des guten Lebens in Köln initiiert, ein autofreier Sonntag in einem Stadtteil der rheinischen Metropole, an dem die Nachbarn die Straße mit ihren Ideen füllen. Brocchi nennt das „Quartiersentwicklung von unten“. Man müsse verhindern, in die Öko- oder eine andere bestimmte Schublade gesteckt zu werden, sonst machten „nicht so viele Bürger mit.“ Raus aus der grünen Blase? Dazu gab es noch weitere Anregungen. Eine Teilnehmerin meinte: „Es ist besser eine Hüpfburg aufzustellen als einen veganen Imbissstand aufzubauen, wenn man viele Bürger bekommen will“. 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Warnend blickte er in die 70er-Jahre zurück, als Wohnblöcke entstanden, von denen einige heute schon wieder abgerissen werden – weil sie nicht ins Umfeld eingebunden seien, keine soziale Durchmischung ermöglichten und keine Entwicklungschance mehr für Städte böten, so Lies. Es brauche heute bei der Planung von Quartieren einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Leben, Wohnen, Arbeiten, Energieversorgung und Mobilität zusammen gedacht werden. Und da laufe bereits heute einiges in die falsche Richtung: Als Beispiel nannte der Minister die Stellplatzverordnungen in Deutschland, die bei Neubauten vorschreibt, eine bestimmte Menge an Parkplätzen mit anzulegen – in Großstädten angesichts neuer Mobilitätskonzepte wie Carsharing kaum mehr zeitgemäß. Künftig brauche es im Mittelpunkt eines Quartiers Möglichkeiten, Carsharing-Fahrzeuge zu nutzen und wieder abzustellen. Auch beim Thema Energie müsse größer gedacht werden: „Wir überlegen, wie wir in einer Wohnung oder in einem Haus Energie sparen können, aber lasst uns doch im Quartier überlegen, wie ein kluges Konzept zur Wärmeversorgung aussieht“, sagte Olaf Lies.

Hamburg und Bremen zeigen, wie es geht

Wie Quartiere nachhaltig entwickelt werden können, das zeigten die Referentinnen und Referenten auf der Tagung. Michael Glotz-Richter etwa, Referent für nachhaltige Mobilität beim Bremer Senator für Umwelt, erläuterte, wie die Stadt mit dem Projekt Sunrise das Quartier Alte Neustadt fahrradfreundlicher macht und Raum für Carsharing schafft. Wolfgang Dickhaut, Professor an der HCU Hamburg, zeigte, wie sich Hamburg mit dem Projekt Kliq auf den Klimawandel vorbereitet: Er und sein Team erarbeiten Ratgeber für Kommunen, wie sich dicht bebaute Stadtteile – in Hamburg etwa St. Georg – gegen extreme Hitze wappnen können oder vor Überflutungen wegen häufiger vorkommender Starkregen schützen können. Das Quartier solle also Ausgangspunkt der Überlegungen sein, aber was genau ist das eigentlich, ein Quartier? Das definierte Olaf Schnur, wissenschaftlicher Leiter und Bereichsmanager im Bereich Forschung und Beratung beim Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung. „Quartier“ sei heute ein Buzzword, ein Schlagwort, das inflationär verwendet werde, so Schnur. Gerade die Immobilienwirtschaft bezeichne hochpreisige Neubauprojekte gern als „Quartier“. Schnur forderte einen Perspektivenwechsel, weg von der rein ökonomischen Betrachtung von Wohnraum. Er rekurrierte auf den indischen Wirtschaftsnobelpreisträger Amartya Sen und dessen Capability Approach, bei dem es um Verwirklichungschancen und Freiheiten des Einzelnen geht – auf ein Quartier heruntergebrochen heißt das: Welche sozialen Chancen etwa beim Zugang zu Bildung, welche politischen Freiheiten durch Teilhabe haben dort einzelne? Es gehe um Zugänge zum Arbeitsmarkt, um ökologische Sicherheit wie etwa den Schutz vor Emissionen und natürlich auch um die Verfügbarkeit von Wohnraum. „Ein Quartier an sich ist eigentlich eine soziale Konstruktion und kein Ding, das wir hinstellen können“, sagte Schnur. Als ein Beispiel von Faktoren, die weit über Infrastruktur oder Wohnungsbau hinausgehen, nannte er das Miteinander in einem Quartier, das durch Symbole oder bedeutungsvolle Orte entstehe – etwa ein Mehrgenerationenhaus, eine Brücke, ein Park oder der Spätkauf, der zum Treffpunkt wird. Ein Fazit von Schnur ist, dass die Entwicklung von Quartieren konsequent partizipativ sein muss, also eine Co-Produktion zwischen den üblichen Stakeholdern und den Bewohnerinnen und Bewohnern. Die wichtigste Frage sei: „Wer gestaltet und für wen?“

Nutzen von Bürgerbeteiligungen

Doch was kann Partizipation leisten und wie funktioniert sie praktisch? Ruth Drügemöller von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, einem Partner von RENN.nord, warnte vor zu großen Erwartungen: „Wie Modethemen das so an sich haben, hat das Instrument Bürgerbeteiligung seine Tücken und Fallstricke“, sagte sie – auch wenn man es natürlich brauche. Sie nannte unter anderem das Problem, dass sozial Benachteiligte oft bei Bürgerbeteiligungen nicht mitmachten oder auch Mütter und Väter aus zeitlichen Gründen ausgeschlossen seien. Beteiligungen brauchten Ressourcen, Zeit und Geld, und da sei besonders bei komplexen Verfahren der Aufwand für Bürgerinnen und Bürger sehr hoch. Am Ende sei mehr Mitbestimmung auch nicht zwangsläufig ein Maßstab für mehr Qualität eines Vorhabens. Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, verwies auf Fehler der Vergangenheit, gerade bei der Energiewende seien in Sachen Partizipation zu viele Erwartungen geweckt worden. „Wichtig ist, dass man die Leute früh informiert, wo die Grenzen der eigenen Legitimation liegen“, sagte er. Das treffe allerdings nur zu, wenn es um Flughafenerweiterungen, Stromtrassen oder Bahnhöfe gehe, erwiderte Henning Austmann. Er ist Professor an der Hochschule Hannover und Gründer der „Ideenwerkstatt Dorfzukunft“ , ein „loser Zusammenschluss“ engagierter Bürgerinnen und Bürger in den niedersächsischen Dörfern Flegessen, Hasperde und Klein Süntel. „Die Leute werden bei uns eingeladen zu träumen und zu spinnen und eben nicht in den Grenzen der Legitimation zu denken“, sagte Austmann. Sein vielfach ausgezeichnetes Projekt hat das Leben in den drei Ortschaften umgekrempelt, entstanden sind – partizipativ und gemeinschaftlich – in den letzten Jahren etwa eine eigene Zeitung, ein Dorfladen, eine Film- und Theater-AG, eine Dorfhochschule, eine Webseite, eine gemeinwohlorientierte Immobilienvermittlung, ein Dorfkino und vieles mehr.

Hamburg Mitte Altona wird umgestaltet

Ähnliche Beteiligungen versucht das Projekt Q8 Sozialraumentwicklung in Quartieren. Dabei entwickeln Bewohnerinnen und Bewohner, Unternehmen und Institutionen zusammen ihre Stadtviertel – beispielsweise den Hamburger Stadtteil Mitte Altona, der durch Diskussionen in einem gemeinsamen Forum inklusiv und barrierefrei für alle werden soll. „Was in diesem Forum besonders war: Vertreterinnen und Vertreter der Politik und Verwaltung waren dabei und haben gezeigt, wo Grenzen sind und wie man gemeinsam Lösungen finden konnte“, sagt Lea Gies von Q8. Beteiligung sei „wahnsinnig aufwändig“, aber eben auch geprägt durch „Leute, die stark und nicht kleinzukriegen sind“. Für Wolfgang Schuster, Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung und ehemaliger Oberbürgermeister von Stuttgart, sind Quartiere gefühlter Ort der Geborgenheit, des Vertrauten und des Verstandenwerdens. „Je globaler und komplexer unser Leben wird, je mehr viele das Gefühl der Fremdbestimmtheit haben, desto größer ist die Renaissance der Nahwelt“, sagte Schuster. Gerade jetzt, wo Rechtspopulisten versuchten, den Begriff Heimat zu vereinnahmen, sei das wichtig: „Für mich ist die Frage, ob wir nicht den abstrakten Begriff der Nachhaltigkeit mit dem emotionalen Begriff der Heimat verbinden können“, sagte Schuster. Er beantwortete damit die Frage, was ein lebenswertes Quartier ausmacht, mit einem Gedanken, den wohl jeder nachvollziehen kann. Es geht um weit mehr als um Wohnraum: Um das Schaffen von Heimat." ["post_title"]=> string(32) "Guter Wohnungsbau ist nachhaltig" ["post_excerpt"]=> string(246) "Die Wohnungsnot in deutschen Metropolen ist eines der großen sozialen Themen unserer Zeit. Doch wie gelingt es, nicht nur blindwütig zu bauen, sondern lebenswerte Quartiere zu schaffen? RENN.nord suchte auf seiner Jahrestagung nach Antworten. " ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(32) "guter-wohnungsbau-ist-nachhaltig" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2018-10-17 14:51:09" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2018-10-17 12:51:09" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=10935" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } } ["post_count"]=> int(12) ["current_post"]=> int(-1) ["in_the_loop"]=> bool(false) ["post"]=> object(WP_Post)#16521 (24) { ["ID"]=> int(19693) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2019-09-24 14:05:13" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-09-24 12:05:13" ["post_content"]=> string(10082) "

Der notwendige gesellschaftliche Wandel werde viel zu oft allein ökologisch begründet. Das stärke Rechtspopulisten und jene, die große Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur verhindern wollten. „Das fällt uns zunehmend auf die Füße“, sagt Alexander Carius von adelphi. Der Berliner Think Tank hat unlängst untersucht, wie die 21 stärksten rechten Parteien in Europa zu Klima- und Umweltschutz stehen. Wer vorankommen wolle, so Carius weiter, müsse Angebote machen, „Bilder erzeugen, wie eine lebenswerte Welt in der Zukunft aussehen kann“. Für ihn heißt das beispielsweise: „Nicht nur über den Bergarbeiter in der Lausitz reden, sondern auch darüber, wie das Leben der Tochter aussehen kann“ - mit Co-Workingspaces, Mehrgenerationenhäusern, E-Mobilität, neuen Kultur- und Freizeitangeboten und mit höherer Lebensqualität, durch saubere Luft, bessere Gesundheit für alle, unzerstörte Natur und Artenvielfalt.

Anfang September hat RENN.west, eine der vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien, in das Weiterbildungszentrum Ingelheim bei Mainz zur Jahrestagung geladen. 140 Gäste sind gekommen. Das Thema: „Soziale Gerechtigkeit innerhalb der planetaren Grenzen“. Dahinter steckt die entscheidende Frage: Warum gewinnen jene an Zulauf, die beispielsweise den Klimawandel leugnen, Maßnahmen gegen die Erderwärmung ablehnen – und was lässt sich ihnen entgegensetzen. Bislang ist selten so konstruktiv darüber debattiert worden.

Gute Argumentationen gefragt

Dabei sind die Bremser lautstark geworden. Bei den Landtagswahlen Anfang September in Brandenburg und Sachsen hat die AfD in den Lausitzer Wahlkreisen die meisten Zweitstimmen bekommen. In Frankreich sind die Gelbwestenproteste an der Frage höherer Spritpreise entbrannt. Und in Brasilien ist der rechtsextreme Jair Bolsonaro zum Präsidenten gewählt worden, der damit warb, das riesengroße Amazonasgebiet für die wirtschaftliche Ausbeutung freizugeben. Ihnen allen gelten die Maßnahmen gegen den Klimawandel als schädlich für die nationale Wirtschaft – und als sozial ungerecht.

Mehr denn je sind gute Argumentationen gefragt. Denn in den nächsten Wochen stehen „große politische Entscheidungen“ an, erklärt Michael Frein, der im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz für Nachhaltigkeit zuständig ist. Am 20. September entscheidet das Klimakabinett. Am 21. September beginnt der VN-Klimagipfel in New York. Auf den folgt am 24. September der SDG-Summit, der Nachhaltigkeitsgipfel, bei dem Staats- und Regierungschefs klären sollen, wie es um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung steht. Und im November beginnen, nach einem Auftakt in Berlin, die ersten Regionalkonferenzen zur Fortschreibung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2020. Wir müssen wieder in die planetaren Grenzen kommen“, mahnt Frein „wir sind schon raus“.

Erst Anfang August warnte zum Beispiel das World Resources Institute, WRI, vor einer Wasserkrise. Millionenstädte wie die peruanische Hauptstadt Lima stehen demnach unter extremen „Wasserstress“. In Bangladesch, einem der am dichtesten bevölkerten Staaten der Erde, ist immer wieder Land unter. Steigt der Meeresspiegel infolge des globalen Klimawandels an, würden Millionen Einwohner an der Küste ihr Zuhause verlieren. „Wir haben eine Mitverantwortung“, meint Barbara Mittler vom Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN) e.V., Partner im RENN.west-Netzwerk.

Umsetzung in sechs Punkten

Wie sich diese Verantwortung umsetzen lässt? Michael Hauer von der Energieagentur Rheinland-Pfalz plädiert dafür, sich auch in der Nachhaltigkeitsszene immer wieder einem „Controlling zu unterziehen“, sich zu fragen, was hat was gebracht, wer bringt welches Potenzial ein – und nicht „im eigenen Saft zu schmoren.“ Christiane Overkamp, Geschäftsführerin der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, macht sechs entscheidende Punkte aus.

Erstens: Die soziale Frage nicht länger in den Hintergrund stellen – und die von Kate Raworth entwickelte „Donutökonomie“ verinnerlichen, bei der der äußere Kreis des Donuts die ökologischen Grenzen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Bodenerosion markiert und nicht überschritten werden dürfen. Der innere Kreis steht für das soziale Fundament, den Zugang zu Nahrung und Wasser, politische Teilhabe, ein Dach über dem Kopf. Es gehe darum, so Overkamp, sich von den bisherigen, eher technokratischen Ansätzen zu verabschieden, die die soziale Realität in den Gesellschaften ignoriert hat.

Sich in Ehrlichkeit üben, sei das Zweite, erklärt Overkamp. Diejenigen, die am wenigsten zu den Umweltproblemen beitragen, weil sie etwa am wenigsten konsumieren, seien oft von den sozialen Konsequenzen der großen Transformation besonders betroffen. Nicht sie müssten ihre Gewohnheiten ändern, „sondern die anderen“. Drittens gelte es, Ängste ernst zu nehmen. Beim Kohleausstieg fürchteten die Betroffenen nicht nur Job und Geld zu verlieren, sondern auch Kollegen, sozialen Status und Identität.

Und – viertens – sollten jene, die die Entscheidungen treffen, keine Scheu haben, Menschen einzubeziehen. Würden die Menschen in verbindlichem professionellem Rahmen beteiligt, nähme es ihnen auch Ängste. Dialog dauere, sei aber essenziell. Menschen – fünftens – müssten und könnten Wandel lernen. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung gebe gute Leitlinien vor.

Zudem ruft Overkamp – sechstens - dazu auf „das eigene Milieu zu hinterfragen“ und bezieht sich auf die Darmstädter Soziologin Cornelia Koppetsch, die sich mit dem Aufstieg des Rechtspopulismus auseinandergesetzt hat. Für Koppetsch bildet das kreative, global agierende Bürgertum eine Elite, die bei aller politisch proklamierten Inklusion und Vielfalt ein Höchstmaß an Exklusivität befördert, während die entmachteten Eliten - altmodisch Gebildete, Familienväter oder Ostdeutsche mit zum zweiten Mal entwerteten Biografien - Deklassierung spüren.

Politisch-gesellschaftlicher Kraftakt nötig

Ohne einen politisch-gesellschaftlichen Kraftakt wird die große Transformation nicht gehen – das wurde auf der RENN.west Jahrestagung sehr deutlich. Je direkter, konkreter, verbindlicher der Wandel angepackt wird – umso besser. RENN.west startete denn auch eine Kampagne „Ziele brauchen Taten" und zeichnete zehn Preisträger*innen des „Projekt Nachhaltigkeit 2019“ aus der RENN.west-Region aus.

Die Teilnehmenden in Ingelheim schlugen zum Beispiel vor, Nachhaltigkeit in der Verfassung festzuschreiben und die Divestment-Bewegung, die Investitionen aus unethischen Industrien abziehen will, zu fördern. Auch weitere Klimaklagen wie sie der Hamburger Rechtsanwalt Séverin Pabsch voranbringt, könnten aus ihrer Sicht eine entscheidende Rolle spielen, an denen sich die Folgen der Erderwärmung gut erzählen lassen. Gefragt sind viele.

Ihnen würde oft zu viel Elan vorgeworfen, berichtet Susanne Speicher, Sprecherin Fridays for Future Saarland, man müsse einen Mittelweg finden, sagten Politiker dann. Das halte sie aber nicht ab. Sie schlägt vor, eine Debatte auch innerhalb von Familien zu führen. „Der Onkel sagt dann, er isst kein Fleisch mehr, weil die Nichte erzählt hat, was es für sie für die Zukunft bedeutet.“ Es sei wichtig, die emotionale Ebene zu erreichen.

Adelphi-Forscher Carius sagt es so: „Der sozial-ökologischen Transformation fehlt es an Ästhetik, Kultur, Kunst, Musik.“ Bislang. Die Frage, wie sich Nachhaltigkeit und Soziale Gerechtigkeit stärker zusammendenken lassen widmet der Umweltcampus Birkenfeld eine Vortragsreihe. Sie wird per Livestream abrufbar sein und die Basis für weitere Diskussionen legen.

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