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Chinesische und deutsche Nachhaltigkeitsakteure trafen sich diesen Sommer zum Austausch: Bei dem Ende Juni in Peking von TÜV Rheinland organisierten chinesisch-deutschen Nachhaltigkeitsgipfel „Sino-German Sustainability Summit“ sowie einem Business-Roundtable am Folgetag ging es um drängende Fragen der Nachhaltigkeit sowie mögliche gemeinsame Beiträge zur Agenda 2030. Das deutsche Unternehmensnetzwerk Econsense sowie der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) waren als Veranstaltungspartner vor Ort.

Schon seit Jahren veranstaltet der TÜV Rheinland in China regelmäßig Gipfel zu unterschiedlichen Themen, wie zum Beispiel Standardisierung oder Qualitätsmanagement. In diesem Jahr stand Nachhaltigkeit auf der Agenda. Aus diesem Grund holte der TÜV Rheinland neben dem RNE etwa auch das Unternehmensnetzwerk Econsense, das Sino-German Sustainability Center (organisiert beim GIZ-Büro in Peking) sowie die Agentur Schlange & Co als Unterstützungsorganisatoren mit an Bord.

Auch zwei Mitglieder der RNE-Geschäftsstelle nahmen an dem Treffen von insgesamt etwa 260 chinesischen und deutschen Nachhaltigkeitsakteurinnen und -akteuren teil: Yvonne Zwick, stellvertretende RNE-Generalsekretärin und Leiterin des Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK), sowie Florian Harrlandt, wissenschaftlicher Referent.

Ergiebiger Austausch

Am ersten Tag moderierte Yvonne Zwick ein Panel zum Thema Sustainable Finance, am Nachmittag einen Workshop zu Transparenz und nachhaltiger Entwicklung. Florian Harrlandt hielt einen Inputvortrag zum DNK. „Interessant waren auch die persönlichen Gespräche, die uns einen Einblick in die Herausforderungen vor Ort in China gegeben haben“, sagte Harrlandt. So würde beispielsweise die Verbindung individueller gesunder Lebensstile zu Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene kaum gesehen.

Am zweiten Tag fand sich ein kleinerer Kreis zu einem Roundtable-Gespräch zusammen. Dabei waren Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und der Zivilgesellschaft – darunter TÜV Rheinland, EY Germany, Global Compact Network China, Emerging Market Multinationals Network for Sustainability und econsense.

Anteil der KMU in beiden Länder hoch

Eine überraschende Erkenntnis aus den beiden Tagen: Deutschland und China stehen vor ganz ähnlichen Herausforderungen: „Es hat uns überrascht, wie viele Parallelen sich zwischen den deutschen und den chinesischen Wirtschaftsstrukturen ziehen lassen“, sagt Harrlandt. Yvonne Zwick ist daher überzeugt davon, dass die Gespräche der Auftakt für einen dauerhaften Austausch sind.

In beiden Staaten haben die großen Unternehmen zumeist bereits Ansätze erarbeitet, die zu einem nachhaltigen Wandel beitragen können. Aber ebenfalls in beiden Ländern ist der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an der Volkswirtschaft hoch, und für diese scheinen die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) oft noch ein abstraktes, politisches Konzept zu sein, zu dem sie wenig Anknüpfungspunkte finden. Sowohl Ya Yuan, als Consultant für den China Business Council for Sustainable Development (CBCSD) tätig, als auch David Wang, General Manager von RKS Ratings, legten im Rahmen des deutsch-chinesischen Austausches dar, dass eine fundierte Basis von Nachhaltigkeitsleistungen seitens Unternehmen in China bisher fehle.

Folgeveranstaltung in Deutschland möglich

„Eine ähnliche Problematik hat vor Jahren ja den RNE dazu motiviert, mit dem DNK ein strukturiertes Vorgehen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu ermöglichen“, sagt Florian Harrlandt – so sei es wenig erstaunlich, dass dieses Instrument ihre chinesischen Gesprächspartner interessiert habe.

Auch eine Reihe weiterer vom RNE bereits erprobter Angebote und Instrumente – wie der Nachhaltige Warenkorb, der Oberbürgermeisterdialog oder die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) – weckten Interesse bei den chinesischen Gesprächspartnerinnen und -partnern, die es für möglich halten, dass sie auch in China in angepasster Form Anwendung finden. Außerdem besteht auf beiden Seiten Interesse, den deutsch-chinesischen Austausch zu verstetigen und den nächsten „Sino-German Sustainability Summit“ in Deutschland zu veranstalten.

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„Auf allen Feldern müssen wir dazu beitragen, eine These zu widerlegen: dass es unseren Wohlstand verschlechtern wird, wenn wir nachhaltig wirtschaften. Das stimmt nicht. Wir werden ihn verbessern.“ So energisch schloss Bundesfinanzminister Olaf Scholz seine mit Spannung erwartete Rede auf der 19. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE). Wenn ein wirtschaftlich erfolgreiches Hochtechnologieland wie Deutschland es schaffe, mit wenig bis gar keinen Emissionen ein wirtschaftlich erfolgreiches Hochtechnologieland zu bleiben, sei das der beste Beweis für die Möglichkeit eines nachhaltigen Wandels. In Zusammenhang mit den Herausforderungen des Klimawandels und der Energiewende arbeitete Scholz auch die Bedeutung einer nachhaltigen Finanzwirtschaft – oder Sustainable Finance – heraus, eines der Schwerpunktthemen der Konferenz.

Insofern war es nur passend, dass zum ersten Mal bei einer RNE-Jahreskonferenz ein amtierender Bundesfinanzminister sprach. Auch Scholz’ Ankündigung, dass die Bundesregierung nur zwei Tage später, am 6. Juni, einen Beirat für Sustainable Finance einsetzen würde, passte zu diesem Fokus. Bereits seit Jahren treibt der RNE – unter anderem mit dem Hub for Sustainable Finance – das Thema voran. Am 4. Juli lädt der Rat erneut zu einem Roundtable zum Thema „Kompetenzaufbau Sustainable Finance im Banking, Investment- und Versicherungsgeschäft“, eine weitere Veranstaltung am 10. September widmet sich dem Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft.

Auf der Jahreskonferenz hatte Ratsvorsitzende Marlehn Thieme die Bundesregierung aufgefordert, alles zu tun, um ihre selbst gesteckten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dies gelte selbstverständlich auch im Bereich Finanzwirtschaft, sagte sie. In seiner Rede betonte Bundesfinanzminister Scholz, dass die Industrie den Strukturwandel schaffen werde, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen würden. Schnelles und konsequentes Handeln sei daher von großer Bedeutung.

Standards und Enddaten festlegen

Scholz betonte allerdings, dass marktwirtschaftliche Instrumente allein nicht ausreichen würden: „Das halte ich für eine Illusion“, sagte der Minister und erhielt dafür Applaus vom Publikum. Man sehe das zum Beispiel an den Mitteln aus dem Klimafonds, die nur in geringem Maße abgerufen würden. Deswegen müsse die Regierung Standards, Zwischenziele und ein Enddatum festlegen, zu dem diese erreicht sein sollten: „Ohne Zielperspektive wird das nichts werden.“ Ähnlich wie die Bundeskanzlerin will der Bundesfinanzminister die EU-Ratspräsidentschaft 2020 dazu nutzen, mit seinen Amtskolleginnen und -kollegen Vorhaben zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele zu besprechen und gemeinsame Maßnahmen zu verabreden.

In der Podiumsdiskussion, die an Scholz’ Rede anschloss, wies Alexander Bassen, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung, darauf hin, dass Deutschland derzeit noch weit davon entfernt sei, beim Thema Sustainable Finance eine Führungsrolle einzunehmen. „Internationale Diskussionen finden aktuell noch weitgehend ohne deutschen Beitrag statt“, sagte er. Bassen ist auch Teil des neu konstituierten Beirats für Sustainable Finance, der die Bundesregierung bei der Ausarbeitung und Umsetzung ihrer Sustainable-Finance-Strategie beraten, bestehende Expertise bündeln und den Dialog zwischen den relevanten Akteuren fördern soll. Die Entwicklung einer Sustainable-Finance-Strategie für Deutschland geht auf die Initiative des Bundesfinanz- und des Bundesumweltministeriums zurück und soll in enger Abstimmung mit dem Bundeswirtschaftsministerium erfolgen. Karsten Löffler von der Frankfurt School of Finance & Management und Geschäftsführer des Green and Sustainable Finance Clusters Germany wurde bei der ersten Sitzung zum Beiratsvorsitzenden bestimmt. Informationen zu den weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie dem Arbeitsprogramm will die Bundesregierung in Kürze veröffentlichen.

„Die Unternehmen hören uns zu“

Auf dem von Alexander Bassen und RNE-Generalsekretär Günther Bachmann moderierten Podium auf der Jahreskonferenz diskutierten Anja Mikus, Vorsitzende des Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung, und Alexander Schindler, Vorstandsmitglied bei Union Investment, die Chancen nachhaltiger Finanzanlagen. Mikus, die für den ersten Staatsfonds verantwortlich ist, der von Anfang an Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt, wies darauf hin, dass diese die Rendite nicht schmälern, sondern steigern: „Zudem tragen sie dazu bei, Risiken und Schwankungen zu reduzieren.“ Schindler betonte die Verantwortung und die Einflussmöglichkeiten der Finanzwirtschaft: „Wir gehen soweit, dass wir ein Unternehmen wie Daimler dazu bringen, seine ganze Lieferkette auf Nachhaltigkeit zu überprüfen“, sagte er. „Die Unternehmen hören uns zu.“

Video- und Audiomitschnitte der 19. RNE-Jahreskonferenz inklusive der Rede von Bundesfinanzminister Olaf Scholz und dem Panel zu Sustainable Finance finden Sie hier.

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Frage: Frau Pätzold, Sie haben auf der Tagung zur betrieblichen Altersversorgung, die der WWF, die Verbraucherzentrale Bremen und der RNE am 29. Mai in Berlin ausgerichtet haben, einen aufschlussreichen Vortrag zur europäischen Richtlinie EbAV-II für Pensionskassen und Pensionsfonds gehalten. Ihre Analyse hat viele der Anwesenden überrascht. Was sind Ihre wichtigsten Erkenntnisse?

Heidi Pätzold: Wir beobachten derzeit, dass die EU den Prozess für Sustainable Finance massiv vorantreibt und in diesem Zuge auch die Berücksichtigung von ESG-Kriterien in die EbAV-II-Richtlinie implementiert. Allerdings geschieht das noch sehr zurückhaltend, vor allem aber: Teilweise sind die Vorgaben widersprüchlich. So wird es zur freiwilligen Entscheidung der Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge (EbAV) erklärt, ob sie ESG-Kriterien in ihrer Anlagepolitik berücksichtigen wollen. Im Risikomanagement allerdings ist es verpflichtend, diese Faktoren einzubeziehen – einerseits. Andererseits soll es nur für jene Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge verpflichtend sein, ESG-Risiken zu beurteilen, die in ihrer Anlagepolitik Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen. Auf Vorschlag der EU-Kommission sollen nun allerdings weitere Änderungen an der Richtlinie vorgenommen werden. Diese gehen meiner Meinung nach in die richtige Richtung, ob sie aber den skizzierten Widerspruch auflösen, lässt sich momentan noch nicht abschließend beurteilen.

Inzwischen liegt ein erster Referentenentwurf des Finanzministeriums vor, der die EbAV II-Richtlinie in deutsches Recht umsetzt. Was haben die Unternehmen dadurch konkret zu erwarten?

Das Bundesfinanzministerium setzt die Vorgaben der EbAV II-Richtlinie 1:1 um. Das bedeutet, Unternehmen, die bisher keine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt haben, werden auch künftig nicht verpflichtet, ESG-Faktoren bei den Anlageentscheidungen zu berücksichtigen. Ebenso wenig werden solche nicht-nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen die Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel, der Ressourcennutzung oder soziale Risiken zu beurteilen haben, genauso wenig wie das Risiko von “stranded assets”– also von Anlagewerten, die aufgrund von geänderten Regulierungen unerwartet an Wert verlieren können. Denken Sie beispielsweise an ein Kohlekraftwerk, das aufgrund höherer Energie- und Emissionseffizienzkriterien nicht mehr betrieben werden darf. Auf der anderen Seite werden Unternehmen, die Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen ihrer Anlagepolitik und Anlageentscheidungen bereits beachten, dazu verpflichtet, die Risiken, die sich unter anderem aus dem Klimawandel ergeben, zu beurteilen. Diese Zweiteilung ist nicht nachvollziehbar, wenn man auf eine nachhaltige Finanzwirtschaft abzielen will.

Das klingt für den juristischen Laien so, als ob die Hürde, die betrieblichen Pensionsrücklagen nach nachhaltigen Kriterien anzulegen, dadurch höher gelegt wird?

Da nur für nachhaltig orientierte Pensionskassen und Pensionsfonds zusätzliche Vorgaben gemacht werden, treffen auch nur diese die höheren Anforderungen. Ich gehe aber davon aus, dass diese Institute zum Beispiel Klimarisiken ohnehin schon berücksichtigen. Es wäre allerdings nicht nur für diese Einrichtungen, sondern für alle Pensionskassen beziehungsweise Pensionsfonds angezeigt, etwa das Wertminderungsrisiko durch “stranded assets” im Rahmen des Risikomanagements zu beurteilen.

Nun sind in diesem Frühsommer weitere Gesetzesinitiativen zum Thema Sustainable Finance gestartet worden, die auch auf die betriebliche Altersversorgung Auswirkungen haben können: Die EU-Kommission hat im März ihren nachhaltigen Aktionsplan und, darauf beruhend, im Mai die ersten Gesetzgebungsvorschläge zur Sustainable Finance auf den Weg gebracht, und das EU-Parlament hat direkt im Anschluss mit breiter Zustimmung eine Resolution verabschiedet, die in eine ähnliche Richtung, sogar eher noch weiter, geht. Stimmt der Eindruck, dass diese beiden Initiativen einen anderen Ansatz verfolgen als die EbAV-II-Richtlinie?

Der Ansatz hin zu nachhaltig orientierter Finanzwirtschaft und dazu, finanzielle Klimarisiken zu vermindern und CO2-intensive Investitionen zu verringern, ist in allen EU-Initiativen erkennbar. Die bisherigen und aktuellen Gesetzesinitiativen der EU-Kommission und des EU-Parlaments zeigen die Entwicklung von einem zunächst vorsichtigen Ansatz, der sich immer mehr auf konkrete Umsetzungspläne fokussiert. Ich sehe dies als Teil eines Prozesses, der gerade massiv Fahrt aufnimmt, um Nachhaltigkeit im Finanzwesen zu verankern.

Auch aufgrund der Erfahrung mit der Entstehungsgeschichte der EbAV-II-Richtlinie: Inwieweit ist es sinnvoll, von den Inhalten der aktuell vorliegenden Vorschläge und Pläne auf deren tatsächliche Umsetzung zu schließen? Von welchem Zeithorizont kann man da ausgehen?

Die aktuellen Vorschläge der EU-Gremien sind Vorlagen, die nun in die Diskussion auf politischer und gesellschaftlicher Ebene gehen. Dabei werden nicht nur Entscheidungsträger auf EU-Ebene, sondern auch die von den Gesetzen betroffenen Institutionen einbezogen. Die Erfahrung zeigt, dass im Laufe dieses Prozesses noch verschiedene Änderungen der ambitionierten Vorschläge zu erwarten sind. Der Gesetzgebungsprozess zur EbAV II-Richtlinie hat mehrere Jahre gedauert, und der ursprüngliche Wortlaut der Richtlinie wurde immer wieder verändert und angepasst.

Geht man zu weit, wenn man vor diesem Hintergrund von einer rechtlichen Unsicherheit spricht, in der sich Einrichtungen bewegen, die sich für eine nachhaltige Ausrichtung ihrer betrieblichen Altersversorgung interessieren? Welche Folgen wird das voraussichtlich für die Entwicklung der bAV haben? Wie sollten die Institutionen mit der Situation umgehen?

Die Pensionskassen werden zunächst die Umsetzung der EbaV II-Richtlinie in deutsches Recht zum 13.01.2019 abwarten müssen. Ob kurzfristig weitergehende Regelungen greifen werden, lässt sich im Moment schwer vorhersagen. Ganz unabhängig davon tun aber alle Pensionskassen aus meiner Sicht gut daran, ihre Anlagepolitik nachhaltig auszurichten und die klimarelevanten Risiken ihrer Vermögenswerte zu beurteilen. Ich gehe nicht davon aus, dass die geplanten neuen Regelungen eine Ausrichtung auf Nachhaltigkeit blockieren werden. Im Gegenteil werden sie eher die Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge, die sich mit dem Thema bisher nicht beschäftigt haben, vor neue Anforderungen stellen. Das Interview führte Carolyn Braun. [links] [link to="https://www.nachhaltigkeitsrat.de/aktuelles/betriebsrenten-und-nachhaltigkeit-kein-nischenthema/"] Zur Meldung „Betriebsrenten und Nachhaltigkeit: Kein Nischenthema" [/link] [/links]" ["post_title"]=> string(78) "„Pensionskassen tun gut daran, ihre Anlagepolitik nachhaltig auszurichten”" ["post_excerpt"]=> string(335) "Heidi Pätzold ist Rechtsanwältin in der Hamburger Kanzlei r.hs mit Schwerpunkt Bank- und Versicherungsrecht. Die promovierte Juristin unterstützt die Verbraucherzentralen Hamburg und Bremen im Bereich Finanzdienstleistungen und Nachhaltigkeit und hat die EbAV II-Richtlinie analysiert. Im Interview erläutert sie ihre Erkenntnisse." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(71) "pensionskassen-tun-gut-daran-ihre-anlagepolitik-nachhaltig-auszurichten" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2018-09-06 09:36:55" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2018-09-06 07:36:55" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=10477" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [3]=> object(WP_Post)#6918 (24) { ["ID"]=> int(10461) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2018-08-16 09:33:23" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2018-08-16 07:33:23" ["post_content"]=> string(6584) "„Die betriebliche Altersversorgung kann einen wesentlichen Impuls zur Transformation des Kapitalmarktes leisten”, sagt Alexander Bassen, Professor für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Kapitalmärkte und Unternehmensführung und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE). „Durch ihre langfristige, an den Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgerichtete Zielsetzung drängt es sich förmlich auf, Nachhaltigkeitskriterien bei der Anlageentscheidung konsequent zu berücksichtigen”, so Bassens Analyse. Klimaschutz und Nachhaltigkeit stärker in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) zu verankern: Das hatte die Tagung zum Ziel, zu der der RNE zusammen mit der Verbraucherzentrale Bremen und dem WWF am 29. Mai nach Berlin eingeladen hatte. Bei der bAV handelt es sich keineswegs um eine Nische an den Kapitalmärkten, das machte Heribert Karch, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) und Metallrente-Geschäftsführer, in seiner Keynote klar: Immerhin 575 Milliarden Euro verwalteten die Anbieter im Jahr 2015 in Deutschland. Und so hatten sich rund 60 Interessierte trotz sommerlicher Hitze in der Berliner Stadtmission zusammengefunden, um den Keynotes, Vorträgen und Panel-Diskussionen von Interessenvertretern aus Politik, von Verbänden und NGOs zuzuhören. Die leitende Frage: Wie könnte ein Umdenken bei der bAV dazu beitragen, dass die Kapitalmärkte künftig stärker auch die so genannten ESG-Kriterien in ihre Entscheidungen einbeziehen – also ökologische und soziale Aspekte sowie die Art der Unternehmensführung („Environment Social Governance“).

Betriebliche Altersversorgung: Hoher Aufklärungsbedarf

Auf die Begrüßung durch Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, folgte aba-Vorstandvorsitzender Heribert Karch, der zu dem Schluss kam: „Die bAV kann kein Trendsetter sein, aber sie kann Trends aufnehmen.” RNE-Mitglied Alexander Bassen verwies in seiner Einführung auf das Potenzial des Hub for Sustainable Finance, die Initiative des RNE und der Deutschen Börse AG, die seit Sommer 2017 gemeinsam daran arbeiten, ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten im Finanzsektor zu koordinieren und weiter voranzutreiben: „Der Hub bietet eine Plattform für weitere Akteure und Initiativen, die zu einem nachhaltigen Finanzsystem in Deutschland beitragen wollen”, erläuterte er. Für Mitorganisatorin Ulrike Brendel, Leiterin des Projekts „Gut fürs Geld, gut fürs Klima" bei der Verbraucherzentrale Bremen, besteht bei dem Thema weiterhin erheblicher Aufklärungsbedarf. Viele Menschen hätten zwar schon einmal von einem ethisch-ökologischen Investmentfonds oder einer Nachhaltigkeitsbank gehört. Weniger bekannt hingegen sei, dass „auch bei der Anlage der bAV-Beiträge ethische, soziale oder ökologische Kriterien eine Rolle spielen können”. Positiv bewertet sie, dass die Anbieter schon seit über 15 Jahren dazu verpflichtet seien, im Rahmen des Versicherungsaufsichtsgesetzes Angaben darüber zu machen, ob und wie sie ethische, soziale und ökologische Belange berücksichtigen. Auf der bAV-Tagung hatten eine Reihe von Praxisbeispielen den aktuellen Stand dieser Berichtspflicht und deren Beitrag zu mehr Transparenz illustriert.

Auswirkungen der EbAV-II unklar

Intensiv diskutierten die Teilnehmenden auch über eine europäische Richtlinie zu den Tätigkeiten und der Beaufsichtigung von Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung, die EbAV II, die bis zum Januar 2019 in deutsches Recht gegossen werden muss. Mittlerweile liegt der Referentenentwurf für die nationale Umsetzung der Richtlinie vor. Im Rahmen eines öffentlichen Konsultationsprozesses wurde er den Verbänden und weiteren Stakeholdern mit der Aufforderung zur Kommentierung zugeschickt. Der RNE bittet in seiner Stellungnahme in dem Gesetzentwurf unter anderem vorzusehen, dass Versicherungsunternehmen über ein Nachhaltigkeitsmanagement im Sinne des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) sowie insbesondere ein wirksames internes Kontrollsystem verfügen müssen. Außerdem weist er darauf hin, dass sich neue Risiken, etwa im Kontext des Klimawandels, vor allem aus nicht nachhaltiger Entwicklung von Naturgütern, Sachwerten und Sozialkapital ergeben. Einblicke in die Logik der Richtlinie bot der Vortrag der Hamburger Rechtsanwältin Heidi Pätzold von der Hamburger Kanzlei r.hs, in dem sie auf eine Reihe von Fallstricken in der europäischen Richtlinie hinwies. Trotz aller Widersprüche kommt jedoch auch Pätzold zu dem Schluss, dass der Prozess, Nachhaltigkeit im Finanzwesen zu verankern, gerade massiv Fahrt aufnehme. [links] [link to="https://www.nachhaltigkeitsrat.de/aktuelles/pensionskassen-tun-gut-daran-ihre-anlagepolitik-nachhaltig-auszurichten/"]„Pensionskassen tun gut daran, ihre Anlagepolitik nachhaltig auszurichten” - Interview mit Rechtsanwältin Heidi Pätzold von der Hamburger Kanzlei r.hs [/link] [/links] „Die Veranstaltung hat gezeigt, dass einige Anbieter beim Thema nachhaltige Kapitalanlagen sehr engagiert sind und entsprechende Anlagekriterien berücksichtigen”, sagt Verbraucherschützerin Brendel. Sie seien Best Practice-Beispiele, die zeigten, was möglich, aber weiterhin die Ausnahme sei. Zwar setze sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass ESG-Faktoren bei der Risikoanalyse berücksichtigt werden müssten – allerdings noch nicht flächendeckend: „Umso gespannter schauen alle Akteure auf die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen zur Sustainable Finance.” Brendel zielt damit auf die ersten Gesetzgebungsvorschläge zum Thema ab, die im Mai auf den Weg gebracht wurden, beruhend auf dem nachhaltigen Aktionsplan der EU-Kommission aus dem März dieses Jahres." ["post_title"]=> string(52) "Betriebsrenten und Nachhaltigkeit: Kein Nischenthema" ["post_excerpt"]=> string(248) "Kann ein Umdenken bei der betrieblichen Altersvorsorge dazu beitragen, ESG-Kriterien an den Kapitalmärkten zu verankern? Und wie wahrscheinlich ist ein solches Umdenken? Eine Tagung von WWF, Verbraucherzentrale Bremen und RNE fand erste Antworten." 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Um das Loch zu stopfen, braucht es dringend mehr privates Kapital, schreibt jetzt eine 20-köpfige Expertengruppe – und gibt auf 100 Seiten Empfehlungen, welche Regeln dazu geändert werden müssen. Nicht nur für die Paris-Ziele, sondern auch zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. „Der Bericht ist das umfassendste Werk, das je zum Thema nachhaltige Finanzwirtschaft verfasst wurde“, sagt Michael Schmidt, Mitglied der Geschäftsführung Deka Investment und einer der Experten der sogenannten hochrangigen Expertengruppe für nachhaltige Finanzwirtschaft („High Level Expert Group on Sustainable Finance“, kurz HLEG). Die setzt sich aus Vertreterinnen Vertretern von Banken, Universitäten, Versicherern, Fonds und Börsen, sowie von NGOs wie dem WWF, Thinktanks wie die 2° Investing Initiative, der Climate Bonds Initiative (CBI) oder Third Generation Environmentalism (E3G) zusammen. „Europa hat jetzt die einmalige Gelegenheit, das weltweit nachhaltigste Finanzsystem aufzubauen“, heißt es in dem Bericht, der gleich zu Beginn klar macht: Es gibt nicht einen einzelnen Hebel, mit dem man das Finanzsystem umschalten kann. „Wir haben ein Gesamtkonzept erarbeitet. Die einzelnen Empfehlungen sind vielfach untereinander verbunden. Das sollte man bei der Umsetzung unbedingt berücksichtigen“, sagt Schmidt. Zudem brauche es eine Synchronisation mit der Realwirtschaft und vor allem mit der Politik. „Wir brauchen auch endlich einen sinnvollen CO2-Preis“, sagt Schmidt. Klassifikation, was nachhaltige Geldanlagen überhaupt sind Konkret schlägt der Bericht 24 Maßnahmen vor: Acht Kernempfehlungen, acht sektorübergreifende und acht konkrete Maßnahmen etwa für Pensionsfonds oder Banken. Zu den Kernempfehlungen gehört unter anderem, endlich eine klare, europaweite Definition zu finden, welche Geldanlagen sich überhaupt „nachhaltig“ nennen dürfen. Eine solche Klassifikation muss für alle Arten von Kapitalanlagen gelten – von der Projektfinanzierung über Bonds bis hin zu Eigenkapital. Sie muss dynamisch sein, sich fortlaufend wissenschaftlichen Erkenntnissen anpassen und könnte auf bereits bestehenden Standards aufbauen. Eine Matrix haben die Experten bereits erarbeitet: Sie kombiniert verschiedene Sektoren wie Energie, Verkehr, Waldwirtschaft oder Gesundheit mit den globalen Nachhaltigkeitszielen– etwa Zugang zu sauberem Wasser oder Reduzierung von Müll. Eine weitere Kernforderung betrifft die Verpflichtung der Investoren, offenzulegen, wie sie Nachhaltigkeit in ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen. Pensionsfonds müssen in der EU bereits darüber berichten, ob sie ökologische und soziale Aspekte in ihrem Risikomanagement beachten. Sie sind aber nicht verpflichtet, aufzuzeigen, wie sie diese ESG-Kriterien (ESG steht für environment, social und governance) konkret in ihren Investitionsentscheidungen anwenden. Darüber hinaus werden EU-Labels für Grüne Investmentfonds und Green Bonds gefordert. Mit letzteren könnten ökologisch orientierte Unternehmen leichter Geld bei Anlegern einsammeln. Die Experten sehen auch bei den Behörden, die in der EU mit der Aufsicht der Finanzmärkte betraut sind, eine deutlich aktivere Rolle. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde oder die Europäische Bankenaufsichtsbehörde etwa sollen die langfristigen Risiken stärker überwachen, die der Klimawandel für das Finanzsystem mit sich bringt. Die "Tragödie des falschen Zeithorizontes“ Ein zentraler Gedanke der sektorübergreifenden Maßnahmen ist die „Tragödie des falschen Zeithorizontes“ des Finanzsektors: Investitionen in Nachhaltigkeit – Bildung, Infrastruktur, Energie – zahlen sich erst nach Jahren oder Jahrzehnten aus und passen nicht zu vielen schnellen und spekulativen Akteuren der Finanzwirtschaft. „Short-termism“, so der englische Begriff, sei ein klares Hindernis für eine nachhaltigere Finanzwirtschaft. Eine schnelle Lösung sehen die Experten nicht. Sie schlagen vor, zunächst zu evaluieren, welche Regularien das Geschäft mit dem schnellen Profit begünstigen. An anderer Stelle werden die Experten dafür wesentlich konkreter – etwa bei den Maßnahmen für Ratingagenturen: Diese sollten schlicht ESG-Kriterien in ihre Ratings einbauen die Methoden dazu öffentlich zugänglich machen. Dazu gehöre auch, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sachen Nachhaltigkeit fortzubilden. Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, nennt den Bericht der HLEG ambitioniert. „Er ist sehr gut, weil er deutliche Orientierung für die Zukunft der Finanzmärkte aufzeigt. Und er zeigt praxisorientiert, dass nachhaltige Finanzmärkte möglich sind“, so Thieme. „Aber es fehlt eine Zusammenschau verschiedener Politikfelder. Wir brauchen im Hinblick auf die europäische Haushalts-, Steuer- und Wirtschaftspolitik einen stimmigen Ordnungsrahmen, der marktwirtschaftliche Instrumente ermöglicht.“ Die RNE-Vorsitzende weist außerdem auf die Bedeutung der Unternehmen hin. „Für eine nachhaltige Finanzwirtschaft braucht man beide, die Banken und Versicherungen und auch die Unternehmen.“ Insgesamt hat der Bericht nur empfehlenden Charakter. Am 20. Februar beschäftigen sich die EU-Finanzminister damit, im März wird die EU-Kommission ihren „Aktionsplan für eine nachhaltige Finanzwirtschaft“ vorlegen; darin sollen die Empfehlungen der Experten einfließen. Am 22. März ist in Brüssel dann eine große Expertenkonferenz zu dem Thema geplant. Die hochrangige Expertengruppe empfiehlt, noch in diesem Jahr auf EU-Ebene eine Arbeitsgruppe einzurichten, die dann bis 2020 ein Klassifikationssystem für nachhaltige Geldanlagen in der EU erarbeitet. „Unseren Bericht umzusetzen ist jetzt Aufgabe der EU und der Akteure auf den Finanzmärkten“, sagt Schmidt. Wie es jetzt weitergeht RNE-Vorsitzende Marlehn Thieme: „Im Koalitionsvertrag steht nichts von nachhaltiger Finanzwirtschaft. Doch der HLEG-Bericht braucht, da nur Empfehlung, politische Unterstützung. Die neue Bundesregierung muss sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass smarte C02-Regulierungsprozesse für eine nachhaltige Finanz- und Realwirtschaft stattfinden“. In Deutschland setzt der Hub for Sustainable Finance mit seinen zehn Thesen an einigen Empfehlungen des Abschlussberichts an. Dieses offene Netzwerk von Finanzmarktakteuren und weiteren Stakeholdern wurde im Sommer 2017 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung und der Deutschen Börse initiiert. Nach einem ersten Gipfel im Oktober 2017 in Frankfurt werden die Akteure nun aufgefordert, Beiträge zu leisten, die zu einem nachhaltigen Finanzsystem in Deutschland beitragen und das Thema im Mainstream des Kapitalmarkes etablieren. Eine eigenständige Projektwebsite ist momentan im Aufbau, bis dahin sind aktuelle Informationen auf www.h4sf.de zu lesen. Am 22. Februar findet in Berlin eine Tagung zur nachhaltigen Finanzwirtschaft statt, die der Hub mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung organisiert. Schwerpunktthema wird der Bericht der HLEG sein. Die Tagung ist allerdings schon ausgebucht." ["post_title"]=> string(60) "EU-Expertengruppe zeigt Wege zu einer neuen Finanzwirtschaft" ["post_excerpt"]=> string(290) "Über ein Jahr hat eine Expertengruppe im Auftrag der EU-Kommission an Empfehlungen gearbeitet, wie die Regeln für die Finanzmärkte geändert werden müssen – auf dass sie sicherer werden und nachhaltige Entwicklung nicht torpedieren, sondern ihr dienlich sind. 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Chinesische und deutsche Nachhaltigkeitsakteure trafen sich diesen Sommer zum Austausch: Bei dem Ende Juni in Peking von TÜV Rheinland organisierten chinesisch-deutschen Nachhaltigkeitsgipfel „Sino-German Sustainability Summit“ sowie einem Business-Roundtable am Folgetag ging es um drängende Fragen der Nachhaltigkeit sowie mögliche gemeinsame Beiträge zur Agenda 2030. Das deutsche Unternehmensnetzwerk Econsense sowie der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) waren als Veranstaltungspartner vor Ort.

Schon seit Jahren veranstaltet der TÜV Rheinland in China regelmäßig Gipfel zu unterschiedlichen Themen, wie zum Beispiel Standardisierung oder Qualitätsmanagement. In diesem Jahr stand Nachhaltigkeit auf der Agenda. Aus diesem Grund holte der TÜV Rheinland neben dem RNE etwa auch das Unternehmensnetzwerk Econsense, das Sino-German Sustainability Center (organisiert beim GIZ-Büro in Peking) sowie die Agentur Schlange & Co als Unterstützungsorganisatoren mit an Bord.

Auch zwei Mitglieder der RNE-Geschäftsstelle nahmen an dem Treffen von insgesamt etwa 260 chinesischen und deutschen Nachhaltigkeitsakteurinnen und -akteuren teil: Yvonne Zwick, stellvertretende RNE-Generalsekretärin und Leiterin des Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK), sowie Florian Harrlandt, wissenschaftlicher Referent.

Ergiebiger Austausch

Am ersten Tag moderierte Yvonne Zwick ein Panel zum Thema Sustainable Finance, am Nachmittag einen Workshop zu Transparenz und nachhaltiger Entwicklung. Florian Harrlandt hielt einen Inputvortrag zum DNK. „Interessant waren auch die persönlichen Gespräche, die uns einen Einblick in die Herausforderungen vor Ort in China gegeben haben“, sagte Harrlandt. So würde beispielsweise die Verbindung individueller gesunder Lebensstile zu Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene kaum gesehen.

Am zweiten Tag fand sich ein kleinerer Kreis zu einem Roundtable-Gespräch zusammen. Dabei waren Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und der Zivilgesellschaft – darunter TÜV Rheinland, EY Germany, Global Compact Network China, Emerging Market Multinationals Network for Sustainability und econsense.

Anteil der KMU in beiden Länder hoch

Eine überraschende Erkenntnis aus den beiden Tagen: Deutschland und China stehen vor ganz ähnlichen Herausforderungen: „Es hat uns überrascht, wie viele Parallelen sich zwischen den deutschen und den chinesischen Wirtschaftsstrukturen ziehen lassen“, sagt Harrlandt. Yvonne Zwick ist daher überzeugt davon, dass die Gespräche der Auftakt für einen dauerhaften Austausch sind.

In beiden Staaten haben die großen Unternehmen zumeist bereits Ansätze erarbeitet, die zu einem nachhaltigen Wandel beitragen können. Aber ebenfalls in beiden Ländern ist der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an der Volkswirtschaft hoch, und für diese scheinen die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) oft noch ein abstraktes, politisches Konzept zu sein, zu dem sie wenig Anknüpfungspunkte finden. Sowohl Ya Yuan, als Consultant für den China Business Council for Sustainable Development (CBCSD) tätig, als auch David Wang, General Manager von RKS Ratings, legten im Rahmen des deutsch-chinesischen Austausches dar, dass eine fundierte Basis von Nachhaltigkeitsleistungen seitens Unternehmen in China bisher fehle.

Folgeveranstaltung in Deutschland möglich

„Eine ähnliche Problematik hat vor Jahren ja den RNE dazu motiviert, mit dem DNK ein strukturiertes Vorgehen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu ermöglichen“, sagt Florian Harrlandt – so sei es wenig erstaunlich, dass dieses Instrument ihre chinesischen Gesprächspartner interessiert habe.

Auch eine Reihe weiterer vom RNE bereits erprobter Angebote und Instrumente – wie der Nachhaltige Warenkorb, der Oberbürgermeisterdialog oder die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) – weckten Interesse bei den chinesischen Gesprächspartnerinnen und -partnern, die es für möglich halten, dass sie auch in China in angepasster Form Anwendung finden. Außerdem besteht auf beiden Seiten Interesse, den deutsch-chinesischen Austausch zu verstetigen und den nächsten „Sino-German Sustainability Summit“ in Deutschland zu veranstalten.

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