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Nachhaltiges Wirtschaften ist Wettbewerbsvorteil

Marlehn Thieme, die Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, betont, dass Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht nur Pflicht, sondern auch künftiger Wettbewerbsvorteil für Unternehmen sein kann. Dieser Aspekt sei die Grundidee hinter der neuen Berichtspflicht zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen, sagt Thieme. „Nur, was ich messe, kann ich managen, nur worüber ich mich mit anderen in standardisierter Kommunikation austauschen kann, kann ich mit Kunden und Zulieferern in diesem Sinne kooperieren. Und hierfür benötigen wir den Austausch relevanter Informationen“, betont die RNE-Vorsitzende. Dies ermögliche die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Thieme rechnet damit, dass die neuen Offenlegungspflichten die Diskussion um unternehmerische Nachhaltigkeitsleistungen verbreitern und bereichern wird. Um Unternehmen bei der Erfüllung der Berichtspflicht zu unterstützen, haben der Rat für Nachhaltige Entwicklung und das Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex den DNK aktualisiert und an die gesetzlichen Vorgaben angepasst. Die EU-Kommission und die Bundesregierung sehen den DNK als geeigneten Standard an, um Kriterien zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung der Unternehmen und Organisationen zu erfüllen. Im Kern misst der DNK die Nachhaltigkeitsleistung von nationalen wie internationalen Organisationen und Unternehmen anhand von 20 Kriterien und ergänzenden Leistungsindikatoren.

Unsicherheit bei der Umsetzung der CSR-Berichtspflicht

„Berichtspflichtige Unternehmen lassen ihre Entsprechenserklärung bereits jetzt durch das DNK-Büro auf die gesetzlichen Anforderungen hin durchsehen. Kleine und mittelständische Unternehmen nutzen den DNK hingegen als Instrument, um Nachhaltigkeitsstrategien aufzubauen und in ihre Geschäftsmodelle zu integrieren. Die Berichterstattung ist aber auch in diesem Fall sinnvoll, da berichtspflichtige Unternehmen den Druck häufig nach unten weitergeben“, sagt Tabea Siebertz, wissenschaftliche Referentin im Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex. Obwohl das Thema für kleine und mittelständische wie auch größere – und damit berichtspflichtige Firmen – im letzten Jahr deutlich an Relevanz gewonnen hat, fehlen vielen noch die nötigen Informationen zur Umsetzung der Berichtspflicht. Siebertz zufolge sind es vor allem diese Wissenslücken, die für Unsicherheit in den Unternehmen führen – und weniger Budgetfragen. Während sich in größeren Firmen ganze Abteilungen mit der Thematik beschäftigen und sich entsprechend schulen lassen, müssen Unternehmen mit weniger Personal gezielt Freiräume für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien schaffen. Von dem „ersten Schock“ nach dem Gesetz zur Berichtspflicht hätten sich die Unternehmen bereits erholt, sagt Siebertz. Vielen sei letztlich klargeworden, dass viele gesetzlichen Anforderungen, wie etwa Umwelt- oder Sozialstandards bereits erfüllt werden.

Anwendung des DNK wird weiter steigen

Aufgrund der Gesetzeslage dürfte die Anwendung des DNK auch in den kommenden Monaten weiter steigen. Schließlich müssen Unternehmen, die unter die Berichtspflicht fallen, 2018 erstmals eine nichtfinanzielle Erklärung abgeben. Mit dem Mehrbedarf wächst auch das Bedürfnis nach mehr Informationen. Laut RNE und dem Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex wurden in diesem Jahr rund 230 Schulungen zum DNK angeboten, fast 100 Veranstaltungen mehr als 2016. Zudem wurden tausende Broschüren oder Leitfäden in deutscher und englischer Sprache an Interessierte verschickt. Künftig will das Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex auch Informationen und Daten stärker vernetzen. Über den Austausch sollen die Unternehmen und Organisationen besser und einfacher unterstützt werden. " ["post_title"]=> string(68) "Unternehmen setzen verstärkt auf den Deutschen Nachhaltigkeitskodex" ["post_excerpt"]=> string(200) "Beim Thema Nachhaltigkeit orientieren sich immer mehr Firmen am Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). 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Nachdem der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) aktualisiert hat, um ihn mit den inhaltlichen Anforderungen des im März 2017 verabschiedeten CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) in Einklang zu bringen, sind alle entsprechenden Änderungen nun auch vollständig in der DNK-Datenbank implementiert. Der DNK ist damit weiterhin ein geeigneter Mindeststandard zum Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen und Organisationen und berücksichtigt alle von der Berichtspflicht geforderten Aspekte. Der Nachhaltigkeitskodex und seine Nutzung sind kostenfrei und mit der jetzt erfolgten Überarbeitung der Datenbank noch einfacher und anwenderfreundlicher. Schlanke Prozesse: DNK-Checkliste in Datenbank integriert Unternehmen können ihre nichtfinanziellen Informationen mit der Anwendung des DNK strukturieren, indem sie anhand von 20 Kriterien und ergänzenden Leistungsindikatoren eine Entsprechenserklärung erstellen. Zu jedem Kriterium bietet die DNK-Datenbank ein eigenes Eingabefeld, in das die erforderlichen Informationen eingetragen werden. Sobald alle Felder ausgefüllt sind, überprüft das DNK-Team die Entsprechenserklärung – vor ihrer endgültigen Veröffentlichung – in der Regel innerhalb von drei Wochen mittels einer Checkliste auf formelle Vollständigkeit. Ab sofort ist der gesamte Prüfprozess in die Datenbank integriert. Das DNK-Büro gibt über die Datenbank Rückmeldung zum Entwurf – bislang lief diese Kommunikation mit den Anwendern in der Regel per E-Mail. Auch die Checkliste selbst wurde überarbeitet: Sie gibt Hinweise, welche zusätzlichen Informationen für die Nutzung als nichtfinanzielle Erklärung im Sinne der Berichtspflicht erforderlich sind, und beinhaltet neben den Indikatorensets GRI G4 und EFFAS nun auch die neuen GRI Standards. Neu: Prüfung auf Vollständigkeit iSd CSR-Berichtspflicht Unternehmen können nun in der Datenbank angeben, ob sie berichtspflichtig sind und ihre Entsprechenserklärung als nichtfinanzielle Erklärung im Sinne des CSR-RUG nutzen möchten. In diesem Fall prüft das DNK-Büro, ob zusätzlich zu den Kriterien des DNK auch die gesetzlich geforderten Inhalte vorliegen, und weist ggf. auf Lücken hin. Diesen Service können selbstverständlich auch nicht berichtspflichtige Unternehmen in Anspruch nehmen, die sich in ihrer Berichterstattung freiwillig an den gesetzlichen Anforderungen orientieren möchten. Damit ist der DNK auf zwei Ebenen nutzbar: insbesondere für KMU als niedrigschwelliger Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung und darüber hinaus zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung. Nutzeroptimierung: Erweiterte Datenbank-Funktionen Um die Erstellung einer Entsprechenserklärung zu vereinfachen, hat das DNK-Büro zusätzlich hilfreiche Funktionen in die Datenbank integriert: Der neue Kommentarmodus erleichtert beispielsweise die gemeinsame Erstellung der Texte innerhalb einer Organisation. Zur besseren Kommunikation können verschiedene Bearbeiter eines Unternehmens ihre Kommentare und Verweise nun direkt in der Datenbank einfügen. Eine Kommentarliste ermöglicht zudem die lückenlose Nachverfolgbarkeit aller Einträge. Mit allen Neuerungen wird die Nutzerfreundlichkeit der Datenbank weiter erhöht und Anwendern somit eine verbesserte Performance und noch leichtere Handhabung des DNK geboten. Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) fördert verantwortungsbewusstes Wirtschaften. Er misst die Nachhaltigkeitsleistung von nationalen wie internationalen Organisationen und Unternehmen jeder Größe und Rechtsform anhand von 20 grundsätzlichen Kriterien. Ab 2017 müssen kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten berichten. Die EU-Kommission hat den DNK als geeigneten Standard zur Erfüllung der Berichtspflicht gewürdigt. Aufgrund seiner Ausrichtung und unkomplizierten Handhabung ist der DNK jedoch auch und besonders für kleinere und mittlere Unternehmen geeignet. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) wurde erstmals im April 2001 von der Bundesregierung berufen. Ihm gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Der Rat entwickelt Beiträge für die Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, benennt konkrete Handlungsfelder und Projekte und verfolgt die Aufgabe, Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel setzt die nationale Nachhaltigkeitsstrategie fort und hat den RNE zum 1. November 2016 für weitere drei Jahre berufen. 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Insgesamt geben mittlerweile 218 deutsche Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte nach dem DNK-Standard ab, darunter 15 Dax-Konzerne und sieben im M-Dax notierte. Zu den europäischen Anwendern gehören jeweils ein schwedisches, finnisches sowie österreichisches Unternehmen. Der Sustainability Code, wie der Nachhaltigkeitskodex auf Englisch bezeichnete wird, erweist sich damit auch für internationale Unternehmen als anwendungsfähiger Standard. Die Berichtspflicht zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen von Unternehmen umfasst fünf Themengebiete. Es geht um das Nachhaltigkeitskonzept des Unternehmens sowie um Umweltbelange, etwa die Emissionen von Treibhausgasen, um Arbeitnehmerbelange, etwa Gleichberechtigung. Dazu kommen soziale Fragen: Wie beeinflusst ein Unternehmen die Kommunen, in denen es angesiedelt ist, achtet es Menschenrechte, etwa in den Lieferketten? Was tun Unternehmen außerdem, um Korruption und Bestechung zu bekämpfen? Diese Informationen werden für Investoren und die Zivilgesellschaft immer wichtiger. In der EU sind sie seit dem Geschäftsjahr 2017 für alle Unternehmen ab einer bestimmten Größe verpflichtend. „Die Richtlinie hat zu einer starken Nachfrage nach dem DNK geführt. Nicht nur von Unternehmen, die ohnehin zu CSR-Berichten verpflichtet sind, sondern auch von mittelständischen Unternehmen und sogar Kommunen“, sagt Yvonne Zwick, Leiterin des Büros Deutscher Nachhaltigkeitskodex. Derzeit hat das DNK-Büro durchschnittlich rund 25 Entsprechenserklärungen im Prüfprozess, davon sind circa 15 von Erstberichtenden. Mit dem DNK die CSR-Berichtspflicht erfüllen Die neue Pflicht geht auf eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2014 zurück, die Deutschland mit dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz im März in nationales Recht umgesetzt hat – es gilt rückwirkend ab Januar 2017. Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) wurde mittlerweile im Hinblick auf das neue Gesetz konkretisiert. Unternehmen, die ihre nichtfinanzielle Erklärung mit Hilfe des Nachhaltigkeitskodex vorbereiten, erhalten so pragmatische Unterstützung zur Erfüllung der CSR-Berichtspflicht. Zeitgleich hat die Europäische Kommission die „Guidelines on non-financial reporting“ veröffentlicht, die sich unter anderem auch am Sustainability Code orientieren. Die Guidelines führen neben dem Sustainability Code auch andere, international verbreitete Standards an, beispielsweise den Global Compact (COP). Der Nachhaltigkeitsrat setzt auf Zusammenarbeit mit anderen Standards, besonders naheliegend ist die mit dem Global Compact Netzwerk Deutschland. Aus einer DNK-Entsprechenserklärung können jetzt Berichte nach dem COP erstellt werden und umgekehrt, mithilfe eines neu entwickelten Abgleichs. Die Neuerungen beim DNK Der DNK hat bereits in der bisherigen Form die Anforderungen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz erfüllt, doch wurden der Eindeutigkeit halber einige Ergänzungen und Konkretisierungen vorgenommen. Bis Ende dieses Jahres können Unternehmen sowohl nach dem aktualisierten als auch dem alten DNK berichten. Der Neue ist nach wie vor in 20 Kriterien unterteilt. Inhaltliche Änderungen gibt es vor allem bei den ersten beiden Kriterien, in denen Unternehmen ihre Strategie beschreiben und, so der Text bisher, offenlegten, „welche Aspekte der Nachhaltigkeit einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben“. Was unter „wesentlich“ zu verstehen ist, ist nun weiter definiert. Jetzt müssen Unternehmen auch offenlegen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit sich „wesentlich“ auf Aspekte der Nachhaltigkeit auswirken und vice versa, welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. „Es [das Unternehmen, a.d.R] analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen“, heißt es jetzt. „Der Nachhaltigkeitskodex gibt Unternehmen nun eindeutiger als bisher Orientierung hinsichtlich der Anforderungen an die Inhalte und den Prozess der Erstellung nichtfinanzieller Erklärungen und Berichte“, sagt Yvonne Zwick. So seien Tipps für berichtspflichtige Unternehmen in ein eigenes Kapitel sowie in die Checkliste eingeflossen, die Unternehmen bei der rechtskonformen Anwendung des DNK unterstützt. Die erste Kommune ist dabei Mit der niedersächsischen Stadt Geestland hat eine erste Kommune einen Nachhaltigkeitsbericht nach dem DNK vorgelegt. „Eigentlich für Unternehmen erstellt, ist der Kodex eine Verpflichtung und Kontrolle des eigenen Wirkens im Sinne der Nachhaltigkeit“, schreibt die Kommune, die mit 33.000 Einwohnern von der Fläche her die zehntgrößte in Deutschland ist. „Strategisch hat die Aufnahme durch den DNK für uns einen sehr großen Wert. Wir haben nun etwas in der Hand, an dem wir unsere Maßnahmen im Sinne der Nachhaltigkeit überprüfen können“, schreibt Bürgermeister Thorsten Krüger. Kapitalmarkt warnt: „Kein Blumentopf zu gewinnen“ Auch für Kapitalanleger werden die CSR-Berichte offenbar immer relevanter. „Die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beruht heute nicht nur auf einer wirtschaftlich erfolgreichen Geschäftstätigkeit, sondern auch auf gesellschaftlicher Akzeptanz“, schreibt der Deutsche Investor Relations Verband (DIRK), der nach eigenen Angaben 90 Prozent des börsengelisteten Kapitals hierzulande repräsentiert. Der Satz stammt aus dem Vorwort des ersten umfassenden Guides des Verbandes zur Nachhaltigkeitsberichterstattung kapitalmarktorientierter Unternehmen. In dem Bericht heißt es, es gebe ein schrittweises Umdenken innerhalb der Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit. Aber auch externe Faktoren seien wichtig, insbesondere die neuen gesetzlichen Bestimmungen und erhöhte Anforderungen der Investoren, schreiben die Vorstände des Verbandes. „Mit allgemeinen Absichtserklärungen nach dem Motto 'Allen wohl und niemand wehe' ist schon heute in der Nachhaltigkeitsberichterstattung kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Gefragt sind hier vielmehr belegbare Fakten und schlüssige Konzepte“, schreiben sie. Entsprechenserklärungen nach dem DNK seien oft ein guter Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung, heißt es in dem Bericht. Entscheidende Innovation: Unternehmensleitung und Aufsichtsrat sind haftbar Auch das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) betont in einem Positionspapier, wie wichtig die Schlüssigkeit der Nachhaltigkeitsberichte ist. „Investoren werden die Angaben der künftig zu erstellenden nichtfinanziellen Erklärung nutzen, wenn diese glaubwürdig sind“, schreibt Klaus-Peter Naumann, Sprecher des Vorstands. „Der Aufsichtsrat ist verpflichtet, die nichtfinanzielle Erklärung mit derselben Intensität zu prüfen wie den Abschluss und den Lagebericht“, schreibt der IDW. Verantwortlich dafür, dass die neuen, im Handelsrecht verwurzelten Vorgaben erfüllt werden, sei die Unternehmensleitung. Unternehmen müssten dazu auch interne Kontrollen einrichten, um zu verhindern, dass die nichtfinanziellen Erklärungen falsche Angaben enthielten. Mit der Prüfpflicht für den Aufsichtsrat ist das Thema Nachhaltigkeit in der unternehmerischen Hierarchie nach oben gerutscht. 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Nachhaltiges Wirtschaften ist Wettbewerbsvorteil

Marlehn Thieme, die Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, betont, dass Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht nur Pflicht, sondern auch künftiger Wettbewerbsvorteil für Unternehmen sein kann. Dieser Aspekt sei die Grundidee hinter der neuen Berichtspflicht zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen, sagt Thieme. „Nur, was ich messe, kann ich managen, nur worüber ich mich mit anderen in standardisierter Kommunikation austauschen kann, kann ich mit Kunden und Zulieferern in diesem Sinne kooperieren. Und hierfür benötigen wir den Austausch relevanter Informationen“, betont die RNE-Vorsitzende. Dies ermögliche die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Thieme rechnet damit, dass die neuen Offenlegungspflichten die Diskussion um unternehmerische Nachhaltigkeitsleistungen verbreitern und bereichern wird. Um Unternehmen bei der Erfüllung der Berichtspflicht zu unterstützen, haben der Rat für Nachhaltige Entwicklung und das Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex den DNK aktualisiert und an die gesetzlichen Vorgaben angepasst. Die EU-Kommission und die Bundesregierung sehen den DNK als geeigneten Standard an, um Kriterien zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung der Unternehmen und Organisationen zu erfüllen. Im Kern misst der DNK die Nachhaltigkeitsleistung von nationalen wie internationalen Organisationen und Unternehmen anhand von 20 Kriterien und ergänzenden Leistungsindikatoren.

Unsicherheit bei der Umsetzung der CSR-Berichtspflicht

„Berichtspflichtige Unternehmen lassen ihre Entsprechenserklärung bereits jetzt durch das DNK-Büro auf die gesetzlichen Anforderungen hin durchsehen. Kleine und mittelständische Unternehmen nutzen den DNK hingegen als Instrument, um Nachhaltigkeitsstrategien aufzubauen und in ihre Geschäftsmodelle zu integrieren. Die Berichterstattung ist aber auch in diesem Fall sinnvoll, da berichtspflichtige Unternehmen den Druck häufig nach unten weitergeben“, sagt Tabea Siebertz, wissenschaftliche Referentin im Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex. Obwohl das Thema für kleine und mittelständische wie auch größere – und damit berichtspflichtige Firmen – im letzten Jahr deutlich an Relevanz gewonnen hat, fehlen vielen noch die nötigen Informationen zur Umsetzung der Berichtspflicht. Siebertz zufolge sind es vor allem diese Wissenslücken, die für Unsicherheit in den Unternehmen führen – und weniger Budgetfragen. Während sich in größeren Firmen ganze Abteilungen mit der Thematik beschäftigen und sich entsprechend schulen lassen, müssen Unternehmen mit weniger Personal gezielt Freiräume für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien schaffen. Von dem „ersten Schock“ nach dem Gesetz zur Berichtspflicht hätten sich die Unternehmen bereits erholt, sagt Siebertz. Vielen sei letztlich klargeworden, dass viele gesetzlichen Anforderungen, wie etwa Umwelt- oder Sozialstandards bereits erfüllt werden.

Anwendung des DNK wird weiter steigen

Aufgrund der Gesetzeslage dürfte die Anwendung des DNK auch in den kommenden Monaten weiter steigen. Schließlich müssen Unternehmen, die unter die Berichtspflicht fallen, 2018 erstmals eine nichtfinanzielle Erklärung abgeben. Mit dem Mehrbedarf wächst auch das Bedürfnis nach mehr Informationen. Laut RNE und dem Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex wurden in diesem Jahr rund 230 Schulungen zum DNK angeboten, fast 100 Veranstaltungen mehr als 2016. Zudem wurden tausende Broschüren oder Leitfäden in deutscher und englischer Sprache an Interessierte verschickt. Künftig will das Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex auch Informationen und Daten stärker vernetzen. Über den Austausch sollen die Unternehmen und Organisationen besser und einfacher unterstützt werden. " ["post_title"]=> string(68) "Unternehmen setzen verstärkt auf den Deutschen Nachhaltigkeitskodex" ["post_excerpt"]=> string(200) "Beim Thema Nachhaltigkeit orientieren sich immer mehr Firmen am Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Unterstützung bei der Umsetzung ist insbesondere bei den berichtspflichtigen Unternehmen gefragt." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(68) "unternehmen-setzen-verstaerkt-auf-den-deutschen-nachhaltigkeitskodex" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2017-12-15 11:23:26" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2017-12-15 10:23:26" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(41) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=4767" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } ["comment_count"]=> int(0) ["current_comment"]=> int(-1) ["found_posts"]=> string(1) "3" ["max_num_pages"]=> float(1) ["max_num_comment_pages"]=> int(0) ["is_single"]=> bool(false) ["is_preview"]=> bool(false) ["is_page"]=> bool(false) ["is_archive"]=> bool(true) ["is_date"]=> bool(false) ["is_year"]=> bool(false) ["is_month"]=> bool(false) ["is_day"]=> bool(false) ["is_time"]=> bool(false) ["is_author"]=> bool(false) ["is_category"]=> bool(false) ["is_tag"]=> bool(true) ["is_tax"]=> bool(false) ["is_search"]=> bool(false) ["is_feed"]=> bool(false) ["is_comment_feed"]=> bool(false) ["is_trackback"]=> bool(false) ["is_home"]=> bool(false) ["is_404"]=> bool(false) ["is_embed"]=> bool(false) ["is_paged"]=> bool(false) ["is_admin"]=> bool(false) ["is_attachment"]=> bool(false) ["is_singular"]=> bool(false) ["is_robots"]=> bool(false) ["is_posts_page"]=> bool(false) ["is_post_type_archive"]=> bool(false) ["query_vars_hash":"WP_Query":private]=> string(32) "03aab105951eb46258f89985e0958a77" ["query_vars_changed":"WP_Query":private]=> bool(false) ["thumbnails_cached"]=> bool(false) ["stopwords":"WP_Query":private]=> NULL ["compat_fields":"WP_Query":private]=> array(2) { [0]=> string(15) "query_vars_hash" [1]=> string(18) "query_vars_changed" } ["compat_methods":"WP_Query":private]=> array(2) { [0]=> string(16) "init_query_flags" [1]=> string(15) "parse_tax_query" } }