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Jobcentern fehlen die Mittel für zielgerichtete Unterstützung

Das Projekt kommt ins Spiel, wenn die Geflüchteten die ersten Hürden in Deutschland bereits genommen haben, also anerkannte Flüchtlinge sind und eine Aufenthaltserlaubnis haben. Ab diesem Zeitpunkt unterstützen sie Behörden bei der Integration. „Viele anfangs noch traumatisierten Flüchtlinge sind nach zwei, drei Jahren an dem Punkt, dass sie die Sprache gut können, eine Wohnung haben und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen“, sagt Hörnicke. Im öffentlichen System der Arbeitsvermittlung fehle es aber an Zeit, Mitteln und Verständnis, die Geflüchteten entsprechend ihrer Qualifikation weiterzubilden. Im ersten Teil des Projekts hat Hörnicke deshalb zunächst mit Jobcentern, Arbeitsagenturen, Migrationsberatungsstellen, Ehrenamtlichen und Betrieben ein Netzwerk aufgebaut, um überhaupt auf Geflüchtete mit technischer Vorbildung aufmerksam zu werden. „Ohne solche Partnerorganisationen geht es nicht“, sagt Hörnicke. Innerhalb einer vorgeschalteten Kompetenzfeststellung versuche man herauszufinden, was eine Geologin aus Kamerun oder ein Elektroingenieur aus Syrien an zusätzlichen Qualifikationen brauche, um hierzulande arbeiten zu können. „Manche geben zwar an, einen Ingenieurstitel zu besitzen, können aber eine Reihenschaltung nicht von einer Parallelschaltung auseinanderhalten. Andere dagegen könnten sofort an der Uni dozieren“, sagt Hörnicke. Hintergrund ist, dass mit dem Anerkennungsgesetz von 2012 zugewanderte Fachkräfte ihre Berufsabschlüsse hierzulande anerkennen lassen können. Fehlen Fachkenntnisse, wird der Abschluss zunächst teilweise anerkannt, der Rest kann später zusätzlich erlernt werden. Deshalb wurde bei den Umwelthandwerkern zunächst in einem mehrtägigen Kurs festgestellt, was an Vorwissen da ist. Schriftliche Aufgaben, die bei Bedarf auch ins Arabische übersetzt sind, mussten ebenso gelöst werden wie Praktisches: einen Ölbrenner auseinanderbauen, Teile und Funktion eines elektrisch angetriebenen Smarts erklären. Mittlerweile hat Hörnicke das Verfahren aber deutlich verkürzt und durch gezielte Gespräche ersetzt.

Zu wenig Qualifizierungsprogramme für Flüchtlinge

Wer ausreichend qualifiziert ist, erhält fünf Monate gezielter und individueller Fortbildung. Technisches Deutsch lernen dabei alle – in einem herkömmlichen Sprachkurs lerne niemand das Wort „Energieeinsparverordnung“. Die anderen Module werden mit Betrieben oder Bildungseinrichtungen abgesprochen. Anschließend finden manche direkt einen Job, andere fangen eine Ausbildung oder ein Studium an. Teil dieser Phase sind auch Exkursionen zu Windparks, Biogasanlagen, Müllverbrennungsanlagen oder in Umweltbetriebe. Bis 2018 führte das Team der Umwelthandwerker Beratungsgespräche mit rund 150 Geflüchteten, 44 nahmen anschließend an der mehrtägigen Kompetenzfeststellung teil, davon 37 an dem fünfmonatigen Programm. 30 davon fanden anschließend einen Jobs oder eine reguläre Fachqualifizierung. Eigentlich müsse es wesentlich mehr solcher Projekte geben, sagt Hörnicke. Er selbst hat für die Umwelthandwerker 1,75 Stellen finanziert bekommen, plus weitere Dozenten für die Kurse. „Über erfolgreiche Integration wird viel geschrieben. Aber wir sind nur ein Leuchtturm. Wir bekommen viel mehr Bewerber als wir aufnehmen können“. Er schlägt vor, dass ähnliche Programme künftig vom öffentlichen Regelsystem finanziert werden, damit auch andere Bildungseinrichtungen aufwändige Zusatzqualifikationen anbieten können. Bis 2022 haben die Umwelthandwerker in Hamburg jetzt eine Kapazität von zwei fünfmonatigen Qualifizierungskursen im Jahr mit jeweils 17 Teilnehmenden. Aber da draußen, sagt Hörnicke, gebe es tausende von Ingenieurinnen und Ingenieuren, die dringend gebraucht werden und im normalen öffentlichen Vermittlungssystem allmählich ihre Kompetenz verlieren. „Wenn diese Menschen sich hier etwas aufbauen können, dann können wir auch aufhören, sie 'Flüchtlinge' zu nennen. Weil sie dann wirklich hier angekommen sind“, sagt Hörnicke.   → Pressemitteilung vom 14.11.2018: Ausgezeichnet: Transformationsprojekte, die die Welt verändern" ["post_title"]=> string(58) "Wenn ein geflüchteter Ingenieur kein Flüchtling mehr ist" ["post_excerpt"]=> string(194) "Deutschland braucht dringend Fachkräfte – und versäumt es trotzdem oft, gut qualifizierte Flüchtlinge für die Jobs weiterzubilden. Das Projekt Umwelthandwerker in Hamburg will das ändern." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(58) "wenn-ein-gefluechteter-ingenieur-kein-fluechtling-mehr-ist" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-03-25 13:58:57" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-03-25 12:58:57" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=13251" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [1]=> object(WP_Post)#5414 (24) { ["ID"]=> int(10007) ["post_author"]=> string(1) "8" ["post_date"]=> string(19) "2018-06-22 16:03:04" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2018-06-22 14:03:04" ["post_content"]=> string(6124) "In knapp zwölf Jahren sollen die UN-Nachhaltigkeitsziele, die Agenda 2030, weltweit weitgehend umgesetzt sein. Auch Deutschland will einen entscheidenden Beitrag leisten und setzt dabei auch auf die Wissenschaft. Als gemeinsame Anlaufstelle, um dieses Anliegen zu verwirklichen, hat die Bundesregierung die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 ins Leben gerufen. „Die Agenda 2030 kann nur mit Hilfe der Wissenschaft umgesetzt werden“, sagte Patrizia Nanz, Ko-Vorsitzende der Wissenschaftsplattform und wissenschaftliche Direktorin am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung e.V. (IASS) in Potsdam bei der RNE-Jahreskonferenz am 4. Juni. Forschung und Lehre seien wichtig für die Akzeptanz von Nachhaltigkeitskriterien und die Weiterentwicklung neuer Ansätze. Nanz äußerte sich beim Themenforum „Neue Kommunikation: Die Wissenschaftsplattform im Gespräch“. Die Geschäftsstelle der Wissenschaftsplattform ist am IASS angesiedelt. Aufgabe der Plattform sei es, Querverbindungen zwischen den 17 Zielen der UN-Nachhaltigkeitsagenda zu ziehen, Fragen zu stellen, die weit über die Agenda 2030 hinausgehen und Orientierungswissen zu geben. Im sogenannten Lenkungskreis der Wissenschaftsplattform sind 26 Mitglieder vertreten. Dazu zählen Wissenschaftler verschiedener Disziplinen und Vertreter aus Nichtregierungsorganisationen und der Wirtschaft. Die Plattform wird seitens der Bundesregierung von einem für alle Ressorts offenen Kreis begleitet, in dem zurzeit BMBF, BMUB, BMZ, BMEL sowie Bundeskanzleramt mitwirken. Derzeit gibt es vier Arbeitsschwerpunkte: Nachhaltiger Konsum, Zukunft der Arbeit, Global Commons und Mobilität.

Wissenschaftsplattform soll Fragen zur Zukunft stellen

Nanz zufolge hat die Wissenschaft die Aufgabe aufzuklären. Wie wollen wir in 20 oder 30 Jahren leben und was muss sich ändern, damit uns eine Transformation in Richtung Nachhaltigkeit gelingt? Über diese Themen soll mit Hilfe der Plattform debattiert und nach Options- und Handlungsmöglichkeiten gesucht werden. Ein Beispiel sei die Suche nach einem Standort für Atommüll in Deutschland. Es gehe in diesem Fall nicht nur um wirtschaftliche und ökologische Fragen, sondern auch um soziale und kulturelle Aspekte. Dasselbe gelte für den Kohleausstieg. „Wie schaffen wir es, all diese Themen zusammenzubinden? Dieser Frage müssen wir uns stellen.“ Wilfried Kraus vertrat das Bundesbildungsministerium im Themenforum. Er sieht die Bürgerinnen und Bürger als zentrale Schlüsselfiguren bei der erfolgreichen Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien. Damit dieser Prozess angestoßen werde, müsse die Wissenschaft für Glaubwürdigkeit sorgen. Ihre Aufgabe sei es, an den Hochschulen oder in Forschungseinrichtungen relevante Themen anzusprechen, so Kraus.

Wissenschaft als Konfliktlöser

Gerade bei Themen wie der Endlagersuche oder dem Kohleausstieg müsse man in der Bevölkerung für Transparenz sorgen, um Akzeptanz für die Entscheidung zu erreichen. Kraus plädiert für einen integrierten Ansatz zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen, das bedeutet auch eine stärkere Vernetzung von Politik und Wissenschaft. Über das Instrument der Wissenschaftsplattform könnten Konflikte, die die UN-Ziele mit sich brächten, gelöst werden, so Kraus. „Die Politik macht den Plan A, die Wissenschaft ist für Plan B und C da.“ Gemeint sind beispielsweise das Zusammenspiel von wirtschaftlicher Entwicklung und Nachhaltigkeit im Kampf gegen Armut und Klimaschutzziele. Ulla Burchardt, Strategieberaterin und Mitglied im RNE, misst der Wissenschaftsplattform vor allem in einem Punkt eine große Bedeutung zu: Wo sind die Bremser? Wo gibt es Blockaden? Über die Plattform könnte sehr offen über Ziel- und Interessenskonflikte gesprochen werden, sagte Burchardt bei der RNE-Jahreskonferenz. „Nachhaltigkeit ist ein Prozess der kleinen Schritte“, ergänzte sie. Aber man bräuchte auch eine kohärente Forschungspolitik. So hätten Wissenschaftler frühzeitig auf den Klimawandel und die Notwendigkeit einer Energiewende aufmerksam gemacht. Aber passiert sei nur wenig. Burchardt sprach sich zudem für mehr „Selbstreflexion in der Wissenschaft“ aus. Man müsse weg von alten Denkmustern, die noch immer vor allem den technologischen Fortschritt im Blick hätten.

Nachhaltigkeit ist globales Thema

Klaus Milke, Geschäftsführer der Umweltorganisation Germanwatch und Mitglied im Lenkungskreis der Wissenschaftsplattform, pflichtet Burchardt bei. „Die Agenda 2030 hat eine Grundmessage: Raus aus den Silos“, sagte Milke im Themenforum. Er fordert einen Diskurs zum Thema Nachhaltigkeit in allen Wissenschaftsdisziplinen. Und das nicht nur in Deutschland, sondern international. „Wir müssen über den Tellerrand denken und auch mit Vertretern von Entwicklungs- und Schwellenländern sprechen“, sagte Milke. Die frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Burchardt sieht letztlich die Bundesregierung in der Pflicht, beim Thema Nachhaltigkeit eine Führungsrolle zu übernehmen. „Wir müssen eine Politik machen, die auch enkeltauglich ist“, sagte das RNE-Mitglied. Ihr Appell: Die Bundesregierung muss Werbung machen für Nachhaltigkeit. Denn ohne die Bürgerinnen und Bürger würden aus Thesen keine Taten." ["post_title"]=> string(46) "Wissenschaft als Triebfeder der Nachhaltigkeit" ["post_excerpt"]=> string(312) "Was trägt die Wissenschaft zur Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bei – und welche Rolle spielt die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030? Auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) diskutierten Vertreter aus Wissenschaft und Politik über Ideen und konkrete Wege." ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(46) "wissenschaft-als-triebfeder-der-nachhaltigkeit" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2018-06-22 16:03:04" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2018-06-22 14:03:04" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(42) "https://www.nachhaltigkeitsrat.de/?p=10007" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } } ["post_count"]=> int(2) ["current_post"]=> int(-1) ["in_the_loop"]=> bool(false) ["post"]=> object(WP_Post)#5415 (24) { ["ID"]=> int(13251) ["post_author"]=> string(1) "5" ["post_date"]=> string(19) "2019-03-25 13:58:57" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-03-25 12:58:57" ["post_content"]=> string(7623) "Eigentlich wollte Saad Al Abed Al Latef seinen Master in Energietechnik an der Universität in Aleppo machen und ein ganz normales Leben führen. Doch der Krieg in Syrien durchkreuzte seine Pläne. Er floh aus seinem Land und schlug sich bis März 2015 nach Deutschland durch. Heute ist Al Latef ein Beispiel, wie die Integration von Flüchtlingen gelingen kann. Genau genommen ist er kein Flüchtling mehr: Er ist Steuerzahler und arbeitet bei der Firma FM Technik in Hamburg als Programmierer in der Gebäudeautomation – also in einem wichtigen Bereich der Energiewende. Al Latef hat viel gebüffelt für seinen Erfolg, besuchte mehrere Sprachkurse und stieß im richtigen Moment über das Projekt „Work And Integration For Refugees“ auf das Programm „Umwelthandwerker“. Projektleiter Haiko Hörnicke erzählt, wie das Zentrum für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik der Handwerkskammer Hamburg (ZEWU) und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Herbst 2015 zusammenkamen, als die meisten Geflüchteten in Deutschland eintrafen. Sie entschieden sich, gesellschaftspolitische Verantwortung zu übernehmen – und diesen Menschen bei der Integration zu helfen. Ihre logische Beobachtung: Auf der einen Seite gab es qualifizierte Flüchtlinge, auf der anderen Seite einen großen Fachkräftemangel im Handwerk, besonders in der Umwelttechnik. Hörnicke sagt, Flüchtlinge seien keine Bittsteller, sondern Menschen, die Potential mitbringen. „Viele derer, die hier angekommen sind, werden im normalen Regelsystem administriert und systematisch de-qualifiziert. Das wollten wir verhindern“, sagt Hörnicke. Er betont aber auch, dass das Projekt aufwändig sei und nur bei bereits gut qualifizierten Flüchtlingen greife. Diese bräuchten eine intensive und individuelle Begleitung, schon um zu vermeiden, dass es zu falschen Hoffnungen komme. „Für jemanden, der nur vier Jahre Schulbildung hat, ist unser Programm nichts“, sagt Hörnicke. Die Finanzierung hatte zunächst bis Ende 2018 die DBU übernommen. Inzwischen laufen die Umwelthandwerker bis 2022 im Rahmen des Projekts „Mission Zukunft“ weiter, das Zugewanderten mit akademischer Vorbildung Beratungen, Qualifizierungen und Schulungen im Bereich Umwelttechnik bietet. Gefördert wird das Projekt nun vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds. RENN.nord, eine von insgesamt vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien, und der Rat für Nachhaltige Entwicklung zeichneten die Umwelthandwerker kürzlich als eines von vier „Transformationsprojekten 2018“ aus.

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