"Nachhaltiges Konsumverhalten wird solange Sache einer engagierten Minderheit bleiben, wie Anreize falsch gesetzt sind und Strukturen es nicht unterstützen."
Lob und Anerkennung, aber auch deutliche Kritik und Handlungsempfehlungen enthält das Gutachten „Sustainability Made in Germany – we know you can do it“, das eine internationale Gruppe aus Klima-, Nachhaltigkeits- und Wirtschaftsexperten am 23. November 2009 in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben hat. Volker Hauff, der Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, appellierte an die Bundesregierung, die Empfehlungen der ausländischen Experten eingehend zu prüfen. Die Kanzlerin nutzte die Jahreskonferenz des Nachhaltigkeitsrates mit über 1200 Teilnehmern zu einer Rede über die deutsche Nachhaltigkeitspolitik und über ihre Ziele für den Klimagipfel von Kopenhagen.
Sieben Gutachter aus Schweden, Finnland, Großbritannien, den Niederlanden, Indien, Kanada und den USA hatten die deutsche Nachhaltigkeitspolitik einer kritischen Analyse (Peer Review) unterzogen. Ihr Bericht (PDF, 3,4MB) würdigt Deutschlands bisherige Leistungen beim Klimaschutz und bei umweltfreundlichen Technologien. Die Autoren kritisieren aber auch, Deutschland bleibe im Kampf gegen den Klimawandel unter seinen Möglichkeiten. Das Land nutze seine guten Voraussetzungen und Talente nicht koordiniert und entschlossen genug. In „Sustainability Made in Germany“ empfehlen die Experten Bundeskanzlerin Angela Merkel, die deutsche Nachhaltigkeitspolitik schwungvoller und wirksamer fortzuführen und benennen konkrete Handlungsfelder, darunter eine stärkere und integrierte Verankerung von Nachhaltigkeitskriterien in allen Bundes- und Landesressorts sowie eine stärkere Führungsrolle des Bundeskanzleramts.