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"Neue Technologien sind wichtig für eine nachhaltige Entwicklung. Andere Lebensstile auch."

Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Mitglied des Rates

Der Nachhaltige Warenkorb - Einfach besser einkaufen. Ein Ratgeber

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Die großen Anschaffungen –
gut überlegt und langfristig gedacht

Ein neues Auto kauft man nicht so nebenbei. Auch die Erneuerung der Heizungsanlage kommt für einen Reihenhausbesitzer nur einmal im Leben vor. Für die großen Anschaffungen muss gespart werden, und das soll sich rechnen. Bei der Heizungsanlage wollen wir ganz genau wissen, nach welchem Zeitraum wir die Kosten wieder „drin“ haben. Beim Auto achten die meisten von uns nur auf den Verbrauch, aber die wirklichen Kosten, die beispielsweise durch Kfz-Versicherung, Reparaturen und durch den Erhalt von Infrastruktur entstehen, spielen bei unseren Überlegungen eine untergeordnete Rolle.

Nachhaltig zu konsumieren heißt aber auch, die langfristigen Kosten und Verbräuche mit in Betracht zu ziehen. Bei steigenden Energie- und Wasserpreisen sind Produkte zu bevorzugen, die sich über die gesamte Nutzungsdauer bezahlt machen. Gerade die großen Anschaffungen zeigen, dass nachhaltiger Konsum sich rechnet.

Das eigene Auto – klimabewusst fahren

Das Auto nimmt als der Deutschen „liebstes Kind“ einen besonderen Stellenwert im Mobilitätsmix ein. Ein Leben ganz ohne Auto – das können sich bisher nur die wenigsten vorstellen. Vielerorts fehlen zudem die nötige Infrastruktur und attraktive Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs. In vielen ländlichen Gebieten ist es deshalb nur sehr eingeschränkt möglich, ohne Auto auszukommen.

Das praktische und individuelle Fortbewegungsmittel hat jedoch eine Schattenseite: In Deutschland werden rund 20 Prozent aller CO2-Emissionen durch Autoverkehr verursacht. Dazu kommen Feinstaub, Stickoxide, bodennahes Ozon, Lärm, Flächenverbrauch, Verkehrsunfälle und Verkehrstote. Zwei Tipps helfen Ihnen, die Umweltauswirkungen beim Autofahren zu reduzieren:

  • Achten Sie auf einen geringen Verbrauch und eine angemessene Größe Ihres Autos.
  • Überprüfen Sie Ihr Fahrverhalten und passen Sie es an das Motto „defensiv fahren“ an.

Welches Auto passt zu mir? Sparen Sie Sprit und Geld!

Ein wichtiger Aspekt für klimabewusstes Autofahren ist die Wahl des richtigen Autos. Mit sparsamen Modellen könnte der CO2-Ausstoß des gesamten Pkw-Verkehrs in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent reduziert werden. Das entspricht 40 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr. Achten Sie beim Autokauf auf einen geringen Kraftstoffverbrauch. 3-Liter-Autos gibt es schon, 1-Liter-Autos sind möglich. Es gibt auch familientaugliche 5-Liter-Autos mit einem CO2-Ausstoß von 120 g pro Kilometer. Zudem wird an der Marktreife moderner Technologien gearbeitet, die vielfältige Antriebsoptionen wie den Hybrid-Antrieb sowie elektronische und gasbetriebene Antriebstechniken ermöglichen.

Gute Frage

Strenge Grenzwerte für den CO2-Ausstoß – ist das Zukunftsmusik?

Faustregel: Achten Sie beim Autokauf schon heute auf den geringstmöglichen CO2-Ausstoß, maximal jedoch unter 120 g pro Kilometer, auch wenn dieser Grenzwert noch nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Experten erwarten, dass früher oder später eine solch strenge Obergrenze gesetzt wird. Der Besitz von Autos mit höherem CO2-Ausstoß kann dann teuer werden.

Was vielen Autofahrern nicht klar ist: Die Reifen spielen eine Rolle beim Kraftstoffverbrauch. Überprüfen Sie regelmäßig den Reifendruck. Ist er zu gering, erhöht sich der Rollwiderstand – und damit der Kraftstoffverbrauch.

Eine Entscheidungshilfe beim Autokauf

ist die VCD Auto-Umweltliste. Der VCD nimmt jedes Jahr über 300 aktuelle Pkw-Modelle unter die Lupe und bewertet sie hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit. Gleichzeitig wird aufgezeigt, welcher Hersteller Umweltaspekte bei der Herstellung seiner Pkw am besten berücksichtigt. www.vcd.org

Eine gute Marktübersicht über spritsparende und kostengünstige Modelle bietet das Informationsportal EcoTopTen, auf dem eine Auswahl an Kleinwagen, Autos der Kompaktklasse, Familienautos oder Mini-Vans mit einem hohen ökologischen Nutzen, einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und einer hohen Qualität vorgestellt werden. www.ecotopten.de

Das eigene Fahrverhalten hinterfragen

Durch eine bewusste Nutzung und durch sparsames Fahren können jährlich rund 5 Mio. Tonnen CO2 in Deutschland vermieden werden. Überdenken Sie Ihren Fahrstil, das Motto sollte lauten: vorausschauend fahren. Mit wenigen Tricks reduzieren Sie den Kraftstoffverbrauch, fahren sicherer und sparen Geld.

  • Als Erstes: Die Umweltbilanz Ihres Autos fällt umso positiver aus, je mehr Personen das Auto gemeinschaftlich nutzen. Lassen Sie das Auto öfter mal stehen und nutzen Sie für die kurzen Wege andere Verkehrsmittel. [Siehe auch: Kurze Wege – ohne Auto!] Auch gelegentliche Fahrten mit dem Taxi oder bei längeren Strecken mit der Mitfahrzentrale sind umwelt- und kostengünstige Alternativen zum eigenen Pkw.
  • Gehen Sie behutsam mit dem Gaspedal um und schalten Sie den Motor an der Ampel aus.
  • Schnelles Schalten und niedertouriges Fahren ist im Stadtverkehr die sparsamste, motorschonendste und umweltfreundlichste Fahrweise. Wer konsequent mit 2000 Umdrehungen pro Minute (U/min) fährt, kann bis zu 30 Prozent Benzin sparen.
  • Gepäck braucht Sprit: Beispielsweise verursacht ein unbenutzter Ski- oder Fahrradträger bis zu einem Liter pro 100 Kilometer zusätzlich – wird er abmontiert, sparen Sie im Jahr bis zu 175 Euro. Auch das Mitführen von Ballast im Kofferraum erhöht den Kraftstoffverbrauch.
  • Auch Breitreifen und eingeschaltete Stromfresser, wie z.B. die Klimaanlage, können den Kraftstoffverbrauch bis zu 1,8 Liter auf 100 Kilometer erhöhen.

Auch bei der Pflege Ihres Autos können Sie die Umweltauswirkungen minimieren – indem Sie auf den Blauen Engel an Waschanlagen achten.

Ausführliche Tipps

zum kraftstoffsparenden Fahren finden Sie beim Verkehrsclub Deutschland (VCD; www.vcd.org) oder beim Umweltbundesamt (www.uba.de). Automobilvereine bieten Fahrtrainings zum umweltbewussten Fahren an.

 

Ökostrom kaufen – Klima schonen

Der Bezug von Ökostrom ist eine der besten Möglichkeiten, die persönliche Klimabilanz zu verbessern. Die Erzeugung einer durchschnittlichen Kilowattstunde Strom verursacht in Deutschland 530 g CO2 und 0,001 g radioaktive Abfälle. Strom aus erneuerbaren Energien ist in der Erzeugung nahezu CO2-frei, sodass ein Durchschnittshaushalt durch den Umstieg auf Ökostrom bis zu 1800 kg CO2 im Jahr einsparen kann. Zum Vergleich: Ein Jahr Autofahren verursacht im Schnitt 2000 kg CO2. Und je mehr Verbraucher auf Ökostrom umsteigen, desto höher und schneller kann der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Strom-Mix in Deutschland steigen.

Sehen Sie sich Ihre Stromrechnung genau an

Seit Dezember 2005 sind alle Energieversorger dazu verpflichtet, Informationen über ihren Strom-Mix offenzulegen. Jeder Verbraucher kann sich auf der Stromrechnung über die Zusammensetzung seines Stroms und die damit verbundenen CO2-Emissionen und radioaktiven Abfälle informieren.

Wichtigster Tipp für Ihren Stromkauf – auf Ökolabel achten!

Stromprodukte, die mit dem „Grüner Strom Label“, dem „ok Power Label“ oder mit dem „TÜV-Zeichen für Strom aus erneuerbaren Energien“ ausgezeichnet sind, stammen aus erneuerbaren Energien. Der Strom-Mix setzt sich jeweils zu unterschiedlichen Teilen aus den Energieträgern Wasser, Wind, Sonnenenergie, Biomasse oder Erdwärme zusammen. Einige Ökostromanbieter beziehen einen Teil des Stroms aus hocheffizienten, dezentralen Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung. Diese werden zwar mit fossilen Brennstoffen betrieben, erzeugen jedoch neben Strom auch Wärme. Eine Beimischung von Strom aus Atomkraft oder Kohle ist bei den mit Ökostromlabels ausgezeichneten Angeboten ausgeschlossen.

Gute Frage

Ist Atomstrom nachhaltig?

Angesichts des Klimawandels gibt es wieder mehr Befürworter des Stroms aus Kernenergie. Ist dieser Strom aus der Nachhaltigkeitsperspektive genauso gut wie Ökostrom?

Faustregel: Ökostrom ist die beste Alternative, da er aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. Uran, das zur Erzeugung von Strom in Kernkraftwerken verwendet wird, ist im Gegensatz dazu eine endliche Ressource und die Entsorgung radioaktiver Abfälle birgt beträchtliche Sicherheitsrisiken.

Manche Stromversorger bieten mit ihren Ökoprodukten Strom an, der vor allem in Großwasserkraftwerken im Ausland erzeugt wird. Am deutschen Strom-Mix und damit am CO2-Ausstoß ändert sich dadurch kaum etwas. Achten Sie deshalb auf die Ökostromlabels. Wenn Sie Strom kaufen, der mit dem Grünen Strom Label oder ok Power ausgezeichnet ist, können Sie sicher sein, dass Ihr Anbieter zusätzliche Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien und der umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung fördert. Und übrigens: Es gibt ausgezeichnete Ökostromangebote, die sogar preiswerter als konventioneller Strom sind. So lassen sich in einigen Regionen durch den Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter für eine vierköpfige Familie bis zu 153 Euro im Jahr sparen.

Über die Versorgung mit Ökostrom hinaus gilt: Die umweltfreundlichste Form der Energienutzung ist die Nichtnutzung, und das sparsamste Elektrogerät ist das ausgeschaltete Gerät. Sieben Großkraftwerke lassen sich in Deutschland einsparen, wenn jeder Haushalt konsequent Energie spart.

EcoTopTen

Eine gute Marktübersicht über existierende Ökostromangebote bietet das Informationsportal EcoTopTen, auf dem Produkte mit einem höheren ökologischen Nutzen, einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und einer hohen Qualität vorgestellt werden. Bei EcoTopTen sind Angebote aufgelistet, die den Neubau umweltfreundlicher Kraftwerke fördern und zugleich weniger bzw. nicht viel mehr kosten als herkömmlicher Strom. www.ecotopten.de

Wichtige Labels und Produktkennzeichen im Bereich Ökostrom

Die folgenden Labels helfen Ihnen, ein passendes Ökostromangebot zu finden.

Siegelbewertung: ökologisch 100, sozial 0Grüner Strom Label (GSL)

Das Grüner Strom Label (GSL) kennzeichnet Strom aus regenerativen Energiequellen und aus Kraft-Wärme-Kopplung. Der Strompreis enthält eine Sonderzahlung von mindestens 1 Cent pro Kilowattstunde zur Förderung von Ökostrom-Anlagen. Das GSL garantiert damit einen nachweisbaren Ausbau der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien in Deutschland. Darüber hinaus werden strenge Kriterien an die Umweltverträglichkeit der Anlagen zur Stromerzeugung gestellt. www.gruenerstromlabel.de

Siegelbewertung: ökologisch 100, sozial 0EnergieVision – ok Power

ok Power kennzeichnet Strom aus erneuerbaren Energiequellen oder Kraft-Wärme-Kopplung. Ein weiteres Kriterium ist, dass der Anbieter den Neubau von Ökostrom-Kraftwerken fördert. Ein Anteil des Stroms muss aus Anlagen kommen, die nicht älter als sechs bzw. zwölf Jahre sind und die außerhalb des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) entstanden sind („Händlermodell“). Oder die Kunden fördern durch Zahlung eines Aufpreises auf den üblichen Strompreis den Ausbau erneuerbarer Energien, mit dem die Stromerzeugung in Anlagen außerhalb des EEG gefördert wird („Fondsmodell“). Darüber hinaus werden strenge Kriterien an die Umweltverträglichkeit der Anlagen zur Stromerzeugung gestellt. www.energie-vision.de

Siegelbewertung: ökologisch 100, sozial 0TÜV (EE01, EE02, UE01, UE02)

TÜV EE.. und TÜV UE.. kennzeichnen Strom, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird und dessen Anbieter den Ausbau regenerativer Energie fördern. www.energie-zertifizierung.de

Achtung: Bei Stromprodukten mit TÜV-Kennzeichen muss man genau hinsehen, wofür das Zeichen vergeben wird. Neben den dargestellten Zertifikaten gibt es für Stromangebote noch andere TÜV-Siegel, die teilweise Nebensächlichkeiten beurteilen, etwa das Einhalten der Preisgarantie.

Siegelbewertung

Eine ausführliche Erklärung zu der Einordnung ökologischer und sozialer Kriterien finden Sie hier.

Spaß am Einrichten – Qualität auf Dauer

Mit der Einrichtung unserer Wohnung gestalten wir unseren Lebensraum. Funktional, schlicht, elegant oder auffällig – unabhängig vom jeweiligen Geschmack beeinflussen die Möbel, mit denen wir uns umgeben, unser Wohlgefühl. Damit das nicht durch Schadstoffe und Ausdünstungen getrübt wird, ist es wichtig, beim Kauf von Möbeln und Matratzen ökologische und soziale Kriterien zu berücksichtigen. Die Einrichtungsgegenstände sollten gesundheitlich unbedenklich sein, bei der Produktion, beim Gebrauch und bei der Entsorgung sollen Betten, Schränke, Tisch und Stühle die Umwelt und die Natur möglichst wenig belasten. Möbel aus Massivholz haben darüber hinaus einen positiven Einfluss auf das Raumklima. Ein umwelt- und gesundheitsverträgliches Wohnumfeld zeichnet sich aus durch

  • langlebige, emissionsarme Möbel und Polstermöbel,
  • Möbel aus nachwachsenden Rohstoffen und
  • schadstoffarme Matratzen.

Möbel – gut für die Gesundheit und gut für die Umwelt

Achten Sie beim Möbelkauf auf Langlebigkeit und gesundheitliche Unbedenklichkeit. Qualitativ hochwertige Möbel zeichnen sich zum Beispiel durch hohen Sitzkomfort, Langlebigkeit von Schränken oder Küchenmöbeln und besonders hohe Stabilität bei Kindermöbeln aus. Das dient nicht nur der eigenen Sicherheit. Es werden auch Rohstoffe geschont und Sperrmüll vermieden.

Möbel, die Schadstoffe abgeben, können das Raumklima beeinträchtigen und Allergien auslösen. Vergewissern Sie sich deshalb, dass die Möbel möglichst auf Emissionen und Geruch überprüft wurden. Möbel, die nach ökologischen und sozialen Kriterien hergestellt werden, enthalten keine giftigen Stoffe, und die Entfernungen zwischen Rohstofferzeugung, Produktion und Möbelgeschäft sind möglichst gering – das verringert den CO2-Verbrauch. Mit dem Kauf ökologisch und sozial verträglich hergestellter Möbel unterstützen Sie zudem mittelständische Hersteller am Standort Deutschland oder im nahen europäischen Ausland, die ihre unternehmerische Verantwortung häufig sehr ernst nehmen und deren Produkte den europäischen Standards entsprechen.

Der Stoff, aus dem die Möbel sind – nachwachsende Rohstoffe

Bevorzugen Sie Möbel aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Wolle und Baumwolle. Bei Holzmöbeln, die möglichst aus Massivholz bestehen sollten, können Sie außerdem darauf achten, dass für die Oberflächenbehandlung nur natürliche Materialien verwendet wurden. Ein Qualitätskriterium für Baumwolle, die zum Beispiel zu Bezügen von Sesseln und Sofas verarbeitet wird, ist der Bio-Anbau.

[ >Siehe auch: Textilien – fair kleiden, gut aussehen]

Gute Klimabilanz

Möbel aus Holz, die nach ökologischen Kriterien hergestellt sind, haben eine sehr gute Klimabilanz, da bei der Entsorgung nur so viel von dem klimaschädlichen CO2 entsteht, wie der natürlich gewachsene Rohstoff vorher der Luft entnommen hat.

Schadstoffgeprüfte Matratzen – wie man sich bettet, so liegt man

Kaufen Sie emissionsarme Matratzen, die ohne gesundheitlich bedenkliche Stoffe hergestellt wurden. Im Schnitt liegt der Deutsche sieben Stunden pro Tag in seinem Bett. Es ist also nicht verwunderlich, dass chemische Ausdünstungen aus Matratzen zahlreiche gesundheitliche Beschwerden auslösen können, da sie über einen langen Zeitraum einwirken. Durch Emissionen verursachte unangenehme Gerüche können den Schlaf und das allgemeine Wohlbefinden stören.

Wichtige Produktkennzeichen und Labels im Bereich Einrichten

Es gibt zahlreiche Zeichen, die sozial und ökologisch bewusste Entscheidungen beim Einrichten erleichtern.

Siegelbewertung: ökologisch 50 plus 50, sozial 0Der Blaue Engel

Mit dem Blauen Engel werden emissionsarme Polstermöbel, schadstoffgeprüfte Matratzen und Produkte aus Holz ausgezeichnet. Weitere Informationen zum Blauen Engel finden Sie im Abschnitt „Nützliche Dinge im Haushalt – energieeffizient und abfallarm“.
www.blauer-engel.de

Siegelbewertung: ökologisch 100, sozial 0Europäisches Umweltzeichen

Das europäische Umweltzeichen gibt es für Matratzen. Dieses Siegel ist im Abschnitt „Renovieren – schädliche Stoffe vermeiden“ genauer beschrieben. www.eco-label.com

Siegelbewertung: ökologisch 100, sozial 0ÖkoControl

Das ÖkoControl-Siegel gibt es für Möbel, Polstermöbel und Matratzen. Zu den Kriterien zählen u.a. die Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft und die Verwendung von Rohfasern, die frei von Pestiziden, Herbiziden und anderen schädlichen Stoffen sind. Verwendung findet das ÖkoControl-Siegel nur innerhalb des Verbandes ökologischer Einrichtungshäuser. www.oekocontrol.com

Siegelbewertung: ökologisch 100, sozial 75FSC-Siegel

Mit dem Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) sind zahlreiche Einrichtungsgegenstände aus Holz und Holzprodukten ausgezeichnet, die aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen. Weitere Informationen zum FSC-Siegel finden Sie im Abschnitt „Renovieren – schädliche Stoffe vermeiden“.
www.fsc-deutschland.de

Siegelbewertung: ökologisch 75, sozial 50PEFC-Siegel

Das Label des Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) wird für Holzprodukte aus nachhaltiger Waldwirtschaft vergeben. Das PEFC-Siegel ist im Abschnitt „Renovieren – schädliche Stoffe vermeiden“ genauer beschrieben.
www.pefc.de

Siegelbewertung: ökologisch 100, sozial 50Naturland

Naturland steht für umweltschonend produzierte Holzprodukte. Es gelten strenge ökologische Kriterien, z.B. bezüglich der Holzherkunft und der Verarbeitung. Zudem werden grundlegende soziale Kriterien eingehalten. www.naturland.de

Siegelbewertung: ökologisch 50, sozial 0eco-INSTITUT

Mit dem eco-Institut-Label werden u.a. Matratzen (Latex-, Schaumstoff- und Federkernmatratzen, Bettsysteme und sonstige Matratzenarten) und Möbel (Vollholz, beschichtete und unbeschichtete Holzwerkstoffplatten, Polstermöbel mit textilem Bezug oder Leder) ausgezeichnet. Das eco-Institut-Label ist im Abschnitt „Renovieren – schädliche Stoffe vemeiden“ genauer beschrieben.
www.eco-institut.de

Siegelbewertung: ökologisch 0, sozial 50GoodWeave

Das GoodWeave-Siegel zeichnet handgeknüpfte Teppiche aus, die unter Einhaltung sozialer Mindeststandards, wie z. B. Verbot von Kinderarbeit und Zahlung der im Land üblichen gesetzlichen Mindestlöhne, hergestellt wurden. Weiteres Vergabekriterium ist die Akzeptanz unangekündigter Kontrollen. Im Herbst 2009 hat es das Rugmark-Siegel ersetzt. www.goodweave.net

Siegelbewertung

Eine ausführliche Erklärung zu der Einordnung ökologischer und sozialer Kriterien finden Sie hier.

In den eigenen vier Wänden – dank Klimaschutz Geld sparen

Immer mehr Menschen verwirklichen sich den Traum von einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus. Wer vom Eigenheim im Grünen träumt, sollte langfristig denken. Wenn beispielsweise die Kinder ausgezogen sind, stehen andere Fragen im Vordergrund, als wenn die junge Familie ein Heim sucht. Dann wird es wichtig, wie weit es zum Arzt, zum Einkaufen, zu Freunden oder zu kulturellen Angeboten ist.

Ist die Entscheidung für ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung gefallen, sollten Sie das Weitere gut überdenken. Der Standort der Wohnung beispielsweise ist eine grundsätzliche Entscheidung, die klimarelevant ist. Werden die Wege länger, verschlingt die Mobilität mehr Energie und die Gemeinkosten für Infrastruktur steigen. Klimafreundliche Baustoffe, Technologien und Baustandards tragen nicht nur zum Klimaschutz bei, auch die Heizkosten in den eigenen vier Wänden lassen sich damit drastisch reduzieren. Zudem haben Haus- und Wohnungseigentümer gute Aussichten, für zusätzliche Dämmung, eine Solaranlage oder für die Umsetzung von Niedrigenergie-Standards Fördermittel zu erhalten. Auch als Mieter können Sie durch kleinere Modernisierungsmaßnahmen und einen sparsamen Umgang mit Energie Geld sparen.

Wichtige Stichpunkte für die energetische Sanierung eines Altbaus und für den Neubau sind

  • Niedrigenergie-Standards und Passivhaus-Standard,
  • Baustoffauswahl,
  • Dämmung,
  • Heizung,
  • Fenster und
  • Fördermittel.

Der Begriff „Passivhaus“

ist nicht geschützt. Eine fachliche Beratung ist dringend angeraten. Informationen zum Passivhaus-Standard finden Sie unter: www.ig-passivhaus.de

Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V.

Das DGNB-Zertifikat ist ein leistungsstarkes Instrument für die Planung und Bewertung nachhaltiger Gebäude. Als Zertifizierungssystem der zweiten Generation basiert es auf einer ganzheitlichen Betrachtung des gesamten Gebäudelebenszyklus. Wie Sie sich mit Ihrem nachhaltigem Bauvorhaben für eine Zertifizierung bewerben können, erfahren Sie unter: www.dgnb.de

Baustandards für einen geringen Energieverbrauch

In einem Passivhaus verbrauchen Sie bis zu 90 Prozent weniger Heizenergie als in einem durchschnittlichen Altbau und ca. 75 Prozent weniger als in einem Neubau ohne Niedrigenergiekonzept. Die Idee ist bestechend einfach: Das Haus ist so gut gedämmt, dass die herkömmliche Heizung über Heizkörper überflüssig wird. Die wesentlichen Wärmequellen sind die Sonne, die Körperwärme von Menschen und die abstrahlende Wärme von Elektrogeräten. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt auch bei geschlossenen Fenstern für einen ausreichenden Luftaustausch. Da die Fenster zum Lüften nicht geöffnet werden müssen, lassen sich im Winter Wärmeverluste reduzieren.

Energieverbrauch reduzieren

Informationen rund um das Thema „Energieverbrauch in bestehenden Gebäuden“ und speziell zum Energieausweis gibt die Deutsche Energie-Agentur (dena) unter: www.zukunft-haus.info

Die Energieeinsparung, die mit einem Passivhaus im Vergleich zu einem Durchschnitts-Einfamilienhaus erreicht wird, wirkt sich auf den Geldbeutel aus. Die Ersparnisse können sich im Laufe von 20 Jahren auf 20.000 Euro und mehr summieren.

Wenn Sie nicht selbst bauen, sondern ein Haus kaufen wollen, dann achten Sie auf die Angaben zu Energieverbrauch und Heizung im Energieausweis. Ein durchschnittlicher Altbau verbraucht etwa dreimal so viel Heizenergie wie ein Neubau. Entsprechend hoch sind die Einsparmöglichkeiten. Bis zu 80 Prozent des Energieverbrauchs für Heizung und Warmwasser können durch energetische Sanierung und moderne Gebäudetechnik eingespart werden.

Gütezeichen Niedrigenergie-Bauweise

Dies ist eine Kennzeichnung für Gebäude mit einem besonders geringen Energiebedarf.

Das Zeichen dient Bauherren oder Gebäudekäufern als Sicherheit für die umfassende energetische Qualität des Gebäudes und den dadurch zu erwartenden deutlich geringeren Heizwärmebedarf. www.guetezeichen-neh.de

„Der Bereich Wohnen beansprucht mit Heizung, Warmwasser, Beleuchtung und dem Hausbau rund 41 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs. Vor allem schlecht isolierte Gebäude tragen dazu bei. Einen Mietvertrag oder einen Kaufvertrag sollte man nur unterschreiben, wenn man sich zuvor auch über die Nebenkosten informiert hat. Hierzu sollte man sich den Energiepass, und zwar den Bedarfsausweis, zeigen lassen. Der auch zulässige Verbrauchsausweis ist wenig aussagekräftig – darauf sollte man sich nicht verlassen.“

Dr. Rainer Grießhammer, Öko-Institut

Dämmung – behagliche Wärme statt zugiger Kälte

Mit der richtigen Dämmung eines Hauses können die Heizkosten um 30 bis 40 Prozent reduziert werden. Während die Kosten sinken, steigt der Komfort, denn anstatt zugiger Kälte herrscht in einem gut gedämmten Wohnraum behagliche Wärme.

Wo zieht’s?

Finden Sie heraus, welche Stellen im Haus besonders kalt sind. Ob die Fensterrahmen dicht sind, können Sie beispielsweise feststellen, indem Sie die Flamme einer brennenden Kerze am Übergang zwischen Fenster und Rahmen entlangführen.

Ein Infrarot-Thermometer für ca. 50 Euro misst punktgenau, ob die Wände im Fußbodenbereich oder in Fensternähe kälter sind als an anderen Stellen. Verleihen Sie das Gerät auch an Freunde, falls Sie es sich selbst anschaffen, oder versuchen Sie es selbst auszuleihen.

Es gibt unterschiedliche Dämmverfahren, wie z.B. die Dämmung von Außenwänden. Sie ist effektiver als eine Innendämmung und deshalb vorzuziehen, sofern sie umsetzbar ist. Dach- und Innendämmung müssen fachgerecht durchgeführt werden, da sonst Schimmel entstehen kann. Fachkundige Informationen erhalten Sie von einem Energieberater, der herstellerunabhängig tätig ist. Bei den Verbraucherzentralen und beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen (BAFA) gibt es Beraterlisten.

Vergleichswerte für Ihre Heizkosten

Der bundesweite Heizspiegel liefert Vergleichswerte für den Heizenergieverbrauch und die Heizkosten Ihres Gebäudes. Getrennt nach den Energiearten Heizöl, Erdgas und Fernwärme gibt der Heizspiegel Auskunft darüber, ob Ihre Heizkosten optimal, durchschnittlich, erhöht oder extrem hoch sind.
www.heizspiegel.de

Die durchschnittlichen Kosten für Heizung, Wasser, Müllbeseitigung und weitere Betriebskosten gehen aus dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes e.V. hervor. Sowohl für Wohnungssuchende als auch für Mieter bietet der Betriebskostenspiegel eine Vergleichsmöglichkeit. Wenn einzelne Kosten deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt liegen, sollten Sie genauer hinsehen und sich gegebenenfalls beraten lassen.
www.mieterbund.de

Eine gute Dämmung ist doppelt wichtig, denn auch die beste Heizungsanlage nützt nichts, wenn es nicht gelingt, die Heizenergie im Haus oder in der Wohnung zu halten. Informationen zum Thema Wärmedämmung und zu weiteren Energiesparmaßnahmen finden Sie unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter www.zukunft-haus.info (unter dem Stichwort Verbraucher).

Heiz-Check

Sie möchten wissen, ob Ihre Heizkosten angemessen sind oder ob eine Modernisierung ratsam ist? Bei co2online können Sie einen Heiz-Check durchführen und einen Förderratgeber befragen. www.co2online.de

„Die Kosten für Strom, Gas und Heizöl machen längst den größten Anteil bei den Nebenkosten aus. Deshalb bemühe ich mich, in meinen eigenen vier Wänden alle Möglichkeiten auszuloten, um Energie zu sparen. Beispielsweise durch bewusstes Heizen oder die Verbannung von Stromfressern. Darüber hinaus lassen sich auch durch einen Wechsel zu einem günstigeren Stromversorger die Energiekosten senken. Teilweise sind sogar Ökostromanbieter günstiger.“

Dr. Franz-Georg Rips, Deutscher Mieterbund e.V.

Heizkosten sparen – mit neuen Heizsystemen

Das Heizsystem zu erneuern ist ein großer Schritt, mit dem sich viele schwertun. Allerdings kann ein neues Heizsystem einen entscheidenden Beitrag zur Senkung der Energiekosten leisten. Nehmen Sie sich Zeit, um einmal über die Erneuerung der alten Heizung durch eine modernere Technologie wie z.B. Solaranlage, Gas-Brennwertkessel oder Holzpelletkessel nachzudenken bzw. sich beraten zu lassen. Bei der Planung eines neuen Heizsystems sollten Sie zudem die Möglichkeiten einer Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) prüfen lassen. Heizsysteme lassen sich auch kombinieren. Dadurch können Sie weitere Spareffekte erzielen. Auch Wärmepumpen, die mithilfe einer Solaranlage betrieben werden, sind beispielsweise eine klimaschonende Alternative. Holen Sie in jedem Fall mehrere Angebote ein, bevor Sie sich entscheiden.

Heizsysteme im Vergleich

Die Stiftung Warentest hat in ihrem Sonderheft „Energie“ unterschiedliche Heizsysteme miteinander verglichen. Zudem finden Sie dort eine Untersuchung zu Gas-Brennwertkesseln. www.test.de

Der Wärme keine Schlupflöcher lassen – Fenstertechnologie

Fenster sind in unterschiedlicher Hinsicht wichtig für energiesparendes Wohnen. Sie sollen dicht schließen und möglichst wenig Wärme durchlassen. Mit zugigen Fenstern müssen Sie sich auch als Mieter nicht abfinden. Schaumstoffdichtungen aus dem Baumarkt sind eine günstige Möglichkeit, Fenster abzudichten. Vielleicht können Sie auch Ihren Vermieter davon überzeugen, neue Fenster einzubauen.

Durch das Fenster kann jedoch nicht nur ein Wärmeverlust entstehen, sondern auch zusätzliche Wärme durch Sonneneinstrahlung gewonnen werden. Was im Winter erwünscht ist, ist im Sommer oft weniger angenehm. Wenn sich die Räume in der warmen Jahreszeit zu stark aufheizen, sind außen liegende Jalousien willkommene Schattenspender.

Fördermittel – noch mehr sparen mit Zuschüssen und günstigen Krediten

Auch wenn die Heizkosten hinterher sinken – die Kosten für Modernisierungsmaßnahmen oder für ein effizienteres Heizsystem sind erst einmal hoch. Zuschüsse und günstige Kredite leisten eine wichtige finanzielle Hilfestellung für den Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. Wichtigste Adresse für Fördergelder ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW; www.kfw.de). Die Fördermittel müssen vor Beginn der Modernisierungsmaßnahmen bei der eigenen Hausbank beantragt werden.

Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen (BAFA; www.bafa.de) vergibt Zuschüsse. Anders als bei der KfW können die Anträge jedoch erst nach Abschluss der Maßnahmen gestellt werden. Informieren Sie sich daher vorab, welche Anforderungen erfüllt werden müssen. Bei beiden gilt das Motto: Je geringer der zukünftige Energiebedarf, desto höher ist der Zuschuss.

Alle Möglichkeiten nutzen

Land und Kommunen geben teilweise Zuschüsse. Informieren Sie sich für Ihren Postleitzahlenbezirk unter: www.energiefoerderung.info

Wichtige Labels und Produktkennzeichen für die Baustoffauswahl

Bei der Auswahl von Baustoffen helfen Zertifikate und Siegel. Eine fachkundige Beratung ersetzen sie in aller Regel jedoch nicht.

Holzbaustoffe, die durch die Behörden und Einrichtungen der Bundesregierung beschafft werden, müssen nachweislich aus legaler Waldbewirtschaftung stammen. Als Nachweis dafür gelten das FSC-Siegel, das PEFC-Siegel, ein vergleichbares Zertifikat oder ein Einzelnachweis. Die Anforderungen, nach denen die Zertifikate vergeben werden, sind im Einzelnen unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen das Anliegen, eine nachhaltige Waldwirtschaft zu sichern.

Für den individuellen Einkauf sind diese Siegel eine wichtige Orientierungshilfe.

Baustoffe

Neben den genannten Siegeln für Holzprodukte und -werkstoffe gibt es für Baustoffe die Labels natureplus, Blauer Engel und das europäische Umweltzeichen.

Genauere Informationen zum Blauen Engel finden Sie im Abschnitt „Nützliche Dinge im Haushalt – energieeffizient und abfallarm“, alle anderen Labels sind im Abschnitt „Renovieren – schädliche Stoffe vermeiden“ genauer beschrieben.

 

Geld anlegen – mit gutem Gewissen Rendite erzielen

Nachhaltige Geldanlagen boomen. Insbesondere private Anleger möchten wissen, was mit ihrem Geld passiert. Das Interesse an Anlageprodukten, die nicht nur den gewünschten finanziellen Erfolg bringen, sondern auch ökologische und soziale Belange berücksichtigen, ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das zeigt, dass Gewinne, die ökologisch und sozial verträglich erwirtschaftet wurden, für viele einen zusätzlichen Wert haben.

Wer sein Geld nachhaltig anlegen will, sieht sich mit folgenden Fragen konfrontiert:

  • Welche nachhaltigen Investmentprodukte gibt es?
  • Wo bekomme ich nachhaltige Finanzprodukte?
  • Worauf muss ich bei der Auswahl achten?

Vielfalt nachhaltiger Finanzprodukte – Sie haben die Wahl

Jeder Anleger, jede Anlegerin kann mittlerweile aus einer Vielzahl an nachhaltigen Finanzprodukten auswählen. Es gibt mittlerweile für jede Anlageform eine nachhaltige bzw. ethische Alternative, z.B.

  • ökologische Riester-Renten,
  • nachhaltige Aktien- oder Rentenfonds,
  • ökologische Lebensversicherungen oder Direktversicherungen,
  • Tagesgeldkonten bei alternativen Banken,
  • Fondssparpläne, die in erneuerbare Energien investieren, oder
  • Direktbeteiligungen an Wind- oder Solarparks sowie Cleantech-Projekten,
  • nachhaltige Baubeteiligungen, z.B. Mehrgenerationenhäuser und klimagerechtes Wohnen,

Mikrofinanzprodukte

Seit Muhammad Yunus, Gründer der Grameen-Bank, im Jahr 2006 den Friedensnobelpreis erhielt, haben Mikrofinanzprodukte stark an Bedeutung gewonnen. Mikrofinanzkredite gelten als wirksames Instrument zur Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von unten. Mikrofinanzfonds verleihen Geld an Mikrofinanzinstitutionen (MFI), die vor Ort Minikredite an Kleinstgewerbetreibende vergeben. Da der Vertrieb von Mikrofinanzfonds in Deutschland bisher kaum verbreitet ist, bieten nur wenige Banken Produkte dieser Anlageklasse an. Informieren Sie sich beim Ansprechpartner Ihrer Bank.

Die Vielfalt an nachhaltigen Finanzprodukten ermöglicht es Anlegern, je nach Risikoneigung und Renditeorientierung auch ihre individuellen ethischen Prinzipien bei der Geldanlage zu verwirklichen.

Gute Frage

Ist die Rendite nachhaltiger Fonds schlechter als die konventioneller Fonds?

Viele Anleger glauben, dass sie bei nachhaltigen Investmentprodukten auf Rendite zugunsten der Ethik verzichten müssen. Das stimmt nicht.

Faustregel: Nachhaltige Investments haben gegenüber konventionellen Geldanlagen eher einen langfristig wirksamen Renditevorteil als einen Renditenachteil. Schließlich investiert man in Unternehmen, die zukunftsfähig und proaktiv wirtschaften, und das zahlt sich langfristig aus. Allerdings ist auch ein Unternehmen, das nachhaltige Produkte herstellt, nicht vor wirtschaftlichem Risiko gefeit. Deshalb ist der wachsame Blick ins Portfolio wie bei jedem Aktiengeschäft ratsam.

Anbieter nachhaltiger Geldanlagen

Wichtige Anbieter nachhaltiger Finanzprodukte sind die alternativen Banken wie Umweltbank, GLS-Bank, Ethikbank oder kirchliche Banken. Aber auch die etablierten Bankhäuser und Fondsgesellschaften haben inzwischen aufgeholt und einige, wenn auch noch wenige, nachhaltige Finanzprodukte in ihr Sortiment aufgenommen.

„Anleger müssen zukünftig entscheiden können, ob sie mit ihrer Geldanlage Streubombenhersteller und Atomkraftwerke oder Biomärkte und Handwerksunternehmen finanzieren wollen. Voraussetzung einer bewussten Entscheidung für eine sinnvolle Geldverwendung ist konsequente Transparenz.“

Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank

Informationen – kritisch prüfen

Bei der Auswahl von nachhaltigen Finanzprodukten ist es wichtig, kritisch zu prüfen und im Zweifelsfall nachzuhaken, was sich genau hinter den „Öko- oder Ethikfonds“ verbirgt. Befassen Sie sich damit, wie die Unternehmen für einen Fonds ausgewählt werden und welche Kriterien angelegt werden. Unter www.ecoreporter.de, www.nachhaltiges-investment.de oder bei den Fondsvergleichen der Stiftung Warentest im Finanztest finden Sie verlässliche Informationen hierzu.

Nachhaltiges Wirtschaften – im Kleinen fängt es an

Bewahren Sie sich Spielräume! Dabei helfen ein paar Grundsätze des nachhaltigen Wirtschaftens: Kaufen Sie keine Finanzprodukte, die Sie selbst nicht durchschauen und die Ihnen auch ein Berater nicht plausibel erklären kann. Achten Sie darauf, dass Ihre monatlichen Fixkosten insgesamt zwei Drittel Ihres verfügbaren Budgets nicht übersteigen. Und nehmen Sie nur Kredite auf, die Sie in absehbarer Zeit abbezahlen können. Viele wertvolle Tipps zur Vermeidung von Überschuldung finden Sie beispielsweise auf der Seite der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung unter:
www.meine-schulden.de

Ein Wegweiser

Ein Wegweiser ist das Transparent-Label von EUROSIF, dem europäischen Dachverband für nachhaltiges Investment. Es wird an Fondsgesellschaften verliehen, die genau über den Auswahlprozess der Unternehmen, die Kriterien und das Fondsmanagement berichten. www.forum-ng.de

Was sind Ihre Kriterien für nachhaltiges Investment?

In den Druck- und Download-Versionen der Broschüre steht Ihnen auf Seite 68 eine Tabelle zur Verfügung, in der Sie verschiedene Kriterien bewerten und somit erkennen können, welche Nachhaltigkeitsaspekte von Finanzprodukten Ihnen bei der Geldanlage wirklich wichtig sind. So können Sie in einem ersten Schritt Ihre Anforderungen an eine Geldanlage priorisieren. Der nächste Schritt ist dann, die persönlich passende Geldanlage am Markt auszuwählen.

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Rapucation - "Guten Appetit" (3:55)

 

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Text: Robin Haefs, Musik: Vincent Stein, www.rapucation.de
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