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"Nachhaltige Entwicklung erfordert heute eine Agenda, die globale und nationale Ziele und Politiken explizit miteinander verschränkt und der globalen Kooperation einen deutlichen Schub gibt."

Dr. Imme Scholz, Mitglied des Rates

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Puma-Vordenker Jochen Zeitz und Nachhaltigkeitsrat treiben gemeinsam Nachhaltigkeit in Unternehmen voran

Berlin, 16.11.2011 Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und Jochen Zeitz wollen Anstöße für eine vollständige Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kosten in der Unternehmenspraxis geben. Der Nachhaltigkeitsrat hat deshalb Jochen Zeitz für ein Jahr als Mitglied aufgenommen. Der langjährige Vorstandsvorsitzende von Puma ist heute Verwaltungsratsvorsitzender des Unternehmens, gleichzeitig CEO der Sport- und Lifestyle-Gruppe und Chief Sustainability Officer des französischen Puma-Mehrheitsaktionärs Pinault-Printemps-Redoute (PPR).

Zeitz hat bei Puma die weltweit erste ökologische Gewinn- und Verlustrechnung eingeführt, die dem Unternehmen als Maßstab und Ausgangspunkt zur Verminderung des ökologischen Fußabdrucks im Kerngeschäft sowie auch auf allen Stufen der Beschaffungskette gilt. Berechnet wurden die zentralen Umweltindikatoren Wasserverbrauch, Treibhausgasemissionen, Landnutzung, Luftschadstoffe und Abfall.

Zusammen mit dem Nachhaltigkeitsrat wird Zeitz nun einen Ideenwettbewerb zur monetären Bewertung von Nachhaltigkeit in Unternehmen starten. Das Ziel ist es, die Kosten der Umwelt- und im zweiten Schritt sozialen Auswirkungen entlang der Wertschöpfungskette in die wirtschaftliche Bewertung und Rechnungslegung von Unternehmen mit einzubeziehen.

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Nachhaltigkeitsrat“, so Jochen Zeitz. „Die Ergebnisse der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung belegen, dass die derzeitigen Geschäftspraktiken von Unternehmen dringend eines Paradigmenwechsels bedürfen. Gemeinsam mit dem RNE soll diese innovative ökonomische Bewertungsmethodik nun weiterentwickelt werden mit dem Ziel, die Umwelt- und Sozialkosten und -nutzen von Unternehmen künftig auch auszuweisen.“

Der Vorsitzende des Nachhaltigkeitsrates, Hans-Peter Repnik, erläutert den Ansatz der Kooperation mit Jochen Zeitz: „Wir glauben, dass die Vollkostenrechnung in Zukunft etwas Wichtiges wird. Deshalb versuchen wir, diese Idee durch die direkte Zusammenarbeit von Wirtschaft und Zivilgesellschaft voranzubringen.“

Während es für die Erhebung der Treibhausgasemissionen und ihrer Bewertung bereits vielerlei Methoden gibt, deren Auswahl und sachgerechte Anwendung oftmals Probleme im Detail zeigt, verhält es sich mit der Bemessung weiterer ökologischer und sozialer Indikatoren anders: Die Bewertung von Ökosystemdienstleistungen oder die Bemessung von Mindestlöhnen stecken methodisch noch in den Kinderschuhen; Standardisierungsmodelle, die auch branchenübergreifend tragfähig sind, gelten im Moment noch als Zukunftsmusik.

An diesem Punkt setzt das gemeinsame Projekt mit einem Ideenwettbewerb an, der ab Dezember innovative Unternehmen, Wissenschaftler und Einzelpersonen aus der Praxis ansprechen wird, um ihre Ideen und Konzepte einzubringen. Damit sollen auch anderen Unternehmen und Branchen Wege aufgezeigt werden, wie sie auf der Grundlage der Kenntnis der sozialen und ökologischen Kosten und Nutzen ihrer Produkte nachhaltige Geschäftsmodelle verwirklichen können.

Die Möglichkeit, externe Persönlichkeiten für einen bestimmten Zeitraum zur Mitarbeit im Nachhaltigkeitsrat zu gewinnen, ist mit der Neuberufung des Rates im Juni 2010 geschaffen worden. Auf Vorschlag des Rates hat die Bundesregierung damals der Änderung der Geschäftsordnung zugestimmt und die Kompetenz des Rates gestärkt. Von dieser Möglichkeit macht der Nachhaltigkeitsrat jetzt erstmals Gebrauch.

Der Rat

Dem Rat für Nachhaltige Entwicklung gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an, die von der Bundeskanzlerin für eine Mandatszeit von drei Jahren berufen werden. Zu den Aufgaben des Rates gehören die Entwicklung von Beiträgen zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Beiträge, um Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen.

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