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"Nachhaltigkeit verpflichtet zu Vernunft und Verantwortung unseres Handelns im sozialen, ökologischen und ökonomischen Bereich."

Michael Vassiliadis, Mitglied des Rates

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Vorfahrt für Nachhaltigkeit

8. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung

++ Mehr Verbindlichkeit und wirkungsvollere Maßnahmen gefordert

Berlin, 17. November 2008 - Die Finanzmarktkrise darf kein Alibi sein, die Anstrengungen in der Nachhaltigkeitspolitik zu reduzieren. Vielmehr ist der Crash an den Börsen ein deutliches Zeichen, dass wieder langfristige Ansätze in den Blick genommen werden müssen. „Es ist eine fatale Fehleinschätzung, den Umweltschutz in der Krise zurückzustellen“, so Dr. Volker Hauff, Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung heute im bcc. „Die Fehler der 70er Jahre, wo die Schornsteine erst rauchen sollten, bevor die Umwelt zu ihrem Recht kam, dürfen wir nicht wiederholen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannte sich zur Nachhaltigkeitspolitik: „Die Nachhaltigkeit als Leitprinzip politischen Handelns sollten wir verstärkt nach außen tragen.“ Gerade die gegenwärtige Wirtschaftskrise sei ein klassisches Beispiel für nicht nachhaltiges Handeln.

Bundeskanzlerin Merkel hat dem Vorschlag des Rates zugestimmt, den Deutschland-Pavillon bei der Weltausstellung 2010 in Shanghai für eine umfassende Darstellung der Nachhaltigkeitspolitik Deutschlands zu nutzen. Es wäre gut, wenn sich dann „Nachhaltigkeit mit Made in Germany verbindet.“

Bereits am Vormittag hatten die Ratsmitglieder Klaus Töpfer, Marlehn Thieme, Michael Vassiliadis und Ute Klammer die Nachhaltigkeitspolitik auf den Prüfstand gestellt und Handlungsempfehlungen formuliert. „Die Nachhaltigkeitsstrategie ist wichtig und macht in der Tat Fortschritte, auch was die Verbindlichkeit der Maßnahmen betrifft, sie geht aber noch nicht weit genug“, so Klaus Töpfer.

„Nachhaltigkeit ist nicht nur Berichteschreiben“, so Michael Vassiliadis „Wir dürfen jetzt nicht vier Jahre warten bis der nächste Bericht der Bundesregierung fällig ist. Die Zeit muss zum Handeln genutzt werden.“ Dies war auch die einhellige Meinung in den sechs hochkarätig besetzten Themenforen.

„Zukunft verantworten!“, das war das Motto der diesjährigen Konferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung mit über 1000 Teilnehmern.  Der Appell richtete sich nicht nur an die Politik, sondern auch an Unternehmen, Wissenschaft und an die Bürgerinnen und Bürger, die ebenfalls ihren Beitrag leisten müssen. So war die spannende Frage im Themenforum „Wandel durch Konsum: Utopie oder Realität?“, welche Macht die Konsumenten haben. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung stellte in diesem Rahmen heute den „Nachhaltigen Warenkorb“, einen umfangreichen Einkaufsführer vor. Dieser enthält nachhaltige Produkte und Dienstleistungen aus den Konsumbereichen Lebensmittel, Textilien und Bekleidung, Wohnen und Haushalt, Mobilität, Tourismus und Finanzdienstleistungen und ermöglicht jenseits des Labeldschungels verantwortungsbewusst zu konsumieren.

Dass in vielen Dingen schon mehr Nachhaltigkeit drin steckt als man vermutet, zeigte die Präsentation der Projekte aus der Ideenplattform „Mission Sustainability”. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung  präsentierte zwölf der insgesamt 120 Beiträge als Leuchttürme für eine Kultur der Nachhaltigkeit mit Vorbildcharakter. Dabei konnte man unter anderem bestaunen, wie der langweiligste Schulstoff doch noch interessant werden kann. Rapucation, ein Berliner Projekt zweier ambitionierter Musiker, machte vor, wie man Schülern den Klimawandel und die Geschichte Berlins musikalisch nachhaltig vermitteln kann.

„Wie geht es nun weiter?“ Diese Frage stellten sich vor allem fünf der jüngsten Kommunalparlamentarier Deutschlands. Diese hatte der Rat für Nachhaltige Entwicklung eingeladen, um über die Perspektiven der Nachhaltigkeit in den Kommunen zu diskutieren. Das gerade die junge Generation ein großes Interesse an einer Nachhaltigkeitspolitik mit mehr Wirkung hat, bestätigte der 25-jährige Simon Breuser, FDP, Stadtverordneten-versammlung Bensheim: „Jeder Parlamentarier, der einem defizitären Haushalt zustimmt, sollte sich bewusst sein, dass meine Generation später mehr Gestaltungsspielräume haben will, als bloß darüber zu entscheiden, bei welcher Bank wir einen neuen Kredit  aufnehmen, um überhaupt die steigenden Zinsen begleichen zu können.“

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