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"Die Städte werden in Zukunft noch stärker Zentren technologischer und gesellschaftlicher Innovationen sein. Umso wichtiger sind die Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung unserer Städte."

Prof. Dr. Wolfgang Schuster, Mitglied des Rates

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Hauff: Elektroauto-Initiative greift zu kurz
Nachhaltigkeitsberater fordert umfassende Mobilitätsstrategie

Berlin, 04.05.2010 Der Elektromobilitätsgipfel am Montag in Berlin hat nach Ansicht des Vorsitzenden des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Volker Hauff, gezeigt, dass bisher weder die Bundesregierung noch die beteiligten Industrievertreter die Herausforderung Mobilität in ihrer ganzen Dimension erfassen. Die beschlossene Nationale Plattform für Elektromobilität greife zu kurz, so Hauff: „Was wirklich gebraucht wird, ist eine umfassende nachhaltige Mobilitätsstrategie, die branchenübergreifend unterschiedliche Formen von Mobilität vereint. Jede Verkehrspolitik, die nicht auf die Integration der Verkehrsträger setzt, geht fehl.“

Auch wenn in einzelnen Bereichen, etwa bei der Zwischenspeicherung von Energie in den Fahrzeugen, bereits systemisch gedacht werde, reiche es nicht aus, die Entwicklung von Elektroautos isoliert voranzutreiben, sagt der Nachhaltigkeitsberater der Bundesregierung. „Ihr Potenzial für eine CO2-arme Gesellschaft werden sie erst im Verbund insbesondere mit dem Schienenfernverkehr, dem öffentlichen Nahverkehr und den erneuerbaren Energien ausschöpfen.“ In den kommenden Jahren werde es darauf ankommen, integrierte Nutzungskonzepte für öffentlichen und individuellen Personenverkehr in die Praxis zu bringen.

Dieser Gedanke fehle in den Prioritäten der Nationalen Plattform für Elektromobilität, kritisiert der frühere Bundesminister für Forschung und Technologie. Richtig sei, dass die deutsche Wirtschaft das Auto neu erfinden müsse, doch dies müsse im Kontext einer integrierten Mobilitätskultur geschehen und dürfe außerdem nicht dazu führen, dass das Problem des hohen CO2-Ausstoßes konventioneller Fahrzeuge in den Flotten deutscher Hersteller verdrängt werde.

Auffällig sei, wie stark bisher die Denkmuster der großen Autohersteller die Herangehensweise an das Thema Elektromobilität dominierten. Dass diese nicht selbst die Grenzen ihrer eigenen Branche ausdehnten, sei überraschend, so Hauff. Die Autoindustrie stehe langfristig nicht nur vor der Herausforderung, Elektroautos zur Marktreife zur bringen. Eine Zukunft ohne Umsatzeinbrüche und ohne erheblichen Bedeutungsverlust sieht Hauff für die Branche nur unter der Voraussetzung, dass sie sich zu einem integrierten Dienstleistungssektor für Mobilität mit neuen, nicht vorrangig auf den Autobesitz gerichteten Nutzungsmodellen und im Verbund mit dem Schienenverkehr wandelt.

Auf notwendige Veränderungen im Verständnis von Mobilität wies Hauff auch am Montag Abend in seiner Rede zum Auftakt des aktuellen Handelsblatt-Infrastrukturgipfels (PDF, 48 KB) in Berlin hin.

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