Deutscher Nachhaltigkeitskodex: Rewe und TÜV Rheinland dokumentieren als erste Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsleistung
Berlin, 15.02.2012 Der Handelskonzern Rewe Group und der Prüfdienstleister TÜV Rheinland haben als erste Unternehmen ihre Entsprechenserklärungen zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) vorgelegt. Der DNK macht die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen und Organisationen mess- und vergleichbar. Damit soll er zu einer stärkeren Nachhaltigkeitsorientierung der Kapitalmärkte beitragen.
In den Erklärungen können Unternehmen jeder Größe und Organisationen jeder Art dokumentieren, wie sie den Anforderungen des Kodex genügen. Insgesamt umfasst der DNK 20 Nachhaltigkeitskriterien mit ausgewählten Leistungsindikatoren, sogenannten Schlüsselindikatoren zu Ökologie, sozialen Aspekten und Fragen der Unternehmensführung. Gefordert sind Informationen zu Nachhaltigkeitsstrategien und -zielen des Unternehmens, zu Regeln, Prozessen und Anreizsystemen, die es installiert hat, um das Unternehmen schrittweise nachhaltiger zu machen. Besonders wichtig sind hierzu Informationen zum Ausmaß der beanspruchten natürlichen Ressourcen und die Einhaltung grundlegender Arbeitnehmer- und Menschenrechte sowie ökologischer Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mit den Entsprechenserklärungen legen Unternehmen Übereinstimmungen und Abweichungen von diesen Kriterien offen.
„Wir veröffentlichen die Entsprechungserklärung nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex, weil wir unsere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahrnehmen und transparent darlegen wollen“, sagt Prof. Dr. Bruno O. Braun, Vorstandsvorsitzender von TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz eV. „Leben zu schützen und Sicherheit zu gewährleisten ist seit 140 Jahren Aufgabe und Ziel unseres Unternehmens in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden.“ Hinsichtlich der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen schaffe der Nachhaltigkeitskodex endlich Orientierung und stelle Vergleichbarkeit her. „Ich gehe davon aus, dass sich weitere Unternehmen beteiligen und den Kodex als Handlungsorientierung anwenden.“
Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der Rewe Group bewertet die Initiative zur Nachhaltigkeitsorientierung am Kapitalmarkt ebenfalls positiv: „Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex gibt den Unternehmen einen kräftigen Impuls für mehr Transparenz und nachhaltige Verantwortung. Jetzt geht es darum, die begonnene Zusammenarbeit konsequent voranzutreiben, damit möglichst viele Unternehmen den DNK in der Praxis anwenden. Die REWE Group wird sich auch weiterhin aktiv engagieren und setzt damit auf die Prinzipien der Transparenz, Glaubwürdigkeit, Verantwortung und Freiwilligkeit.“
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hatte unter dem Eindruck der Finanz- und Wirtschaftskrise 2010 mit Unternehmensvertretern, Investoren, Finanzanalysten und Wissenschaftlern einen Dialogprozess begonnen, aus dem nach anderthalb Jahren der Deutsche Nachhaltigkeitskodex entstand. Zahlreiche Unternehmen haben den DNK auf seine Praxistauglichkeit getestet. Der Nachhaltigkeitsrat hat den Kodex im vergangenen Oktober verabschiedet und ihn zur freiwilligen Anwendung empfohlen. Mit dem DNK strebt der Nachhaltigkeitsrat eine grundlegende Neu-Ausrichtung der Wirtschaft auf eine nachhaltige Entwicklung an. Marlehn Thieme, kommissarische Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung: „Wesentlich für die Wirksamkeit des Kodex ist seine Praktikabilität für Unternehmen und Investoren. Erst wenn Investitionsentscheidungen stärker Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren berücksichtigen, kann Kapital in Unternehmungen fließen, die für die Zukunft Lösungen statt Probleme schaffen. Dann belohnt der Kapitalmarkt nachhaltiges Handeln von Unternehmerinnen und Unternehmern und straft Kurzfristorientierung ab.“
Der Rat veröffentlicht die Entsprechenserklärungen auf seiner Webseite www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de.
Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex ist nun auch als Broschüre erhältlich.
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Der Rat
Dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an, die von der Bundeskanzlerin für eine Mandatszeit von drei Jahren berufen werden. Zu den Aufgaben des Rates gehören die Entwicklung von Beiträgen zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Beiträge, um Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. In der Wahl seiner Themen und Aktionsformen ist der Rat unabhängig. Ergebnisse aus der laufenden Arbeit sind zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, der Zukunftsdialog_Vision2050, Stellungnahmen zur Rohstoffpolitik, zur fiskalischen Nachhaltigkeit, zum Ökolandbau, die Projekte der Werkstatt N, der Strategiedialog mit Oberbürgermeistern sowie Beiträge zur „Green Economy“.
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