20.12.2006
Aus den Startlöchern gekommen: Nachhaltigkeit in britischen Ministerien
Welchen Stellenwert nimmt die nachhaltige Entwicklung in der Arbeit britischer Regierungsstellen ein? Wie bekannt sind die Grundsätze der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie? Wo hakt es? Wo geht es voran? Ein neuer Report der britischen Sustainable Development Commission (SDC) gibt Antworten.
„Off the starting block“ lautet der bildliche Titel des Berichts. Denn die meisten Ministerien und Regierungsstellen sind laut SDC in Sachen Nachhaltigkeit erst aus den Startlöchern gekommen ein Großteil der zu bewältigenden Strecke liegt noch vor ihnen. Auf der gilt es, Wegmarken der Sustainable Development Action Plans (SDAPs) zu erreichen, die britische Ministerien, Regierungsagenturen und -büros seit Dezember 2005 aufstellen und umsetzen müssen. Die SDAPs sollen sicherstellen, dass sich die Grundsätze der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie in der Entscheidungsfindung offizieller Stellen widerspiegeln.
Die Zwischenbilanz fällt durchwachsen aus. Zwar haben die meisten Behörden damit begonnen, die nötigen Prozesse und Infrastrukturen in ihren Organisationen zu etablieren. Oft nehmen die Aktionspläne jedoch eine untergeordnete Rolle ein. Und: Weiterhin sind viele Behörden nur unzulänglich mit den Prinzipien der britischen Nachhaltigkeitsstrategie vertraut. Viele Behörden vermochten nicht aufzuzeigen, wie sie die in der Strategie genannten Grundsätze nutzen und umsetzen. Die britische Nachhaltigkeitskommission bewertet solche Pläne als „schwach hinsichtlich der Integration nachhaltiger Entwicklung in die politische Arbeit“. Allerdings seien auch Fortschritte zu verzeichnen. So beginnen etliche Regierungsstellen ihre Arbeitsprogramme zu überdenken. Und die meisten Ministerien hätten erkannt, dass sie ihre Kapazitäten verbessern müssen.

