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"Nachhaltigkeit heißt vor allem, über die momentane Nützlichkeit hinaus langfristig zu denken und entsprechend Zukunftsverantwortung zu übernehmen."

Alois Glück, Mitglied des Rates

06.12.2006

Kreislaufwirtschaft für die Fläche vorgeschlagen

Der Flächenverbrauch in Deutschland wächst weiterhin auf hohem Niveau. 114 Hektar wurden in den Jahren 2002 bis 2005 pro Tag neu beansprucht. Das Ziel der Bundesregierung, den Verbrauch bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu senken, ist dennoch erreichbar. Die Formel dazu lautet „Vermeiden – Verwerten – Ausgleichen“.

Zu diesem Ergebnis ist das dreijährige Forschungsprojekt „Fläche im Kreis - Kreislaufwirtschaft in der städtischen/ stadtregionalen Flächennutzung“ gekommen. In Planspielen erarbeiteten Wissenschaftler und kommunale Praktiker, wie sich das vom Rat für Nachhaltige Entwicklung empfohlene Flächenziel umsetzen lässt. Die teilnehmenden Städte und Regionen haben dazu mehr als fünfzig Instrumente und Strategien bewertet und gewichtet.

Das Ergebnis: Um den Weg zur Erreichung des 30-Hektar-Ziels zu ebnen, bedarf es eines neuen Politik- und Steuerungsansatzes, der Flächen möglichst dauerhaft nutzt und unbebaute Außenbereiche schont. Stadtentwicklung darf nicht mehr mit Ausdehnung gleichgesetzt werden. Stattdessen sollen sich Siedlungen im Bestand entwickeln und auf die Innenbereiche konzentrieren. Gelingen kann dies durch die Nutzung von Brachflächen und Baulücken sowie durch die Nachverdichtung städtischer Gebiete. Die Forschungsgruppe spricht sich außerdem für finanzielle Anreize zur gezielten Flächenausweisung aus. Positive Effekte könnte etwa eine Umlage für die Inanspruchnahme bisher unbebauter Flächen zeitigen.

Auftraggeber des Forschungsprojektes waren das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Die Bearbeitung übernahm das Deutsche Institut für Urbanistik mit weiteren Partnern.

Das „Ziel-30-Hektar“ hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung in die Nachhaltigkeitsdebatte eingebracht und mit einem „Dialog Fläche“ und einer Stellungnahme politische Maßnahmen zu seiner Umsetzung auf allen Ebenen staatlichen und kommunalen Handelns empfohlen.