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"Die Städte werden in Zukunft noch stärker Zentren technologischer und gesellschaftlicher Innovationen sein. Umso wichtiger sind die Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung unserer Städte."

Prof. Dr. Wolfgang Schuster, Mitglied des Rates

21.06.2006

Bertelsmann Stiftung: Bundesregierung fehlt klare CSR-Strategie

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hat die politischen Rahmenbedingungen für Corporate Social Responsibility (CSR) in neun europäischen Ländern untersucht. Der Bundesregierung wird „erheblicher Nachholbedarf“ attestiert.

Zwar seien viele CSR-relevante Sachverhalte bereits seit längerem in der Bundesrepublik gesetzlich geregelt, etwa in den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit. Insgesamt fehle der Bundesregierung jedoch eine klare CSR-Strategie. Es mangele an Ansprechpartnern, die Förderung der Sichtbarkeit und des Bewusstseins von CSR habe noch „viele Entwicklungspotenziale“, so die Studie.

Zudem stünden weitere gesellschaftliche Probleme der Verbreitung des CSR-Konzepts in Deutschland entgegen. Staat und Unternehmen hätten „kein wirklich kooperatives Politikverständnis ausgeprägt“, Gewerkschaften und Verbände „ihre Rolle bislang kaum gefunden“, Nicht-Regierungs-Organisationen handelten „eher harmlos“.

Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt der Bundesregierung einen „roten Faden“, klare ministerielle Zuständigkeiten und einen Ansprechpartner „auf Augenhöhe“. Positiv hervorgehoben wird die Rolle des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Allerdings müsse der Rat als beratendes Multi-Stakeholdergremium mehr Sichtbarkeit erfahren und CSR „noch stärker auf die Agenda nehmen“.

Die Studie sieht im europäischen Vergleich Großbritannien auf der Spitzenposition. Eine nationale CSR-Strategie und ein Ansprechpartner im Ministerrang hätten dem Thema dort zum Durchbruch verholfen. Gute Noten bekamen auch die Regierungen von Schweden, Dänemark und den Niederlanden.