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"Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist die einzige Option für verantwortliches globales Handeln, die unsere Ökosysteme schützt und damit das Überleben künftiger Generationen sichert."

Olaf Tschimpke, stellvertretender Vorsitzender des Rates

23.05.2006

RNE-Dialoge zur unternehmerischen Verantwortung

Vor dem Hintergrund der umstrittenen Möglichkeiten und Ansprüche zu Corporate Social Responsibility (CSR) hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung Experten aus Politik und Wirtschaft zu einem Dialog eingeladen. Grundlage war der Entwurf einer Rats-Empfehlung.

Die 30 Teilnehmer des Leadershipforums am 17. Mai äußerten großes Unbehagen darüber, dass Deutschland in der internationalen Debatte zu wenig präsent sei und die Rolle deutscher Unternehmen in der internationalen Diskussion um Standardsetzung nicht deutlich würde. Im Vergleich mit anderen Ländern passiere zu wenig, um die Diskussion anführen zu können - und das, was passiert, würde kaum politisch wirkungsvoll sichtbar gemacht. Ein Schlüssel zur Verbesserung der Situation könnte die Verknüpfung des Themas CSR mit den großen Top-Themen Deutschlands sein: Demografie, Innovation und Beschäftigung.

Der Entwurf des Rates wurde als ein guter Beitrag zur Diskussion begrüßt. CSR sei ein politischer Prozess, in dem es um die Neubestimmung der Rolle von Unternehmen und Zivilgesellschaft gehe. Letztendlich ginge es um nachhaltige Entwicklung. „Welchen Beitrag kann und muss ein Unternehmen zur Erreichung dieses Zieles leisten?“ Das sei eine zentrale Frage bei der weiteren Beschäftigung mit CSR.

Am 18. Mai diskutierten in einem Multistakeholder–Dialog weitere 80 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Verbänden die Frage, wie die Rahmenbedingungen für soziales Engagement von Unternehmen verändert werden können, um eine breite Umsetzung von unternehmensbezogener Nachhaltigkeit zu fördern. Die Mehrheit der Stakeholder sah in den Empfehlungen an die Bundesregierung hinsichtlich des zu bestimmenden Ordnungsrahmens und der aufzubauenden Allianzen eine geeignete, aber noch nicht ausreichende Basis.

Trotz Kritik im Detail zeigte sich die weit überwiegende Mehrheit überzeugt, dass die Handlungsempfehlungen des Rates in die richtige Richtung weisen. Die Teilnehmer wünschten sich eine Fortsetzung des Dialogs. Das Dialogforum wurde von den Teilnehmern als konstruktiv und gehaltvoll empfunden. In diesem Rahmen wurde eine neue Methode der netzwerkgestützten Arbeit eingeführt, die ein größtmögliches Maß an Beteiligung und intensiver Diskussion ermöglichte.