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"Nachhaltigkeit heißt vor allem, über die momentane Nützlichkeit hinaus langfristig zu denken und entsprechend Zukunftsverantwortung zu übernehmen."

Alois Glück, Mitglied des Rates

05.04.2006

EU-Kommission ruft CSR-Initiative ins Leben

Die Europäische Kommission hat ein Bündnis für soziale Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility, CSR) ins Leben gerufen. Die offene Plattform soll dazu beitragen, neue Unternehmens-Initiativen anzuregen und bestehende Aktivitäten unter einem politischen Dach zu bündeln.

Die Kommission hob in einer Mitteilung hervor, dass Unternehmen als „die wichtigsten CSR-Akteure anzuerkennen“ seien. Gleichzeitig würde dem Dialog mit weiteren Stakeholdern allergrößte Bedeutung beigemessen, da CSR ohne deren Beiträge keinen Erfolg haben könne. Die Teilnahme an dem CSR-Bündnis ist freiwillig. Der Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständige Kommissar für Unternehmen und Industriepolitik, Günter Verheugen, begründete die freiwillige Basis des Bündnisses damit, dass dieses Prinzip „effizienter und weniger bürokratisch“ sei.

econsense, der Zusammenschluss 23 global agierender Unternehmen und Organisationen der deutschen Wirtschaft, bewertete die Allianz als „innovative Partnerschaft“ und „neuen politischen Ansatz, um CSR in Europa zu stärken“. Das „kooperative Modell auf Grundlage des Prinzips freiwilliger und flexibler Konzepte“ wurde befürwortet.

UNICE, die Vereinigung der Industrie- und Arbeitgeberverbände in Europa, begrüßte ebenfalls den Start der CSR-Initiative. Mit dieser Allianz könnten nun eine Reihe von gemeinsamen Empfehlungen, die bereits im Abschlussbericht des EU-Stakeholder-Forums zu CSR gemacht wurden, in die Tat umgesetzt werden.

Vertreter von Nicht-Regierungs-Organisationen kritisierten das Bündnis hingegen als zu wirtschaftsfreundlich. In einer gemeinsamen Pressemitteilung eines Bündnisses verschiedener mit CSR befasster Organisationen wurde erklärt, dass die Allianz nicht geeignet sei, umweltpolitische und soziale Auswirkungen der Unternehmen zu verbessern. Sie ziele lediglich darauf, Unternehmen wettbewerbsfähiger und profitabler zu machen und ihnen einen „sozialen Anstrich“ zu geben. Zudem seien Empfehlungen von Nicht-Regierungs-Organisationen unberücksichtigt geblieben.