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"Wir brauchen mutige politische Entscheidungen, die weniger Wachstum und mehr Nachhaltigkeit belohnen, die Gemeinwohl statt Gewinnstreben fördern."

Prof. Dr. Hubert Weiger, Mitglied des Rates

18.02.2004

Nachhaltiger Konsum in der Diskussion

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat an die Verbraucher appelliert, nachhaltiger und bewusster zu konsumieren. „Was wir kaufen und wie wir produzieren, hat enormen Einfluss auf die Umwelt“, so Trittin. Der Konsum der privaten Haushalte sei beispielsweise für mehr als ein Viertel aller Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg hat die Staatengemeinschaft beschlossen, ein Zehn-Jahres-Programm zu entwickeln, das nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster fördert. Die Industrieländer sollen dabei mit gutem Beispiel vorangehen. Eine zweitägige Konferenz über Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion Anfang der Woche in Berlin war der Auftakt für einen nationalen Dialog zur Umsetzung dieser Verpflichtungen.

Ansätze für einen produktbezogenen Umweltschutz gibt es bereits: diverse Umweltzeichen und Labels, eine Erhöhung der Energie- und Rohstoffproduktivität und die Entwicklung von kostengünstigen und dennoch verlässlichen Ökobilanzen. Trittin zeigte sich auf der Konferenz überzeugt davon, dass Handel und Industrie zunehmend erkennen, dass Verbraucher immer öfter Umweltaspekte in ihre Kaufentscheidungen einbeziehen. Zentrale Frage ist, wie private und öffentliche Verbraucher an umwelt- und sozialverträgliche Produkte herangeführt werden können. Hilfreich sind dafür beispielsweise gezielte Informationen im Internet für das öffentliche Beschaffungswesen und verstärkte Werbung für entsprechende Produkte. Die Rahmenbedingungen für nachhaltiges Konsumieren und Produzieren müssen verbessert werden, betonte Trittin. So sollte bei der geplanten EU-Ökodesign-Richtlinie eine Orientierung am energieeffizientesten und somit umweltverträglichsten Produkt erfolgen.