25.10.2012
Initiative: Nachhaltigkeitsräte bilden globale Allianz
Sie wollen der weltweiten Diskussion um Nachhaltigkeit einen neuen Schub verleihen: Das britische Stakeholder Forum und der Rat für Nachhaltige Entwicklung in Deutschland schaffen ein globales Netzwerk aus Partnerorganisationen. Die Räte sollen Erkenntnisse darüber austauschen, wie Nachhaltigkeitsstrategien in den einzelnen Ländern am besten implementiert werden können.
Bereits im April 2012 ist das Netzwerk im Vorfeld der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung „Rio+20“ in Brasilien ins Leben gerufen worden. Seit Kurzem ist die Webseite der Initiative online. Sie soll nach und nach zu einer umfassenden, internationalen Plattform ausgebaut werden. Am Netzwerk können sich alle Arten von Organisationen beteiligen, die von Regierungen beauftragt sind, sich für Nachhaltigkeit einsetzen und verschiedene gesellschaftliche Interessengruppen vereinen. Die Finanzierung stellen die finnische Regierung und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit sicher. „Wir wollen der Idee eines globalen Nachhaltigkeitsnetzwerkes wieder neuen Schwung geben“, sagt Projektleiter Jack Cornforth vom Stakeholder Forum für Nachhaltigkeit.
Momentan befinde man sich noch in der Aufbauphase, sagt Cornforth. Noch geht es darum, Informationen über die einzelnen Räte zu sammeln und sie auf der Webseite zu vernetzen – dort soll es bald News, Diskussionsforen und Fallbeispiele aus verschiedenen Teilen der Welt geben. Bereits jetzt ist in einer Karte verzeichnet, wo es weltweit Nachhaltigkeitsräte gibt. Sie sind auf allen Kontinenten vertreten. Der China Council for International Cooperation on Environment and Development ist beispielsweise bereits 1992 als direkte Reaktion auf den ersten UN-Umweltgipfel in Rio gegründet worden. Das National Committee on Sustainable Development (NCSD) auf den Fiji-Inseln gibt es seit dem Jahr 2002.
Eine Herausforderung ist es, dem neuen, globalen Netzwerk langfristig international eine einheitliche Stimme zu verleihen, sagt Cornforth. Die nationalen Strategien und Vorgehensweisen seien sehr unterschiedlich. „Es gibt trotzdem gemeinsame Elemente, die überall gebraucht werden, um eine Agenda zur nachhaltigen Entwicklung zu implementieren“, heißt es in einem Strategiepapier vom April. Dazu gehöre etwa, Verständnis dafür zu schaffen, dass Nachhaltigkeit sowohl der Gemeinschaft als auch Individuen Vorteile schafft.
Als Grundlage erarbeitet das Netzwerk derzeit bis Dezember ein erstes Papier, das aufzeigen soll, wie verschiedene Länder voneinander lernen können. Wie also lassen sich Vorgehensweisen, die in einem Land funktioniert haben, auf ein anderes übertragen? Welche Rolle können die Räte für Nachhaltigkeit dabei spielen? Wie kann die Wirtschaft optimal eingebunden werden? Ebenfalls soll noch in diesem Jahr der Lenkungskreis aus Mitgliedern verschiedener Räte zusammenkommen – wahrscheinlich gibt es im Dezember eine Online-Konferenz. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.
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