11.10.2012
Staatssekretäre zeigen Wege zur besseren Ressourceneffizienz auf
Der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung hat sich bei seiner Sitzung am 8. Oktober für die rasche und umfassende Umsetzung des Deutschen Ressourceneffizenzprogramms (ProgRess) ausgesprochen. Damit unterstreicht er die Ziele, die Rohstoffproduktivität in Deutschland bis 2020 gegenüber 1994 zu verdoppeln, die Ressourceneffizienz ohne Wohlstandseinbußen in Deutschland zu steigern und dabei die Inanspruchnahme von Rohstoffen weiter zu senken. Der Ausschuss ist die zentrale Steuerungsinstanz für die Umsetzung der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Als beratende Experten nahmen an der Sitzung auch Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung sowie RNE-Ratsmitglied Dr. Eric Schweitzer teil.
„Ein schonender und effizienter Ressourceneinsatz trägt dazu bei, die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu erhöhen, höhere Kosten für die Verbraucher zu vermeiden und gleichzeitig die Umweltbelastungen zu begrenzen“, so Bundesminister Ronald Pofalla, Ausschussvorsitzender und Chef des Bundeskanzleramtes. Die Rohstoffproduktivität ist einer der Indikatoren der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und misst den Einsatz von Rohstoffen pro Einheit der Wertschöpfung. Bis 2010 hat Deutschland die Rohstoffproduktivität nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes um 47,5 Prozent gegenüber 1994 steigern können. Darüber hinaus verfolgt das Ressourceneffizienzprogramm ProgRess die Weiterentwicklung der Rohstoff-Indikatoren, welche mit dem Entschluss des Staatssekretärsausschusses gestärkt wird. Insbesondere im Bausektor sollen die Indikatoren neben rein quantitativen Fortschritten künftig auch berücksichtigen, ob Rohstoffe im Inland ausreichend verfügbar sind, welche Wirkung sie auf die Umwelt haben oder ob ihr Einsatz der Nachhaltigkeit dient.
Ein weiterer Schwerpunkt der Empfehlungen des Staatssekretärsausschusses ist die öffentliche Beschaffung. Die Staatssekretäre bitten die Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung beim Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums, praxistaugliche Arbeitshilfen für die Vergabestellen der öffentlichen Hand zu entwickeln, welche die Ressourceneffizienz stärker berücksichtigen.
Möglichkeiten zum effizienten Einsatz von Rohstoffen sind vielen kleinen und mittleren Unternehmen oft nur unzureichend bewusst. Bundesminister Pofalla betont deshalb die Bedeutung betrieblicher Ressourceneffizienzberatungen: „Wir wollen hier eng mit den Ländern zusammenarbeiten.“ Nach Angaben der Deutschen Materialeffizienzagentur (Demea) können mittelständische Unternehmen bis zu 20 Prozent der Materialkosten einsparen, die Investitionen amortisierten sich in höchstens zwei Jahren. Für mittelständische Firmen ergab sich in der Beratungspraxis im Schnitt ein Einsparvolumen von gut 200.000 Euro bei den Kosten für Rohstoffe und Material pro Unternehmen und Jahr.
Der Wirtschaft empfiehlt der Ausschuss, über ihre Unternehmensziele und Fortschritte bei der Steigerung der Rohstoffproduktivität zu berichten. Eine Möglichkeit, Anstrengungen zur Ressourceneffizienz transparent und vergleichbar darzustellen, bietet der Deutsche Nachhaltigkeitskodex des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Bisher haben 27 Unternehmen Entsprechenserklärungen zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex abgegeben. „Wir werben dafür, dass ihn auch noch mehr Unternehmen anwenden“, hatte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bei der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 25. Juni gesagt.
Weiterführende Informationen
Deutsches Ressourceneffizenzprogramm (ProgRess) (PDF, 1,5 MB)
Programm zur nachhaltigen Nutzung und zum Schutz der natürlichen Ressourcen - Beschluss des Bundeskabinetts vom 29.02.2012
Projektseiten „Deutscher Nachhaltigkeitskodex“ auf der Website des Rates für Nachhaltige Entwicklung
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