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"Gesellschaftliches Bewusstsein ist eine treibende Kraft für Nachhaltigkeit. Deshalb müssen wir die Folgen gesellschaftlichen Handelns aufzeigen und die Diskussion nachhaltiger Lösungsansätze öffentlich machen."

Dr. Joachim Faber, Mitglied des Rates

05.07.2012

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Breite Unterstützung für Memorandum zur Nachhaltigkeitsforschung

Mehr als 750 Wissenschaftler, Unternehmens- und NGO-Vertreter haben seit Mitte Juni ein Memorandum unterzeichnet, in dem sie für die Weiterentwicklung und Neuausrichtung der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung plädieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hatte im Jahr 2000 das „Sozial-ökologische Forschungsprogramm“ (SÖF) gestartet. Jetzt wird diese Förderung neu aufgelegt. Die Unterzeichner des Memorandums kritisieren, die gegenwärtige Nachhaltigkeitsforschung sei zu sehr auf eine technische Herangehensweise fokussiert.

Sie plädieren dafür, die sozial-ökologische Forschung in den kommenden Jahren konsequent zu vertiefen und zu verbreitern – inhaltlich, organisatorisch und institutionell. Denn: Neues und „transdisziplinäres“ Wissen sei der Schlüssel für grundlegende gesellschaftliche Transformationen.

Das jährliche Fördervolumen des Programms „Sozial-ökologische Forschung“ (SÖF) liegt gegenwärtig bei 8 Millionen Euro. Daraus erhalten derzeit außeruniversitäre, innovativ und sozial-ökologisch ausgerichtete Forschungseinrichtungen eine Infrastrukturförderung, sofern sie nicht durch Bund- oder Länderverträge grundfinanziert sind. Darüber hinaus können sich universitäre oder außeruniversitäre Wissenschaftler um Gelder für sozial-ökologische Forschungsprojekte bewerben. In anspruchsvollen „Nachwuchsgruppen“ unterstützt das Programm zahlreiche Doktoranden und auch Post-docs.

Vor allem angesichts der globalen Herausforderungen wie Klimawandel und Umweltzerstörung plädieren die Autoren des Memorandums dafür, SÖF konsequent auf eine breitere Basis zu stellen. Ihr Hauptargument: Die „transdisziplinäre“ sozial-ökologische Forschung habe eine Pionierfunktion. Gerade hier, so die Autoren, sei es Wissenschaftlern gelungen, „transdisziplinäre“, also beteiligungsorientierte und praxisnahe Methoden zu entwickeln und zu erproben sowie disziplinübergreifende Ansätze zu erarbeiten, die die wichtige Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz in die Forschungsarbeit integrierten.

Angelika Zahrnt, Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung und Mitverfasserin des Memorandums, begleitete das Programm „Sozial-ökologische Forschung“ viele Jahre als Strategiebeirätin: „Die Zivilgesellschaft will nicht mehr 'beforscht' werden, sondern Forschung selber gestalten. In der künftigen Wissenschaftspolitik geht es daher um ein Miteinander von Wissenschaft und Zivilgesellschaft auf Augenhöhe. Dafür schlagen wir im Memorandum geeignete neue Instrumente vor.“

Die Memorandum-Autoren haben ihr Papier am 18. Juni an Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan übersandt. Online kommen täglich neue Unterschriften hinzu.

Am 27. Juni 2012 kam das Memorandum erstmals im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung zur Sprache. In einem Fachgespräch plädierten die geladenen Experten für eine stärkere Einbeziehung der Zivilgesellschaft bei der Erforschung des Übergangs in eine nachhaltigere Wirtschaft und Gesellschaft.

Weiterführende Informationen

Verstehen – Bewerten – Gestalten. Transdisziplinäres Wissen für eine nachhaltige Gesellschaft. Memorandum zur Weiterentwicklung der sozial-ökologischen Forschung in Deutschland. [PDF, 333,4 KB]

Liste der bisherigen Unterzeichnerinnen und Unterzeichner (bitte nach unten scrollen)

 

Webformular zum Unterzeichnen des Memorandums

 

"Experten: Zivilgesellschaft muss bei Transformations-forschung stärker einbezogen werden"
Aktuelle Meldung des Deutschen Bundestages vom 28.06.2012 zur Sitzung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technologie am 27.06.2012, auf dieser Sitzung kam das Memorandum erstmals zur Sprache.

 

"Sozial-ökologische Forschung für eine zukunftsfähige Gesellschaft". Auf dieser BMBF-Agenda-Konferenz am 20. März 2012 in Bonn diskutierten über 200 Teilnehmende den ersten Entwurf des Memorandums.

 

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