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"Eine Welt im Gleichgewicht ist seit 1972 für den Club of Rome eine Notwendigkeit – für unsere Arbeit im Nachhaltigkeitsrat die Herausforderung."

Max Schön, Mitglied des Rates

16.11.2011

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„Grüne“ Logistik: Experten drängen auf Beseitigung von Engpässen

Der Güterverkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft soll nach dem Willen der Bundesregierung nachhaltiger werden. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung am 31. Oktober. In dem Gremium legen die beamteten Staatssekretäre sämtlicher Bundesministerien die grundlegenden Linien der Nachhaltigkeitspolitik fest. In der jüngsten Ausschusssitzung befassten sie sich mit der Rolle der „grünen“ Logistik in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und Möglichkeiten, die Wettbewerbsfähigkeit und Umweltverträglichkeit des Güterverkehrs zu stärken. Zu der Sitzung eingeladen waren Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Ihnen zufolge nahm der Klimaschutz in der deutschen Logistikbranche zuletzt Fahrt auf. Für ein höheres Tempo müssten jedoch noch Engpässe beseitigt werden.

Das erklärte Mathias Krage, Präsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbands, DSLV. Der Verband vertritt rund 4.000 in Spedition und Logistik tätige Unternehmen, die zusammen einen Jahresumsatz in Höhe von 72 Milliarden Euro erwirtschaften. Ökologisch nachhaltige Logistiklösungen, sagte er, seien „fast immer effiziente, auch wirtschaftlich effiziente Lösungen“. Ein verschwenderischer Umgang mit Treibstoffen führe jedes Logistik-Unternehmen in den Ruin. Schon deshalb liege Nachhaltigkeit in ihrem Interesse. Der DSLV-Präsident sagte, wo der Güterverkehr in Deutschland heute noch ineffizient sei, sei dies dem Staat geschuldet, der „Engpässe nicht beseitigt oder sogar schafft“. Als Beispiele nannte er schlecht ausgebaute Straßen, die zu Staus und mehr CO2-Ausstoß führten und schlechte Anbindungen deutscher Seehäfen an das Hinterland.

Dass Logistiker mit regelrechten Flaschenhälsen zu kämpfen haben, bestätigte Martin Schmied, stellvertretender Leiter der Abteilung Infrastruktur und Unternehmen im Berliner Büro des Öko-Instituts. Schmied nahm ebenfalls an der Sitzung der Staatssekretäre teil. Ihm zufolge müssen zur Beseitigung der Engpässe nicht unbedingt neue Straßen, Schienen- oder Wasserwege gebaut, wohl aber bestehende Flaschenhälse aufgebohrt werden. Auch Logistikunternehmen ständen hierbei in der Pflicht. „Große Klimaschutzpotenziale“ lägen beispielsweise in einer höheren Auslastung der einzelnen Verkehrsträger und weniger Leerfahrten. Dem ständen aber oft die Ansprüche der Verbraucher entgegen, die Waren immer öfter am Tag nach der Bestellung haben wollten. „Für Express-Sendungen fährt manches Mal ein nicht optimal ausgelasteter Transporter los“, sagt er.

Bei technischen Verbesserungen stößt die Branche laut Schmied an Grenzen. Lkw-Motoren seien schon sehr effizient, Biokraftstoffe auf absehbare Zeit keine tragfähige Alternative. Hybridfahrzeuge könnten bereits im Nahbereich bei der Zustellung eingesetzt werden. Sie seien aber gerade für kleine Unternehmen zu teuer. „Der Staat sollte ihnen mit zinsgünstigen Krediten unter die Arme greifen“, so Schmied – gerade kleineren Firmen und Subunternehmern, die durch die Klimaschutzziele ihrer großen Auftraggeber unter Druck gerieten. Auch DSLV-Präsident Krage meint, die Politik müsse „Entwicklung und Anwendung neuer Technologien unterstützen“. Bundesminister Ronald Pofalla, Chef des Bundeskanzleramtes und Vorsitzender des Staatssekretärsausschusses, sagte, die bessere Vernetzung der Verkehrsträger sei für die deutschen Nachhaltigkeitsziele wichtig.

Die Bundesregierung will mehr Transporte von der Straße auf Schienen- und Wasserwege verlagern. Dazu hat sie sich in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie verpflichtet. Bis 2015 soll die Bahn 25 Prozent des Aufkommens stemmen. 2008 waren es laut Statistischem Bundesamt 18 Prozent. Martin Schmied vom Öko-Institut sagt, von Erreichen dieses Nachhaltigkeitszieles sei die Politik noch weit entfernt. Es sei auch nicht gut gewählt. Seiner Ansicht nach sollte festgelegt werden, dass der Zuwachs bei Bahn und Schiff zukünftig immer größer ausfallen sollte als der Lkw-Verkehr, damit diese Verkehrsträger überproportional vom Wirtschaftswachstum profitieren. Da derzeit noch 70 Prozent der Verkehrsleistung auf der Straße stattfinde, müsste unabhängig davon auch der Lkw-Verkehr „grüner“ werden.

Weiterführende Informationen

Bundesregierung stärkt nachhaltigen Güterverkehr. Pressemitteilung der Bundesregierung, 01.11.2011.

Website des Deutschen Speditions- und Logistikverband DSLV.

Website des Öko-Instituts.

Nationale Nachhaltigkeitsstrategie. Informationen der Bundesregierung.

Nachhaltige Entwicklung in Deutschland. Indikatorenbericht 2010. Bericht des Statistischen Bundesamtes, Juli 2010. [PDF, 2,2 MB]

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