Direkt zum Inhalt springen

"Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung sind für mich die tragfähigsten Säulen, auf denen sich eine zukunftsnahe Gesellschaft begründen ließe."

Hubert Weinzierl, Mitglied des Rates

08.09.2011

Mehr News zum Thema : Kommunikation | Wirtschaft | Umwelt | Bildung 

Aus dem Rat für Nachhaltige Entwicklung

Prof. Dr. Dr. h.c. Gesine Schwan hält dritte Carl-von-Carlowitz-Vorlesung – jetzt anmelden

Ist Nachhaltigkeit ein politischer Begriff? Ist Nachhaltigkeit ein Gemeinwohlbegriff? Nachhaltigkeit und Demokratie: gegenseitige Bedingung oder Gegensatz? Und: War das schon immer so? Am 12. Oktober 2011 hält Prof. Dr. Dr. h.c. Gesine Schwan die dritte Carl-von-Carlowitz-Vorlesung im Historischen Kassensaal der KfW in Berlin. Im Gepäck die politische Philosophie und Demokratietheorien, im Blick die Zukunft, wird Prof. Dr. Schwan in ihrem Vortrag zu „Nachhaltigkeit und Politik“ über die Voraussetzungen für das politische Nachhaltigkeitsdenken in der Demokratie referieren. Zu den Carl-von-Carlowitz-Vorlesungen lädt der Rat für Nachhaltige Entwicklung herausragende Wissenschaftler ein, um einen ausholenden Vortrag über Nachhaltigkeitsdenken in einer wissenschaftlichen Disziplin zu halten.

Als Hans Carl von Carlowitz 1713 eine nachhaltende Nutzung des Waldes empfahl und damit das Wort und Prinzip Nachhaltigkeit in den deutschen Sprachgebrauch einführte, waren die vorausdenkenden Eliten, zu denen er gehörte, getrieben von einer Energiekrise, von Knappheiten und der Einsicht, dass das Geschäftsmodell der damaligen Gegenwart keine Zukunft hat. Sie haben die nachhaltige Forstnutzung politisch verordnet. Der Preis war, dass die Waldnutzung durch die einfachen Leute, zum Beispiel die Eichelmast der Schweine und Sammeln von Reisig, nicht mehr zugelassen wurde. Wenn wir heute von großen Transformationen der Gesellschaft sprechen, um einer nachhaltigen Entwicklung gerecht zu werden, steht aber außer Frage, dass die politischen Steuerungsprozesse nur mit Beteiligung des Bürgers auch nachhaltig sein können. Aber reichen unsere demokratischen Verfahren, um Nachhaltigkeit zu verhandeln? Ist sie das Ergebnis eines politischen Prozesses oder müssen politische Prozesse an der Nachhaltigkeit ausgerichtet werden? Kann „Politik“ überhaupt Nachhaltigkeit und welche politischen Weichenstellungen sind hilfreich?

Ihre wissenschaftliche Karriere begann Gesine Schwan als Professorin für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Sie setzte sich sowohl in ihrer Promotion als auch in ihrer Habilitationsschrift mit dem Marxismus auseinander und entwickelte eine kritische Haltung zum Kommunismus. Ihre Forschung widmete sie Fragen der Politischen Philosophie, der Demokratietheorien aber auch der Politischen Psychologie und der Politischen Kultur. 1992 wurde sie zur Dekanin am Otto-Suhr Institut der Freien Universität Berlin gewählt. Von 1999 bis 2008 war sie Präsidentin der Europa-Universität Viadrina und 2009 Gründungsmitglied der Humboldt-Viadrina School of Governance, deren Präsidentin sie seit 2010 ist.

Eine Herzensangelegenheit ist Gesine Schwan die deutsch-polnische Zusammenarbeit, die sie unter anderem als Mitglied des Kuratoriums der deutsch-polnischen Wissenschaftsstiftung, deren Gründung sie maßgeblich vorangetrieben hat, unterstützt. Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte Schwan 2004 und 2008/2009 durch die Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin. Als Wissenschaftlerin führt sie ein Leben an der Schnittstelle zur Politik ¬– ihre Vorlesung über die Voraussetzungen von Nachhaltigkeitsdenken in Demokratien verspricht damit ganz besonders spannend zu werden. Auch ist das Thema aktueller denn je: Jetzt stehen praktische Entscheidungen zur Transformation unserer Gesellschaft an. Wie stellen wir die Weichen für eine nachhaltige Zukunft?

Eine Teilnahme an der Carl-von-Carlowitz Vorlesung ist kostenfrei. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung unbedingt erforderlich.

Newsletter-Abo

Interesse an unserem Newsletter? Abonnieren Sie hier die ‚News Nachhaltigkeit‘.