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"Unsere Gesellschaft muss viel stärker über die Wertorientierung unserer Lebensstile und über den Wert öffentlicher Dinge reden."

Dr. Hans Geisler, Mitglied des Rates

11.08.2011

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Aus dem Rat für Nachhaltige Entwicklung

RNE veröffentlicht Empfehlung zu Ökolandbau und Agrarpolitik

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat Anfang August seine Empfehlung zur Agrarpolitik [PDF, 2,3 MB], insbesondere zur Zukunftsperspektive des ökologischen Landbaus an Politik und Agrarwirtschaft verabschiedet, die nun veröffentlicht vorliegt. In der unter Federführung des Ökolandbau-Experten und Ratsmitglieds Heinrich Graf von Bassewitz erstellten Empfehlung spricht sich der Rat für die Erhaltung und den Ausbau der Förderung des ökologischen Landbaus aus. In der Weiterentwicklung und Förderung des „Gold-Standards-Ökolandbau“ sieht der Rat ein zentrales Anliegen einer Nachhaltigkeitspolitik in Deutschland.

Mit der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, Ressourcen schonend und effizient zu nutzen, die Artenvielfalt, den Boden und das Klima zu schützen, wirtschaftlichen Wohlstand, Beschäftigung und Gesundheit abzusichern, die Energieerzeugung auf erneuerbare Quellen umzulenken, die Förderung von Innovation und Bildung umzusetzen, sowie die globale Perspektive in alle Bereiche der Nachhaltigkeitspolitik einzubeziehen. Alle diese Bereiche verknüpft das Leitbild einer nachhaltigen Landbewirtschaftung. Es geht von unternehmerisch getragenen Landwirtschaftsbetrieben, häufig in Generationenfolge aus, die Produkte in hoher Qualität erzeugen, die Umwelt bewahren, pflegen und entwickeln, zur sozio-ökonomischen Lebensfähigkeit vieler Regionen beitragen und Betriebsabläufe ethisch verantwortbar gestalten. Die Bundesregierung hat sich daher zum Ziel gesetzt den Anteil des ökologischen Landbaus an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche auf 20% zu steigern.

Um dieses Ziel auf absehbare Zeit erreichen zu können, bedarf es eines neuen Anstoßes, zu dem der Rat für Nachhaltige Entwicklung alle Beteiligten drängt. Die zunehmende Komplexität und Dynamik des agrar- und umweltpolitischen Umfeldes und des Marktes sowie die vielfältigen gesellschaftlichen Erwartungen und Hoffnungen stellen den Ökolandbau vor neue Aufgaben, aber auch vor Probleme und Zielkonflikte. Der ökologische Landbau ist aufgefordert, seine Leistungsfähigkeit weiterzuentwickeln. Dabei wird es nicht nur darum gehen müssen, mit besseren Produktionstechniken auf die Verknappung des Ressourcensystems und den Klimawandel zu reagieren, sondern auch darum Umweltleistungen wirksam auszubauen, die betriebliche Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, sowie ethische Handlungsprinzipien entlang der Wertschöpfungskette einzuhalten. Die heute am Markt teilnehmenden landwirtschaftlichen Produzenten sind aufgefordert, neue Marktzugänge durch Kooperation in den vertikalen Markt- und Absatzwegen zu verbessern. In dem Premiumsegment, zu dem ökologisch erzeugte und verarbeitete Produkte noch weitgehend zugehörig sind, steigen mit zunehmendem Angebot auch die Ansprüche an Qualität und Leistung. Um seine Leitbildfunktion zu erfüllen, muss der ökologische Landbau gegenüber anderen Verfahren den Nachweis erbringen langfristig und bei hohen Verbreitungsraten ein höheres Gewinn- und Nutzenniveau zu erzielen. Der Ökolandbau muss seinen Goldstandard weiterentwickeln.

Damit eine am Leitbild der Nachhaltigkeit orientierte Agrarwende gelingen kann, muss der Staat verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Dem historisch bedingten Entwicklungsvorsprung konventioneller Landbauverfahren muss durch ein umfassendes, am Nachhaltigkeitsziel der Bundesregierung ausgerichtetes Förderprogramm begegnet werden, das gezielt auf die Entwicklung des langfristigen technologischen Potenzials und die eine Umstellung begünstigenden Faktoren, wie Nachbarschaftseffekte, Zugang zu Information und Wissen, abstellt.

Weiterführende Informationen

„Gold-Standard Ökolandbau“: Für eine nachhaltige Gestaltung der Agrarwende Empfehlungen des Rates für Nachhaltige Entwicklung, texte Nr. 40, Juli 2011 [PDF, 2,3 MB]
Diese Empfehlung des Rates können Sie ebenfalls mithilfe eines Online-Formulars kostenlos als Broschüre bestellen.

Nachhaltige Entwicklung in Deutschland Indikatorenbericht 2010 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie [PDF, 2,3 MB, destatis.de]

Schutz der Biodiversität heißt aktuell: Biomasse-Produktion nachhaltig machen Empfehlung des Rates für Nachhaltige Entwicklung, April 2008 [PDF, 373 KB]

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