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"Nachhaltigkeit als Leitidee im Handeln braucht bessere Bildung als Basis, dazu mehr Aktionspartnerschaften und Praxisbeispiele, lokal, regional und international."

Walter Hirche, Mitglied des Rates

24.02.2011

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Aus dem Rat für Nachhaltige Entwicklung

Visionen 2050: RNE eröffnet Zukunftsdialog mit Entscheidern von morgen

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat am 15. Februar die Dialoge_Zukunft_Visionen2050 eröffnet: Junge Menschen unter 27 Jahren sind aufgerufen, greifbare Zukunftsvisionen für das Jahr 2050 zu entwickeln und sich so am Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu beteiligen. Mit seinem neuen Angebot tritt der Nachhaltigkeitsrat gezielt an die Altersgruppe heran, deren Entscheidungen in Beruf, Familie und Gesellschaft Deutschland in den kommenden 40 Jahren maßgeblich prägen werden. Die Dialogteilnehmer können ohne Vorgaben von außen und frei von Erwartungen aus Interessengruppen ihrer Kreativität freien Lauf lassen, über ihre Vorstellungen, Ideen und Wertgrundlagen für eine nachhaltige Zukunft diskutieren. Prominente Entscheidungsträger von heute bringen lediglich Denkanstöße ein.

Begonnen hat das Projekt mit einer Testphase des „Visionierens“. Im Auftrag des RNE wurden 35 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verbänden um konkrete Visionen für das Leben im Jahr 2050 gebeten. In ihren Beiträgen beschreiben sie ihre Wünsche, Fantasien und Ideen für ein Deutschland im Jahre 2050. Gemeinsam ist diesen 35 Zukunftsbildern die Einsicht in die Unmöglichkeit eines schlichten „Weiter-so“. Sie skizzieren ein Land, in dem beispielsweise Integration durch Bildung gelungen ist, in dem eine ökologische und energiepolitische Erneuerung stattgefunden hat und in dem die Menschen wieder mehr persönlich statt elektronisch kommunizieren. Gebündelt in dem Bericht Visionen 2050. Dialoge Zukunft Made in Germany sollen diese Beiträge den Teilnehmern der „Dialoge_Zukunft_Visionen2050“ Vergleichsmöglichkeiten mit den Denkweisen zukunftsorientierter Entscheidungsträger von heute bieten.

Für den Dialogprozess hat der RNE Nominierungsrechte an Nachhaltigkeitsexperten vergeben und sie darum gebeten, Menschen unter 27 Jahren aus ganz Deutschland für den Zukunftsdialog zu benennen. Nominiert haben unter anderem Nachhaltigkeitspolitiker aus Bund, Ländern und Kommunen, Unternehmen, die sich in besonderer Weise für Nachhaltigkeit einsetzen, Hochschuldekane, die Nachhaltigkeitsstudiengänge anbieten und Mitglieder des RNE. Der RNE beabsichtigt damit einen Perspektivenwechsel: Über eine „qualifizierte Generationenbrücke“ werden bestehendes Know-how und Erfahrungen mit der gedanklichen Beweglichkeit und den Interessen junger, künftiger Entscheidungsträger zusammengebracht. 86 Nominierte haben ihre Teilnahme am Dialog zugesagt. Sie können zunächst vier Wochen lang auf einer nur ihnen zugänglichen Website Visionen und Ideen für das Jahr 2050 entwerfen und darüber diskutieren. Ende März können sie ihre Zukunftsbilder im Rahmen einer dreitägigen Konferenz in Auseinandersetzung mit Politikern und Mitgliedern des Nachhaltigkeitsrates weiterentwickeln. Dafür hat der RNE unter anderem die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth gewonnen, ebenso Franz Müntefering, Bundesminister a.D. und stellvertretendes Mitglied im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung beim Deutschen Bundestag.

Mit „Dialoge_Zukunft_Visionen2050“ erprobt der RNE ein neues Mitsprachemodell zur Nachhaltigkeitspolitik. Es soll Nachhaltigkeit mit dem Erdenken von gesellschaftlichen Visionen zusammen bringen und bei der Transformation zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft helfen. Das von der Bundesregierung berufene Beratungsgremium erwartet von den Dialogen neue Ideen, die in die anstehende Fortentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie einfließen sollen. Mit ihrem Dialogangebot greifen die Regierungsberater außerdem einen Kritikpunkt internationaler Nachhaltigkeitsexperten auf, die Ende 2009 in ihrem Peer Review der deutschen Nachhaltigkeitspolitik Deutschland das Fehlen einer gesamtgesellschaftlichen Vision und Zielsetzung angekreidet hatten, ohne die Nachhaltigkeitspolitik Gefahr laufe, sich zu verzetteln und wirkungslos zu bleiben. Sie hatten Deutschland eine langfristige Zielsetzung dringend angeraten, falls es seine Position im globalen Wettbewerb nicht verlieren wolle. Die Ergebnisse der „Dialoge_Zukunft_Visionen2050“ wird der Nachhaltigkeitsrat auf seiner 11. Jahreskonferenz am 20. Juni 2011 in der Berliner Veranstaltungsstätte Tempodrom vorstellen.

Weiterführende Informationen

Dialoge_Zukunft_Vision2050. Informationen zum Projekt, Stand: 11.02.2011. [PDF, 57 KB]

Visionen 2050. Dialoge Zukunft Made in Germany. Rat für Nachhaltige Entwicklung, texte Nr. 35, Januar 2011. [PDF, 10,4 MB]

Bestellmöglichkeit Printversion.

„Dialoge_Zukunft_Vision2050“. Informationen auf der Website des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

Sustainability Made in Germany – We Know You Can Do It. Peer Review der deutschen Nachhaltigkeitspolitik, 23.11.2009. [PDF, 4 MB]

Meldungen zum Thema

Experten: Deutschland muss bei Nachhaltigkeit zulegen. News Nachhaltigkeit, 25.11.2009.

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