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"Veränderungsprozesse wie der demografische Wandel, die globale Erwärmung, Armut oder auch die Stabilität der Kapitalmärkte müssen nachhaltig adressiert werden."

Dr. Joachim Faber, Mitglied des Rates

15.07.2010

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UN Global Compact macht CSR-Vorgaben konkreter

Nachhaltigkeit ist für 93 Prozent der Unternehmensvorstände weltweit ein wichtiges Zukunftsthema. Dennoch handelt die Mehrheit der Firmen noch lange nicht nachhaltig. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Unternehmensberatung Accenture [PDF, 2,8MB] im Auftrag der UN-Initiative UN Global Compact (UNGC), die sich der Wahrung ökologischer und sozialer Mindeststandards in der Wirtschaft verschrieben hat.  In einer „Blaupause“ formulierte Global Compact daher Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen sollen, um die Diskrepanz zu verringern. Über deren Umsetzung diskutierten Ende Juni 1.300 Teilnehmer aus 135 Ländern auf dem dritten „UN Global Compact Leaders Summit“ in New York. Am Global Compact beteiligen sich zahlreiche deutsche Unternehmen, darunter bekannte wie Allianz, BMW und die Deutsche Telekom.

Insgesamt befragte Accenture 766 Vorstandsvorsitzende weltweit. 72 Prozent gaben an, dass Markenvertrauen und Reputation eines von drei Hauptargumenten für ihr Nachhaltigkeitsengagement sei. Als weitere Beweggründe wurden der Klimawandel (66 Prozent) und Konsumenterwartungen (58 Prozent) genannt. Den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, stimmen solche Zahlen zuversichtlich. Anlässlich des alle drei Jahren stattfindenden Leaders Summit in New York erklärte er, immer mehr Unternehmen würden erkennen, dass langfristiger Erfolg nur durch verantwortliches Handeln erreicht werde.

Der vorgestellte Leitfaden „Blueprint for Corporate Sustainability Leadership“ [PDF, 2MB] listet konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sowie zu Querschnittsthemen wie Stakeholder-Engagement und Transparenz auf. Er weist hierzu drei Dimensionen aus: die Einbindung der Global-Compact-Ziele in die Unternehmensstrategie, konkrete Hilfsmaßnahmen, etwa im Sinne der Millenniumsziele, sowie das persönliche Engagement von Unternehmensvertretern in nationalen Netzwerken und Sektor-Initiativen. Erstmals bindet der Leitfaden auch UN-Organisationen und -Programme systematisch ein. Denn eine „Win-Win-Situation“ werde langfristig nur dann geschaffen, wenn auch solche öffentlichen Partner sich der Verantwortung für Nachhaltigkeit stellten, so die Autoren.

Der Global Compact der Vereinten Nationen ruft Unternehmen weltweit dazu auf, zehn Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung umzusetzen. Er versteht sich als freiwillige Lern- und Dialogplattform. Die Initiative wird nicht nur von Unternehmen getragen, sondern auch von Gewerkschaften, Staaten und Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International, WWF oder Oxfam. In Schwellen- und Entwicklungsländern stellt der UNGC oftmals die erste CSR-Initiative im Land dar.

Kritiker wie etwa Barbara Unmüßig, Vorstandsmitglied der Heinrich Böll Stiftung, fordern vom Global Compact allerdings, er solle sich auch „jenseits freiwilliger Regeln“ engagieren. Schwer wiege „der Vorwurf, die freiwilligen Selbstverpflichtungen des Global Compact verzögerten oder verhinderten die Aufnahme von Verhandlungen für völkerrechtsverbindliche Regelungen unter dem Dach der UNO“, so Unmüssig weiter. Das Global Compact Hauptquartier in New York hat in den letzten Jahren auf solche Kritik verstärkt reagiert und die Transparenz- und Berichterstattungspflichten für Mitgliedsunternehmen verschärft. Auf dem Leaders Summit vereinbarten der UNGC und die Global Reporting Initiative (GRI) zudem, die Richtlinien beider Organisationen künftig enger aufeinander abzustimmen.

In ihrer abschließenden „New Yorker Erklärung“ bekräftigten die Teilnehmer ihre Unterstützung für den Global Compact und die UN Millenniumsziele. Sie formulierten Maßnahmen zur Schaffung besserer Arbeitsbedingungen im Einklang mit den Vorgaben der internationalen Arbeitsorganisation ILO sowie Richtlinien zur Korruptionsbekämpfung und zum Unternehmensengagement in Konfliktregionen.

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