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"Die Wirtschaft muss beim Thema Nachhaltigkeit vorangehen – technische Innovationen und gesellschaftliche Verantwortung sind gleichberechtigte Schlüssel für unternehmerischen Erfolg."

Dr. Eric Schweitzer, Mitglied des Rates

20.07.2010

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Artenschutz-Bewusstsein bei Verbrauchern nimmt zu

Viele Verbraucher achten nicht nur zunehmend auf die Klimaauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen, sondern auch auf deren Folgen für die natürliche Artenvielfalt. Zu diesem Ergebnis kommt die Wissenschaftsinitiative „The Economics of Ecosystems and Biodiversity“ (TEEB) in ihrem jüngsten Bericht „TEEB für Unternehmen“ [PDF, pwc.de], der Mitte Juli in London vorgestellt wurde. Demnach wissen 60 Prozent der Verbraucher in Europa und Nordamerika um die Probleme durch den Verlust der Artenvielfalt. 80 Prozent sagen sogar, dass sie künftig keine Produkte von Unternehmen kaufen wollen, die diese Aspekte offenkundig vernachlässigen. Unter Schirmherrschaft des UN-Umweltprogramms UNEP untersucht TEEB den ökonomischen Wert der biologischen Vielfalt und die Kosten der Naturzerstörung.

Pavan Sukhdev, der Leiter der Studie erwartet, „dass Unternehmen in verschiedenen Bereichen auf unterschiedlichen Kontinenten die Botschaft zunehmend verstehen und handeln". In dem Bericht „TEEB für Unternehmen“ fordert die Initiative hierzu eine verbesserte Bilanzierung von Unternehmensauswirkungen – positiven wie negativen – auf die biologische Vielfalt, um Änderungen bei Unternehmensinvestitionen und Geschäftsbetrieb herbeizuführen. Als Beispiel nennt der Bericht den Bergbaukonzern Rio Tinto. Dieser hat sich freiwillig zu „positiven Nettoauswirkungen” im Bereich Biodiversität verpflichtet und in Zusammenarbeit mit Naturschutzexperten mit Ausgleichsmaßnahmen begonnen.

Die Kosten des fortschreitenden Artensterbens beziffern sich nach einer Studie von UNEP [PDF, pwc.de] in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) auf jährlich bis zu vier Billionen US-Dollar. Artenschutz dagegen rechnet sich nach Ansicht von Experten: „Kluge Unternehmer verstehen, dass Biodiversität und Ökosystem-Dienstleistungen, wenn sie in der Wertschöpfung integriert sind, einerseits Kosten einsparen und andererseits neue Einnahmen generieren", sagt Joshua Bishop, Chef-Ökonom der Artenschutzkonvention IUCN und Koordinator des aktuellen TEEB-Berichts.

Ein Ziel der TEEB-Studie ist es, den Zusammenhang zwischen Artenverlust und wirtschaftlichen Interessen herauszuarbeiten. Der Verlust von Ressourcen der Natur betrifft nicht nur naheliegende Branchen wie etwa die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei, sondern mittelbar auch den Tourismus oder etwa Pharmaunternehmen, die auf bestimmte Tier- und Pflanzenarten bei der Herstellung von Medikamenten zurückgreifen.

Bei einer PwC-Umfrage unter Vorstandsvorsitzenden im Vorfeld des Wirtschaftsgipfels in Davos im Januar 2010 schätzten 27 Prozent der 1.200 befragten Unternehmenslenker den Rückgang der Artenvielfalt als Risiko für das Wachstum ihres Unternehmens ein. Weiter ermittelte PwC, dass allerdings erst 18 der 100 weltweit größten Unternehmen Biodiversität oder Ökosysteme in ihrem Geschäftsbericht erwähnen. Zwei bezeichnen Biodiversität als wesentliches strategisches Thema. Mehr Aufmerksamkeit erfährt die Artenvielfalt in den Nachhaltigkeitsberichten der Unternehmen: In jedem zweiten Nachhaltigkeitsbericht ist Biodiversität mittlerweile ein Thema, und knapp ein Viertel berichtet über Maßnahmen in diesem Bereich.

Im Oktober 2010 soll der Abschlussbericht der TEEB Studien anlässlich der 10. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity – CBD) im japanischen Nagoya vorgestellt werden.

Weiterführende Informationen

The Economics of Ecosystems and Biodiversity (TEEB), Website der Wissenschaftsinitiative

TEEB - The Economics of Ecosystems and Biodiversity
[PDF, pwc.de] - Report for Business - Executive Summary 2010

Biodiversity and business risk. A Global Risks Network briefing
[PDF, pwc.de] Prepared by PricewaterhouseCoopers for the World Economic Forum 2010

Studie: „Öko" ist Chance für Unternehmen. Neue Untersuchung zur Biodiversität und Wirtschaft von Meike Srowig
Bericht auf der Website der ZDF-Nachrichtensendung heute

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